Aus der Amazon.de-Redaktion Er ist eine Art Roberto Saviano im Westentaschenformat. Denn anders als sein italienischer Kollege, Autor der Buchvorlage zu dem Film Gomorrha ? Reise in das Reich der Camorra musste Jürgen Roth noch nicht um sein Leben fürchten und rund um die Uhr bewacht alle zwei Tage seinen Wohnort wechseln. Bisher waren es weniger Verbrecher, die ihm ans Leder wollten, als Politiker, die ihn ein um das andere Mal mehr oder minder erfolgreich wegen Rufmordes vor Gericht zerrten. Verbrecher hin, Politiker her ? für den investigativen Journalisten, der sich seit Jahren thematisch der organisierten Kriminalität "verschrieben" hat, fällt das sowieso alles in dieselbe Kategorie ? und die Wirtschaftsbosse dazu. Wie Roth darauf kommt, das belegt einmal mehr sein neuestes Buch, das den bezeichnenden Titel Gangsterwirtschaft trägt. Anhand zahlreicher durch umfangreiche Recherchen abgesicherter Fallbeispiele aus Deutschland führt er den überzeugenden Nachweis, dass mafiose Strukturen längst nicht mehr nur eine Spezialität von Ländern wie Italien, Russland oder den USA sind. Wobei es diesmal um alles andere als nur um Korruption, Betrug, Geldwäsche, Waffenhandel, Menschenhandel, Drogenhandel geht ? das natürlich auch aber im großen oder sogar ganz großen Stil. Ob Kurt Becks "Grüne Hölle" am Nürburgring, Gerhard Schröders Kungelei mit Gazprom, Edmund Stoibers Schiffbruch mit der BayernLB oder Angela Merkels Pushen des österreichisch-russischen Magna-Konzerns im Gerangel um Opel ? so gut wie alle politischen Großereignisse der jüngerer Zeit geraten bei Roth samt der beteiligten Akteure ins Zwielicht verbrecherischer Machenschaften, die sich hinter den Kulissen abspielen. Umso mehr als der Autor mit gewichtigen Kronzeugen aufwarten kann. Etwa dem Gutachter im Bundestagsfinanzausschuss, Karl-Joachim Schmelz, der so weit geht, das Gespenst eines "Wirtschaftsfaschismus" an die Wand zu malen, der die freiheitlich-demokratische Ordnung unterwandert. Wasser auf die Mühlen von Roth ist natürlich die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise, bei deren Ursachenforschung er zu einem Rundumschlag ansetzt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Ein fulminantes Buch, das die gängigen Verschwörungstheorien blass aussehen lässt. So wie es sich für einen "echten Roth" eben gehört. ? Arnold Abstreiter
Buch:
Die großen Götter Indiens: Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus (Diederichs Gelbe Reihe)
Product Description Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus Erscheinungsjahr: 2004 Neuausg. m. zahlr. Abb. Gewicht: 350 gr / Abmessung: 19,5 cm Von Schumann, Hans W. Das Buch befaßt sich ausführlich mit den beiden großen Religionen Indiens: dem Hinduismus und dem Buddhismus. Es beschreibt kompakt und präzise ihre religiösen Grundlehren - die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten. Das Buch zeigt alle beschriebenen Götter und Buddhas und erläutert sie ikonographisch. Es vermittelt ein Basiswissen sowohl für Asienreisende, die Indiens faszinierende Kultur begreifen wollen, als auch für Menschen, die in indischen Regligionen Orientierung für ihr Leben suchen.
Buch:
I'm not convinced: Der Irakkrieg und die rot-grünen Jahre
Autor:
Joschka Fischer, Ausgabe vom 18. Febr. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 209033
Der Irak-Krieg und die rot-grünen Jahre Erscheinungsjahr: 2011 Gewicht: 536 gr / Abmessung: 22 cm Von Fischer, Joschka Zeitgeschichte von innen: Als Deutschland Nein sagte zum Krieg - Joschka Fischers Erinnerungen an dramatische Wendepunkte der Zeitgeschichte. Der 11. September 2001 leitete eine Zeitwende ein, die die Regierung und den damaligen Außenminister der rot-grünen Koalition vor dramatische Herausforderungen stellte. Der zweite Band von Joschka Fischers Erinnerungen reicht vom Beginn des Afghanistan-Kriegs und des Irak-Kriegs bis zum Ende der rot-grünen Epoche. Der zweite Band von Joschka Fischers Memoiren über seine Zeit als Bundesaußenminister in der rot-grünen Regierung beginnt mit dem 11. September 2001 und behandelt ausführlich den Krieg in Afghanistan und die sich unmittelbar an die Kampfhandlungen anschließende Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn, in der die Nachkriegsordnung für das Land festgelegt wurde. Im Zentrum des Buchs steht die dramatische Entwicklung hin zum Irak-Krieg, gegen den Fischer seit den allerersten Anfängen Stellung bezogen hat. Das Zerwürfnis zwischen Deutschland und Amerika wegen des Krieges im Irak, die dramatischen Tage auch innerhalb der Bundesregierung im Januar/Februar 2003, als es um das Abstimmungsverhalten Deutschlands im Sicherheitsrat ging, sowie Deutschlands schwierige Gratwanderung zwischen seinem Nein zum Krieg und seiner Rolle als wichtigster Bündnispartner der USA in Europa werden von Fischer umfassend dargestellt. 2003 begann auch der Versuch der drei europäischen Mächte - Deutschland, Frankreich und Großbritannien -, die drohende Gefahr einer militärischen Nuklearisierung des Irans auf dem Verhandlungswege abzuwenden. Ebenso vertieften sich die Differenzen zwischen Kanzler un Man mag zur rot-grünen Bundesregierung gestanden haben, wie man will. Eines steht fest: Sie hat Deutschland vor dem verhängnisvollen Mitmarschieren in den Krieg gegen den Irak bewahrt und sich damit historische Verdienste erworben. Während sich Angela Merkel 2002 bemüßigt gefühlt hatte, in Washington vorstellig zu werden, um für den Fall eines Unionssieges bei den bevorstehenden Bundestagswahlen ihre Gefolgsbereitschaft zu versichern, haben die Falken um George W. Bush bei Bundeskanzler Gerhard Schröder und erst recht bei seinem Vize, Außenminister Joschka Fischer, bis zuletzt auf Granit gebissen. Unvergessen wie dieser auf der Münchner Sicherheitskonferenz dem als Kriegstreiber auftretenden US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein beherztes "I am not convinced" entgegen schleuderte. Wie berechtigt die Zweifel an der windelweichen Beweislage für die mobilen Massenvernichtungswaffenarsenale des irakischen Diktators Saddam Hussein waren, denen Fischer mit diesen Worten Ausdruck verlieh, belegt just zum Zeitpunkt des Erscheinens des gleichnamigen zweiten Bandes seiner Erinnerungen an die rot-grünen Regierungsjahre ein Interview im Guardian, in dem sich der seinerzeit vom BND unter dem Decknamen "Curveball" geführte Überläufer, auf dessen Kronzeugenaussagen sich die Amerikaner stützten, selbst als eine Art Lügner für die gute Sache "outete". Weit über die Hälfte des gut 370 Seiten starken, erstaunlich gut, lebendig und spannend geschriebenen Werkes, das erkennbar aus Fischers eigener Feder stammt, ist dem Eiertanz um den Irak-Krieg gewidmet. Es setzt an jenem denkwürdigen 11. September 2001 ein, und es scheint so, als hätte sich tatsächlich alles so zugetragen, wie man es sich vorgestellt und irgendwie auch noch bestens in Erinnerung hat. Selbst hinter den Kulissen, wo ja gerade auf dem außenpolitischen Parkett für gewöhnlich das Arkanprinzip waltet, wie die Enthüllungen von Wikileaks belegen. Fischer versteht es, seinen ungewöhnlich unpolemisch und unprätentiös gehaltenen Geschichtsrapport mit intelligenten Exkursen von großer analytischer Kraft zu garnieren. So etwa wenn er auf die für die verheerenden Bush-Doktrinen verantwortlichen "Neocons" zu sprechen kommt, die er als einen von der radikalen Linken zur Ultrarechten mutierten Haufen von Weltverbesserungssektierern vorstellt , deren Machbarkeitsutopismus alles andere als konservativ sei: "Wenn man so will, war meine Ablehnung der Neokonservativen und ihres Marsches in den Krieg gegen den Irak nicht nur intellektuell und politisch begründet, sondern auch sehr stark eine Instinktreaktion, die sich aus meiner eigenen linksradikalen Biografie ergab." Man mag ja zum Opportunismus des machtpolitischen Chamäleons Fischer stehen wie man will, zu seinen Selbstinszenierungen und Metamorphosen vom militanten Berufsrevolutionär zum friedensbewegten Ökopax, vom großmäuligen Oppositionsführer im Bundestag zum bedächtigen Vizekanzler. Doch eines muss man ihm lassen: Wie in allen seinen Rollen ist er auch als Diplomat im Dreiteiler zu Hochform aufgelaufen. Bei aller berechtigten Kritik an der von ihm mitbetriebenen Neudefinition des militärischen Selbstverständnisses der Bundesrepublik hat er ihr damit zweifellos zu größerer Weltgeltung verholfen. Und seine Meriten für das europäische Einigungsprojekt sind trotz der von den Amerikanern geschürten vorübergehenden Irritationen zwischen "altem" und "neuem" Europa unbestritten. Und was die zweifelhafte China- und Russlandpolitik anbelangt, so geht diese eindeutig auf die Kappe Gerhard Schröders. Er war es, der die speziellen Beziehungen zu diesen beiden Staaten irgendwann ohne Rücksprache zur Chefsache und Wladimir Putin zu seinem Busenfreund machte. Nicht ohne Auswirkungen auf Innenpolitik und Koalitionsklima übrigens, wie wir erfahren. Scheint doch abwechselnd das Vorbild Putins und des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac vor Augen Schröders Urteilsvermögen über Macht und Kompetenzen eines deutschen Bundeskanzlers allmählich gelitten zu haben. Eine erstaunliche Erkenntnis für einen, der als konkurrierendes Alphatierchen im Amt alles andere als frei von Selbstüberschätzung war. Und so kommt es, dass sich am Ende der Lektüre seines Buches fast ein wenig Wehmut über den Verlust des großen Zampanos einstellt. Auch wenn man es einem Wichtigtuer wie ihm zunächst einmal erst Recht nicht gegönnt hat, muss man nachgerade zugeben, dass in Anbetracht der internationalen Lage ein Joschka Fischer auf dem Posten von Catherine Ashton als oberster Repräsentant der EU-Außenpolitik sicherlich die bessere Wahl gewesen wäre. ? Roland Detsch
Buch:
Die Freimaurer
Ausgabe vom 25. Febr. 2011, Gebunden, Verkaufsrang 182749
Aus der Amazon.de-Redaktion "Landschaft ist eben wichtiger und gewiß prägender als alles andere." Es ist diese kräftige atmosphärische Strahlung, es ist die Liebeserklärung an ihre Heimat Ostpreußen, die das ganze Buch durchzieht, die den Leser einfängt und nicht mehr losläßt. Die Bilder der Erzählung werden so zu den eigenen. Man bekommt unweigerlich etwas von dieser Liebe ab, leidet mit und ist letztlich froh, den Verlust der Heimat nicht selbst erlitten zu haben. Dennoch ist Marion Gräfin Dönhoffs Abschied von den "Bildern ihrer Jugend" nicht sentimental wie so manche Erinnerung an das Land zwischen Weichsel und Memel, sondern zwar durchaus emotional, zuweilen aber sogar von feinen Fäden der Ironie durchwirkt. 600 Jahre, nachdem ihre Vorfahren von der Ruhr gen Osten gezogen waren, legte sie - wie damals zu Pferd - den umgekehrten Weg zurück. 600 Jahre, in denen die Dönhoffs die Geschichte Ostpreußens mitgestaltet hatten, gingen zu Ende. In brillanten historischen Skizzen führt die Zeit-Herausgeberin den Leser Jahrhunderte zurück, beginnt mit der Geschichte des Deutschen Ordens, beschreibt die Wirtschaftsgeschichte der Provinz und die Rolle ihrer Vorfahren, von denen einer, August Heinrich Dönhoff, 1848 preußischer Gesandter im Bundestag war und schließlich von keinem geringeren als Otto von Bismarck abgelöst wurde. Als intime Kennerin der ostpreußischen Geschichte zeichnet die Autorin am Beispiel ihrer Familie das Bild einer Gesellschaft, die unwiederbringlich Geschichte ist. Ihre Darstellung der patrimonial organisierten Gutsherrschaft vermittelt dem Leser einen tiefen Einblick in die Beschaffenheit einer Gesellschaft, deren Mitglieder für den Größenwahn Hitlers den höchsten aller Preise bezahlen mußten - den endgültigen Verlust ihrer Heimat. -Manfred Schwarzmeier
Buch:
Gefangen in Hohenschönhausen: Stasi-Häftlinge berichten
Autor:
Hubertus Knabe, Ausgabe vom 1. Juni 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 11718