Augenzeugenberichte des jüdischen ''Sonderkommandos'' in Auschwitz Erscheinungsjahr: 2010 8. Aufl. m. Fotos u. Pln. Gewicht: 275 gr / Abmessung: 19 cm Von Greif, Gideon 50 Jahre nach ihrer Befreiung hat der Autor sieben Überlebende der "Sonderkommandos" interviewt. Sie wurden gezwungen, Juden und andere Häftlinge auf ihrem Weg in die Gaskammern zu "begleiten", anschließend ihre Leichname zu "verwerten" und schließlich zu verbrennen. Ihre Berichte sind unübersehbare Dokumente wider das Vergessen und die Auschwitz-Lüge. "Haben Sie manchmal geweint?" - "Oft. nicht nur einmal. Während der Arbeit, nur ohne Tränen. Seit damals habe ich keine Tränen mehr. Dort weinten wir tränenlos." Sieben Augenzeugenberichte versammelt Gideon Greif in seinem Dokumentarband "Wir weinten tränenlos...". Sieben Juden, die in Auschwitz-Birkenau als "Sonderkommando" tätig waren, erzählen, wie sie im täglichen Ablauf der Todesmaschinerie eingesetzt wurden. Kein einfaches Unterfangen. Wer im "Sonderkommando" arbeiten mußte, dem fällt es schwer, darüber zu reden: Zu unerträglich ist der Schmerz und zu gering die Kraft, auf Leute zu reagieren, die sie als Verräter, Denunzianten und Helfershelfer der Nazis beschimpfen würden. Dabei hatten sie niemals die Wahl, zwischen Verweigerung oder Gehorsam zu wählen. "Ihr wichtigstes Ziel sei es gewesen, zu überleben, um der Welt von der Shoah Zeugnis geben zu können", schreibt Greif in seinem Vorwort. Und wohl deshalb hat er diese Menschen, trotz aller Widrigkeiten, in einfühlsamer Annäherung und langen, zahlreichen Gesprächen dazu gebracht, über ihren Einsatz in Auschwitz-Birkenau zu reden. Greif, Mitarbeiter der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, ist ein gewissenhafter Historiker. Er befragt die Männer nach jedem einzelnen Detail des Vernichtungsprozesses, über den sie berichten können: Das "Sortieren" auf der Rampe, die Entkleidung, die Tötung in der Gaskammer, die "Verwertung" der Überreste - Lebensmittel, Kleidung, Wertsachen, Zahngold -, die Verbrennung der Leichen. Gerade die minutiöse Beschreibung der automatisierten technischen und menschlichen Prozesse führt die Ausmaße des Grauens in noch schärferen Konturen vor Augen als die ohnehin schon unerträgliche Zahl von sechs Millionen getöteter Juden. Wer diese Augenzeugenberichte gelesen hat, kennt das wahrscheinlich wichtigste Beweismittel dafür, daß die Shoah, der Völkermord an den Juden, eine eiskalt geplante Aktion gewesen war. -Bettina Albert
Buch:
Ganz normale Männer: Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die "Endlösung" in Polen - Mit einem Nachwort (1998)
Autor:
Christopher R. Browning, Jürgen Peter Krause, Ausgabe vom 1. Sept. 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 69353
Product Description Wie kann Massenmord zur Alltagsroutine werden? Im Sommer 1942 wurde einBataillon der Hamburger Polizeireserve, etwa 500 Männer, nach Polen zueinem Sonderauftrag gebracht. Dort wurde ihnen eröffnet, daß sie die jüdischeBevölkerung in polnischen Dörfern aufzuspüren, die noch arbeitsfähigenMänner für den Lagereinsatz einzuordnen, die übrigen auf der Stelle zuerschießen hätten. Der Autor versucht nicht zu erklären, aber doch Gründeund beeinflussende Umstände dafür zu finden, wie 'ganz normale Männer'zu Massenmördern gemacht werden konnten.
Buch:
Anus Mundi - Fünf Jahre Auschwitz
Autor:
Wieslaw Kielar, Ausgabe vom 1. Febr. 1982, Taschenbuch, Verkaufsrang 14118
Product Description "Der polnische Schriftsteller Wieslaw Kielar hat eine von Menschen erdachteund organisierte Hölle erlebt - das Konzentrationslager Auschwitz, dasgrößte nationalsozialistische Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg. InAuschwitz haben die Folter- und Mordknechte des Dritten Reiches etwa 1,6Millionen Menschen systematisch ermordet. Auschwitz, das ist der äußerste,brutalste Ausdruck deutschen Rassenhochmuts und Größenwahns, das sind Vernichtungsmethoden,wie sie sich nur von Menschenverachtung erfüllte Gehirne ausdenken können;Auschwitz, das ist ein Meer von Schmerzen, Qualen, Demütigungen, Todesängsten;Auschwitz. das ist ein Menschheitstrauma, das nicht wieder ausgelöschtwerden kann. Wer an Auschwitz denkt, kann der noch unbefangen daran glauben,daß die Menschheit sich zu immer höherer Humanität entwickelt? Hat Auschwitzwenigstens neue Kriege, Vernichtungslager, Foltergreuel verhindert?"
Buch:
Mein Bericht an die Welt: Geschichte eines Staates im Untergrund
Autor:
Jan Karski, Ausgabe vom 22. Febr. 2011, Gebunden, Verkaufsrang 19312
Aus der Amazon.de-Redaktion Davon haben wir nichts gewusst - So lautete nach dem Ende der Naziherrschaft in Deutschland die Standardantwort auf die Frage, wie man die millionenfache Vernichtung von Juden hatte zulassen können. Die historische Forschung hatte daran, dass die übergroße Mehrheit der Deutschen tatsächlich nicht gewusst haben sollte, wie das Regime mit den ja nicht etwa im Verborgenen, sondern unter großem propagandistischen Tamtam Deportierten verfuhr, zwar immer wieder wohl begründete Zweifel geäußert. Eine derart faktenreiche und auf nur annähernd so breitem Quellenstudium basierende Arbeit, wie die nun von Peter Longerich vorgelegte, stand aber bis jetzt aus. Der Autor belegt mit seiner ebenso fundierten wie sorgfältigen Analyse, dass die Zahl derer, die sehr wohl um die Judenvernichtung wussten, um ein Vielfaches höher gewesen sein muss, als bisher angenommen. Auch wenn die Mehrheit trotz allem tatsächlich wohl nicht so genau wusste oder wissen wollte, was mit den Juden tatsächlich geschah: Je länger der Krieg dauerte, desto geringer wurde das Interesse der Naziführung zu verhindern, dass die in Umlauf befindlichen Gerüchte zur allgemeinen Gewissheit würden: "Seit Mitte 1942 propagierte das Regime zunehmend ? ein ungefähres Wissen um die "Endlösung" voraussetzend ? und ganz offen, dass im Falle einer Niederlage in diesem Krieg die Juden den Deutschen das Gleiche zufügen würden, was diese ihnen angetan hatten." Das Gefühl, so Longerich, dass die "Judenfrage" unmittelbar eine Frage des eigenen Überlebens sei, "war offenbar weit verbreitet". 1943 ging die NS-Propaganda diesbezüglich endgültig in die Offensive und bekannte sich ganz und gar unmissverständlich zu ihrer Vernichtungspolitik. Im Werben für den "Totalen Krieg" wurde dessen Notwendigkeit für jeden deutlich hörbar damit begründet, "der jüdische Erzfeind" müsse ausgerottet werden, bevor dieser seiner Absicht in die Tat umsetzen könne, seinerseits das deutsche Volk zu vernichten. "Die 'dem Volk' abverlangten zusätzlichen Kriegsanstrengungen versuchte das Regime in ein Plebiszit für die radikalste denkbare 'Lösung der Judenfrage' umzumünzen." Zugleich ließ man keinen Zweifel daran, dass das Volk insgesamt im Falle einer Niederlage von den Siegern wegen seiner Komplizenschaft zur Rechenschaft gezogen würde. Als die unvermeidbare Niederlage näher rückte, vollzog das NS-Regime noch einmal einen Schwenk und belegte die "Endlösung" parteiintern mit einem Erörterungsverbot. Doch da hatte die Bevölkerung in ihrer übergroßen Mehrheit ohnehin bereits ihre "Flucht in die Unwissenheit" angetreten und sich so gegen die bevorstehende Generalanklage gewappnet. ?- Andreas Vierecke
Buch:
Herr Wolle lässt noch einmal grüßen: Geschichte meiner deutsch-jüdischen Familie
Autor:
Sibylle Krause-Burger, Ausgabe vom Mai 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 401102
Product Description Geschichte meiner deutsch-jüdischen Familie Erscheinungsjahr: 2009 m. Fotos u. Faks. Gewicht: 230 gr / Abmessungen: 187 mm x 118 mm Von Krause-Burger, Sibylle Sibylle Krause-Burger erzählt die Geschichte ihrer Familie und schildert den Einbruch der nationalsozialistischen Gewalt in die bürgerliche Welt. Was mit einer Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann aus der schwäbischen Provinz und der Tochter eines jüdischen Unternehmers im Berlin der zwanziger Jahre begann, entwickelte sich unter der Diktatur zu einer Tragödie, die eine Familie zerriss und tiefe Wunden hinterließ, die bis heute fortwirken. Pressestimmen: "Dieses Buch ist ein beklemmendes Zeugnis darüber, wie das Zerstörerische leise und unaufhaltsam in das zivile Leben eindringt. Am Ende hat das Dritte Reich eine deutsche Familie zerbrochen, ihren jüdischen Teil ermordet oder in alle Welt verstreut. Das große Trauma unserer Vergangenheit, eindringlich und einfühlsam gespiegelt in einer Familien-Geschichte, die man nicht ohne Bewegung lesen kann." (Der Tagesspiegel)
Buch:
Das Dritte Reich und die Juden: Die Jahre der Verfolgung 1933 - 1939 Die Jahre der Vernichtung 1939 - 1945
Autor:
Saul Friedländer, Ausgabe vom 1. Dez. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 198759
Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis Erscheinungsjahr: 2008 6. Aufl. Gewicht: 200 gr / Abmessung: 19 cm Von Welzer, Harald; Moller, Sabine; Tschuggnall, Karoline / Von Jensen, Olaf ; Koch, Torsten Was wird in Familien "ganz normaler" Deutscher über Nationalsozialismus und Holocaust überliefert? Die Autoren haben in Familiengesprächen und Interviews untersucht, was Deutsche aus der NS-Vergangenheit erinnern, wie sie darüber sprechen und was davon an die Kinder- und Enkelgeneration weitergegeben wird. In der Buchreihe Die Zeit des Nationalsozialismus des Fischer Taschenbuch Verlags erscheinen regelmäßig wissenschaftliche Beiträge und Untersuchungen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der neueste Band beschäftigt sich mit den Ergebnissen eines Forschungsprojekts, das sich mit der Frage befasst hat, wie in deutschen Familien über die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust gesprochen wird - und welche Auffassungen, Bilder und Vorstellungen vom Dritten Reich in Gesprächen zwischen den Generationen weitergegeben werden. Man könnte annehmen, dass eine solche Untersuchung nicht viel Neues zu Tage fördert, denn die Erinnerung an die Grausamkeit der Nazi-Zeit und insbesondere an die unfassbare Tatsache der Judenvernichtung sollte sich eigentlich im Familiengedächtnis verankert haben. Doch das ist keineswegs der Fall. Die Herausgeber konnten in Gesprächen und Interviews feststellen, dass die von Generation zu Generation transportierte Sichtweise und Darstellung der Nazi-Vergangenheit von den Schilderungen und Berichten in Schulen, Gedenkstätten, Filmen und Büchern in bedenklicher Weise abweicht. In allen der 40 befragten Familien war zwar die Bereitschaft vorhanden, über "die schlimme Zeit" zu sprechen, doch oftmals wurden Familienmitglieder entweder als Opfer oder als Helden geschildert. Von Täterschaft oder Verantwortung hingegen war wenig zu hören. Verharmlosungen und das wohl bekannte "Davon haben wir nichts gewusst" tauchen oft auf. Mit zunehmender Lesedauer gewinnt man den Eindruck, dass es mit der deutschen Vergangenheitsbewältigung nicht weit her ist. Die Schlussfolgerung der Verfasser ist erschreckend: Der Holocaust kommt im deutschen Familiengedächtnis nicht vor. Angesichts dieser "vererbten" Verdrängung kann das Wiederaufleben rechtsradikaler und antisemitischer Strömungen innerhalb der deutschen Gesellschaft auch nicht wirklich verwundern. "Opa war kein Nazi" ist ein spannendes und zugleich schockierendes Buch, das eine fast vergessene Diskussion wieder in den Mittelpunkt rückt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen eindrücklich, wie schlecht es heute - fast 60 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches - um die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit im intergenerationellen Dialog steht. -Christoph Reudenbach