Aus der Amazon.de-Redaktion Immer noch, konstatiert Meinhard Miegel in diesem lesenswerten Essay, messen wir unsere wirtschafts- und auch sozialpolitischen Hoffnungen an bloßen Wachstumsraten und Beschäftigungszahlen und übersehen dabei geflissentlich, dass wir längst inmitten eines fundamentalen Wandlungsprozesses stehen, in dem dramatische "Verschiebungen im globalen Gefüge" ankündigen, was nicht mehr aufzuhalten ist: eine Epochenwende. Der Jahrhunderte währende Vorsprung des Westens, das heißt der frühindustrialisierten Länder vor allem Europas und Nordamerikas schrumpft in immer schnellerem Tempo. Eine neue, bis dahin unbekannte Wettbewerbssituation ist entstanden, in der die über die Zeit müde gewordenen westlichen Gesellschaften zunehmend Mühe haben, sich zu behaupten. Ermüdungserscheinungen sind unübersehbar: Der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert, man sucht Ruhe und Zerstreuung und ist immer weniger bereit Mühen auf sich zu nehmen. Unsere Gesellschaften insgesamt sind träge geworden - auch was die Fortpflanzung betrifft: Bestandserhaltende Geburtenraten weist mittlerweile keines der westlichen Völker mehr auf. Noch versuche die Politik, so der Autor, "das alles zu übertünchen". Sie dope Wirtschaft und Gesellschaft mit immer höheren öffentlichen Schulden und versuche so, "eine Dynamik vorzugaukeln, die es schon längst nicht mehr gibt". Miegels Analyse unserer gesellschaftlichen Gegenwart ist schonungslos. Und das ist auch nötig. Nur wer der Wirklichkeit ungeschminkt ins Auge sieht, wird sich von rückwärtsgewandten Handlungsrezepten nicht mehr blenden lassen und bereit sein, das die Not wendende zu tun, um einer Zukunft willen, die wir ansonsten schon verloren haben. Und das heißt für Miegel: Abschied nehmen von Wachstumsmythen und Wohlstandswahn - bescheiden werden! - Hasso Greb
Buch:
Die Verbrecher- Holding - Das vereinte Europa im Griff der Mafia.
Autor:
Jürgen Roth, Marc Frey, Ausgabe vom 1995, Broschiert, Verkaufsrang 1184305
Buch:
Die Mitte liegt ostwärts: Europa im Übergang
Autor:
Karl Schlögel, Ausgabe vom 18. Febr. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 805925
Aus der Amazon.de-Redaktion 9. November 1989: die Mauer fällt in Berlin. 11. September 2001: die beiden Türme des World Trade Centers in New York versinken in Schutt und Asche. Diese beiden Momentaufnahmen der Geschichte sind für Karl Schlögel Start- und Endpunkt eines Jahrzehnts voller gegensätzlicher Ereignisse. Ein Jahrzehnt, das so hoffnungsvoll, so viel versprechend begann und mit einem grauenhaften Schlag gegen die zivilisierte Weltgesellschaft endete. Schlögel, Experte für Slawistik und osteuropäische Geschichte, lehrt an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er hat die Ereignisse der letzten zehn Jahre aufmerksam beobachtet und in zahlreichen Aufsätzen kommentiert. Die gesammelten Texte liegen nun in einer beachtenswerten Essaysammlung vor. Schlögel gehörte zu der kleinen Schar von Wissenschaftlern, die bereits vor 1989 genug Weitsicht besaßen, um die bevorstehenden Umwälzungen in Europa ansatzweise zu erahnen. In dem titelgebenden Aufsatz Die Mitte liegt ostwärts von 1986 umreißt der Autor politische Entwicklungsschritte in Mitteleuropa, die sich kurze Zeit später in ganz ähnlicher Weise vollzogen. Seine Betrachtungen zum Krieg auf dem Balkan und den Ereignissen im postsowjetischen Russland zeigen die Kehrseite der wiedergewonnenen Freiheit osteuropäischen Staaten. Die Beiträge zur Annäherung Mitteleuropas an die Europäische Union erlangen angesichts der bevorstehenden Osterweiterung übergeordnete Bedeutung. Gelingt das Zukunftsprojekt Europa? Schlögel macht den gesamteuropäischen Einheitstraum zu seinem Thema und gibt sich zuversichtlich. Zugleich warnt er die Europäer aber eindringlich davor, die Chance zur Zusammenarbeit ungenutzt verstreichen zu lassen. Mit dem vorliegenden Band erhält der zeitgeschichtlich interessierte Leser eine fassettenreiche Rückschau auf die politisch bedeutsamen Entwicklungen der jüngsten europäischen Geschichte. Zugleich eröffnet die Lektüre ihm die Möglichkeit, die komplexen Ereignisse der letzten zehn Jahre einzuordnen und den Blick auf die aktuellen Probleme der europäischen Einigung zu richten. Ein bemerkenswerter Beitrag zum Thema Europa im Übergang. -Christoph Reudenbach
Buch:
Gestürmte Festung Europa: Mauern.Ghettos.Terror Das Schwarzbuch
Autor:
Corinna Milborn, Ausgabe vom 2. Mai 2006, Gebunden, Verkaufsrang 436618
Buch:
Der europäische Traum: Die Vision einer leisen Supermacht
Autor:
Jeremy Rifkin, Ausgabe vom 19. Januar 2006, Broschiert, Verkaufsrang 343317
Aus der Amazon.de-Redaktion Auch wenn europäisch-amerikanische Zwistigkeiten sie in letzter Zeit davon abgelenkt haben mögen: Am meisten hadern die Europäer immer noch mit sich selbst. Dabei hätten sie allen Grund stolz auf sich zu sein, denn ihrem Gesellschafts- und Regierungsmodell gehört die Zukunft. Das jedenfalls meint Jeremy Rifkin. Mit der politischen Integration des Kontinents, auf dem die blutigsten Schlachten der Geschichte geschlagen wurden, werde hier Schritt für Schritt ein beispielloses politisches Gemeinwesen geschaffen, dessen Architektur und dessen Grundprinzipien nach Ansicht des amerikanischen Autors zum globalen Vorbild taugen. In der ihm eigenen Eindringlichkeit legt Rifkin überzeugend dar, weshalb seiner Ansicht nach Europa die Zukunft gehört - trotz mancher Probleme, wie etwa der Überalterung, die er für lösbar hält. Als einen wichtigen Standortvorteil im Zeitalter der Globalisierung diagnostiziert er insbesondere die Erfahrungen, die man hier im Zuge der multinationalen Integration sowie mit einer "Regierung ohne Mitte" gemacht hat. In einer von mannigfachen gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Welt könnten Nationalstaaten allein nicht länger bestehen, lautet eine der zentralen Ausgangsdiagnosen. Und "die Europäische Union ist das am weitesten fortgeschrittene Beispiel für neue, transnationale Regierungsmodelle". Während der "Amerikanischen Traum" von einer Überbetonung der individuellen Autonomie gekennzeichnet sei, präge den "Europäischen Traum" außer der Wille zur Integration das Bewusstsein kollektiver (und globaler) Verantwortlichkeit. Und eben dies seien die Attribute, die für eine zukunftsfähige (Welt-)Gesellschaft unabdingbar seien. Eine aufbauende und mutmachende Lektüre! - Andreas Vierecke
Buch:
Der Traum vom Leben: Eine afrikanische Odyssee
Autor:
Klaus Brinkbäumer, Ausgabe vom 22. Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 336125
Aus der Amazon.de-Redaktion In Zukunft wird die Zahl der Flüchtlinge, die von Afrika aus auf den abenteuerlichsten Wegen versuchen, das mit Wohlstand und Sicherheit gesegnete Europa zu erreichen, weiter zunehmen. Während die meisten Publikationen das Thema aus einer theoretisch-politischen oder menschenrechtlichen Perspektive behandeln, gibt Klaus Brinkbäumer mit Der Traum vom Leben einen authentischen Bericht über ganz konkrete persönliche Schicksale. In Brinkbäumers ergreifenden Buch geht es endlich einmal nicht um die gesichtslose Masse anbrandender Flüchtlingsfluten, sondern um das Schicksal einzelner Menschen, das stellvertretend für all die anderen zeigt, was es konkret bedeutet, sein Leben zu riskieren, um auf überladenen Kähnen über das Mittelmeer nach Spanien oder Italien, oder von der afrikanischen Westküste über den Atlantik auf die Kanarischen Inseln zu gelangen. Dazu hat der Autor selbst die Route bereist, auf der sich die meisten Flüchtlingstrecks zusammenfinden, um sich auf den Weg in Richtung der Ablegestellen der Boote, Kähne und Flöße dubioser Fluchthelfer zu machen. Für manche endet der schon vor der Flucht teuer bezahlte Traum von einem seinen Namen verdienenden Leben in Europa jäh mit dem Ertrinken. Die leidvolle Odyssee beginnt jedoch schon lange vor der eigentlichen Überfahrt. Wer sich irgendwo in Afrika auf den Weg macht, um den schwarzen Kontinent zu verlassen und in das gelobte Europa zu gelangen, macht sich auf eine Reise ins Ungewisse. Niemand weiß, ob und wo er sich am Ende wieder findet. Ganz zu schweigen von dem, was ihn in Europa tatsächlich erwartet. "Der Traum vom Leben", heißt es im Klappentext, "ist ein großes Buch über Afrika, über die Hoffnungen von Menschen, ein Buch auch über Europa und die Realität unserer Politik" ? dem ist nichts hinzuzufügen! -Andreas Vierecke
Buch:
Das Europa der Diktaturen: Eine neue Geschichte des 20 - Jahrhunderts
Autor:
Gerhard Besier, Ausgabe vom 18. Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 459856
Buch:
Der Europäische Traum: Die Vision einer leisen Supermacht
Autor:
Jeremy Rifkin, Ausgabe vom 9. Aug. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 471442
Die USA haben als Vorbild ausgedient, für Rifkin ist Europa das Vorbild für die Welt. Europas Arbeits- und Sozialpolitik ist humaner als die der USA, die Lebensqualität der Menschen höher. Europa hat alte Feindschaften überwunden und vorbildliche Formen des Miteinanders entwickelt.Der neue Wirtschaftsraum ist der größte der Welt, doch die leise Supermacht setzt auf Nachhaltigkeit und Ausgleich. Rifkin beschreibt Europa als gigantischen Laborversuch, der als Modell für die ganze Welt dienen kann. Sein Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer Es ist Zeit, dass Europa seine Stärken erkennt und seine globale Verantwortung annimmt. Auch wenn europäisch-amerikanische Zwistigkeiten sie in letzter Zeit davon abgelenkt haben mögen: Am meisten hadern die Europäer immer noch mit sich selbst. Dabei hätten sie allen Grund stolz auf sich zu sein, denn ihrem Gesellschafts- und Regierungsmodell gehört die Zukunft. Das jedenfalls meint Jeremy Rifkin. Mit der politischen Integration des Kontinents, auf dem die blutigsten Schlachten der Geschichte geschlagen wurden, werde hier Schritt für Schritt ein beispielloses politisches Gemeinwesen geschaffen, dessen Architektur und dessen Grundprinzipien nach Ansicht des amerikanischen Autors zum globalen Vorbild taugen. In der ihm eigenen Eindringlichkeit legt Rifkin überzeugend dar, weshalb seiner Ansicht nach Europa die Zukunft gehört - trotz mancher Probleme, wie etwa der Überalterung, die er für lösbar hält. Als einen wichtigen Standortvorteil im Zeitalter der Globalisierung diagnostiziert er insbesondere die Erfahrungen, die man hier im Zuge der multinationalen Integration sowie mit einer "Regierung ohne Mitte" gemacht hat. In einer von mannigfachen gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Welt könnten Nationalstaaten allein nicht länger bestehen, lautet eine der zentralen Ausgangsdiagnosen. Und "die Europäische Union ist das am weitesten fortgeschrittene Beispiel für neue, transnationale Regierungsmodelle". Während der "Amerikanischen Traum" von einer Überbetonung der individuellen Autonomie gekennzeichnet sei, präge den "Europäischen Traum" außer der Wille zur Integration das Bewusstsein kollektiver (und globaler) Verantwortlichkeit. Und eben dies seien die Attribute, die für eine zukunftsfähige (Welt-)Gesellschaft unabdingbar seien. Eine aufbauende und mutmachende Lektüre! - Andreas Vierecke
Buch:
Rückwärts nach rechts - Europas Populisten
Autor:
Hans-Henning Scharsach, Ausgabe vom Sept. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 1346578
Aus der Amazon.at-Redaktion Die Rezepte ähneln sich: Einerseits wird gegen die Privilegienwirtschaft und die Korruption gewettert, dann auch der Sozialstaat in Frage gestellt, andererseits gegen Ausländer und Zuwanderer Stimmung gemacht. Mit diesen Positionen konnten populistische Führer rechter Parteien in nahezu allen europäischen Ländern bei Wahlen punkten und massive Erfolge einfahren. Auf diese Entwicklung macht H.H. Scharsachs Buch Rückwärts nach Rechts. Europas Populisten nun nachhaltig aufmerksam. Sein beliebtestes Studienobjekt Jörg Haider, über den er bereits drei Bücher verfasst hat, dient ihm hier lediglich als Einstieg, um über dessen "Europa der Bürger" in die eigentliche Materie einzuführen. Dieses Projekt, so harmlos sein Titel klingen mag, birgt ideologischen Sprengstoff in sich, der die politische Landkarte Europas erschreckend umgestalten würde. Nicht mehr und nicht weniger als eine "Internationale der Rechten" könnte entstehen. Scharsach zeichnet recht plastisch die vielfältigen Kontakte zwischen den rechten Gruppierungen nach: entdeckt enge Bezugspunkte zwischen der österreichischen FPÖ, Front National, Vlaams Block und Lega Nord oder der Dänischen Volkspartei. Die Bezüge gehen kreuz und quer durch Europa. Das gut recherchierte Buch will von seinem Autor durchaus als Standardwerk zum Thema verstanden wissen. Im Anhang findet sich auch ein informatives und umfangreiches Glossar zum Stichwort Populismus. -Buchkultur
Buch:
Unsere Welt ist klein geworden - Die Globalisierung der Politik
Autor:
Otto von Habsburg, Ausgabe vom 1. Januar 2006, Gebunden, Verkaufsrang 95626