Katja Schneidt, Ausgabe vom 15. März 2011, Kindle Edition, Verkaufsrang 1829
**Sarrazin schreibt von Parallelwelten - Katja lebte darin** Katja Schneidt ist eine junge, moderne, selbstbewusste Frau, die ihr Leben liebt und jede Menge Spaß hat. Bis sie Mahmud kennenlernt. Sie verlieben sich, ziehen zusammen und Mahmud zeigt sein wahres Gesicht - das Gesicht eines Tyrannen. Katja Schneidt wird als Deutsche mitten in Deutschland Teil einer fundamentalistischen Parallelgesellschaft. Sie darf das Haus nur mit Einwilligung Mahmuds verlassen, muss Kopftuch und lange Kleidung tragen und wird brutal misshandelt. Sie wird immer stärker in einen Abgrund hineingezogen, in dem sie Zeuge von Zwangshochzeiten, Hochzeiten mit minderjährigen Bräuten und schlimmsten Auswüchsen von Gewalt wird - vor allem gegen Frauen. Erst als sie zum wiederholten Mal halb tot geschlagen wird, sammelt sie all ihren Mut und flieht, um Mahmud anzuzeigen, gegen ihn vorzugehen und damit zur Geächteten zu werden, der bis heute die Blutrache von Mahmuds Familie droht. Eine erschütternde Geschichte aus der islamistischen Parallelgesellschaft, in die plötzlich auch deutsche Frauen hineingezogen werden. **Sarrazin schreibt von Parallelwelten - Katja lebte darin** Katja Schneidt ist eine junge, moderne, selbstbewusste Frau, die ihr Leben liebt und jede Menge Spaß hat. Bis sie Mahmud kennenlernt. Sie verlieben sich, ziehen zusammen und Mahmud zeigt sein wahres Gesicht - das Gesicht eines Tyrannen. Katja Schneidt wird als Deutsche mitten in Deutschland Teil einer fundamentalistischen Parallelgesellschaft. Sie darf das Haus nur mit Einwilligung Mahmuds verlassen, muss Kopftuch und lange Kleidung tragen und wird brutal misshandelt. Sie wird immer stärker in einen Abgrund hineingezogen, in dem sie Zeuge von Zwangshochzeiten, Hochzeiten mit minderjährigen Bräuten und schlimmsten Auswüchsen von Gewalt wird - vor allem gegen Frauen. Erst als sie zum wiederholten Mal halb tot geschlagen wird, sammelt sie all ihren Mut und flieht, um Mahmud anzuzeigen, gegen ihn vorzugehen und damit zur Geächteten zu werden, der bis heute die Blutrache von Mahmuds Familie droht. Eine erschütternde Geschichte aus der islamistischen Parallelgesellschaft, in die plötzlich auch deutsche Frauen hineingezogen werden.
Buch:
Pulverfass China: Der Gigant auf dem Weg ins 21 - Jahrhundert
Autor:
Petra Häring-Kuan, Yu Chien Kuan, Ausgabe vom 5. Mai 2011, Gebunden, Verkaufsrang 151739
Der Irak-Krieg und die rot-grünen Jahre Erscheinungsjahr: 2011 Gewicht: 536 gr / Abmessung: 22 cm Von Fischer, Joschka Zeitgeschichte von innen: Als Deutschland Nein sagte zum Krieg - Joschka Fischers Erinnerungen an dramatische Wendepunkte der Zeitgeschichte. Der 11. September 2001 leitete eine Zeitwende ein, die die Regierung und den damaligen Außenminister der rot-grünen Koalition vor dramatische Herausforderungen stellte. Der zweite Band von Joschka Fischers Erinnerungen reicht vom Beginn des Afghanistan-Kriegs und des Irak-Kriegs bis zum Ende der rot-grünen Epoche. Der zweite Band von Joschka Fischers Memoiren über seine Zeit als Bundesaußenminister in der rot-grünen Regierung beginnt mit dem 11. September 2001 und behandelt ausführlich den Krieg in Afghanistan und die sich unmittelbar an die Kampfhandlungen anschließende Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn, in der die Nachkriegsordnung für das Land festgelegt wurde. Im Zentrum des Buchs steht die dramatische Entwicklung hin zum Irak-Krieg, gegen den Fischer seit den allerersten Anfängen Stellung bezogen hat. Das Zerwürfnis zwischen Deutschland und Amerika wegen des Krieges im Irak, die dramatischen Tage auch innerhalb der Bundesregierung im Januar/Februar 2003, als es um das Abstimmungsverhalten Deutschlands im Sicherheitsrat ging, sowie Deutschlands schwierige Gratwanderung zwischen seinem Nein zum Krieg und seiner Rolle als wichtigster Bündnispartner der USA in Europa werden von Fischer umfassend dargestellt. 2003 begann auch der Versuch der drei europäischen Mächte - Deutschland, Frankreich und Großbritannien -, die drohende Gefahr einer militärischen Nuklearisierung des Irans auf dem Verhandlungswege abzuwenden. Ebenso vertieften sich die Differenzen zwischen Kanzler un Man mag zur rot-grünen Bundesregierung gestanden haben, wie man will. Eines steht fest: Sie hat Deutschland vor dem verhängnisvollen Mitmarschieren in den Krieg gegen den Irak bewahrt und sich damit historische Verdienste erworben. Während sich Angela Merkel 2002 bemüßigt gefühlt hatte, in Washington vorstellig zu werden, um für den Fall eines Unionssieges bei den bevorstehenden Bundestagswahlen ihre Gefolgsbereitschaft zu versichern, haben die Falken um George W. Bush bei Bundeskanzler Gerhard Schröder und erst recht bei seinem Vize, Außenminister Joschka Fischer, bis zuletzt auf Granit gebissen. Unvergessen wie dieser auf der Münchner Sicherheitskonferenz dem als Kriegstreiber auftretenden US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein beherztes "I am not convinced" entgegen schleuderte. Wie berechtigt die Zweifel an der windelweichen Beweislage für die mobilen Massenvernichtungswaffenarsenale des irakischen Diktators Saddam Hussein waren, denen Fischer mit diesen Worten Ausdruck verlieh, belegt just zum Zeitpunkt des Erscheinens des gleichnamigen zweiten Bandes seiner Erinnerungen an die rot-grünen Regierungsjahre ein Interview im Guardian, in dem sich der seinerzeit vom BND unter dem Decknamen "Curveball" geführte Überläufer, auf dessen Kronzeugenaussagen sich die Amerikaner stützten, selbst als eine Art Lügner für die gute Sache "outete". Weit über die Hälfte des gut 370 Seiten starken, erstaunlich gut, lebendig und spannend geschriebenen Werkes, das erkennbar aus Fischers eigener Feder stammt, ist dem Eiertanz um den Irak-Krieg gewidmet. Es setzt an jenem denkwürdigen 11. September 2001 ein, und es scheint so, als hätte sich tatsächlich alles so zugetragen, wie man es sich vorgestellt und irgendwie auch noch bestens in Erinnerung hat. Selbst hinter den Kulissen, wo ja gerade auf dem außenpolitischen Parkett für gewöhnlich das Arkanprinzip waltet, wie die Enthüllungen von Wikileaks belegen. Fischer versteht es, seinen ungewöhnlich unpolemisch und unprätentiös gehaltenen Geschichtsrapport mit intelligenten Exkursen von großer analytischer Kraft zu garnieren. So etwa wenn er auf die für die verheerenden Bush-Doktrinen verantwortlichen "Neocons" zu sprechen kommt, die er als einen von der radikalen Linken zur Ultrarechten mutierten Haufen von Weltverbesserungssektierern vorstellt , deren Machbarkeitsutopismus alles andere als konservativ sei: "Wenn man so will, war meine Ablehnung der Neokonservativen und ihres Marsches in den Krieg gegen den Irak nicht nur intellektuell und politisch begründet, sondern auch sehr stark eine Instinktreaktion, die sich aus meiner eigenen linksradikalen Biografie ergab." Man mag ja zum Opportunismus des machtpolitischen Chamäleons Fischer stehen wie man will, zu seinen Selbstinszenierungen und Metamorphosen vom militanten Berufsrevolutionär zum friedensbewegten Ökopax, vom großmäuligen Oppositionsführer im Bundestag zum bedächtigen Vizekanzler. Doch eines muss man ihm lassen: Wie in allen seinen Rollen ist er auch als Diplomat im Dreiteiler zu Hochform aufgelaufen. Bei aller berechtigten Kritik an der von ihm mitbetriebenen Neudefinition des militärischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik hat er ihr damit zweifellos zu größerer Weltgeltung verholfen. Und seine Meriten für das europäische Einigungsprojekt sind trotz der von den Amerikanern geschürten vorübergehenden Irritationen zwischen "altem" und "neuem" Europa unbestritten. Und was die zweifelhafte China- und Russlandpolitik anbelangt, so geht diese eindeutig auf die Kappe Gerhard Schröders. Er war es, der die speziellen Beziehungen zu diesen beiden Staaten irgendwann ohne Rücksprache zur Chefsache und Wladimir Putin zu seinem Busenfreund machte. Nicht ohne Auswirkungen auf Innenpolitik und Koalitionsklima übrigens, wie wir erfahren. Scheint doch abwechselnd das Vorbild Putins und des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac vor Augen Schröders Urteilsvermögen über Macht und Kompetenzen eines deutschen Bundeskanzlers allmählich gelitten zu haben. Eine erstaunliche Erkenntnis für einen, der als konkurrierendes Alphatierchen im Amt alles andere als frei von Selbstüberschätzung war. Und so kommt es, dass sich am Ende der Lektüre seines Buches fast ein wenig Wehmut über den Verlust des großen Zampanos einstellt. Auch wenn man es einem Wichtigtuer wie ihm zunächst einmal erst Recht nicht gegönnt hat, muss man nachgerade zugeben, dass in Anbetracht der internationalen Lage ein Joschka Fischer auf dem Posten von Catherine Ashton als oberster Repräsentant der EU-Außenpolitik sicherlich die bessere Wahl gewesen wäre. ? Roland Detsch
Buch:
Gebrauchsanweisung für England
Autor:
Heinz Ohff, Ausgabe vom Okt. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 120669
Product Description England ist anders. Schon immer gewesen. Man fährt notorisch links, trägt in Gerichtssälen immer noch Perücken und verehrt zu Beginn des 21. Jahrhunderts wie in alten Tagen eine Königin. Von jeher messen, wiegen und berechnen die Briten anders als andere Europäer. Mit britisch trockenem Humor führt Heinz Ohff in alle Absonderlichkeiten des Königreichs ein.
Buch:
Grüezi und Willkommen - Die Schweiz für Deutsche
Autor:
Susann Sitzler, Ausgabe vom 3. Juni 2009, Broschiert, Verkaufsrang 221956
Aus der Amazon.de-Redaktion Um es gleich vorwegzunehmen: Das Buch Grüezi und willkommen. Die Schweiz für Deutsche ist nicht ganz taufrisch. Vielmehr erlebt es gerade einen wiederholten Facelift. Doch genau wie guter Käse oder Wein, so wird auch dieses Produkt mit der Zeit immer reifer, besser, hochwertiger. Und aktueller, was nicht zuletzt an einem deutlich gestiegenen Interesse an dem kleinen, aber feinen Alpenland liegt: 2008 ist es Gastgeber der Fußballeuropameisterschaft, dann macht es (wenn auch zweifelhafte) Furore als Steueroase und avanciert zum Auswandererziel Nummer Eins bei den Deutschen. Kurz: Die Schweiz erfreut sich aus unterschiedlichen Gründen bei Deutschen steigender Beliebtheit. Wobei Susann Sitzler, ihres Zeichens Exil-Schweizerin, gleich zu Beginn die Hoffnung zerstört, die Schweizer freuten sich so sehr über die Deutschen wie umgekehrt. Das ist mitnichten der Fall und ausführlich erklärt Sitzler, warum das so ist und dass es sowohl Gründe gibt, die mit dem schweizerischen Gemüt zu tun haben, als eben auch solche, die erst die Zugereisten liefern. In drei Buchsektionen - "Schweizer für einen Tag", "Schweizer für ein Jahr" und "Schweizer für immer" - beschert die Wahl-Berlinerin dem Leser erheiternde und subtil beschriebene Beobachtungen über kleine, aber absonderliche Kulturunterschiede zwischen Deutschen und Schweizern (wohlgemerkt ist hier aber immer nur die Rede von den deutschsprachigen Schweizern - französisch- und italienischsprachige Schweizer werden komplett außen vorgelassen). Mit spitzer Feder, fast schon unschweizerisch frech zuweilen, übt sie sich im ethnologischen Blick. Da wird vom Migros-Gefühl über die Waschküchen-Ordnung bis zur "Hundekotaufnahmepflicht" geschrieben, woraus sich bereits eine Menge Do's und Dont's für Deutsche im Kontakt mit den Einheimischen ableiten lassen. Warum das Ganze so authentisch rüberkommt? Es ist Sitzlers Blick von außen, gepaart mit dem Wissen von tief innen, der Verständnis weckt und in der Kombination einen gelungenen Beitrag zur Völkerverständigung darstellt. Dabei kann die Lektüre nicht nur den Deutschen als Nachhilfekurs, sondern auch den Schweizern als Selbstoffenbarungslektüre empfohlen werden.- Christian Haas
Buch:
Mancs On Tour: Von Old Trafford bis ins Outback - Geschichten von denen, die sich auf den Weg machten
Autor:
Ian Hough, Ausgabe vom 22. Juli 2011, Broschiert, Verkaufsrang 130453
Suche nach dem Ort, den es geben müßte Erscheinungsjahr: 2011 4. Aufl. Gewicht: 205 gr / Abmessungen: 190 mm x 125 mm Von Geißler, Heiner Wo finden wir das Glück? Bisher hat es niemand geschafft, das Himmelreich auf Erden zu errichten. Glücklich zu sein das scheint dem einzelnen manchmal möglich, allen zusammen aber unmöglich. Viele haben das Paradies daher ins Jenseits verschoben und die Menschen mit ihren Nöten allein gelassen. In diesem faszinierenden Buch setzt sich Heiner Geißler mit verschiedenen Wegen zu einer besseren Welt auseinander und schildert seine ganz persönliche Suche nach dem Glück. "Legen Sie dieses Buch neben Ihr Bett, lesen Sie jeden Abend ein Kapitel Sie werden merken, es wird sehr schnell mehr als nur ein Kapitel. Man möchte gar nicht mehr aufhören." Elke Heidenreich "Auf der Erde gibt es Geld wie Heu, es ist nur falsch verteilt. Und Hartz IV ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde." Überraschenderweise stammen diese Äußerungen von einem CDU-Politiker ? nämlich Heiner Geißler. Das seiner Meinung nach verfehlte Wirtschaftssystem des Kapitalismus will der streitbare Politiker, Jurist und Philosoph durch eine "Internationale Sozial-Ökologische Marktwirtschaft" ersetzen ? und opponiert damit nicht nur gegen seinen Parteikollegen Friedrich Merz, der im Unterschied zu ihm noch mehr Kapitalismus wagen will. Auf seiner Suche nach einer gerechten Welt brandmarkt Geißler falsche Menschenbilder, die Ursache schlimmster Verbrechen waren, wozu der Unionsmann die kommunistische Ideologie der Klassen genauso wie den religiösen Fundamentalismus und die Unterdrückung von Frauen zählt. Nationalismus und Rassismus sind ihm zudem aus persönlicher Erfahrung verhasst, denn in seiner Kindheit ermordeten die Nazis die Familie seines "Zigeuner"-Freundes ebenso wie seine jüdische Klavierlehrerin. Bei der persönlichen Sinnsuche führt Geißler vor Augen, wie eng sinnliches und seelisches Glück einerseits sowie Elend und Tod andererseits beieinander liegen. Des Weiteren umreißt der 1930 geborene Jesuitenschüler den Unterschied zwischen Gottesliebe und Nächstenliebe ? und erklärt den praktischen Gesichtspunkt der Religionen, "ein geordnetes Zusammenleben der Menschen ethisch zu begründen". Außerdem plädiert der ehemalige Bundestagsabgeordnete für eine "richtig verstandene multikulturelle Gesellschaft". Der Titel von Geißlers Buch lehnt sich an Thomas Morus? Werk Utopia an, in dem der Engländer bereits im Spätmittelalter eine gerechte Gesellschaft umrissen hatte. Geißlers heutige Suche nach dem Ort, den es geben müsste, ist großenteils philosophisch, bisweilen politisch, ab und zu sprunghaft. Außerdem gibt der engagierte Streiter für eine lebenswerte Zukunft gegen Ende seines Essays viel Persönliches preis. Angenehm kommt rüber, dass Geißler bei allem Theoretisieren nicht abhebt, sondern meist nahe bei den Sorgen und Nöten der Menschen bleibt. So offenbart sich der Querdenker einmal mehr als freier Geist, mit dessen erfrischenden Gedanken über eine gerechte Gesellschaft sich zu beschäftigen lohnt. ? Herwig Slezak
Buch:
Briefe aus dem Gefängnis: Mit einem Essay von Erich Follath
Autor:
Michail Chodorkowski, Ausgabe vom 30. Mai 2011, Gebunden, Verkaufsrang 124608
Erinnerungen. Ausgezeichnet mit dem WELT-Literaturpreis 2010 Erscheinungsjahr: 2010 Übersetzung: Skwara, Erich W.; Steinitz, Claudia; Heber-Schärer, Barbara Gewicht: 960 gr / Abmessungen: 215 mm x 140 mm Von Lanzmann, Claude / Übersetzt v. Skwara, Erich W.; Steinitz, Claudia; Heber-Schärer, Barbara Lange erwartet: die deutsche Ausgabe der Autobiographie des Schöpfers von "Shoah" Claude Lanzmanns Film "Shoah" ist ein Monument der Erinnerungskultur, das die Vernichtung der europäischen Juden in einzigartiger Weise dokumentiert. Mit seiner Autobiographie hat Lanzmann erneut ein bewegendes Werk geschaffen. Er erzählt von seiner Kindheit im Krieg, seiner Jugend in der Résistance, der Nachkriegszeit in Paris, Tübingen und Berlin, der Arbeit für Jean-Paul Sartres Zeitschrift "Les Temps Modernes" die er bis heute herausgibt und nicht zuletzt den Liebesbeziehungen zu Simone de Beauvoir und Angelika Schrobsdorff. Seine Erinnerungen umfassen das ganze 20. Jahrhundert, seine Schrecken wie seine Freiheitsmöglichkeit. In Frankreich mit großer internationaler Resonanz erschienen, wurden diese Memoiren 2009 zum Sachbuch des Jahres gewählt. Der Hase, das ist das Tier, das Claude Lanzmann so oft in Auschwitz sah und in dem er als 70-Jähriger in Patagonien die eigene Lebensrolle erkennt: als Aufhorchender, der in die Tiefe der Zeiten hineinlauscht. In diesem Buch lässt er seine Leser daran teilhaben. Pressestimmen: "Ein epochales Meisterwerk! Es beschwört das vergangene Jahrhundert mit unvergleichlicher suggestiver Kraft." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) Shoah, dieser über neunstündige Dokumentarfilm aus dem Jahr 1985, der ungerührt Schauplätze und Zeitzeugen des Holocaust zeigt, machte Claude Lanzmann weltberühmt ? ein Lebenswerk, an dem der Regisseur zwölf Jahre arbeitete. Doch auch das Leben des Mannes, der hinter diesem Werk steht, ist es wert, nacherzählt zu werden: Es ist das intensive Leben eines Menschen, der stets das existenzielle Abenteuer suchte, der sich einmischte, der mit prominenten Intellektuellen und Künstlern verkehrte (er war lange mit Simone de Beauvoir liiert und später mit Angelika Schrobsdorff verheiratet) ? ein Leben, das schillernd war und ist und das doch nur durch glücklichen Zufall nicht schon in jugendlichem Alter von den Nazis beendet wurde. Lanzmann wurde 1925 geboren; der Antisemitismus jener Jahre gehörte ebenso zu den prägenden Selbstverständlichkeiten seiner Kindheit wie der jüdische Selbsthass. Als die Deutschen und die Vichy-Regierung begannen, die französischen Juden zu verfolgen, versteckte sich der Vater mit den drei Kindern auf dem Land, doch Lanzmann wollte nicht nur Verfolgter sein: Er schloss sich der Jugendorganisation der Kommunisten an und wurde bewaffnetes Mitglied der Résistance. Nach Kriegsende sollte sein Leben so intensiv wie möglich sein, er wollte seinen Körper spüren und setzte ihn verschiedenen Extremen aus; er war Pilot, Taucher, Abenteurer, Reisender, er liebte die Frauen ? und gleichzeitig erhob er politisch und gesellschaftlich seine Stimme, war Mitarbeiter der von Sartre und Beauvoir gegründeten literarisch-politischen Zeitschrift Les Temps Modernes (die er bis heute herausgibt). Und er tut seine Meinung kund, wo es ihm geboten scheint, ob bequem oder unbequem. Der intensivste, packendste Teil seiner Memoiren sind die Kapitel, die sich mit den Dreharbeiten zu Shoah befassen: Für den Dokumentarfilm über den Völkermord an den Juden, in dem keinerlei Archivbilder vorkommen, sondern (neben Aufnahmen der Stätten der Vernichtung, wie sie zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen aussahen) nur Interviews mit Zeitzeugen (und zwar nicht nur mit Opfern und Regimegegnern, sondern auch mit Tätern!), reiste Lanzmann über zehn Jahre lang durch Europa, insbesondere durch Polen. Diese Suche nach Zeugen der Vernichtung (vor allem die nach untergetauchten Nazis) war eine detektivische Leistung, von der Lanzmann hier spannend berichtet, und seine Schilderungen der von ihm oft unbarmherzig geführten Interviews mit in die Enge getriebenen Tätern wie mit erschütterten Überlebenden lassen einen so manches Mal erschaudern. Diese Seiten bilden den eindringlichen Kern der Autobiografie, doch unbedingt lesenswert ist das ganze Buch. - Christoph Nettersheim