Alfred Grosser, Ausgabe vom 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 2031765
Aus der Amazon.de-Redaktion Deutschland in Europa - der Titel dieses Buches bezeichnet einen keineswegs selbstverständlichen Sachverhalt. Freilich, geografisch gesehen lag Deutschland schon immer im Herzen des Alten Kontinents. Dass sich die Deutschen jedoch auch politisch einem geeinten Europa zugehörig fühlen, ist erst eine Entwicklung der letzten Jahrzehnte, und sie ist durchaus revolutionär zu nennen. Der französische Politikwissenschaftler und Deutschlandexperte Alfred Grosser zeichnet in seinem eingängig geschriebenen Buch die deutsche Geschichte vor allem des 20. Jahrhunderts nach. Seine zentrale Frage: Wie kann der Weg gerade Deutschlands zur europäischen Integration weiter geführt werden - ein Weg, der nach 1945, nach zwei blutigen Weltkriegen und der Verbrechensherrschaft des Nationalsozialismus, eingeschlagen wurde, dessen Ziel aber noch nicht feststeht? Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Westintegration und die Politik der europäischen Einigung für die Bundesrepublik die einzige Chance, um ihre noch junge Demokratie zu festigen und sich internationales Ansehen zu erwerben. Dies hatte Erfolg: Schon bald wurde Berlin vom "Symbol des Preußen- und des Hitlertums zum Symbol der Freiheit". Und die Wiedervereinigung von 1990 war für Grosser nur möglich, weil die "deutsche Frage und der europäische Einigungsprozess in einen untrennbaren Zusammenhang gerückt wurden". Das Hinzutreten der neuen Bundesländer erweiterte nicht nur Deutschland, es war zugleich der erste Schritt hin zu einer Osterweiterung der Europäischen Union. Grosser beschreibt in seiner intelligenten Analyse auch die Schwierigkeiten, von denen der Prozess der europäischen Integration begleitet ist. Die Grenzen zwischen den Ländern fallen schneller als jene in den Köpfen. Die nationalen politischen Mentalitäten bleiben unterschiedlich, beispielsweise zwischen Frankreich und Deutschland in der Frage der Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik. Die Debatte um die Osterweiterung der EU und eine mögliche Mitgliedschaft der Türkei zeigt, dass man sich keinesfalls einig ist, wer denn zu Europa gehören soll und wer nicht. Die Europäische Union muss für Grosser schnell die Frage beantworten, ob sie eine bloße Freihandelszone sein will oder aber eine Gemeinschaft, die auch politisch und gesellschaftlich zusammenrückt. Dass der Autor für Letzteres plädiert, daraus macht er keinen Hehl. Und er fordert, die Europäische Union müsse auf einer politischen Ethik aufbauen - vergleichbar denjenigen Grundwerten, auf welche die Bundesrepublik Deutschland nach ihrer Gründung gesetzt hat. -Christoph Peerenboom
Buch:
Die Geschichte ist nicht zuende! Gespräche über die Zukunft des Menschen und Europas
Autor:
Hans-Jürgen Heinrichs, Ausgabe vom 1. Okt. 1999, Gebunden, Verkaufsrang 1688630
Die verhinderte Weltmacht - Reflexionen eines Europäers.
Autor:
Tzvetan Todorov, Ausgabe vom 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 1091902
Buch:
Importeure des Verbrechens - Europa im Griff der organisierten Kriminalität
Autor:
Brian Freemantle, Ausgabe vom 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 1094909
Buch:
Iran: Sprengstoff für Europa
Autor:
Bruno Schirra, Ausgabe vom 1. Mai 2006, Gebunden, Verkaufsrang 189197
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Sturz des Schahs von Persien wurde 1979 von den westlichen Intellektuellen verständlicherweise durchweg begrüßt, wenn nicht gar bejubelt. Auch, wie er gesteht, von Bruno Schirra. Doch damit, dass auf die Herrschaft der Parvenüs des Hauses Pahlevi ein noch viel schlimmeres System folgen würde, rechnete damals kaum jemand. Auch nicht diejenigen Iraner, denen - obwohl sie froh waren, den despotischen Schah los zu sein - die islamischen Revolutionäre von Anfang an mehr als suspekt waren. Tatsächlichen gehörten von Beginn an weder Freiheit noch die Errichtung eines Rechtsstaats zu den Zielen der Revolution, auch wenn eine pseudo-moderne Verfassung installiert wurde, die das oberflächlich betrachtet hätte glauben machen können. In Wirklichkeit wurde zugleich alles Tun und jedes Recht unter den Vorbehalt gestellt, dass es den über allem stehenden Prinzipien der Scharia nicht zuwiderlaufe. Mit der Folge, dass in der Rechtspraxis des "Gottesstaates" die meisten in der Verfassung verbrieften Freiheitsrechte von vornherein null und nichtig waren. Die Herrschaft der Scharia bedeutet nicht "nur", dass die Aussagen von Frauen vor Gericht bis heute weniger gelten als solche von Männern. Es bedeutet auch, dass selbst Halbwüchsige erhängt oder gesteinigt werden, wenn sie angeblich oder tatsächlich gegen das heilige Gesetz (oder dessen mehr oder weniger willkürliche Auslegung durch lokale Würdenträger) verstoßen haben. Das ist für sich genommen schlimm genug, wie Bruno Schirra gleich zu Beginn sehr eindrücklich am Falle eines jungen Mädchens schildert. Doch ist das Bestreben der iranisch-islamischen Revolution, wie der Autor im Anschluss daran ausführlich darlegt, von Anfang an nicht nur darauf gerichtet gewesen, "dem" Gesetz Allahs im Iran unbedingte Geltung zu verschaffen, sondern auch auf seinen Export. Und dies mit der tatkräftigen Hilfe islamistischer Terroristen egal welcher Nationalität oder islamischen Glaubensrichtung. Wie etwa der des libanesischen Hisbollahführers Imad Mughniyah, dem von einem hochrangigen Offizier des israelischen Militärgeheimdienstes Aman attestiert wird, "die Kunst des Terrorismus zu ihrer höchsten Vollendung veredelt" zu haben und zu dem sowohl al-Qaida-Chef bin Laden als auch dessen Kronprinz al-Zarkawi Kontakte unterhalten. Schirra liefert auf der Basis seiner bekanntermaßen sehr guten Geheimdienstkontakte (unter anderem auch zum BND, was ihm schon unliebsame Hausdurchsuchungen beschert hat) zahlreiche Indizien dafür, dass eine aus dem Iran heraus operierende pan-islamistische Terrorallianz nicht nur Israel und die USA, sondern auch Europa als Terrorziel fest im Blick hat. Wer sich fragt, wie ernst man die vom Iran für den Weltfrieden ausgehende Gefahr tatsächlich nehmen muss, dem sei Schirras Buch zur aufmerksamen Lektüre dringend empfohlen! - Andreas Vierecke
Buch:
Migration in Europa: Daten und Hintergründe
Autor:
Edda Currle, Ausgabe vom 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 471668