Aus der Amazon.de-Redaktion Albrecht Müller hat sein ganz persönliches Wort des Jahres 2006 schon im Februar gekürt: Es lautet Mittelmäßigkeit und ist, auch wenn es zunächst recht harmlos klingt, in der Sprache des Autors eines der derbsten verfügbaren Schimpfwörter. Diese Mittelmäßigkeit vor allem der politischen, der Wirtschafts-, aber auch der Medien-"Elite" wird nach Müllers Darstellung eigentlich nur noch von dem in ihren Reihen grassierenden Machtwahn übertroffen, den der Autor neben der mangelnden Intelligenz vor allem für die wirtschaftliche Misere der Gegenwart verantwortlich macht. Als der 1938 geborene Nationalökonom Albrecht Müller noch Redenschreiber des damaligen Wirtschaftsministers Karl Schiller und später Leiter des im Volksmund auch "Abteilung Glaube, Liebe, Hoffnung" genannten Planungsstabs im Kanzleramt von Willy Brandt und Helmut Schmidt war, da muss die Welt noch in Ordnung gewesen sein. Wir stellen uns das in etwa so vor: Leute von Müllers Schlag waren damals mit ihren wohldurchdachten Konzepten dabei, das Land einer rosigen Zukunft entgegen zu führen. Doch dann übernahmen die Ideologen des Neoliberalismus in breiter Front und in allen Parteien das Ruder und steuern uns seither zielstrebig und in völliger Verkennung der Tatsachen auf unseren Untergang zu. Schade, dass der Autor seine Leser durch seine wütende, von jedem Zweifel an der eigenen Exzellenz unbeleckten Polterei von den vielen richtigen Argumenten seiner Klageschrift gegen den Neoliberalismus ablenkt. Denn in vielen Punkten seiner Diagnose wäre man gerne bereit, ihm ohne Wenn und Aber zuzustimmen. In manchen Punkten freilich wird sich kaum noch jemand finden, der der Müllerschen Argumentation zu folgen bereit ist. Geradezu abenteuerlich etwa mutet seine These an, aus Dummheit (und natürlich niederen Motiven) würde derzeit die Problematik von Staatsverschuldung und Generationengerechtigkeit völlig übertrieben beziehungsweise grundfalsch dargestellt. Weder befänden wir uns in einer Überschuldungsfalle, noch würden durch den ständig wachsenden Schuldenberg die Rechte zukünftiger Generationen gefährdet. Die würden schließlich nicht nur die Schulden, sondern auch die tolle Infrastruktur erben, die wir damit geschaffen haben. - Andreas Vierecke
Buch:
Früher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick
Autor:
Michael Miersch, Henryk M. Broder, Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Ausgabe vom 13. Sept. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 93889
Aus der Amazon.de-Redaktion In Korea fochten die Kombattanten des Kalten Krieges in den Jahren 1950 bis 1953 einen "heißen" Stellvertreterkrieg. Der Fluss Yalu markierte dabei die Grenze, an der sich das Überleben der Menschheit entschied. Und es war, wie uns Jörg Friedrich mit seinem erschütternden Buch ins Bewusstsein bringt, eine äußerst knappe Entscheidung, die sehr wohl anders hätte ausgehen können. Für den Fall nämlich, dass die USA den Yalu nach Norden überschritten hätten, um Städte in China anzugreifen, deren von der Sowjetunion mit immer neuem Nachschub versorgte Soldaten an der Seite Nord-Koreas gegen Süd-Korea und die ihnen beigesprungene, US-geführte UN-Streitmacht kämpften, war eine Ausweitung des Krieges mit unabsehbaren Folgen vorprogrammiert. Am Yalu stand die Welt, wie es im Untertitel ohne jede Übertreibung zutreffend heißt, "an den Ufern des dritten Weltkriegs". Profund recherchiert und in meisterlicher Erzählung rekapituliert Jörg Friedrich die Geschichte dieses mörderischen Krieges - und führt dem Leser eindrücklich vor Augen, wie knapp die Welt damals noch einmal davon gekommen ist. Korea freilich lag am Ende in Schutt und Asche. Eindringlich schildert Friedrich die alles verwüstende Vernichtungsmaschinerie, die sich hier entlud, weil sie sich andernorts nicht entladen durfte. Gewichtige US-Strategen, allen voran Oberbefehlshaber General Douglas Mac Arthur, wollten dem vorzeitig ein Ende machen und drängten auf den Einsatz von Atomwaffen gegen China, mit denen man ja schließlich auch in Japan so "gute" Erfahrungen gemacht hatte. Schauerlich authentisch liest sich das von Friedrich rekonstruierte innere Ringen von Generalstab und Regierung der USA. Und man begreift, wie nah am Abgrund die Welt damals am Yalu tatsächlich stand. - Andreas Vierecke
Buch:
Animal Spirits: Wie Wirtschaft wirklich funktioniert
Autor:
George A. Akerlof, Robert J. Shiller, Ausgabe vom 2. März 2009, Gebunden, Verkaufsrang 190987
Aus der Amazon.de-Redaktion Die aktuelle Weltwirtschaftskrise markiert zugleich den Bankrott der neoklassischen Wirtschaftstheorie. Parallel dazu steigt der Keynesianismus, Jahrzehnte lang als Dirigismus verpönt, wie Phönix aus der Asche. Und mit ihm seine Epigonen. Etwa Paul Krugman, der 2008 dem Zeitgeist entsprechend den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften entgegennehmen konnte. Oder George A. Akerlof, dem diese Ehrung bereits 2001 unter dem Eindruck des Börsencrashs am Neuen Markt zuteil wurde, den er im Jahr zuvor exakt vorausgesagt hatte. Irrational Exuberance, etwa: "Irrationaler Überschwang", lautete der Titel des hellsichtigen Buches, mit dem Akerlof zum Guru der Behavioral Economics aufstieg, die sich der Erforschung des Verhaltens von Wirtschaftssubjekten und Marktteilnehmern aller Art widmet. Ein zutiefst keynesianischer Ansatz, gehen die Neoklassiker doch von der Annahme eines zutiefst rationalen Homo oeconomicus aus, der sich einzig und allein von seinen wirtschaftlichen Interessen leiten lässt. Kompletter Unsinn, wie Akerlof in Zusammenarbeit mit dem Yale-Professor Robert J. Shiller in dem vorliegenden Werk aufzeigt. Optimismus, Pessimismus, Ephorie, Depression, Hysterie, Panik ? so lauten die wahren Triebkräfte des Marktgeschehens. Dass sich der Homo oeconomicus weniger von der Ratio als vielmehr von Animal Spirits wie Instinkten, Emotionen und vor allem einem unheilvollen Herdentrieb leiten lässt, postulierte schon John Maynard Keynes als einen der wichtigsten Gründe für eine aktive Rolle des Staates in der Marktwirtschaft. Und seine Jünger Akerlof und Shiller treten den überzeugenden Beweis an, wie recht er damit hatte. ? Arnold Abstreiter
Buch:
Die Sozialstruktur Deutschlands: Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Bilanz zur Vereinigung - Mit einem Beitrag von Thomas Meyer
Autor:
Rainer Geißler, Ausgabe vom 14. Okt. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 48416
Product Description Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Bilanz zur Vereinigung Erscheinungsjahr: 2011 6. Aufl. Gewicht: 665 gr / Abmessung: 24 cm Von Geißler, Rainer / Von Meyer, Thomas Das Buch bietet einen umfassenden, für diese Auflage erneut aktualisierten undüberarbeiteten Überblick über die sozialstrukturelle Entwicklung und die Perspektiven des sozialen Wandels in Deutschland vor und nach der Wiedervereinigung. Inhaltsverzeichnis: Die Entstehung der Industriegesellschaft - Struktur der Bevölkerung - Die Entwicklung der Lebensbedingungen - Soziale Klassen und Schichten - Eliten - Selbständige, Mittelstand, Bauern - Dienstleistungsschichten - Arbeiterschichten - Randschichten - Ethnische Minderheiten - Bildungsexpansion und Bildungschancen - Die Entwicklung der sozialen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern - Private Lebensformen im Wandel - Grundlinien der Entwicklung zu einer modernen Sozialstruktur Pressestimmen: "Das Standard- und Nachschlagewerk zur deutschen Sozialstruktur liefert all die Daten, Definitionen und methodischen Hinweise, die braucht, wer sich auf dem glatten Parkett der soziologischen Begriffe und Theorien zum Thema bewegen will." (Praxis Politik, 1/2009) "Im Ergebnis der Überarbeitungen und Aktualisierungen ist eine umfassende Gesamtdarstellung der Sozialstruktur Deutschlands entstanden und man kann sagen, dass sich das Buch über die Auflagen hinweg zu dem Standardwerk über die Sozialstruktur und soziale Ungleichheit in Deutschland entwickelt hat." (www.socialnet.de, 06.02.2007) "(...) ein gelungenes, praktisches Nachschlagewerk." (TagesSatz Göttingen, 5-2004) "Der Wert des Werkes liegt in einer selten gelingenden Kombination von Studienbuch und Nachschlagewerk. Ein lesbarer Stil, eine übersichtliche Struktur und eine
Buch:
Die Berliner Mauer 1961-1989 - Fotografien aus den Beständen des Landesarchivs Berlin
Autor:
Landesarchiv Berlin, Ausgabe vom 28. Nov. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 215793
Buch:
Die deutsche Krankheit - German Angst
Autor:
Sabine Bode, Ausgabe vom Juni 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 16169
Product Description Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 480 gr / Abmessungen: 215 mm x 135 mm Von Püttmann, Andreas Dieses Buch handelt von einer folgenreichen gesellschaftlichen Veränderung: Ein Volk ist dabei, sich von seinem religiösen und ethischen Fundament zu verabschieden. Der heutige Verfall des Christentums betrifft zuerst die Kirchen, doch darunter leiden werden alle. Gregor Gysi bekannte: "Auch als Nichtgläubiger fürchte ich eine gottlose Gesellschaft". Es ist daher Zeit für einen Weckruf. Hier schreibt kein Theologe, sondern ein besorgter Sozialwissenschaftler. Sein Ziel: Nachdenklichkeit bei Atheisten, ein loyales "Vernunftchristentum" bei religiösen Skeptikern, ein Impuls zu mehr Entschiedenheit bei lauen Christen und mehr Selbstbewusstsein bei der schrumpfenden Minderheit kirchlich Engagierter. Püttmann zeigt: Es gibt keinen Grund, sich als Glaubender zu verstecken, und noch weniger, sich anzupassen. Man darf das Siegel "Christ", bei aller Demut, gerade in unserer Zeit mit Stolz und Dankbarkeit tragen. Pressestimmen: "Andreas Püttmann zeigt nicht nur scharfsinnig und wortwitzig die Ursachen und Hintergründe der moralisch-spirituellen Malaise auf, er schreibt auch, wie die religiöse Arthrose therapiert werden kann. Der erste Schritt zur Genesung: dieses Buch lesen. Und zwar gleich. Und mehrfach." Dr. Markus Spieker, TV-Hauptstadtkorrespondent und Buchautor