Das Gesicht Europas - Ein Kontinent wächst zusammen.
Autor:
Dirk Schümer, Ausgabe vom 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 1503359
Buch:
Demokratie in Europa
Autor:
Larry Siedentop, Ausgabe vom 2002, Gebunden, Verkaufsrang 1104091
Aus der Amazon.de-Redaktion Über die Demokratie in Amerika lautet der Titel des Buches, das der Europäer Alexis de Tocqueville Mitte des 19. Jahrhunderts vorgelegt hat - bis heute ein Klassiker der politischen Literatur. Ein exzellenter Kenner dieses Franzosen ist der amerikanische Politikwissenschaftler Larry Siedentop, und der Titel seines neuen Buches Demokratie in Europa ist deshalb als bewusste Anspielung auf das große Werk zu verstehen, das sich insbesondere durch die genaue Beobachtungsgabe und den scharfen analytischen Verstand seines Autors auszeichnet. Und gut beobachtet hat Siedentop Europa zweifellos. Doch entgegen dem Werk seines Vorbilds, in dem sich vor allem - bei aller Kritik im Detail - die große Hochachtung Tocquevilles vor der Kraft der amerikanischen Demokratie spiegelt, fokussiert Demokratie in Europa insbesondere deren Schwächen. Die bestehen Siedentop zufolge in einer überbordenden Bürokratie, einer übermäßig mächtigen Exekutive und mangelnder politischer Legitimation. Eines der Hauptprobleme des europäischen Einigungsprozesses sieht der Autor in dessen Ökonomismus. Einerseits nämlich sei die europäische Integration heute angesichts des gemeinsamen Marktes und der gemeinsamen Währung als vollendete Tatsache zu betrachten. Andererseits aber bleibe die politische Form ungewiss, die die Europäische Union am Ende annehmen wird. "Deswegen ist eine große Verfassungsdebatte unvermeidlich geworden. Ein derartiger Meinungsaustausch ist erforderlich, um die Ziele der europäischen Integration herauszuarbeiten, die Grenzen festzulegen, die eine derartige Integration respektieren sollte, und die Instrumente zu bestimmen, durch die neue Machtfaktoren und Institutionen den Völkern Europas rechenschaftspflichtig gemacht werden können." Jürgen Habermas hat in Kenntnis der englischsprachigen Originalausgabe des Buches in einem Aufsatz zur Frage "Warum braucht Europa eine Verfassung?" angemerkt, Siedentop treffe nicht ganz die Sache, "wenn er über den Mangel an einer inspirierten Verfassungsdebatte klagt, die das Gemüt und die Einbildungskraft der europäischen Völker ergreift". Unsere Situation lasse sich nicht mit der der amerikanischen Federalists vergleichen. In der deutschen Ausgabe liest sich die betreffende Passage etwas anders und trifft die Sache sehr genau: "Nur durch solch eine öffentliche Erörterung", schreibt Siedentop, "können die Völker Europas wieder Anteil an ihrem eigenen Schicksal erlangen". Angesichts der Machtfülle, die die Exekutiorgane der EU ohne hinreichende demokratische Legitimierung zu Lasten der Nationalstaaten auf sich vereinen, trifft diese Forderung tatsächlich wohl ins Zentrum der gegenwärtigen europäischen Demokratiefrage. Im Rahmen der anstehenden Verfassungsdebatte geht es aber nicht darum, etwas völlig Neues zu entwerfen. Im Gegenteil, die Herausforderung besteht darin, wie Habermas sehr richtig schreibt, "die großen Errungenschaften des europäischen Nationalstaats über dessen nationale Grenzen hinaus in einem anderen Format zu bewahren". Für diese Diskussion finden sich bei Siedentop viele erwägens- und bedenkenswerte Argumente. Allein: Um mit einem Buch über die Demokratie in Europa einmal den bleibenden Rang der Amerika-Schrift Tocquevilles zu erlangen, ist es schlichtweg noch zu früh. -Andreas Vierecke 1
Buch:
Der Krieg gegen den Westen - Weltpolitik in der Sackgasse
Autor:
Mostafa Danesch, Ausgabe vom 15. Sept. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 1383223
Aus der Amazon.de-Redaktion Derzeit besteht sicher kein Mangel an Büchern, in denen uns berufene, wie weniger berufene Autoren die Ursachen zwischen Islam und "dem" Westen erklären. Doch unter denen Berufenen, die für uns die historischen Wurzeln des Konflikts freilegen, auf dass wir endlich die gesellschaftlichen, ideologischen und machtpolitischen Dilemmata verstehen, die das prekäre Verhältnis zwischen den islamisch und den christlich geprägten Kulturen prägen, haben nur wenige die Autorität des iranischstämmigen Politikwissenschaftlers und Journalisten Mostafa Danesch. Der hat schon lange vor dem Fanal des 11. September 2001 ebenso unermüdlich wie vergeblich versucht, uns unsere fahrlässigen Fehleinschätzungen der arabischen Welt vor Augen zu führen, die mit dazu beigetragen haben, dass wir heute so hilflos agieren. In Der Krieg gegen den Westen bilanziert der Autor, der nebenbei bemerkt stilistisch eine ausgezeichnete Feder führt, die Ursachen und Erscheinungsformen der weltweiten Offensive des politischen Islam. Er zeigt, weshalb der Verlust der moralischen Integrität der USA nicht nur für die USA selbst ein sehr ernstes Problem ist und wer die heimlichen Sieger des jüngsten Irakkrieges sind. Und sehr ausführlich widmet er sich dem Thema Afghanistan, das in der weltöffentlichen Wahrnehmung schon wieder - zu Unrecht! - in den Hintergrund getreten ist. Besonderes Augenmerk legt Danesch bei all dem auf die Rolle Europas, das der gegenwärtigen US-Politik seine historischen Erfahrungen und die Werte der europäischen Aufklärung entgegenzuhalten habe. "Immerhin hat das 'alte Europa', das in der Diskussion um den Irakkrieg so diskreditiert wurde, es geschafft, seit Jahrzehnten Frieden zu halten, Erbfeinde wie Frankreich und Deutschland zu versöhnen und die EU zu gründen, die nach und nach die Grenzen zwischen den Nationalstaaten auflöst. Das Potenzial und die Erfahrung, Krisen ohne Einsatz militärischer Mittel beizulegen, besitzen die europäischen Mächte. (?) Sich aus dem Schatten der USA zu lösen und eine eigenständige Rolle in der Weltpolitik zu spielen" sei deshalb "das Gebot der Stunde". - Andreas Vierecke
Buch:
Die Krise Europas seit 1917 - ( Propyläen Geschichte Europas, 6).
Autor:
Karl D. Bracher, Ausgabe vom 1993, Broschiert, Verkaufsrang 608004
Buch:
Die Sicherheitsstrategien Europas und der USA
Autor:
Thomas Jäger, Alexander Höse, Kai Oppermann, Ausgabe vom 22. März 2005, Broschiert, Verkaufsrang 947206
Buch:
Europäische Armee: Vision und Utopie? Mit einem Vorwort von Peter Struck
Autor:
Gerd Höfer, Ausgabe vom 16. Okt. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 1222644