Aus der Amazon.de-Redaktion Zunächst wundert man sich ? gelinde gesagt. Helmut Schmidts Leben, abgehandelt auf mageren 300 Seiten, während sein schwergewichtiger Nachfolger aus der Pfalz bereits am vierten Erinnerungsband werkelt? Wie geht so etwas? Nun ja, auch hier zeigt sich eben der gewaltige Unterschied. Dort die ausufernde Selbstbetrachtung- und beweihräucherung, das Festklammern an jedem noch so bedeutungslosen Fitzelchen im politischen Wirken. Hier hingegen ein gestandener Journalist und Schmidt-Vertrauter wie Hans-Joachim Noack, der ? in dieser Hinsicht dem Altkanzler nicht unähnlich - auf schmückendes Beiwerk verzichtet und die Eckpfeiler eines politischen Lebens einrammt. Ohne dabei unscharf zu werden. Eine Verknappung, die an Größe gewinnen lässt. Klar, ein Fast-Jahrhundert an Lebenszeit derart einzudampfen, fordert Abstriche. Allein die Ereignisse des Deutschen Herbstes 1977 und das Dramenfeld Mogadischu ? Schleyer ? Stammheim. Über diesen Strudel, der den damaligen Kanzler fast an den Rand des moralischen und politischen Kollapses brachte, hätte man gerne mehr gelesen. Zu diesem Zeitpunkt hat Noack bereits eine beträchtliche Wegstrecke hinter sich gebracht. Die "Jugend und Soldatenzeit" des 1918 Geborenen. Der preußisch zugeknöpfte Vater. Mitschülerin Lokis unterprivilegiertes Elternhaus, das erste Gerechtigkeitsfragen in Schmidt aufkeimen lässt. Hamburg im Zeitkolorit der Weimarer Republik, ein Bild, das Noack meisterlich skizziert. Schließlich der Zweite Weltkrieg und die frühe Erkenntnis einer unschlagbaren "Weltkoalition", die sich dem Machtrausch der Nazis in den Weg stellen würde. Gedanken eines (noch) Unpolitischen. Erste Weihen dann, als ein Hamburger Innensenator sich während der großen Sturmflut 1962 zum Krisenmanager emporschwang. Fortan genießt der Allerweltsname Schmidt bundesweit Gültigkeit. Die Troika Wehner-Brandt-Schmidt. Der Rücktritt Brandts, Lichtgestalt der Ostpolitik und (deswegen?) ewiger Dorn im Auge Schmidts, der sich im eigenen Lande stets unterbewertet fühlte. Die moralisch kaum fassbare Entscheidung des Kanzlers Schmidt, Schleyer zu opfern. Der NATO-Doppelbeschluss, der ihn in den eigenen Reihen am Ende fast zur Unperson werden ließ. Noack liefert das Porträt eines Workaholics, der in seiner aktiven Laufbahn als arroganter Besserwisser verschrieen war. Doch trotz besten Willens und Kenntnisreichtums will es auch ihm nicht gelingen, zum innersten Kern dieses notorisch Verschlossenen vorzudringen. Eines Menschen, Politikers und gesegneten Rauchers namens Schmidt, den Partei und Volk erst relativ spät verstehen und lieben lernten ? und die ihn heute schmerzlich vermissen. ?Ravi Unger
Buch:
Don't worry, be German: Ein Ami wird deutsch
Autor:
John Doyle, Ausgabe vom 1. April 2010, Broschiert, Verkaufsrang 78720
Product Description Ein Ami wird deutsch Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 340 gr / Abmessung: 20,5 cm Von Doyle, John "Bin ich noch Amerikaner oder schon Deutscher?" Diese Frage stellt sich John Doyle nach fast 20 Jahren in Deutschland. Seine Antwort: "Beides". Aber was heißt das konkret? Spricht er jetzt ungefragt von seinen Krankheiten? Schleicht er weiterhin mit Tempo 80 über die Autobahn? Oder geht er nicht mehr bei Rot über die Straße? Seine witzigen Erlebnisse und klugen Erkenntnisse enthüllen ein neues Deutschlandbild. Auf der Suche nach seiner wahren Identität entdeckt Doyle aber nicht nur Unterschiede und Parallelen zwischen den USA und Deutschland, sondern vor allem auch seine Liebe zu der Wahlheimat!
Buch:
Das ist auch euer Krieg: Deutsche Soldaten berichten von ihren Einsätzen
Autor:
Heike Groos, Ausgabe vom 4. Aug. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 30864
Product Description Biographie einer Familie Erscheinungsjahr: 2010 m. 56 Abb. u. 1 Taf. Gewicht: 785 gr / Abmessung: 22,5 cm Von Jessen, Olaf Olaf Jessen erzählt in seinem glänzend geschriebenen Buch aus dem Leben der Familie von Moltke, die wie keine andere in Militär und Politik die deutsche Geschichte geprägt hat. Zur Sprache kommen dabei auch die Frauen, von der Hofdame Königin Luises bis zu der kürzlich verstorbenen Widerstandskämpferin Freya von Moltke. Die Moltkes haben über sieben Generationen, vom Zeitalter Napoleons bis in unsere Gegenwart, eine führende Rolle gespielt: als Schlachtensieger und gescheiterte Weltkriegsstrategen, demokratische Regierungschefs und Innenminister des Kaisers, homosexuelle Komponisten und patriarchalische Gutsbesitzer, Botschafter des NS-Regimes und Widerstandskämpfer gegen Hitler, Investmentbanker in New York und Visionäre eines geeinten Europa. Helmuth von Moltke, der Sieger von Königgrätz und Sedan, wurde zur Ikone des Kaiserreichs, der Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke zur Identifikationsfigur einer demokratischen und weltoffenen Bundesrepublik. Olaf Jessens meisterhaftes Porträt des Adelsgeschlechts ist daher mehr als eine spannende Familiengeschichte: In den Moltkes spiegelt sich die preußische und deutsche Geschichte und das sich wandelnde Selbstverständnis einer Nation.
Buch:
Deutschland, Zahlmeister der EU: Abrechnung mit einer ungerechten Lastenverteilung
Autor:
Franz-Ulrich Willeke, Ausgabe vom April 2011, Broschiert, Verkaufsrang 201549
Aus der Amazon.de-Redaktion "Als ich mich bei einer CDU-Versammlung wieder einmal stürmisch einschaltete, prägte der Ludwigshafener Kreisvorsitzende den unvergesslichen Satz: "Das Wort hat der junge Herr Kohl." Dann, schicksalsergeben: "Einem bösen Hund gibt man ein Stück Brot mehr." Was dem gerade mal 17-Jährigen "aufmüpfigen Spund" 1947 recht war, ist dem heutigen Kohl nur billig. Nun ist es das köstliche Brot des Alters, das Dr. Helmut Kohl genüsslich auskostet. Altersweisheit? Wer noch Zweifel hatte, der Altkanzler weist zurecht, ist hemmungslos sentimental, bürstet ab, stellt richtig, "wie es wirklich war". Helmut Kohl wie er leibt und lebt, meldet sich zurück. Was durfte man erwarten? Die "Erinnerungen an sich selbst", wie der verhasste Spiegel süffisant überschrieb, sind nichts weniger als ein wohliges Erinnerungsbad im Spiegelsaal der Geschichte. Den Nachkriegsimpressionen folgt der (quälend lange) und bürokratisch genau referierte Aufstieg vom Studiosus zum Stadtrat bis in den Mainzer Landtag. Dabei wird überdeutlich: Vom Bade im Rhein mit seiner späteren Frau Hannelore und der Clique, die den 15-Jährigen bereits als "Leitwolf" erlebte, bis zur sattsam bekannten Belehrungssucht, mit der er revoltierende Studenten 1968 zurecht stauchte - wir erleben die One-Man-Revivalshow eines Politikers, dem 16 Jahre Kanzlerschaft und Manager der Wiedervereinigung einen unzerstörbaren Panzer der Selbstgewissheit verliehen haben. Kohls Blick sieht niemals ab von sich selbst. Eine persönliche Tonbandmitteilung Schleyers aus der RAF-Gefangenschaft an den Freund Kohl (komplett abgedruckt), ermächtigt diesen in der Rückschau, sich zum heimlichen Mittelpunkt des Krisenstabs im deutschen Herbst 1977 zu erheben. Politische Fehler, ohnehin marginal, werden huldvoll eingestanden. Trotz der beständig im Munde geführten Behauptung, falsch Dargestelltes gerade zu rücken, erfährt man kaum wirklich Neues. Deswegen sollten auch die Erwartungen an Teil zwei der Erinnerungen, die entscheidenden Regierungsjahre ab 1982, gedämpft bleiben. Wo schon in diesem Band der langjährige Parteifreund und Steigbügelhalter Schäuble vom ansonsten so gedächtnisstarken Ex-Kanzler mit keiner Silbe gewürdigt wird, dürfte man auch in Sachen Parteispendenaffäre keine überraschende Wende erwarten. -Ravi Unger
Buch:
Deutsche Soldaten im Krieg: Die Bundeswehr in Afghanistan - Eine Bilddokumentation
Autor:
Stefan Kornelius, Ausgabe vom 23. Sept. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 91008
Product Description Die Bundeswehr in Afghanistan. Eine Bilddokumentation Erscheinungsjahr: 2010 m. über 100 Farbfotos. Gewicht: 910 gr / Abmessung: 27,5 cm Fotos v. Schindler, Andreas / Text v. Kornelius, Stefan Eine Mission? Ein Einsatz? Kriegsähnliche Zustände? Krieg? - Wie kann das, was deutsche Soldaten in Afghanistan erleben und erleiden, beschrieben werden? Diese Bilddokumentation gibt mit über 100 Farbfotografien erstmals Antwort. Mit ihren beklemmenden Aufnahmen zeigen sowohl professionelle Fotoreporter als auch ein Bundeswehrsoldat, was seit 2002 am Hindukusch geschieht. Aus dem Vorwort des SZ-Journalisten Stefan Kornelius: "Moderne Kriege haben wenig mit alten Klischees zu tun. Sie ignorieren Grenzen, sie tragen keine Uniform, sie bedienen sich aller Mittel, sie können - wenn man so will - mit einer Ladung Sprengstoff in der Unterhose in einem Flug über den Atlantik geführt werden. All das wissen die Soldaten in Afghanistan, die jenen modernen Krieg kennenlernen. Einen Krieg, der sich nicht ankündigt und auch niemals ganz verschwinden wird."
Buch:
Leben ohne Mindestlohn ? Arm wegen Arbeit: Niedriglöhner, Leiharbeiter und »Aufstocker« erzählen
Ausgabe vom April 2011, Broschiert, Verkaufsrang 229544