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Um den Erfolg von Adoro angemessen zu würdigen, muss man sich klarmachen, dass sich die fünf Sänger auf schwierigem Terrain bewegen. Sie treten unter völlig anderen Bedingungen an, als Popstars sonst. Obwohl sie sich fast ausschließlich Pophits verschrieben haben, stehen ihnen nicht die gängigen Möglichkeiten von Singleauskopplungen, Musikvideos und Radiolandschaft zu Verfügung. Warum? Weil sie die Hits auf höchst ungewöhnliche Weise interpretieren, nämlich mit den Mitteln der Oper. Dennoch konnte ihr Erstlingswerk Adoro beim Publikum auf überwältigende Weise punkten. Nun erscheint der Nachfolger Für Immer und Dich nach gleichem Rezept, mit charakteristischen Songs deutscher Interpreten wie Nena, Marius Müller Westernhagen, Rio Reiser, Herbert Grönemeyer, Udo Jürgens und sogar Udo Lindenberg. Wie schon beim Vorgänger wurden auch hier bei der musikalischen Umsetzung keine Mühen gescheut. Das Budapest Filmorchestra meistert beeindruckend den Wechsel von romantischen Klangmalereien zu einem Höchstmaß an Dynamik und liefert damit ein Bekenntnis zu seiner eigentlichen Passion. der Filmmusik. Ob das wohl der Grund dafür sein mag, dass sämtliche Stücke dieser CD von der emotionalen und spannungsreichen Stimmung eines klassischen Scores getragen werden und sogar die fünf Herren auf dem Cover ein wenig so aussehen, als seien sie auf dem Weg zur Oscar-Verleihung? Es liegt in der Natur von Filmmusik und Oper, mit dramatischer Überhöhung und Pathos zu arbeiten. Das funktioniert auch hier erstaunlich gut. Am besten sogar ausgerechnet bei jenem Stück aus der Feder von Rock-Revoluzzer Rio Reiser "Für Immer und Ich", aber auch bei "Ich... Um den Erfolg von Adoro angemessen zu würdigen, muss man sich klarmachen, dass sich die fünf Sänger auf schwierigem Terrain bewegen. Sie treten unter völlig anderen Bedingungen an, als Popstars sonst. Obwohl sie sich fast ausschließlich Pophits verschrieben haben, stehen ihnen nicht die gängigen Möglichkeiten von Singleauskopplungen, Musikvideos und Radiolandschaft zu Verfügung. Warum? Weil sie die Hits auf höchst ungewöhnliche Weise interpretieren, nämlich mit den Mitteln der Oper. Dennoch konnte ihr Erstlingswerk Adoro beim Publikum auf überwältigende Weise punkten. Nun erscheint der Nachfolger Für Immer und Dich nach gleichem Rezept, mit charakteristischen Songs deutscher Interpreten wie Nena, Marius Müller Westernhagen, Rio Reiser, Herbert Grönemeyer, Udo Jürgens und sogar Udo Lindenberg. Wie schon beim Vorgänger wurden auch hier bei der musikalischen Umsetzung keine Mühen gescheut. Das Budapest Filmorchestra meistert beeindruckend den Wechsel von romantischen Klangmalereien zu einem Höchstmaß an Dynamik und liefert damit ein Bekenntnis zu seiner eigentlichen Passion; der Filmmusik. Ob das wohl der Grund dafür sein mag, dass sämtliche Stücke dieser CD von der emotionalen und spannungsreichen Stimmung eines klassischen Scores getragen werden und sogar die fünf Herren auf dem Cover ein wenig so aussehen, als seien sie auf dem Weg zur Oscar-Verleihung? Es liegt in der Natur von Filmmusik und Oper, mit dramatischer Überhöhung und Pathos zu arbeiten. Das funktioniert auch hier erstaunlich gut. Am besten sogar ausgerechnet bei jenem Stück aus der Feder von Rock-Revoluzzer Rio Reiser "Für Immer und Ich", aber auch bei "Ich glaube" von Udo Jürgens oder "So soll es bleiben" von Annette Humpe. Vielleicht liegt es an den zeitlos-poetischen Qualitäten ihrer Texte, die ihren Beitrag dazu leisten, dass sich Songs der Neuzeit mit den Klängen im Opernstil verbinden. Eine Glaubwürdigkeit, die freilich an ihre Grenzen stößt, wenn in den Songs von Marius Müller Westernhagen und Udo Lindenberg, Zeilen gesungen werden wie "Die Kappelle rumm ta ta" oder "Wir war?n 2 Detektive." Doch werden solche kleinen Details auf Für Immer und Dich all jene nicht stören, die bereits den Erstling Adoro in vollen Zügen genossen haben. - Andreas Schultz
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Aus der Amazon.de-Redaktion VERSCHOLLENES WERK WIEDERENTDECKT! Damit sich eine spektakuläre Schlagzeile dieser Art rentiert, muss immer ein ganz wesentlicher Umstand erfüllt sein: Der Urheber darf nicht mehr am Leben sein und er muss etwas hervorgebracht haben, was zu Lebzeiten nicht an die Öffentlichkeit kam, oft aus dem simplen Grund, weil es Besseres gab. All das ist bei Hans Hölzel alias Falco gegeben und damit die Frage gestattet, ob die Songs von 1987 auf The Spirit Never Dies wohl auch dann Interesse hervorriefen, wenn Falco noch lebte. Mit ziemlicher Sicherheit nicht so sehr, denn in diesem Fall hätte er sein Publikum in der Zwischenzeit vermutlich mit immer neuen Einfällen beglückt und besagte Songs frühestens zu seinem 70. Geburtstag als skurrile Bounstracks veröffentlicht. Origineller als die Musik ist zweifellos die Geschichte, hinter ihrer Veröffentlichung, nämlich dass ein Wasserrohrbruch die längst vergessenen Aufnahmen zurück ins öffentliche Bewusstsein spülte, nachdem mehr als zwanzig Jahre lang niemand sie wirklich vermisste. Damals von der Plattenfirma abgelehnt, stehen sie nun erneut auf dem Prüfstand der Publikumsgunst. Im Zentrum von The Spirit Never Dies befindet sich die "Jeanny Triology", die einst den Super-Hit "Jeanny" mit "Coming Home (Part 2)" und "The Spirit Never Dies (Jeanny Final)" zu einer Geschichte abzurunden und vielleicht auch zu entschärfen versuchte. Ein interessanter Versuch, doch warum es nur beim Versuch blieb, lässt sich heute ebenso nachvollziehen, wie damals. Dennoch ist eine gewisse Faszination garantiert, denn musikalisch aufwändig nachproduziert und in punkto Sound-Design auf dem höchsten Stand heutiger Technik, klingen sämtliche Songs dieses Albums wie eine brandaktuelle Botschaft von Falco aus dem Jenseits. Vielleicht wird man The Spirit Never Dies gerecht, indem man dieses Album als eine Art B-Side-Collection betrachtet. Vor allem eingefleischte Fans, die jeden bislang veröffentlichten Ton in- und auswendig kennen, können hier den Spuren seiner musikalischen Handschrift nachspüren und Fragmente verborgener Schönheit entdecken, -The Spirit Never Dies als noch fehlendes Sammelobjekt in ihrer ohnehin schon fast vollständigen Falco-Kollektion. Für all jene, die sich lieber an den legendären, weil stärksten Songs von Falco orientieren wollen, wäre das Doppelalbum Falco- Hoch Wie Nie eine hörenswerte Alternative - Andreas Schultz
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Wandel vom verteufelten Straßenrapper zum allseits hofierten und geschätzten Geschäftsmann und Entertainer ist Anis Mohamed Youssef Ferchichi alias Bushido so gut wie keinem anderen Künstler in Deutschland gelungen. Mit dem Kinofilm Zeiten ändern dich, der seine Lebensgeschichte erzählt, hat Bushido erfolgreich die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklommen. Sein Hauptmetier bleibt trotzdem die Musik. Das Album Zeiten ändern dich ist weit mehr als einfach nur ein Soundtrack. Bushido hat sich in den letzten Jahren auf jeder Platte verändert und weiterentwickelt. Seine Evolution als Künstler, da mögen die vielen Neider zwar eine ganz andere Meinung vertreten, schreitet auch diesmal unüberhörbar voran. Bereits der als Single veröffentlichte Midtempo-Track Alles wird gut, produziert von Beatzarre und Djorkaeff, zeigt eindrucksvoll den künstlerischen Reifeprozess von Bushido, der trotz aller klaren, unmissverständlichen Worte, als Texter hier ganz neue Nuancen offenbart. Ähnlich überzeugend klingt auch die Ballade "Steh auf", eine Gemeinschaftsarbeit von Moses Pelham bzw. Glashaus und Bushido, die einmal mehr beweist, das man ihm musikalische Eindimensionalität schon lange nicht mehr vorwerfen kann. Richtig gut ist Bushido vor allem immer dann, wenn er sehr persönlich wird, wie zum Beispiel bei "Nur für dich (Mama)" und "Es tut mir leid", oder wenn er wie bei Stücken wie dem zusammen mit Fler und Kay One eingespielten "Battle On The Rocks" oder "Airmax auf Beton" voll auf Konfrontationskurs geht. Man muss Bushido, seine Musik und seine Reime nach wie vor nicht vorbehaltlos lieben, aber Respekt hat der Mann, der weiterhin konsequent seinen Weg geht, auf jeden Fall verdient, denn mit Zeiten ändern dich liefert er nicht mehr und nicht weniger als eines der besten Alben seiner Karriere ab. - Franz Stengel
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Auf die Frage, wer oder was die Band PUR denn sei, ließe sich entgegnen: So ziemlich genau das Gegenteil von Marilyn Manson. Wohl kaum ein Elternpaar, das die eigene Tochter nicht bedenkenlos auf ein PUR-Konzert ziehen ließe, was man von "The Reverend" nicht gerade behaupten kann. Denn anstatt Schweinkram zu grölen, richten die acht Schwaben gefühlige Appelle an "junge Erdenmenschen" wie, "Lasst es menscheln, macht Eure Fehler und verzeiht sie Euch und den Anderen", zu lesen im Booklet ihrer neuen CD Wünsche. Was die Einen an PUR als soziales Engagement und moralische Integrität schätzen, ist den Anderen Gutmenschengehabe und damit ein Graus. Unabhängig davon liegt die eigentliche gute Botschaft in der musikalischen Qualität der 16 Songs des neuen Albums Wünsche, auf dem sich PUR ganz bewusst für eine ebenso anspruchsvolle wie schnörkellose Form des Rock entschieden hat, mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, zuweilen einem Flügel, auch mal Zitaten einer Hammondorgel und dezenten Synthiklängen. Bravo! In punkto Texten hat sich PUR, namentlich Hartmut Engler, schon immer persönlichen Empfindungen inmitten des ganz normalen alltäglichen Wahnsinns gewidmet, so auch auf diesem Album. Das aktuelle Tagesgeschehen wie Krisen in Wirtschaft ("Wünsche") und Midlife ("Herbst"), Pubertät ("Katharina") und Demenz ("Frau Schneider"), Depressionen ("Gesund") und sogar der Amokläufer von Winnenden ("Stell Dich") finden Eingang in die Songtexte. Schilderungen vom "Demenznachmittag in der Diakoniestation" oder Textzeilen wie "Ich wünsch mir für die Krankenschwester/ Mehr Lohn und mehr Dankbarkeit" würde sich außer Engler wohl kaum jemand trauen. Seine Texte kann man mögen oder auch nicht, nur gleichgültig lassen können sie einen nicht. Leider geht ihm provokanter Wortwitz und Chuzpe eines Peter Fox oder frühen Udo Lindenbergs völlig ab. In seinen Texten ist die Botschaft nicht nur sauber sondern rein ?pardon- PUR. Aber daran haben sich die Geister von Fans und solchen, die es nicht sind, schon immer geschieden. Für erstere ist Wünsche jedenfalls ein lohnenswertes, weil waschechtes PUR-Album. - Andreas Schultz Lange schon war Pur einander nicht mehr so nahe gekommen, wie in den vergangenen Wochen. Am Abend ging man am Hauptplatz in Bietigheim- Bissingen auf einen Salat oder Nudeln zum Italiener. Morgens, sagen wir: mittags, trafen sich Hartmut und Ingo, um eine Runde zu laufen, am Nachmittag dann war die ganze Clique im Studio und arbeitete zusammen. So war das. Tag um Tag. Woche um Woche. Und ganz allmählich begann ein neues Album zu wachsen, nahm Form an, wurde korrigiert, Melodienbögen wurden niedergerissen und wieder neu aufgebaut, Lyrics umgedichtet, neue Geschichten erzählt. So lange, bis "Wünsche" fertig war. Für viele, die etwas davon verstehen, das beste Album von Pur. "Die Jahre davor", sagt Hartmut Engler, "war es meist so, dass Ingo die Songs geschrieben hat und ich immer wieder mal vorbeikam, um danach an den Texten zu arbeiten. Diesmal haben wir gemeinsam gearbeitet, vor allem war auch Martin miteinbezogen. Da wurde die Arbeit zu einem Teil des privaten Lebens, organisch ging eins ins andere über." Es war fast so wie anfangs als Pur auf Ochsentour in den kleinen Klubs unterwegs war und jeder die Befindlichkeit des anderen besser verstand als sein eigenes Drumherum. Engler ging mit den schönen Melodien von Ingo Reidl in seinen kleinen Pavillon, der dem Wohnhaus vorgelagert ist, guckte ins Grüne und fing an aus den Musikstücken Lieder zu machen und den Soundbaum mit Erzählungen aufzuputzen. Wie bei wenigen anderen Künstlern sind die Songs von Pur stets auch eine Art spiritueller Chronik der laufenden Ereignisse. Die musikalische Entsprechung von Tagebüchern. Basis für das musikalische Zusammenspiel von Pur ist die geniale Zusammenarbeit von Poplyriker Hartmut Engler und dem facettenreichen Komponisten und Keyboarder Ingo Reidl. Am Anfang ist das Wort. Das mag für die Bibel gestimmt haben, bei Pur ist die Musik zuerst da. Danach schreibt Hartmut Engler die Worte auf, die er später im Studio zu den Melodien stimmlich umsetzt und die ihm dann noch viel später irgendwo auf der Bühne dieses "besondere Glücksgefühl" verschaffen werden, 2 "wenn man vor Tausenden Menschen das interpretiert, was man sich allein daheim ausgedacht hat und man merkt: ja, wir haben es gepackt, wir berühren die Leute, wir treffen ihre Empfindungen." Die Zeit ist zurückgedreht: "Es hat mich diesmal einfach an früher erinnert. Wenn die Demosongs fertig waren und wir eine unbändige Lust verspürt hatten, sie auf der Stelle den besten Freunden vorzuspielen. He, das musst du hören!" Der amerikanische Musikjournalist Lester Bangs hat vor Jahren bereits über die Popkultur und ihre Protagonisten geschrieben: "Der echte Popstar hat eine Ahnung davon, was abseits seines eigenen, glitzernden Nährbodens abgeht." Niemand kann heute den Künstlern von Pur nachsagen, sie lebten in einem abgefahrenen Pop-Wolkenkuckucksheim, zwischen Rausch und Selbststilisierung. Das, was passiert, berührt, echauffiert, ist das Leben - und wird zur populären Musik von Pur umgearbeitet. "Da war auch plötzlich diese Begeisterung wieder da", sagt Engler, "die man sonst nur von ganz jungen kennt, dass man sich über jede gelungene Bridge, jede Notenfolge, die besonders ist, diebisch freuen kann und mit einer Art Lampenfieber an die Arbeit rangeht." Ereignisse, die in jüngster Vergangenheit passierten, sind die Wurzeln aus denen mit musikalischer Komplexität Vers und Refrain sprießen. Man mag es drehen wie man mag, am Ende wird eigenes Empfinden aufgearbeitet. Und nach einer harten Zeit fällt die neu gewachsene Kreativität auf fruchtbaren Boden. "Musikalisch", sagt Engler über die Arbeit, "haben wir bewusst auf Experimente verzichtet und uns sehr auf unsere Hauptinstrumente, auf Keyboards und zum ersten Mal vor allem kräftige Gitarren konzentriert. Ich finde das Album hat nicht so viele kleine Ausbrüche in andere Klangwelten, sondern hört sich an wie aus einem Guss." Obwohl von dem typischen, bereits legendär gewordenen Pur-Klang beherrscht, ist "Wünsche" ein durchaus schneller, frischer, im Gesamtkontext von Uptempos dominierter Longplayer. Die dicken Chorarrangements, die vollen Bläsersätze, die früher das eine oder andere Lied begleiteten, sind weg. "Alles ist extrem durchgängig", sagt Engler heute. Bei aller klaren Rhythmik - selbst zur Verblüffung der Band blieb die Intimität der Erzählsituation an einzelnen Stationen weiter erhalten: "Wir hatten Zeit viel herumzuprobieren, aber letztendlich sind wir dann doch auf den stringenten, einfachen Wegen geblieben." Mit einem Satz: "Wir haben diesmal alles auf den Punkt gebracht." Wenn schon die Texte bei "Wünsche" eine fast aufrührende Intimität vermitteln, sind sie nie exhibitionistisch. "Ich versuche Gemütszustände zu schildern, in denen sich viele Leute befinden können und die besondere Situationen widerspiegeln", sagt Engler. Er schreibt die Lyrics nicht aus einer momentanen Laune heraus, quasi als Katharsis des Augenblicks, sondern nach einer Weile der Beobachtung, eine Art Analyse der Situation. Allerdings: "Ich singe immer über Dinge, über die ich Bescheid weiß und über die ich Auskunft geben kann." Als letzter Song kam "Der geschenkte Tag" auf das Album "Wünsche". Akustisch, kurz, intim einfach gehalten nur mit Piano und Gesang. Das Credo wie schön die Welt doch sein kann, wenn man durch die dunklen Täler erstmal durchgelaufen ist: "In dieser durchgeknallten Welt, die selten Mal die Luft anhält, werd ich durch dich noch Optimist..." Auf der ganz anderen Seite der Gefühlsskala die erste Single-Auskoppeliung "Irgendwo": Ein Song, der durch seinen musikalischen Bruch zwischen Vers und Refrain zu etwas ganz Außergewöhnlichem wird und der im Endeffekt einen Schrei der Hoffnung 3 ausdrückt: "Irgendwo in dieser Welt liegt ein bisschen Glück versteckt und ich wünsch mir so ich hätt?s für mich entdeckt." Eine gute Weile länger zurück liegt die Entstehungsgeschichte von "Herzlich". In einem Satz fasst der Autor Engler den Inhalt aus der Sicht des Mannes so zusammen: "Das Mysterium des weiblichen Wesens wirklich zu ergründen ist eine schier unlösbare Aufgabe. Viele haben es versucht, viele sind gescheitert. Aber einfach lieben, lieben darf man die Frauen in all ihren Facetten." Ein Uptempo-Song, rockig unterstützt von kräftigen Gitarren. Gemeinsam mit Janine Meyer von der Band Luxuslärm singt Hartmut Engler das einzige Duett auf dem Album - "Die Beste". "Janine", ist die Band überzeugt, "verfügt über eine sensationelle Stimme und war tatsächlich die denkbar Beste für das Duett." "Ich hatte eine CD von Luxuslärm bekommen", sagt Engler und hab' die öfter gehört. Ich habe Janine später auf Mallorca getroffen und so sind wir ins Gespräch über das Duett gekommen. Sie singt auf der Platte auch einige Backingvocals." "Die Beste" ist eine Hymne von Pur geworden, eine Liebeserklärung an die Musik. Kein anderes Album von Pur aus den letzten Jahren ist vergleichbar authentisch wie das aktuelle. Engler entwirft textlich ein paar scharf geschnittene Episoden des Heute. Keine durchkonstruierten Leckereien für die Ohren, sondern Berichte aus den Untiefen des täglichen Lebens. Da geht der Sänger zum Beispiel tatsächlich regelmäßig in ein Altenheim um mit einer an Demenz erkrankten alten Dame Halma zu spielen. Aus diesem Spiel wird eine amüsante Shortstory im 4/4tel Takt. "Frau Schneider". In "Geliebt" geht es um das entscheidende Thema der meisten Theaterstücke, 99 Prozent aller Songs und vieler Bücher: Die unerfüllte Liebe. Eine selbst erlebte Ballade. "Herbst" ist ein Song, der sich nur vordergründig um die Jahreszeit dreht, die nach dem Sommer kommt und dennoch Aussicht auf weitere, bunte, wunderschöne Tage birgt. Sinnbildlich der zweite Vers: "Uns sind Geburten recht vertraut. Wir stehen an Särgen und man schaut wohin die eigenen Wege gehen. Und was die Aussicht verbaut." Optimistisch der Refrain: "Unser Frühling ist vergangen und der Sommer fast verweht. Doch der Herbst ist uns geblieben. Es ist noch lange nicht zu spät." Ein ruhiger Beat, der dieser besonderen Erzählform dient, begleitet den Song mit seinem Klangteppich. In "Kathrina" geht es um die Befindlichkeit eines jungen Mädchens: "Verbote, Gebote, die Werte an sich stehen in Frage, sind lächerlich. Hormone, Intimsphäre, Aufruhr und Frust - Lebenslust mit Handy als Vertrautem und dem Make up im Gepäck zieht sie los - ist unberechenbar." Hartmut, selbst Vater von zwei Jungen, kennt die geschilderte Problematik aus seinem Umfeld: Modell standen die heranwachsenden Töchter eines engen Freundes. "Menschlichkeit", im Midtempo, tritt offen und ehrlich dafür ein: "Das was uns führt, was uns berührt, ist Menschlichkeit." "Viele haben über die Jahre im Umgang mit uns und unserem Umfeld festgestellt, dass es so liebenswürdig ?menschelt?. Wir sind miteinander erwachsen geworden und wenn ich ein Prinzip als das wichtigste im Umgang miteinander an andere, an junge, an ganz junge Erdenmenschen weitergeben würde, dann: lasst es menscheln, macht eure Fehler und verzeiht sie euch und den anderen. Daran kann man wachsen." "Raus aus dem Schoss" im ungewohnten 6/8tel Takt, veranlasste die Band zu folgendem Kommentar im Booklet: "Ein Tag, an dem deine Katze deinen Weltschmerz besiegt, ist ein guter Tag." "Stell dich", wird nicht nur zur Aufforderung das Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen, sondern auch zu einem sprachlichen Experiment, das sich Engler leistet: Sieht man vom Refrain ab, fängt jeder Satz des Songs mit dem Wort "Stell" an. Rockig dagegen kommt der Song eines Mannes daher, der mit einer "Alkohol getränkten" Depression zu 4 kämpfen hatte, aber sich dann doch wieder hochrappelt: "Freigekämpft und losgelöst, ich brauch dich nicht mehr", heißt es in einer Zeile von "Gesund". Zu den intimsten und berührend authentischsten Liedern, die Pur je produziert hat, gehört wohl "Winter 59", das Stück, das Hartmut seinem Bruder gewidmet hat - einem Bruder, den er nie kennen lernte und der dennoch immer an seiner Seite war. Typischer Midtempo-Popsong in bester Pur-Manier ist "Wiedersehen": Berührend, nachvollziehbar. "Ich habe als ich das schrieb nicht nur an Verliebte gedacht, die einander wieder treffen, in meinem Kopf war das Bild das Wiedersehens sehr viel allgemeiner, Menschen, die durch Schicksalsschläge, Kriege oder Mauern voneinander getrennt sind aber die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben." Schließlich rundet "Wünsche" dieses außergewöhnliche Album ab. Sieben Wünsche, deren Erfüllung nicht allein physische Kraft oder wirtschaftliche Hilfe möglich machen, sieben Wünsche, die unserer Zeit entsprechen und vielen der Pur-Fans aus der Seele sprechen. "Wünsche" ist mehr als nur der Titelsong, es inspirierte die Band mit Hilfe dieses Liedes einen Anstoß zum Nachdenken zu geben und Aktionen zu starten, die vielleicht ein klein wenig mithelfen können, Hoffnungen zu wecken und Wünsche zu erfüllen. Im Leben des Mannes mag es wichtig sein einen Baum zu pflanzen, ein Haus zu bauen und seinem Sohn, sagen wir, das Fußballspielen beizubringen. Im Laufe der Karriere einer Band ist es wichtig hin und wieder mal außer der Reihe Zeichen zu setzen und besondere Stücke zu produzieren. Letztendlich ist Pur dies jetzt gelungen: Mit größter Differenziertheit der Songs für sich, schuf die Band ein opulentes Ganzes, exorbitant in Musikalität und Sprachschöpfung, eine Reflektion auf das Spiel mit den Erwartungen, die Parität von populär und programmatisch. Ein Pur Album, vielleicht das Pur-Album.
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Aus der Amazon.de-Redaktion Seit seinem 1998 veröffentlichten Debütalbum Nicht von dieser Welt zählt Xavier Naidoo unbestritten zu den herausragenden Künstlern der deutschen Musikszene. Seine Vielseitigkeit hat er in den zurückliegenden elf Jahren mehr als einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt und doch gelingt es ihm mit seinem Dreifachalbum Alles kann besser werden wieder einmal neue Maßstäbe zu setzen. Der Sänger, Songwriter, Firmeninhaber und Mitbegründer der Söhne Mannheims präsentiert ein Werk der Superlative. 35 neue Songs, entstanden in den letzten vier Jahren seit seinem Studioalbum Telegramm für X. Erstmals arbeitete Xavier Naidoo mit einer Vielzahl von Produzenten zusammen, darunter Michael Herberger, Philippe van Eecke, Neil Palmer, Mathias Grosch und Billy Davis. Aufgeteilt hat der er die drei Alben in zwei "helle" und eine "dunkHelle". "Die erste CD verfolgt das Prinzip Hoffnung, die zweite hat die Trauer als Leitfaden und bei der dritten kann ich meine Wut ausleben", erklärt Xavier Naidoo. An Abwechslungsreichtum schlägt dieses Dreierpack alles, was der Musiker bis her eingespielt hat um Lägen. Für eine möglichst große Vielfalt sorgt aber nicht nur Xavier Naidoo persönlich, er hat sich für viele Songs auch Gäste eingeladen, darunter bekannte Künstler wie Olli Banjo, Danny Fresh und Daniel Stoyanow und viele neue Talente, u.a. Milan Martelli, Aiko Rohd, Janet Grogan und Florian Sitzmann. Der Einstieg in das Mammutwerk fällt mit einfühlsamen Stücken wie "Mut zur Veränderung" oder Alles lebt" extrem leicht. Die schwereren, tiefgründigeren Themen hat sich Xavier Naidoo für die zweite und dritte CD aufgespart. Hier überzeugen vor allem Nummern wie "Europa", "Ich kann nicht weinen" und "Sie verdient einen besonderen Schutz". - Franz Stengel
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Aus der Amazon.de-Redaktion Drei Jahre haben sich Silbermond für ihr drittes Album Nichts Passiert Zeit gelassen. Sehr klug, denn die vierzehn neuen Songs klingen gereifter, erwachsener, angriffslustiger - und gleichzeitig schimmert etwas Zartes und Verletzliches durch viele Zeilen. Mitreißend ist der optimistische Power-Pop schon beim Opener "Alles Gute", sowie "Krieger des Lichts" und "Bist Du dabei", während der Titelsong "Nichts passiert" Klartext zur politischen Weltlage spricht und, eingebaut in Arrangement voller dramaturgischer Überraschungen, ein wahres Glanzlicht darstellt. Nach heavy Gitarrenläufen zum Auftakt führt eine Orgel zu einem kurzen Progrock-Intermezzo im 70-er-Jahre-Stil, abgelöst von einem Chor-Refrain, der sich im Ohr festsetzt. Sozialkritisch fällt auch "Nicht mein Problem" über die Wegschau-Kultur unserer Gesellschaft aus, wobei zu den gerappten Parolen in Hintergrund die Posauen erklingen. Ganz im Kontrast zum bombastischen Hymnenrock "Keine Angst" samt konzertanter Einleitung kommt "Tanz aus der Reihe" mit Dance-Beats erstaunlich unbeschwert daher. Auch die Balladen vermitteln ganz unterschiedliche Stimmungen, fast schwebend die erste Single ""Irgendwas bleibt", die Liebenlieder mal romantisch wie "Die Liebe lässt mich nicht", mal klagend traurig wie "Nichts mehr" oder lyrisch-zart bei "Nach Haus." Ein emotionaler Höhepunkt des Albums ist das Duett mit Xavier Naidoo "Sehn wir uns wieder", große Gefühle im Soulbereich und einer langen hypnotischen Schlusspassage - da sollten die Licherkerzen brennen. Denn die Mühen von Stefanie Kloß, Johannes und Thomas Stolle und Andreas Nowak haben sich gelohnt, spätestens nach diesem Album gehören sie in der deutschen Poplandschaft zu den ganz Großen. - Ingeborg Schober
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Aus der Amazon.de-Redaktion Nicht ganz ohne Grund nennen sich die fünf Bandmitglieder Wise Guys, ein Begriff, der sich im deutschen Sprachgebrauch wohl am treffendsten mit "Schlaumeier" übersetzen lässt. Ihr Einfallsreichtum jedenfalls scheint keine Grenzen zu kennen, denn seit 1994 präsentiert die Kölner A-cappella-Truppe in schöner Regelmäßigkeit ein Album nach dem anderen, mit Klassenfahrt immerhin schon ihr elftes! Der Begriff A-cappella ist dabei ganz wörtlich zu nehmen, denn auch wenn man seinen Ohren kaum trauen mag, kommen die Sangesbrüder gänzlich ohne zusätzliche Instrumente aus. Typische Klangfarben des Pop, üblicherweise von Bläsern, Drums und Gitarre, erzeugen die fünf Herren stattdessen mühelos mit ihrer eigenen Stimme und bringen selbst komponierte, rhythmusbetonte Popsongs mit deutschsprachigen Texten zu Gehör, die in ihrer Tiefgründigkeit und Wortgewandtheit förmlich nach einer Bühne schreien. So wie gehobene Comedians irgendwann mal für sich beschlossen haben, auf stimmliche Imitationen von Politpromis wie Erich Honecker zu verzichten, halten es auch die Wise Guys mit Gesangsdarbietungen im Stil des Ohrwurms "Mein kleiner grünen Kaktus." Schließlich gibt es genügend aktuelle Themen, die unter die Lupe zu nehmen sich lohnt, so wie hier in den siebzehn flotten Songs auf Klassenfahrt. Dabei haben es die Wise Guys auf die alltäglichen Dinge des Lebens abgesehen. Ob Schnäppchenjagd in der "Mittsommernacht bei IKEA" oder gemischte Gefühle "Im Flugzeug", stets verstehen es die fünf Sänger auch banalsten Sujets eine gehörige Portion Situationskomik abzugewinnen. Doch trotz ihrer kölschen Frohnatur lassen sie sich nicht auf die Rolle der Blödelbarden festlegen. Der Song "Lisa" etwa beschreibt auf eindringliche und anrührende Art die Trennung von Eltern aus der Sicht eines Kindes, ohne dabei nur eine Sekunde in Pathos oder Kitsch abzugleiten. Großartig getextet sind auch das Anti-Liebeslied "Wir zwei" und das genaue Gegenteil davon, nämlich der Schmachtfetzen "Mit den besten Grüßen." Für alle, die noch nicht die Gelegenheit hatten, die Wise Guys auf der Bühne zu erleben, ist Klassenfahrt die erste Wahl, -und für alle anderen sowieso. - Andreas Schultz
CD:
Wir Kinder Vom Bahnhof Soul
Jan Delay, Audio CD, Verkaufsrang 10850
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Chefstyler aus Hamburgcity taucht auf seinem dritten Soloalbum noch tiefer und intensiver in den Funk-Kosmos ein. Nachdem Jan Delay vor drei Jahren auf Mercedes Dance bereits ausgiebig seiner Vorliebe für Funk-Sounds aller Art frönte, geht er diesmal noch eine Schritt weiter. Zusammen mit seiner Band und Co-Produzent Kasper "Tropf" Wiens (Dynamite Deluxe) hat er über ein Jahr lang an den zwölf neuen Songs gefeilt, bis selbst das letzte Detail genau passte. Das Ergebnis ist über weite Strecken schlicht atemberaubend. Die Funk-Anteile wurde bei Stücken wie dem genialen "Überdosis Fremdscham", dem mitreißenden Opener "Showgeschäft" oder "Oh Jonny", der ersten Single, noch einmal deutlich erhöht. Man hört dem Album von ersten bis zur letzten Sekunde an, das hier eine in über 150 gemeinsamen Konzerten zusammengewachsene Band die Unterlage liefert. Der coolen Lässigkeit seiner Vorbilder Chic und Johnny Guitar Watson kommt Jan Delay auf Wir Kinder vom Bahnhof Soul dabei oft sehr nahe, ohne jemals seine musikalische Eigenständigkeit aufs Spiel zu setzen. Doch auch wenn er das Tempo mal ganz rausnimmt, wie zum Beispiel beim wunderschönen Klagelied "Ein Leben lang", oder sich bei der Nummer "Abschlussball" als deutscher Prince versucht, garniert mit einer geschickt eingebauten Hommage an Falco, bleibt die Spannung stets im roten Bereich. Jan Delay liefert mit Wir Kinder vom Bahnhof Soul ohne jede Frage sein bisheriges Solomeisterwerk ab, dessen Bandbreite immer wieder verblüfft, vom Partydiscofunk von "Rave Against The Machine" bis hin zu einem introvertierten Song wie "Little Miss Anstrengend", der seine andere, oft sehr nachdenkliche Seite zeigt. -Franz Stengel
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Aus der Amazon.de-Redaktion Bei dem Versuch, die Kunst von Element of Crime in Worte zu fassen, muss man bald einsehen, dass die eigene Sprachgewalt sich neben der von Sven Regner ungefähr ausnimmt, wie zwischen Legastheniker und Purlitzerpreisträger. Einziger Trost: Sprachlosigkeit ist keine Schande in Momenten großer Begeisterung, so wie beim Hören des neuen Albums Immer da wo du bist bin ich nie. Da klingen harte Fakten plötzlich wie dürre Worte: 13 Alben in fast 22 Jahren, -schön und gut- doch was drückt das tatsächlich über die Qualitäten einer Band aus? Sicherlich eine ganze Menge, jedoch so gut wie nichts, in Anbetracht der Fülle an wunderbaren Songs und Texten, die sie im Laufe der Zeit geschaffen hat. Eigentlich müsste die Band Element of "Time" anstatt "Crime" heißen, denn sie nimmt sich, wenn nötig, vier Jahre Zeit, um ein neues Album herauszubringen, wie seit Erscheinen ihrer letzten CD Mittelpunkt der Welt. Weiteres Charakteristikum: Die Mitglieder verfransen sich nicht auf der Suche nach musikalischen Innovationen von Beats und Bytes, sondern hören lieber in sich hinein. Immer da wo du bist bin ich nie ist wieder ein typisches Element of Crime Album geworden, dessen 11 Songs man begeistert begrüßen darf, so wie einst ungeduldig wartende Leser jeden neuen Roman von Georges Simenon. Hier wie dort dreht sich alles um die Betrachtung der kleinen Dinge im Alltag, die umso größer werden, je näher man an sie herangeht. Die parabelförmige Flugbahn eines Kinderschuhs auf einem Spielplatz gerät Sven Regner mühelos als brillanter Einstieg zu einer ebenso originellen wie schönen Liebeserklärung ("Am Ende denke ich immer nur an Dich"), -und das ist nur eines von ganz vielen Beispielen auf diesem Album! Auch in musikalischer Hinsicht ist alles in Butter, aufgrund der bewährten Mischung aus Balladen ("Bitte bleib bei mir") und rockig angehauchten Songs ("Euro und Markstück"). Arrangements mit Stilmitteln aus Country und Straßenfolk haben der Band Vergleiche mit Dylan, Diddley & Co. eingetragen. Das mag stimmen, aber eigentlich bleiben sie schlicht und einfach Element of Crime, und damit immer nur sich selbst treu. - Andreas Schultz