Cosima fügte sich widerspruchslos Richard Wagners Ansprüchen, Mileva verzichtete Albert Einstein zuliebe auf eine eigene Karriere, und Katia hielt Thomas Mann den Alltag fern In sechs anschaulichen Porträts beleuchtet Friedrich Weissensteiner das Leben von Constanze Mozart, Christiane Vulpius-Goethe, Cosima Wagner, Mileva Einstein, Alma Mahler-Werfel und Katia Mann und schildert die Persönlichkeiten dieser außergewöhnlichen Frauen, die erheblichen Anteil am Ruhm ihrer Ehemänner hatten. Ich habe in meinem Leben nie tun können, was ich hätte tun wollen! Katia Mann Sie führten das Leben von Schattenfrauen: Constanze Mozart, Christiane Goethe-Vulpius, Cosima Wagner, Mileva Einstein, Alma Mahler-Werfel und Katia Mann. Friedrich Weissensteiner versteht es meisterhaft, sowohl die Persönlichkeit dieser Frauen, als auch den unterschiedlichen Umgang mit der Berühmtheit ihrer Männer vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und politischen Lebens der Zeit plastisch zu skizzieren. Die Frauen der Genies beeindruckt allein schon durch die gekonnte Auswahl der Porträtierten. Das Leben Alma Mahler-Werfels ist in den letzten Jahren zwar häufig dargestellt worden - doch gerade im Vergleich mit den anderen fünf werden manche Fassetten viel deutlicher. Wie ähnlich ihr Leben dem Constanze Mozarts äußerlich ist - und wie unterschiedlich sie mit ähnlichen Situationen umgegangen sind. Wie mondän und fast oberflächlich wirkt ihr Leben dagegen in der Gegenüberstellung mit Mileva Einstein. Das Schlagwort von der "erfolgreichen Frau hinter einem erfolgreichen Mann" zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die eine genügt sich als Gattin im Hintergrund, während die andere aus diesem Leben flieht oder lernt, in mehreren Rollen zu leben. Was sie trotz aller Unterschiede verbindet: Ihre Rolle als Frau eines Genies beschreibt sie nur ungenügend. Obwohl die Männer immer präsent sind, rückt der Autor diese energisch in den Hintergrund. Darin liegt die Stärke des Buches. Denn von den "Genies" haben wir schließlich schon oft genug gehört und gelesen - und ihre Frauen können, wie wir hier erfahren, locker mithalten. -Volker Frey
Buch:
Die Malweiber - Unerschrockene Künstlerinnen um 1900
Autor:
Katja Behling, Anke Manigold, Ausgabe vom 31. März 2009, Gebunden, Verkaufsrang 28620
Product Description Unerschrockene Künstlerinnen um 1900 Erscheinungsjahr: 2009 m. 150 Abb. Gewicht: 906 gr / Abmessung: 28 cm Von Behling, Katja; Manigold, Anke Charlotte Berend-Corinth, Elisabeth Büchsel, Alma del Banco, Helene Funke, Broncia Koller, Paula Modersohn-Becker, Marie-Louise von Motesiczky, Gabriele Münter, Anita Ree, Sophie Taeuber-Arp, Marianne Werefkin u.v.a. Frauen mit künstlerischen Ambitionen war lange Zeit die Aufnahme an Akademien verwehrt, was sie aber nicht daran hinderte, ihre Leidenschaften zu leben. Viele Malerinnen waren um 1900 künstlerisch und persönlich mit einer Künstlerkolonie verbunden, in der es leichter war, sich von traditionellen Rollenbildern zu befreien. Doch wegen ihrer schöpferischen Ambitionen und ihrer unkonventionellen Lebensweise wurden sie als "Malweiber " verspottet. Dieses Buch stellt Leben und Werk bekannter Malweiber wie gänzlich unbekannter Malerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. Dass diese zumeist aus dem Bürgertum stammenden Frauen künstlerisch und gesellschaftlich bedeutende Durchbrüche erzielt haben, als sie sich an der Schwelle zur Moderne in die Kunstwelt aufmachten, haben die Kunsthistoriker vergangener Jahrzehnte bislang oft "übersehen".
Buch:
Schlage die Trommel und fürchte dich nicht: Erinnerungen
Autor:
Maria Gräfin von Maltzan, Ausgabe vom 1. März 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 205371
Kirsten Jüngling und Brigitte Roßbeck legen die erste große Biographie Katia Manns vor, der Frau des "Zauberers", wie Thomas Mann von einen Kindern genannt wurde. Die hochintelligente Katia war die lenkende Hand im Hintergrund und schrieb an der Erfolgsstory des Jahrhundertdichters maßgeblich mit. Der Blick auf diese eindrucksvolle Frau vervollständigt das Bild, das wir von einer der bedeutendsten deutschen Familien des 20. Jahrhunderts haben. "Die Buddenbrooks, das sind doch keine Herrschaften", ließ sich Katia Mann später oft vernehmen - ein eindeutiger Seitenhieb auf die Familie Mann. Bereits Katias Eltern hatten sich von den Heiratsplänen ihrer Tochter wenig begeistert gezeigt. Mutter Hedwig bezeichnete den künftigen Schwiegersohn herablassend als "rechten Pimperling, der nicht viel verträgt". Ihr kunstsinniger und millionenschwerer Gatte, Geheimrat Pringsheim, schien in dem Jungschriftsteller, der in seinem Haus neuerdings aus- und einging, vorwiegend den nüchtern kalkulierenden Emporkömmling zu sehen. Eher zähneknirschend gab er seine Tochter im Februar 1905 Thomas Mann an die Hand. Auch in der zweiten großen Katia-Mann-Biografie - nach Frau Thomas Mann von Inge und Walter Jens - bewegt eine Frage: Was hat die talentierte Katia Pringsheim, immerhin Enkelin der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm und in liberal-großbürgerlichem Münchner Milieu groß geworden, dazu bewogen, ihre Karriere aufzugeben, um sich mit der Mutterrolle im Schatten eines Dichters zu bescheiden? Im Gegensatz zum Ehepaar Jens und seiner säuberlichen Biografie-Arbeit aus gemessenem und edlem Abstand, schlüpfen Birgit Roßbeck und Kirsten Jüngling zum Erkenntnisgewinn auch schon mal zwischen die Laken des Ehepaares. Dort allerdings fand schon früh nur Ernüchterndes statt. Schon den Flitterwöchner "Tommy" beschäftigten in nobler Züricher Herberge Hartleibigkeit und Beschaffenheit seines Stuhls derart intensiv, dass man an ein erotisches Honeymoon-Feuerwerk so recht nicht glauben mag. Der Einstieg ins Eheleben, ein "sonderbarer und sinnverwirrender Vorgang", führte sogar kurzzeitig zum schöpferischen Leerlauf. Zahlreiche Briefdokumente aus der Hinterlassenschaft der Mann-Kinder lassen die Nahaufnahme eines Ehemodells feinst ausgewogener Machtstrukturen entstehen. Sohn Golo erwähnt den Jähzorn des Vaters, der der "logisch-juristischen Intelligenz der Mutter nicht gewachsen war", während Katia sich ihrer Rolle als Motor eines stotternden Familienbetriebs durchaus bewusst war. Am Ende bleibt die Qual der biografischen Wahl. Während das Ehepaar Jens mit kühl-distanziertem Germanistenblick seziert, haben Jüngling und Roßbeck die Teppiche der Literatenfamilie gelupft und (durchaus vergnüglich) psychologisch Erhellendes zu Tage gefördert. -Ravi Unger
Buch:
Kluge Mädchen: Oder wie wir wurden, was wir nicht werden sollten (Sonderausgabe)