Der Irak-Krieg und die rot-grünen Jahre Erscheinungsjahr: 2011 Gewicht: 536 gr / Abmessung: 22 cm Von Fischer, Joschka Zeitgeschichte von innen: Als Deutschland Nein sagte zum Krieg - Joschka Fischers Erinnerungen an dramatische Wendepunkte der Zeitgeschichte. Der 11. September 2001 leitete eine Zeitwende ein, die die Regierung und den damaligen Außenminister der rot-grünen Koalition vor dramatische Herausforderungen stellte. Der zweite Band von Joschka Fischers Erinnerungen reicht vom Beginn des Afghanistan-Kriegs und des Irak-Kriegs bis zum Ende der rot-grünen Epoche. Der zweite Band von Joschka Fischers Memoiren über seine Zeit als Bundesaußenminister in der rot-grünen Regierung beginnt mit dem 11. September 2001 und behandelt ausführlich den Krieg in Afghanistan und die sich unmittelbar an die Kampfhandlungen anschließende Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn, in der die Nachkriegsordnung für das Land festgelegt wurde. Im Zentrum des Buchs steht die dramatische Entwicklung hin zum Irak-Krieg, gegen den Fischer seit den allerersten Anfängen Stellung bezogen hat. Das Zerwürfnis zwischen Deutschland und Amerika wegen des Krieges im Irak, die dramatischen Tage auch innerhalb der Bundesregierung im Januar/Februar 2003, als es um das Abstimmungsverhalten Deutschlands im Sicherheitsrat ging, sowie Deutschlands schwierige Gratwanderung zwischen seinem Nein zum Krieg und seiner Rolle als wichtigster Bündnispartner der USA in Europa werden von Fischer umfassend dargestellt. 2003 begann auch der Versuch der drei europäischen Mächte - Deutschland, Frankreich und Großbritannien -, die drohende Gefahr einer militärischen Nuklearisierung des Irans auf dem Verhandlungswege abzuwenden. Ebenso vertieften sich die Differenzen zwischen Kanzler un Man mag zur rot-grünen Bundesregierung gestanden haben, wie man will. Eines steht fest: Sie hat Deutschland vor dem verhängnisvollen Mitmarschieren in den Krieg gegen den Irak bewahrt und sich damit historische Verdienste erworben. Während sich Angela Merkel 2002 bemüßigt gefühlt hatte, in Washington vorstellig zu werden, um für den Fall eines Unionssieges bei den bevorstehenden Bundestagswahlen ihre Gefolgsbereitschaft zu versichern, haben die Falken um George W. Bush bei Bundeskanzler Gerhard Schröder und erst recht bei seinem Vize, Außenminister Joschka Fischer, bis zuletzt auf Granit gebissen. Unvergessen wie dieser auf der Münchner Sicherheitskonferenz dem als Kriegstreiber auftretenden US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein beherztes "I am not convinced" entgegen schleuderte. Wie berechtigt die Zweifel an der windelweichen Beweislage für die mobilen Massenvernichtungswaffenarsenale des irakischen Diktators Saddam Hussein waren, denen Fischer mit diesen Worten Ausdruck verlieh, belegt just zum Zeitpunkt des Erscheinens des gleichnamigen zweiten Bandes seiner Erinnerungen an die rot-grünen Regierungsjahre ein Interview im Guardian, in dem sich der seinerzeit vom BND unter dem Decknamen "Curveball" geführte Überläufer, auf dessen Kronzeugenaussagen sich die Amerikaner stützten, selbst als eine Art Lügner für die gute Sache "outete". Weit über die Hälfte des gut 370 Seiten starken, erstaunlich gut, lebendig und spannend geschriebenen Werkes, das erkennbar aus Fischers eigener Feder stammt, ist dem Eiertanz um den Irak-Krieg gewidmet. Es setzt an jenem denkwürdigen 11. September 2001 ein, und es scheint so, als hätte sich tatsächlich alles so zugetragen, wie man es sich vorgestellt und irgendwie auch noch bestens in Erinnerung hat. Selbst hinter den Kulissen, wo ja gerade auf dem außenpolitischen Parkett für gewöhnlich das Arkanprinzip waltet, wie die Enthüllungen von Wikileaks belegen. Fischer versteht es, seinen ungewöhnlich unpolemisch und unprätentiös gehaltenen Geschichtsrapport mit intelligenten Exkursen von großer analytischer Kraft zu garnieren. So etwa wenn er auf die für die verheerenden Bush-Doktrinen verantwortlichen "Neocons" zu sprechen kommt, die er als einen von der radikalen Linken zur Ultrarechten mutierten Haufen von Weltverbesserungssektierern vorstellt , deren Machbarkeitsutopismus alles andere als konservativ sei: "Wenn man so will, war meine Ablehnung der Neokonservativen und ihres Marsches in den Krieg gegen den Irak nicht nur intellektuell und politisch begründet, sondern auch sehr stark eine Instinktreaktion, die sich aus meiner eigenen linksradikalen Biografie ergab." Man mag ja zum Opportunismus des machtpolitischen Chamäleons Fischer stehen wie man will, zu seinen Selbstinszenierungen und Metamorphosen vom militanten Berufsrevolutionär zum friedensbewegten Ökopax, vom großmäuligen Oppositionsführer im Bundestag zum bedächtigen Vizekanzler. Doch eines muss man ihm lassen: Wie in allen seinen Rollen ist er auch als Diplomat im Dreiteiler zu Hochform aufgelaufen. Bei aller berechtigten Kritik an der von ihm mitbetriebenen Neudefinition des militärischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik hat er ihr damit zweifellos zu größerer Weltgeltung verholfen. Und seine Meriten für das europäische Einigungsprojekt sind trotz der von den Amerikanern geschürten vorübergehenden Irritationen zwischen "altem" und "neuem" Europa unbestritten. Und was die zweifelhafte China- und Russlandpolitik anbelangt, so geht diese eindeutig auf die Kappe Gerhard Schröders. Er war es, der die speziellen Beziehungen zu diesen beiden Staaten irgendwann ohne Rücksprache zur Chefsache und Wladimir Putin zu seinem Busenfreund machte. Nicht ohne Auswirkungen auf Innenpolitik und Koalitionsklima übrigens, wie wir erfahren. Scheint doch abwechselnd das Vorbild Putins und des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac vor Augen Schröders Urteilsvermögen über Macht und Kompetenzen eines deutschen Bundeskanzlers allmählich gelitten zu haben. Eine erstaunliche Erkenntnis für einen, der als konkurrierendes Alphatierchen im Amt alles andere als frei von Selbstüberschätzung war. Und so kommt es, dass sich am Ende der Lektüre seines Buches fast ein wenig Wehmut über den Verlust des großen Zampanos einstellt. Auch wenn man es einem Wichtigtuer wie ihm zunächst einmal erst Recht nicht gegönnt hat, muss man nachgerade zugeben, dass in Anbetracht der internationalen Lage ein Joschka Fischer auf dem Posten von Catherine Ashton als oberster Repräsentant der EU-Außenpolitik sicherlich die bessere Wahl gewesen wäre. ? Roland Detsch
Buch:
Blackwater: Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt
Autor:
Jeremy Scahill, Ausgabe vom 1. Sept. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 86982
Product Description Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 285 gr / Abmessungen: 190 mm x 125 mm Von Scahill, Jeremy Die mächtigste Privatarmee der Welt Kaum jemand hatte von der Firma Blackwater gehört, bis im Herbst 2007 in Bagdad auf offener Straße 17 Zivilisten erschossen wurden von Söldnern einer Privatarmee, die im Irak und anderswo für die USA Krieg führte oder Öl-Pipelines bewachte. Die Welt horchte auf: eine Privatarmee, die niemand kontrolliert, groß genug, um Regierungen zu stürzen. Scahills spannendes Enthüllungsbuch über ihren atemberaubenden Aufstieg macht deutlich, zu welcher Gefahr für Recht und Demokratie das neue Söldnerwesen geworden ist. "Bewundernswert!" (Michael Moore) "Packend erzählt und von großer politischer Sprengkraft." (Naomi Klein) "Vorzüglich recherchiert." (Die Zeit)
Buch:
Jarhead: Erinnerungen eines US-Marines
Autor:
Anthony Swofford, Ausgabe vom Febr. 2006, Broschiert, Verkaufsrang 31401
Swofford erzählt von seiner Zeit als Scharfschütze der US-Marines an vorderster Front 1990/91 in Saudi-Arabien, Kuwait und Irak. Er schildert das Grauen des Krieges, die Allgegenwart des Tötens und Getötetwerdens und von der Verheerung, die der Krieg in den Seelen aller Beteiligten anrichtet. 1991 führten die USA erstmals Krieg gegen den Irak. Saddam Hussein hatte zuvor das kleine Nachbarland Kuwait überfallen. Anthony Swofford war damals Anfang 20 und Scharfschütze der US-Marines. Heute ist er Journalist und Buchautor. Seine Kriegserlebnisse während des ersten Feldzugs der USA gegen den Irak hat Swofford nun zu Papier gebracht. Sein Bericht legt auf eindrückliche Weise Zeugnis ab von den verheerenden Wirkungen, die ein Krieg bei denen hinterlässt, die ihn überleben. Somit ist das Buch auch ein unausgesprochener Kommentar zum Irak-Krieg des Jahres 2003. Swofford schildert das Grauen des Krieges, die Allgegenwart des Tötens und des Getötetwerdens. "Ich habe noch nie zuvor solche Zerstörung gesehen", schreibt er über die Schlachtfelder im Irak. Zerbombte Häuser, ausgebrannte Fahrzeuge, überall Leichen ?- diese verstörenden Bilder, das ist zu spüren, haben sich tief in die Seele des Autors gebrannt. Sein Augenzeugenbericht widerlegt wieder einmal die geschönte PR-Version vom chirurgisch sauberen Hightech-Krieg. Mehr noch als die Kämpfe selbst beschreibt Swofford das monatelange Warten in der saudischen Wüste, bevor endlich der Einsatzbefehl gegeben wurde. Swofford erlebte dieses Warten als permanenten Zustand von "Verwirrung und Angst und Langeweile", als ständigen Kampf gegen Sand, Einsamkeit und die zunehmende Überzeugung von der Sinnlosigkeit des eigenen Tuns. Die Eskalation der Gewalt im Krieg -? sie ist für Swofford abstoßend und faszinierend zugleich. Er lässt keinen Zweifel daran, wie sehr er heute den Drill zum Töten verurteilt. Zugleich lotet er mit großer Ehrlichkeit die Abgründe seiner eigenen Persönlichkeit aus. Schließlich war es einmal sein größter Wunsch, Berufssoldat zu werden. Ein Wunsch, den er nachträglich zu verstehen versucht und an dem er bis heute verzweifelt. Der Krieg lässt ihn nicht mehr los, das spricht mit beklemmender Intensität aus jeder Zeile. -Christoph Peerenboom
Buch:
Warum tötest du, Zaid?
Autor:
Jürgen Todenhöfer, Ausgabe vom 10. Aug. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 69489
Aus der Amazon.de-Redaktion Schon in seinen früheren Büchern Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror und Andy und Marwa. Zwei Kinder und der Krieg ist es Jürgen Todenhöfers Anliegen gewesen, den Motiven der Menschen "auf der anderen Seite" nachzuspüren. Über diese "andere Seite", so die Überzeugung des Burda-Managers, erfahren wir aus den Medien hierzulande nämlich viel zu wenig. Dieses Mal ist er in den Irak gefahren, um zu erfahren, was die Menschen dort antreibt, die immer noch erbitterten Widerstand gegen diejenigen leisten, die nach ihrem eigenen Verständnis das Land von der Diktatur Saddam Husseins befreit haben. Fein säuberlich unterscheidet Todenhöfer zwischen den Terroristen der Al-Qaida, die nach dem Sturz des Baath-Regimes im Irak neue Kämpfer für ihren angeblichen Dschihad gegen alle Ungläubigen rekrutieren und die selbst keinen Unterschied zwischen Zivilisten und Militärs machen, und den "Widerstandskämpfern", deren Aktionen sich allein gegen die amerikanischen Truppen und deren Verbündeten richten. Im Mittelpunkt steht dabei der junge Iraker Zaid, der sich niemals den Dschihadisten anschließen würde - und der auch mit dem Krieg niemals etwas zu tun haben wollte. Erst nachdem er durch die Gewehrsalven amerikanischer Soldaten auch seinen zweiten Bruder verloren hatte, entschloss sich der 21-Jährige dazu, sich dem Widerstand anzuschließen, um sein Land von den als Besatzern empfundenen Amerikanern zu befreien. Und man kann kaum umhin, Verständnis für diesen jungen Mann in seinem tiefen Schmerz zu haben. Und man beginnt auch zu begreifen, weshalb sich andere lieber gleich der Al-Qaida anschließen, deren kompromissloser Kampf ihnen in ihrer Verzweiflung aussichtsreicher erscheint. Warum tötest du, Zaid ist ein bewegendes Buch, das nicht nur, aber vor allem auf einer emotionalen Ebene Todenhöfers Überzeugung einleuchtend macht, dass der "Krieg gegen den Terror", wie die Bush-Regierung sich nach dem 11. September 2001 entschlossen hat ihn zu führen, den Terrorismus eher befördert statt ihn einzudämmen. - Hasso Greb, Literaturanzeiger.de 1
Buch:
Meine Frauen-WG im Irak: oder Die Villa am Rande des Wahnsinns
Autor:
Susanne Fischer, Ausgabe vom Januar 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 356361
Chronik eines unbegrenzten Krieges Erscheinungsjahr: 2004 m. farb. Fotos u. Ktn. Gewicht: 365 gr / Abmessungen: 180 mm x 116 mm x 33 mm Von Scholl-Latour, Peter Peter Scholl-Latour beschäftigt sich mit dem Krieg, den die USA gegen den islamistischen Terrorismus führen. Im Blickpunkt steht der zentralasiatische Raum, den er seit Jahrzehnten sehr gut kennt. Er analysiert die bedrohlichen Szenarien, die auf diesem "Schlachtfeld der Zukunft" erkennbar werden und setzt sich kritisch mit der Rolle der USA auseinander. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben nicht die Welt verändert, wohl aber die Massenpsychologie der Amerikaner. Präsident George W. Bush fühlt sich berufen, einen weltweiten "Kampf gegen das Böse" zu führen. Auf beklemmende Weise gerät dabei der revolutionäre Islam ins Visier dieser globalen Kriegführung. Niemand hat die Herausforderung, die vom "Schwert des Islam" ausgeht, früher erkannt und nachdrücklicher beschworen als Peter Scholl-Latour. Zugleich hat er stets auf die Zersplitterung der muslimischen Glaubensgemeinschaft von 1,3 Milliarden Menschen verwiesen. In offener Feldschlacht wären deren militante "Fundamentalisten" der geballten Macht der USA hoffnungslos unterlegen. Aber die US-Führung verstrickt sich zusehends in unberechenbare Regionalkonflikte - von Afghanistan bis Irak, von Pakistan bis zu den Philippinen. Alle diese Regionen kennt Scholl-Latour aus langer, unmittelbarer Erfahrung. Er weiß um die strategischen und psychologischen Fährnisse, die einer dauerhaften "Pax Americana" entgegenwirken, ganz zu schweigen von der Gefahr einer letztlich unvermeidlichen Proliferation von Massenvernichtungswaffen. Schon werden Einwände gegen den exklusiven Herrschaftsanspruch der USA laut - nicht nur in Russland, sondern mehr Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist. Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: "Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt." Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum "Kreuzzug" anwenden. Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner "Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt", entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben. Das Buch - aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos - ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. -Dr. Manfred Schwarzmeier
Buch:
Die Befehlskette - Vom 11 - September bis Abu Ghraib
Autor:
Seymour M. Hersh, Ausgabe vom 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 356067
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Befehlskette. Vom 11. September bis Abu Ghraib fasst die zuerst im "New Yorker" erschienenen Artikel zusammen, die Seymour M. Hersh, einer der ganz Großen des investigativen Journalismus, über die Sicherheits- und Außenpolitik der USA nach dem 11. September 2001 berichtet hat. Vorläufiger Tief- und Gipfelpunkt dieser Politik waren die Folterungen im Gefängnis Abu Ghraib, die Hersh mit aufgedeckt hat. Seine Recherchen belegen zweifelsfrei, dass Abu Ghraib kein Betriebsunfall war. Die bestialischen Folterungen waren nicht das Werk irrlichternder Masochisten - und sie waren auch keine Einzelfälle, wie man mittlerweile unter anderem aufgrund Hershs akribischer Recherchen weiß. Die Befehlskette lässt sich vielmehr von den ausführenden Folterknechten bis zu Rumsfeld und Bush verfolgen. Doch das ist leider längst nicht alles, was Hersh an unfassbaren Details über den Skandal der US-Sicherheitspolitik nach dem 11. September enthüllt. Wohin der Autor seinen scharfen Blick auch wendet ? ob auf die militärischen Strategien in Afghanistan oder im Irak, den Umgang mit Verbündeten, der UNO, dem Völkerrecht, der amerikanischen Demokratie und den Gefangenen in US-Militärgefängnissen ? es ist ein Blick ins Bodenlose! "Das Rätsel ist", hat Hersh in einem Interview gesagt, "wie acht oder neun verrückte Neokonservative die Regierung übernehmen konnten. Sie haben den Präsidenten überzeugt. Sie haben den Kongress niedergerungen, das Militär kleingekriegt, das diesen Krieg hasst, und sie haben die Presse eingeschüchtert. Ich verstehe das alles nicht. Das ist ganz sicher noch ein eigenes Buch wert." - Auch wenn wir es für unwahrscheinlich halten, dass Hersh auf diese Fragen so schnell eine plausible Antwort findet, auf dieses Buch sind wir schon sehr gespannt! - Andreas Vierecke
Buch:
Ich war Saddams Sohn: Als Doppelgänger im Dienst des irakischen Diktators Hussein
Autor:
Latif Yahia, Ausgabe vom Febr. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 188077
Aus der Amazon.de-Redaktion Im November 1990 zwangen sie ihn, sich selbst anzuklagen: "Ich habe meine Ähnlichkeit mit Odai Hussein ausgenutzt, Waren aus Kuwait in seinem Namen zu stehlen und in Bagdad zu verkaufen. Odai ist unschuldig. Er ist der ehrlichste Mensch der Welt." Ein beschämender Auftritt im irakischen Staatsfernsehen. Tagelang hatte der "ehrlichste Mensch der Welt" ihm diese Rede eingebläut, nun musste Odais Doppelgänger den bitteren Preis für seine Rolle zahlen. Sein Leben war keinen Deut mehr wert. Damals dachte Latif Yahia zum ersten Mal an Flucht. Es sollte anders kommen. Dank der erzwungenen Fernsehbeichte konnte Odai Hussein, Saddams verbrecherischer Sohn, seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Nach der Invasion in Kuwait hatten der zweitmächtigste Mann des Irak und seine Gang das Land raubritterartig geplündert, hunderte von Nobelkarossen wurden in der Folge in den Straßen Bagdads gesichtet. Gerüchte über den verhassten, plündernden Präsidentensohn und sein Double waren in den Westen durchgedrungen, hatten aber auch in der irakischen Armee für Empörung gesorgt. Der beklemmende Bericht Latif Yahias, des jungen Mannes aus reicher Bagdader Familie, der 1987 als Double Odais für offizielle Anlässe zwangsrekrutiert wurde, entlarvt ein brutales System aus Günstlingswirtschaft, Mord und Folter. Hatte der Autor - wie er freimütig zugibt - das ausschweifende Leben im Dunstkreis der Diktatorenfamilie anfänglich noch genossen, so erlebte er sehr bald seinen "Arbeitgeber" als grausamen Vergewaltiger und Mörder. Erschüttert liest man, wie der völlig unpolitische Odai und seine Clique sich auf dem Rücken des darbenden irakischen Volkes in hemmungslosen Party-Exzessen und schierer Mordlust ergingen. Nach einem Selbstmordversuch gelang Yahia schließlich während des Golfkrieges die Flucht ins Exil. Der weit gehend unpolitische, aber aufrüttelnde Bericht des heute in Österreich Lebenden liefert Schlüsselloch-Perspektiven in die rigide Unterdrückungsmechanik einer wahnsinnig gewordenen Diktatorenfamilie, deren letzte Stunde womöglich bald schlagen wird. -Ravi Unger
Buch:
Geschichte des Irakkriegs: Der Sturz Saddams und Amerikas Albtraum im Mittleren Osten
Autor:
Stephan Bierling, Ausgabe vom 27. Aug. 2010, Broschiert, Verkaufsrang 64685
Product Description Der Sturz Saddams und Amerikas Albtraum im Mittleren Osten Erscheinungsjahr: 2010 m. Abb. u. Übers.-kte. Einsteiger/Laien Gewicht: 253 gr / Abmessung: 19 cm Von Bierling, Stephan Der Irakkrieg hat Amerika und die Welt stärker aufgewühlt und gespalten als jeder andere militärische Konflikt seit Vietnam. Stephan Bierlings fundierte Darstellung bietet die erste Gesamtschau des Kriegs von seiner dramatischen Vorgeschichte über den Sturz Saddams und die katastrophale Nachkriegsplanung bis hin zur aktuellen Lage. Sein Buch zeigt sehr deutlich, wie sich die Regierung Bush nach den Terroranschlägen vom 11. September in einer Mischung aus Alarmismus, Selbsttäuschung und Allmachtsphantasien in den Krieg gegen den Irak hineinsteigerte, während ihre beiden wichtigsten Rechtfertigungen für den Angriff - die vermeintliche Produktion von Massenvernichtungswaffen und die Konspiration Saddams mit Al Kaida - jeder konkreten Grundlage entbehrten. Geradezu beklemmend schildert Bierling das Ausmaß der amerikanischen Inkompetenz auch auf höchster Ebene - und den gewaltigen Blutzoll, den der Konflikt bis heute vor allem der irakischen Zivilbevölkerung abverlangt hat. Wer Amerikas Außenpolitik und seine Rolle im Mittleren Osten verstehen will, wird an dieser dichten und packend geschriebenen Analyse nicht vorbeikommen.
Buch:
Irak - Geschichte eines modernen Krieges.
Autor:
Stefan Aust, Cordt Schnibben, Ausgabe vom 9. Sept. 2003, Gebunden, Verkaufsrang 54373
Aus der Amazon.de-Redaktion Dass durchaus Gelungenes dabei herauskommen kann, wenn Journalisten vor Ort genau hinsehen, die richtigen Fragen stellen und die Antworten im professionellen Reportagestil verarbeiten, zeigt dieses voluminöse Buch des Spiegel-Teams. Auf über 500 Seiten reihen 20 Autoren unzählige Info-Mosaiksteine aneinander, so dass ein sehr informatives und ausgewogenes Gesamtbild des Irak-Krieges entsteht. Die chronologische Anordnung der kurzen, manchmal nur wenige Stunden verarbeitenden Textbausteine und der Newsticker zu Beginn vieler Abschnitte geben dem Leser das Gefühl, ein "Kriegstagebuch" vor sich zu haben. Die Texte spiegeln die Komplexität, das menschliche Leid, aber auch die Faszination dieses ersten einer ganz neuen Generation von Kriegen wider. An einigen Stellen zeigt sich, dass die Autoren - trotz aller Vorsicht - gegenüber der Faszination der technisierten und vernetzten US-Kriegsführung nicht immun sind. Besonders authentisch wird der Text, wo Menschen auf beiden Seiten zu Wort kommen: der fanatisierte Baath-Funktionär, der die Niederlage nicht sehen will, die selbstbewusste US-Soldatin, die sich mit der Terrorbekämpfung auseinander setzen muss, oder die wütenden GIs, die nur knapp dem Friendly Fire entronnen sind. Auch die irakischen Opfer erhalten eine Stimme. Der Krieg hat viele Gesichter. Wieder einmal erweist sich dies als nur zu wahr. Obwohl der Verlauf der Kriegshandlungen im Vordergrund steht, kommt auch die Vor- und Nachgeschichte des Krieges nicht zu kurz. Dabei wird die Rolle der USA durchaus kritisch beurteilt. Klar ist zwar, dass es die konkurrenzlose Militärmaschinerie den Vereinigten Staaten auf lange Zeit ermöglichen wird, derartige Kriege zu führen und zu gewinnen. Doch für den "Krieg nach dem Krieg" sind die USA weitaus weniger gut gerüstet. Die abschließende systematische Geschichte über den Irak-Krieg liegt mit diesem Buch noch nicht vor (so weit das überhaupt möglich ist), doch das vorliegende Mosaik aus Fakten und Erlebnissen gibt ein tiefenscharfes Bild davon ab, wie dieser Krieg abgelaufen ist. Reichlich überflüssig scheint die ausgiebige "US-Waffenschau" auf Hochglanzpapier - allerdings ist auch dies eine Fassette des Krieges. -Dr. Manfred Schwarzmeier