Eine teilnehmende Beobachtung Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 418 gr / Abmessung: 19,5 cm Von Uslar, Moritz von Die fremde Welt in unserem Land: Keine Autostunde vor Berlin, und alle Geschichten müssen neu erzählt werden. Der Reporter Moritz von Uslar fährt in eine Kleinstadt im Osten Deutschlands und bleibt - drei Monate lang. Er stellt sich auf die Hauptstraße und in die Kneipen, nimmt am Alltag teil, hört zu, schaut zu, schreibt mit, hält alles fest. Der Vorsatz war: Rauszufahren in die Zone hinter der Großstadt und nachzuschauen, ob es ein Leben jenseits der Klischees gibt, die Hartz IV, Alkoholismus, Abwanderung und Rechtsradikalismus heißen. Der Reporter sucht nach einem Ort mit Boxclub und annehmbarer Kneipe und findet ihn im Landkreis Oberhavel. Pension Haus Vaterland, Gaststätte Schröder: Notizblock und Diktiergerät am Mann, Pils am Tresen, immer im Bewusstsein, als Eindringling und Störenfried erkannt zu werden. Der Reporter trinkt mit, labert mit, trainiert mit, und vor allem hat er unendlich viel Zeit. Es erscheinen der Geschichtenerzähler Blocky und der tätowierte Punk Raoul, und damit ist der Zugang eröffnet: zu den Proben der Band "5 Teeth less", zu den Treffen bei Kaisers, wo die frisierten Autos präsentiert werden, zum Abhängen an der Aral-Tankstelle - und zum Gedankengut junger Männer, die vielleicht wenig Zukunft, aber einen ziemlich guten Humor haben. In dieser teilnehmenden Beobachtung berühren sich Feldforschung und Abenteuerroman, und das starke Ich des Reporters wird zum Mittel der Objektivierung. Aus den genauen Beobachtungen, den wörtlich wiedergegebenen Gesprächen, den Gags, Sprüchen, Märchen und Blödeleien und der Fülle absurder, rührender und furchterregender Alltäglichkeiten entsteht ein Bild, das das Leben nicht bloß Alles erfahren über "des Prols reine Seele" will Moritz von Uslar. Zu diesem Zweck sucht der Reporter von der Spree eine "möglichst beschissene Kleinstadt" im Wilden Osten der Republik. Jenseits des Berliner Speckgürtels, in Zehdenick ? im Buch Oberhavel genannt ?, wird der Autor fündig. Von Uslar lässt seinen Drachen steigen und nähert sich gefühlter Arbeitslosigkeit, getunten Autos, rasierten Glatzen und einem Friseursalon, der "Kamm Inn" heißt. Leser erfahren, wo beim Kratzputz der Lack ab ist, dass in der DDR Bier in Raumtemperatur getrunken wurde ? und was es mit Deutschboden auf sich hat. Als "teilnehmende Beobachtung" betituliert der Autor seine Notizen aus der ostdeutschen Provinz. Diese ursprünglich sozialwissenschaftliche Methode begründete Bronislaw Malinowski vor rund 100 Jahren mit seinen Forschungen in Melanesien. Angesichts der vom Völkerkundler geforderten Dauer von mindestens einem Jahr, relativiert sich von Uslars dreimonatiger Aufenthalt in Brandenburgs Hinterland. Andererseits ist ein Vierteljahr als Zeitraum für eine Reportage üppig, da beackern andere Schreiberlinge währenddessen die ganze Republik. Im Labyrinth der Kleinstadt leuchtet der Autor Alltag und Ansichten einiger Kameraden genauer aus, andere erscheinen nur im Schlaglicht. Seine Sicht spiegelt die Männerwelt wider, eine Reporterin würde in Zehdenick andere Lebenswelten aufspüren. Nicht nur wenn von Uslar den Frieden des Bieres genießt oder beim Boxtraining die Leere im Kopf verspürt, zeigt sich, dass er auf seinem Trip mindestens so viel über sich selbst erfährt wie der Leser über das ostdeutsche Outback. Im Unterschied zu Wissenschaftlern filtert von Uslar seine Eindrücke bewusst subjektiv und literarisch. Das ermöglicht es dem Leser, in die Rolle eines Ringrichters zu schlüpfen, der Treffer des Berliner Stadtmenschen sowie der Zehdenicker Urgesteine bepunktet ? und liefert einen Grund mehr, warum das Buchkonzept weit genug trägt. Ganz wie im richtigen Leben fangen die besten Geschichten in der Gaststätte Schröder an. Und der Leser lehnt mit am Tresen und verputzt ordentlich "Molle". ? Herwig Slezak
Buch:
Fünfzig Jahre im Auftrag des Kapitals : Gibt es einen dritten Weg?
Autor:
Edgar Most, Ausgabe vom 15. Febr. 2011, Broschiert, Verkaufsrang 292959
Product Description Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 360 gr / Abmessungen: 190 mm x 125 mm Von Müller, Albrecht Viele Wähler schließen mit der Politik ab, denn diese wird zunehmend über ihre Köpfe hinweg gemacht. Damit die Menschen trotzdem schlucken, was man ihnen vorsetzt, beeinflussen parteiische Experten und gezielte Kampagnen massiv die öffentliche Meinung. Albrecht Müller deckt auf, wer diese Kampagnen steuert und wie wir manipuliert werden. Ein kritisches Buch für kritische Bürger, das die Lust am Zweifel weckt eine Anleitung zum Selberdenken, die auch verrät, woran wir erkennen, dass wir manipuliert werden sollen, und wo und wie wir uns noch zuverlässig informieren können.
Buch:
Alltag in der DDR: So haben wir gelebt: Manfred Beier Fotografien aus dem größten Privatarchiv der DDR - 1949-1971
Autor:
Nils Beier, Ausgabe vom 22. Sept. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 26719
Vom ersten Tag des Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozesses an unterhieltsich der Autor, der als Gerichtspsychologe hinzugezogen wurde, mit jedemder Angeklagten unter vier Augen. Seine ausführlichen Gespräche hielt erin einem exakt geführten Tagebuch fest. Das Buch enthält wichtige sachlichesowie atmosphärische Hintergrundinformationen über die Reaktion der Hauptangeklagtenauf das Verfahren. Es gelang damals dem erfahrenen Psychologen, das Vertrauender Häftlinge zu gewinnen. Mit all ihren subalternen Rechtfertigungsversuchen,mit politischen Halbwahrheiten und zynischen Erklärungen enthüllen sieihm ihre wahren Charaktere. "Als Psychologe interessierte es mich natürlich, herauszufinden, was Menschen dazu gebracht hatte, sich der Nazi-Bewegung anzuschließen und all das zu tun, was sie getan hatten", schreibt Gustav M. Gilbert im Vorwort des Nürnberger Tagebuchs. Seine Suche nach Antworten beginnt dort, wo Saul K. Padovers Studie Lügendetektor endet. Während Padover Kriegsgefangene und deutsche Zivilisten befragte, wandte sich Gilbert ihren Führern zu, genauer gesagt, den 22 Hauptkriegsverbrechern, die im Nürnberger Gefängnis auf ihren Prozess warteten. Als offizieller Gerichtspsychologe des Hauptkriegsverbrecher-Prozesses führte Gilbert zunächst eine Reihe psychologischer Tests mit den Angeklagten durch (Intelligenztest, Rorschach-Test, Persönlichkeitstest), deren Ergebnisse er im ersten Teil des Buches referiert. Er war sich jedoch im Klaren darüber, dass "eine derartig weitreichende und katastrophale Bewegung wie der Nationalsozialismus nicht ausreichend durch individuelle Charaktereigenschaften seiner Führer analysiert und verstanden" werden kann. Eine realistische Annäherung von der psychologischen Seite verlangt vielmehr einen "Einblick in die Gesamtpersönlichkeit in ihrer Wechselwirkung mit den jeweiligen gesellschaftlichen und geschichtlichen Gegebenheiten". Gilberts Methode war verblüffend einfach: eine zwanglose Unterhaltung. So gelang es dem erfahrenen Psychologen, das Vertrauen der Häftlinge zu gewinnen. In zahllosen Vier-Augen-Gesprächen ergingen sich die ehemaligen Nazigrößen in erbärmlichen Selbstrechtfertigungsversuchen, politischen Halbwahrheiten und gegenseitigen Schuldzuweisungen; aber gerade dadurch, dass sie zu heftig protestierten und ehrlicher in ihrer Meinung über die anderen als über sich selber waren, enthüllten sie unvermeidlich die eigenen Charaktere und Motive. Dies macht Gilberts Tagebuch zu einem Zeitdokument aller ersten Ranges, das an Authentizität bis heute unübertroffen ist. -Stephan Fingerle
Buch:
Die Hölle von Tscherkassy: Ein Kriegstagebuch 1943 - 1944
Autor:
Anton Meiser, Ausgabe vom 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 31346
Product Description Der Autor nahm als Fahnenjunker am Rußland-Feldzug teil. Ungeschminkt undvon atemberaubender Spannung werden die grausamen Kämpfe im Tscherkassy-Kesselgeschildert. Ein Buch, daß den Opersinn und die Kameradschaft der Landserim Rußland-Feldzug ebenso eindrücklich beschreibt wie die Pervertierungdes Soldatischen durch ehrgeizige und charakterlose Vorgesetzte.
Buch:
Der Multikulti-Irrtum: Wie wir in Deutschland besser zusammen leben können
Autor:
Seyran Ate, Ausgabe vom 1. Dez. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 101873
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Multikulti-Traum vom Nebeneinander verschiedenster kultureller Gesellschaftsentwürfe in einem Land war von Anfang an ein Irrtum! Das jedenfalls ist die wohlbegründete Überzeugung der in Istanbul geborenen und ab ihrem sechsten Lebensjahr in Deutschland aufgewachsenen Rechtsanwältin Seran Ates, die in ihrem lesenswerten Buch darlegt, welch ebenso gravierende wie lässliche Denkfehler diesem Traum aus ihrer Sicht zugrundelagen - und was stattdessen zu tun wäre, um den wirklichen Notwendigkeiten eines Einwanderungslandes Rechnung zu tragen und eine wirkliche gesellschaftliche Integration zu erreichen. Gegen die Multikulti-Ideologie und deren Toleranzgebot, in dessen totem Winkel sich verschiedene gegeneinander abgeschottete Gesellschaften etabliert hätten - Gesellschaften, in denen unter der Herrschaft eines selbst völlig intoleranten, archaischen Patriarchats zum Beispiel junge Frauen von ihren Vätern gegen ihren Willen verheiratet werden oder Männer über ihre Frauen wie über ein Eigentum verfügen -, setzt die Autorin auf das Leitbild einer "transkulturellen Gesellschaft". In einer solchen erst könnte aus dem Nebeneinander der Gesellschaften der "Urdeutschen", der "Deutschländer" und Immigranten ein wirkliches Miteinander werden. Und in ihr böte auch das Zugeständnis einer eigenen kulturellen Identität keinen Deckmantel mehr für die Missachtung elementarer Menschenrechte wie dem (sexuellen) Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Männern, der freien Partner- und Berufswahl etc. Und in der Tat: Für eine gelingende Integrationspolitik ist mehr als Entschlossenheit bei der Rechtsdurchsetzung nötig. Auch das eigene kulturelle Selbstverständnis gehört hier nach Ansicht der Autorin auf den Prüfstand. So fordert Ates unter anderem (und zwar entschieden) die Abkehr von grundsätzlich jedem konfessionsgebundenen Religionsunterricht in unseren Schulen: "Es kann nicht sein", heißt es hierzu an einer Stelle, "dass Eltern unter Missachtung individueller Persönlichkeitsrechte, die auch Minderjährigen zustehen, ihren Kindern ihre Religion aufzwingen." Stattdessen sollten unsere Kinder in einem allgemeinen Religionsunterricht alle Weltreligionen kennenlernen. Das würde nicht nur das gegenseitige Verstehen und die Reflexion über das eigene kulturelle Herkommen befördern: "Zu glauben oder nicht zu glauben, beides ist ein Menschenrecht. Das muss den Kindern in der Schule vermittelt werden." Eine bedenkenswerte These auch dies. - Hasso Greb
Buch:
Nachdenken über Deutschland: Das kritische Jahrbuch 2010/2011
Autor:
Albrecht Müller, Wolfgang Lieb, Ausgabe vom Sept. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 165679
Product Description Das kritische Jahrbuch 2010/2011 Erscheinungsjahr: 2010 m. Abb. Einsteiger/Laien Gewicht: 342 gr / Abmessungen: 205 mm x 126 mm x 22 mm Von Müller, Albrecht; Lieb, Wolfgang Wolfgang Lieb und Albrecht Müller durchleuchten in einem zusammenfassenden Rückblick die politisch wichtigsten Themen des Jahres 2010, das geprägt war von den Auswirkungen der Finanzkrise, weiterer Hinwendung zum Neoliberalismus und dem Niedergang der sozialen und demokratischen Kultur in Deutschland. Dieses Buch wird aufregen und will anregen. Aufregen, weil es Dinge klipp und klar benennt, die so in der Öffentlichkeit sonst nicht zu hören oder zu sehen sind. Und anregen zum Nachdenken mit dem Ziel, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger immer weniger bereit sind, sich von skrupelloser Manipulation und willfähriger Meinungsmache bevormunden zu lassen. Mit dem kritischen Jahrbuch wird das Nachdenken und Hinterfragen wieder heimisch im Land der Dichter und Denker. Pressestimmen: "In einer weitgehend von neoliberalem Zeitgeist beherrschten Medienwelt sind die NachDenkSeiten und die kritischen Jahrbücher wichtige Instrumente der Aufklärung. Sie setzen Themen; sie holen einseitige Kampagnen und Meinungsmache ans Licht. Und sie beschreiben dabei auch noch, was aus sachlichen Gründen zu tun wäre." Oskar Lafontaine