Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen
Autor:
Sabine Bode, Ausgabe vom Aug. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 39778
Buch:
Feldwebel Kurt Knispel: Der erfolgreichste Panzerschütze und Panzerkommandant des 2 - Weltkriegs: Der erfolgreichste Panzerschütze und Panzerkommandant des 2 - Weltkrieges
Autor:
Franz Kurowski, Ausgabe vom 6. Okt. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 17687
Product Description Der erfolgreichste Panzerschütze und Panzerkommandant des Zweiten Weltkriegs Erscheinungsjahr: 2010 4. Aufl. m. 50 Fototaf. Gewicht: 572 gr / Abmessung: 24,5 cm Von Kurowski, Franz Dies ist die Geschichte von Kurt Knispel, dem wohl erfolgreichsten Panzerschützen und Pan-zerkommandanten des 2. Weltkriegs. Mit über 160 Panzerabschüssen stand Kurt Knispel an der Spitze der Panzer-Asse und doch ist nur sehr wenig über ihn bekannt. Als Tigerkommandant bei der schweren Panzer-Abteilung 503 stand er mit Panzerkommandanten wir Oberfeldwebel Rondorf, Feldwebel Heinz Gärtner und Hauptmann Clemens Graf Cageneck an den Brennpunkten des Krieges im Einsatz. Ob im Kaukasus, an der russischen Nordfront, bei der Operation Zitadelle, im Kessel von Tscherkassy und vielen anderen kriegsentscheidenden Schlachten als Feuerwehr eingesetzt, kämpfte er mit seiner Abteilung gegen einen oft übermächtigen Gegner. Oftmals gegen gegebene Befehle seiner Infanterie-Kommandeure, denen er mit seinem Zug unterstellt war, vorstoßend, wurden ihm die verdienten Auszeichnungen versagt. Obwohl er von seinem Kommandeur dreimal zum Ritterkreuz vorgeschlagen wurde, hat er diese Auszeichnung niemals erhalten. Wo er im Gefecht stand, neben, vor oder hinter seinen Kameraden, an ihm kam kein gegnerischer Panzer vorbei. Am 29. April 1945 wenige Tage vor Ende des Krieges fand Kurt Knispel mit seiner Besatzung in seinem Tiger - von feindlichen Panzern umzingelt - den Tod.
Mit dem Panzerkorps "Großdeutschland" in Russland, Ungarn, Litauen und im Endkampf um das Reich: Erinnerungen eines Unteroffiziers des Granatwerferzuges 1943-1945
Autor:
Hans H. Rehfeldt, Ausgabe vom 1. Nov. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 50205
Geschichte einer deutschen Familie. Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Schiedel-Literaturpreis 2006 Erscheinungsjahr: 2005 Erw. Ausg. m. Fotos, 18 Fototaf. Gewicht: 355 gr / Abmessungen: 189 mm x 119 mm x 34 mm Von Bruhns, Wibke Am 26. August 1944 wird der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth wegen Hochverrats hingerichtet. Jahrzehnte später sieht seine jüngste Tochter in einer Fernsehdokumentation über den 20. Juli Bilder ihres Vaters - aufgenommen während des Prozesses im Volksgerichtshof. Ein Anblick, der Wibke Bruhns nicht mehr loslässt. Wer war dieser Mann, den sie kaum kannte, der fremde Vater, der ihr plötzlich so nah ist? Die lange Suche nach seiner, ja auch ihrer eigenen Geschichte führt sie zurück in die Vergangenheit: Die Klamroths sind eine angesehene großbürgerliche Kaufmannsfamilie und muten wie ein Halberstädter Pendant zu den Buddenbrooks an. Unzählige Fotos, Briefe und Tagebücher sind der Fundus für ein einzigartiges Familienepos. Als der Vater starb, war sie sechs. Wibke Bruhns, Jahrgang 1938, sagt von ihm und ihrer großen Familie: "Ich weiß, wer die Leute sind. Aber ich kenne sie nicht." Ihr Buch dokumentiert den Versuch einer Annäherung an jene, die ihr am nächsten waren. Dabei kann sie sich auf reichhaltiges Quellenmaterial in Form von Tagebüchern, Briefen und Haushaltskladden stützen, denn beide Eltern entstammen traditionsbewussten Bürgerhäusern: Hans Georg - HG genannt - dem Halberstädter Handelshaus Klamroth, Else einem "Haus voller Herzlichkeit" in Wismar. Beide sind 1898 geboren und indem Bruhns ihre Geschichte(n) erzählt, blättert sie ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte auf. Ihres Vaters Land erweist sich als eine untergegangene Welt, materiell wie mental, und die Rekonstruktion als ein "Puzzle-Spiel", das die Autorin und uns in ein Wechselbad der Gefühle stürzt: HG freut sich 1917 "kolossal, noch so viel Krieg mitmachen zu dürfen". HG gewinnt mit einem brillanten Auftritt Elses Familie für sich. Else leidet unter den zahlreichen Affären ihres Mannes. Else empört sich über die Reichskristallnacht, weil sie um Deutschlands Image fürchtet. Bruhns macht kein Hehl aus ihrem Befremden ("Der spinnt." - "Was geht bloß vor in diesen Männern?"), gleichzeitig hinterfragt sie schnelle Urteile: "Vorsicht! Was würde ich denn tun?" Das wirkt manchmal etwas pädagogisch, meistens aber sehr glaubhaft, auch dank des behutsam zupackenden Tons, in dem hier altdeutsche Bürgerherrlichkeit - die Buddenbrooks lassen grüßen - kommentiert wird. Im Zweiten Weltkrieg kämpft HG in Russland, ist dann Abwehr-Offizier in Berlin und wird in das Hitler-Attentat vom 20. Juli verwickelt. Der Erbsenzähler und Schürzenjäger als heroischer Tyrannenmörder? "Da ist viel Platz in so einer Psyche", staunt die Tochter Jahrzehnte danach. Ganz erschlossen hat sich ihr das Vater-Land nicht, dennoch endet sie versöhnlich: "Ich habe von dir gelernt, wovor ich mich zu hüten habe... Ich danke dir." Und wie viel Platz ist in so einem Buch! Bruhns gelingt eine ergreifende Geschichtsstunde aus persönlicher Betroffenheit, ohne die abgeklärte Attitüde des Berufshistorikers. Mit romanhafter Wucht beschwört sie Die Welt von gestern noch einmal herauf. -Patrick Fischer
Buch:
"Euthanasie" im NS-Staat: Die "Vernichtung lebensunwerten Lebens"
Autor:
Ernst Klee, Ausgabe vom 1. Juni 1985, Taschenbuch, Verkaufsrang 213461
In mehrjähriger Arbeit ist es Ernst Klee bei der Suche nach Dokumentenzur sogenannten Euthanasie gelungen, bisher noch nie publiziertes Materialzu entdecken. So ist es erstmals möglich geworden, umfassend die Tötungvon geisteskranken, alten und behinderten Menschen zu dokumentieren undauch das Schicksal der Fürsorgezöglinge, Alkoholkranken, Arbeitslosen undder anderen 'Gemeinschaftsunfähigen' oder 'Asozialen' nachzuzeichnen. DasBuch bringt nicht nur neue Tatsachen, sondern korrigiert auch in vielenPunkten die bisher erschienene Literatur zu diesem Thema. So beginnt die'Euthanasie' nicht erst im Jahre 1940 in der ersten Vergasungsanstalt Grafeneck,sondern bereits viel früher. Erstmals wird ausführlich gezeigt, wie raffiniertdie Tötungen nach dem sogenannten Euthanasie-Stop weitergingen, und wiesich Wissenschaftler, Ärzte, Richter, Staatsanwälte und die Vertreter beiderKirchen dazu verhielten. Klee rekonstruiert im Detail den Alltag in derTötungsanstalt Grafeneck, schildert, wie die Patienten auf ihr bevorstehendesSchicksal reagierten, was ihre Mörder sagten, und was jene berichten, dieder Vergasung entgehen konnten. Die 'Ausmerzung' der 'Ballastexistenzen'war keine Erfindung der Nationalsozialisten. Die öffentliche wie die privateFürsorge hatten ihre Opfer bereits lange vor 1933 zu 'lebensunwertem Leben'erklärt und zur Sterilisierung freigegeben, bevor sie dann später der Tötungausgeliefert wurden. Jede Gesellschaft hat kranke oder behinderte Mitbürger. Menschen, auf die man besonders eingehen muss, die der Hilfestellung bedürfen. In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch wurden solche Personen schlicht und Menschen verachtend als "lebensunwert" deklariert, da sie für die NS-Welt keinen produktiven Beitrag darstellten. Die widerwärtige Konsequenz solchen Denkens war die Euthanasie. Diese Tötung behinderter, kranker oder alter Personen (sowie angeblich "Arbeitsscheuer") ist eines der abstoßendsten Kapitel des Nationalsozialismus, wurde hier doch in vermeintlichen Heilanstalten und unter Mitarbeit der Ärzte und Schwestern Massenmord an denen begangen, um die man sich hätte kümmern sollen. Vielleicht deshalb, vielleicht aber auch weil so viele vom medizinischen Personal später unbehelligt weiterarbeiteten, wurde nach 1945 das Thema Euthanasie im NS-Staat eher unter den Tisch gekehrt. Ernst Klees Buch, das man ohne jedes Zögern ein Basiswerk hierzu nennen kann, wirkt dadurch oftmals wie ein Schock. Was der Autor darin an Erkenntnissen über diese Praxis der Massentötung im NS-Regime zusammengetragen und analysiert hat, ist in der Kombination von Gesamtübersicht und Detailinformationen nicht zu überbieten. Ein Exkurs über die generelle Geschichte der Euthanasie führt zu den propagandistischen und juristischen Vorbereitungen im NS-Regime (die Verabschiedung entsprechender Gesetze begann bereits 1933). Dem Aufbau einer Euthanasieorganisation folgten dann im Spätjahr 1939 die ersten Tötungen. Klee beschreibt anhand von Originalunterlagen und Augenzeugenberichten Täter und Opfer, Organisation, Methoden und Orte dieser Verbrechen. Und er belegt, dass auch nach Hitlers offiziellem Euthanasie-Stopp 1941 das Morden weiterging. Ein aufrüttelndes Buch darüber, wie kaltblütig man im Hitler-Reich mit Menschen umging, die man in nationalsozialistischer Dumpfheit als "lebensunwert" titulierte - ein Begriff, der einen erschauern lassen sollte. -Joachim Hohwieler