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Mark Twain für Boshafte (insel taschenbuch) - Mark Twain
Buch:Mark Twain für Boshafte (insel taschenbuch)
Autor:Mark Twain, Ausgabe vom 20. April 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 85680
Preis: 6,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Aeneis: Zweisprachige Ausgabe: Lateinisch/Deutsch - Vergil
Buch:Aeneis: Zweisprachige Ausgabe: Lateinisch/Deutsch
Autor:Vergil, Ausgabe vom 15. Januar 2009, Gebunden, Verkaufsrang 142450

Kloster Northanger: Roman - Jane Austen
Buch:Kloster Northanger: Roman
Autor:Jane Austen, Ausgabe vom Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 47518
Preis: 7,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Aus der Amazon.de-Redaktion
Liebst du Stephen King oder hast ihn zumindest gelesen? Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Grusel- und Schauerromane von Matthew Gregory Lewis und Ann Radcliffe der Hit. Der Udolpho von Radcliffe spielt in Jane Austens Kloster Northanger eine wichtige Rolle.
In den letzten Jahren wurden einige Romane Jane Austens verfilmt. Da will man auch die originalen Werke lesen. Kloster Northanger war ihr erster Roman, geschrieben 1797, überarbeitet und veröffentlicht nach ihrem Tode 1818, ein guter Einstieg, zumal in diesem Erstling Jane Austen sofort voll da ist.
Die siebzehnjährige Catherine Morland wird für mehrere Wochen in den Kurort Bath eingeladen. Sie lernt dort und später in der Abtei von Northanger viele Menschen kennen, die sie bisher nur aus verschlungenen Romanen kannte. Im Laufe weniger Wochen erfährt sie, daß diese Menschen nicht ohne Fehler sind. Wie beim Wetter, wo ein schöner Morgen oft Regen bringt, ein wolkiger aber Besserung verspricht, ist es auch mit Menschen. Der erste Eindruck ist nicht immer der richtige. Aufgesetzte Verhaltensweisen oder hingeworfene Behauptungen müssen überprüft werden. Die gutgläubige Catherine erfährt dies mehrmals. Das alte Urteil: Er ist reich "wie ein Jude", ist keine deutsche Erfindung und zerstört fast das Leben unserer Antiheldin.
So sehr Jane Austen die Schauerromane auf die Schippe nimmt, so sehr spricht sie sich aber auch für das Lesen aus. Leute, die kein Vergnügen an einem guten Roman haben, sind unerträglich einfältig. Kurz darauf erteilt sie künftigen Autoren gleich eine Lektion in genauer Wortwahl.
Kloster Northanger ist spannend, unterhaltsam, reißt mit. Trotz besten Wetters habe ich die zwei Tage für seine Lektüre nicht bedauert. -Herbert Huber

Lektürehilfen Woyzeck - Ausführliche Inhaltsangabe und Interpretation - Georg Büchner
Buch:Lektürehilfen Woyzeck - Ausführliche Inhaltsangabe und Interpretation
Autor:Georg Büchner, Ausgabe vom Januar 2012, Broschiert, Verkaufsrang 1107
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Erscheinungsjahr: 2005
Gewicht: 175 gr / Abmessung: 20 cm
Von Kinne, Norbert / Von Büchner, Georg
Literatur verstehen und interpretieren
Mit Lektürehilfen
wissen, was wann passiert;
dank ausführlicher Inhaltsangabe mit Interpretation
wissen, welche Themen wichtig sind:
anhand thematischer Kapitel
auf wichtige Fragen die richtigen Antworten wissen:
gut vorbereitet durch typische Abiturfragen mit Lösungen
Eigentlich hat es das Jahrhundertdrama Woyzeck nie gegeben. Bekanntlich hat Georg Büchner seine wohl im Sommer 1836 in krakliger, nahezu unleserlicher Handschrift im Straßburger Exil begonnene Tragödie über den kleinen Soldaten, den eine übermächtige Umwelt und der eigene Wahnsinn zum Mord an seiner Geliebten treiben, nie zum Abschluß gebracht: Es existieren nur diverse Neu-, Lese- und Bühnenfassungen, von denen jede beansprucht, authentischer als die anderen zu sein.
Selbst diese Rekonstruktionen aber illustrieren Büchners bestechende dramaturgische Meisterschaft: Wie es ihm in einer fast filmisch scharf geschnittenen Szenenfolge gelingt, Woyzecks Vorgesetzten mit wenigen Worten als hilflosen Unmenschen zu karikieren, der sich in Tautologien verheddert ("Moral ist, wenn man moralisch ist"), oder den kantianischen Doktor bloßzustellen, der den armen Titelhelden für "ein paar Groschen täglich" als Versuchstier mißbraucht, ist in der deutschen Literatur ohne Parallele.
Als schließlich der schneidige Tambourmajor wie ein Gockel beim Zapfenstreich vor Woyzecks Geliebter Marie herumstolziert, um sie zu verführen, ist die Menagerie männlicher Triebe vollständig und mit knappsten Mitteln vorgeführt. Denn auch in den Regieanweisungen herrscht eine rationelle Perfektion, die langes Reden überflüssig macht: Wenn Büchner seinen Woyzeck zum Stöckeschneiden aufs freie Feld schickt, dann ist sein niederer Militärrang wie nebenbei ausreichend eingeführt. Und wenn er Marie in ihrer Kammer zeigt, wie sie sich selbst mit den Ohrringen des Tambourmajors in einer spitzen Scherbe spiegelt, kommt einem unweigerlich Gretchens Sehnsucht nach dem Besitz des mephistophelischen Hals- und Ohrschmucks in Goethes Faust in den Sinn. Besser - und anspielungsreicher - kann man kaum schreiben: Jede Metapher des Dramas spitzt das Geschehen etwas mehr auf das grausige Ende zu: Da nämlich zieht Woyzeck seiner Marie mit dem Messer ein blutiges "Halsband" über die Kehle. Gemeinhin gilt Woyzeck als erstes soziales Drama und damit als gravierender Einschnitt der deutschen Literaturgeschichte. Tatsächlich erzählt es von der unausweichlichen Ungerechtigkeit und Grausamkeit der Welt: Radikaler noch als in Büchners Dantons Tod ist hier das Scheitern revolutionärer Ideale, das Ende der Geschichte, in jeden Satz mit eingekerbt. Als Woyzeck dem Hauptmann beim Rasieren das Messer an den Hals setzt, ohne sich der machtvollen Möglichkeiten seines Tuns bewußt zu sein, ist dies aufs Anschaulichste ausgedrückt. Es ist ein ungeheuer dichtes Bild voll rätselhafter, erschreckender Poesie - auch was das angeht, ist vielleicht nur Büchners unterschätzte Komödie Leonce und Lena mit ihrer absurden Komik noch ein wenig schöner.
"Er läuft ja wie ein offenes Rasiermesser durch die Welt", bemerkt der Hauptmann einmal über Woyzeck, "man schneidet sich an ihm". An dieser politischen und sprachlichen Schärfe hat auch Büchners sezierendes Drama bis heute nichts verloren. -Thomas Köster

Der Untertan - Heinrich Mann
Buch:Der Untertan
Autor:Heinrich Mann, Ausgabe vom 7. Dez. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 10283
Preis: 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Roman
Erscheinungsjahr: 1996
Gewicht: 346 gr
Von Mann, Heinrich
"Dieses Buch Heinrich Manns (.....) ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Rohheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und seiner namenlosen Zivilfeigheit." Kurt Tucholsky (1919)
"Hurraahhhh!!! Da kommt der Kaiser!!!" Diederich Heßling, ein ewig deutsches Thema. Kurt Tucholsky brachte es wie immer auf den Punkt, als er Heinrich Manns Roman über den Aufstieg eines Erzopportunisten als "Herbarium des deutschen Mannes" bezeichnete. "Hier ist er ganz - in seiner Religiosität, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit".
Der Untertan, die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu dürfen. Heßling, vordergründig als Aufsteiger gefeiert, übernimmt die väterliche Papierfabrik und wird zum mächtigsten Bürger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwürde unter jedes bekannte Maß" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt.
Verkörperte in einem der gelungensten deutschen Spielfilme der Nachkriegszeit noch der grandiose Werner Peters den ölig-feisten Heßling, so übernimmt in dieser Hörspielfassung von 1971 Heinz Drache den Part. Zusammen mit ihm ist eine halbe Hundertschaft der gesamten damaligen deutschen Schauspielerelite angetreten - Namen wie E.O. Fürbringer, Karl Lieffen, Hans Caninenberg, Hans Quest oder Lore Lorentz bürgen für die absolute Qualität dieses fast sechsstündigen Lesemarathons.
Ein hochpolitisches, hochmoralisches Lehrstück und - beinahe ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen - noch immer hochgültig. Spieldauer ca. 350 min., 5 CDs. -Ravi Unger

Der Graf von Monte Christo - Alexandre Dumas
Buch:Der Graf von Monte Christo
Autor:Alexandre Dumas, Ausgabe vom 1. Okt. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 15733
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Die Dreigroschenoper: Nach John Gays »The Beggar's Opera« (edition suhrkamp) - Bertolt Brecht
Buch:Die Dreigroschenoper: Nach John Gays »The Beggar's Opera« (edition suhrkamp)
Autor:Bertolt Brecht, Ausgabe vom 19. Febr. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 5034
Preis: 5,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Nach John Gays ''The Beggar''s Opera''
Erscheinungsjahr: 1968
Gewicht: 82 gr / Abmessungen: 177 mm x 108 mm x 7 mm
Von Brecht, Bertolt
Brecht zielt mit der Dreigroschenoper auf die Entlarvung der korrupten Bourgeoisie. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp sogenannter bürgerlicher Solidität. Peachum mobilisiert die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der Peachums Kreise störte.
Brecht zielt mit der Dreigroschenoper auf die Entlarvung der korrupten Bourgeoisie. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp sogenannter bürgerlicher Solidität. Peachum mobilisiert die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der Peachums Kreise störte.

Vom Adel der menschlichen Seele - Meister Eckhart
Buch:Vom Adel der menschlichen Seele
Autor:Meister Eckhart, Ausgabe vom Juli 2007, Gebunden, Verkaufsrang 138763
Product Description
Erscheinungsjahr: 2006
Gewicht: 185 gr / Abmessung: 19,5 cm
Von Meister Eckhart / Hrsg. v. Wehr, Gerhard
Meister Eckhart ist der berühmteste deutsche Mystiker des Mittelalters. Die Weisheit, die er in seinen Schriften lehrt, zielt auf einen Weg der inneren Wandlung, der zur Erkenntnis der Wahrheit im Herzen führt und die Seele des Menschen adelt.
Diese Textauswahl lädt zum eigenen Nachdenken ein ...

Die Abtei von Northanger - Jane Austen
Buch:Die Abtei von Northanger
Autor:Jane Austen, Ausgabe vom 27. Febr. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 32243
Preis: 6,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Erscheinungsjahr: 2009
Aus d. Engl. u. m. e. Nachw. v. Christiane Agricola
Gewicht: 390 gr / Abmessung: 19,5 cm
Von Austen, Jane / Übersetzt v. Agricola, Christiane
Jane Austens Romane begeistern bis heute Millionen von Lesern. "Kloster Northanger", ein Jahr nach Austens Tod erstmals erschienen, erzählt die Geschichte der 17-jährigen Catherine Morland. Das Leben und die Liebe kennt sie nur aus der Literatur bis sie eines Tages dem jungen und lebensfrohen Geistlichen Henry Tilney begegnet. Mit seinen pointiert geschliffenen Dialogen ist Austens Roman zugleich die bezaubernde Geschichte eines Reifeprozesses und eine glänzende Satire auf die Liebes- und Schauerromane der damaligen Zeit.

Das Foucaultsche Pendel: Roman - Umberto Eco
Buch:Das Foucaultsche Pendel: Roman
Autor:Umberto Eco, Ausgabe vom 1. Okt. 1992, Sondereinband, Verkaufsrang 5630
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Roman. Ausgezeichnet mit dem Premio Bancarella 1989
Aus d. Italien. v. Burkhart Kroeber
Gewicht: 580 gr / Abmessungen: 191 mm x 120 mm x 42 mm
Von Eco, Umberto / Übersetzt v. Kroeber, Burkhart
Drei Mailänder Verlagslektoren, die beruflich ständig über okkulte Wissenschaften, Geheimbünde und kosmische Komplotte lesen müssen, stoßen auf ein äußerst rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert.
Drei Verlagslektoren, die beruflich ständig über okkulte Wissenschaften, Geheimbünde und kosmische Komplotte lesen müssen, stoßen auf ein äußerst rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert. Darin ist von alle 120 Jahre wiederkehrenden Zusammenkünften der "36 Unbekannten", der Nachfahren der mysteriösen Tempelritter, die Rede. Die drei Spötter stürzen sich in das Labyrinth der Geheimlehren. Spielerisch erdenken sie eine gigantische Verschwörung. Aber dann merken sie, daß jemand ihre Phantasien ernst nimmt. Und der schreckt offenbar auch vor Mord nicht zurück...
"Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts mehr, sondern an alles." Alles, was existiert, ist Text, ist Begriff. Die Geschichte, das ist das Überlieferte, und das ist nichts anderes als Text. "Die Begriffe verbinden sich per Analogie, ...denn wenn man Zusammenhänge finden will, findet man immer welche, Zusammenhänge zwischen allem und jedem, die Welt explodiert zu einem wirbelnden Netz von Verwandtschaften, in dem alles auf alles verweist und alles alles erklärt." So entsteht Ecos "Großer Plan" von einer Weltverschwörung, der, auf historischen Realitäten basierend, nichts anderes ist, als ein Fälschungssystem, das wahr ist, weil es auf Analogien basiert. Alles ist wahr, nur die Verknüpfungen nicht. Es gibt keine Wirklichkeit außer der, die zwischen Partnern per Konsens verabredet wird. Mit dieser Formel wären wir (fast!) bei bei Lyotard angelangt, jenem Vertreter der Postmoderne, ohne den Eco kaum zu verstehen ist.
Was ist der "Große Plan" des Romans denn anderes als das "Erhabene", das nicht Darstellbare, aber Vorstellbare bei Lyotard? Die Idee vom unbeweglichen Punkt im Universum, an dem das Pendel aufgehängt ist? Oder jenes mystische Zentrum Agarttha? Den Verlust der "Großen Erzählungen" beklagt Eco nicht mehr. Vielmehr nutzt er die Möglichkeiten der Texte und erzählt mit den alten, großen Erzählungen neue Geschichten, Stories. Versucht Eco nicht auch, das narrative Wissen mit dem wissenschaftlichen zu verknüpfen, und ist es nicht zum Scheitern verurteilt, wie jeder Vereinheitlichungsversuch, schließlich werden sowohl Belpo als auch Casaubon verrückt? Schwindet sie nicht, die empirische Wirklichkeit? Zerstört Eco nicht den falschen Schein, der "im Glauben an höhere Ursprünge und Zwecke, an eine Teleologie des Weltablaufs besteht, und (lässt er nicht) die empirische Welt als eine prinzipiell scheinhafte vor uns erstehen?"
Belpo versucht indessen den ästhetischen Umgang mit der neuen Technologie, dem Computer, der ihn gar zum Schreiben bringt. Jene Technologie, die dem narrative Wissen den Todesstoß verpasst hat. Doch seine Texte sind nur als magnetische Spuren virtuell auf Diskette vorhanden. Die Auswirkungen der neuen Technologien (Computer, synthetisierte Bilder) sind der Gestalt, dass sie die traditionellen Dualismen des abendländischen Denkens sprengen und damit deren Kultur, für die diese Dualismen konstitutiv sind, verabschieden, wie Eco z.B. bei den grotesken, multimedialen, okkulten Zeremonien vorführt.
Eco parodiert die Denkweise der Hermeneutik (Okkultismus, Voodoo etc.) durch raffinierte scheinlogische Konstruktionen und wirft dabei alles durcheinander. Er gebiert sich radikal eklektizistisch. Das wäre gegen Lyotards Vorstellungen, aber der Eklektizismus, der herauskommt, erscheint so lächerlich wie Charles Moores Bau "Piazza d`Italia" in New Orleans. Das Ergebnis kann bei Ecos Denken nur als Parodie aufgefasst werden; die meisten Verrücktheiten des Romans sind schließlich hinterlistiges, intellektuelles Schelmentum!
Warum aber erzählt Eco die Geschichte der Templer in Westernmanier oder als Comic-Strip beim Whiskey in der Kneipe oder mit seiner Freundin im Bett? Etwa nur, um die nicht-Akademiker bei der (Lese)Stange zu halten? In den 60er Jahren und später waren jene Autoren, die sich in Kneipen und Betten bewegten und jeden modernen, elitären Anspruch von sich wiesen, Autoren wie Ferlinghetti, Ginsberg oder Jörg Fauser (mit seinem Roman Rohstoff), diejenigen, die man zuerst als postmodern bezeichnete. Ist Eco, wenn er auf diese Generation zurückverweist, wenn er, wie jene, auf Trivialmythen abhebt, von Casablanca bis zu Zitaten von Rockgruppen, nicht schon post-post-modern? Hat er die Postmoderne, die fortwährend ihre Moderne gebiert und umgekehrt, weil sie sich jeweils beinhalten, nicht schon hinter sich gelassen? Ist er nicht hochaktuell, wenn er vorführt, wie mit seiner Art der Wissenschaftsvermittlung umgegangen wird, nämlich dem Palavern über die Templer beim Knabbern im Bett? So, und nicht anders, wird heute Wissenschaft rezipiert! Es ist problematisch, den gesamten Roman mittels postmoderner Termini zu hinterfragen, doch ist sicher: Das Foucaultsche Pendel ist ein geistsprühender Krimi, ganz gleich welcher Blödsinn in manchen Rezensionen zu lesen war. -Matthias Kehle

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