Provokation als Prinzip: Die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern
Autor:
Mathias Brodkorb, Toralf Staud, Andrea Röpke, Thomas Niehoff, Volker Schlotmann, Erwin Sellering, Arne Lehmann, Julian Barlen, Kai Langer, Ausgabe vom 18. April 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 894552
Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet
Autor:
Christopher Hitchens, Ausgabe vom 11. Okt. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 260166
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Mensch sucht in der Religion Gewissheit über das Jenseits und das dort zu erlangende Seelenheil. Im Diesseits aber werden im Namen der Religion seit Urzeiten Kriege geführt und schwerste Verwüstungen angerichtet. Und deshalb wird auch literarisch mit großem Eifer über das Wohl und das Wehe gestritten, das Religion zu stiften oder anzurichten vermag. Christopher Hitchens gehört dabei zur Fraktion derer, die keine Zweifel daran haben, dass Religion in jeder Form ganz generell "die Welt vergiftet" und wir besser dran wären, wenn wir sie deshalb endlich überwänden. Wie Richard Dawkins mit seinem Manifest wider den von ihm diagnostizierten Gotteswahn streitet Hitchens für seine streng atheistische Position allerdings mit einem Eifer, der jenem religiöser Fanatiker kaum nachsteht. Unbehagen bereitet dabei die absolute Gewissheit, mit der er die angeblich zweifelsfreie Überlegenheit des Atheismus über die Religion verkündet, die er als "Erbsünde" und "Kindesmisshandlung" verteufelt. Auch hinsichtlich der mit Verve verfochtenen Überzeugung, Religion und das ihr in jeder Hinsicht überlegene wissenschaftliche Denken seien grundsätzlich miteinander unvereinbar, sind gewisse Zweifel angebracht. Wie ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte lehrt, in der sich zahllose Beispiele für gläubige Forscher finden, die gleichwohl Bahnbrechendes zum Fortschritt der Wissenschaft beigetragen haben - und damit letzten Endes auch zur Revision manches religiösen Dogmas. Von den Zeugnissen der Musik, bildenden Kunst und Literatur ganz zu schweigen, die Hitchens als Quelle geistiger Erbauung empfiehlt, weil deren Schöpfer angeblich ganz ohne Religion ausgekommen seien... Lesenswert ist Der Herr ist kein Hirte trotz dieser und mancher weiterer Fehlschlüsse gleichwohl, weil es zum Widerspruch und einer eigenen geistigen Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Phänomenen menschlicher Religiosität herausfordert. Und das ist immerhin mehr als man von manchem der religiösen Erweckungsbücher sagen kann, die in letzter Zeit so zahlreich vorgelegt worden sind! - Andreas Vierecke 1
Buch:
Fahrenheit 9/11 - Das Buch: Alle Fakten - Alle Beweise - Alle Szenen
Autor:
Michael Moore, Ausgabe vom Januar 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 409741
Aus der Amazon.de-Redaktion Obwohl es am Ende scheinbar doch nichts genützt hat: Mit Fahrenheit 9/11 hat Michael Moore alles gegeben, um eine zweite Amtszeit des US-Präsidenten George W. Bush zu verhindern. Wer das Buch gelesen hat, in dem uns der wohl erfolgreichste Dokumentarfilmer aller Zeiten die Ergebnisse seiner Recherchen zu seinem gleichnamigen Film noch einmal schwarz auf weiß vor Augen führt, der kann nicht glauben, dass auch nur ein normal begabter amerikanischer Wähler trotz der Kenntnis der hier aufgeführten Fakten Bush tatsächlich in seinem Amt bestätigt haben soll. Angesichts der Zuschauerzahlen des Films einerseits und des Wahlergebnisses andererseits muss dies aber rein rechnerisch in erheblicher Zahl dennoch geschehen sein. Dem Anschein hat das amerikanische Publikum also mehrheitlich nicht glauben können, was ihnen Moore und seine Quellen hier aufgetischt haben - dass also etwa die Verwandten des Terror-Chefs Bin-Laden in den Tagen nach dem 11. September zu Dutzenden aus den USA ausgeflogen wurden, obwohl hier doch ansonsten ein absolutes Flugverbot herrschte; oder dass Bush, Rumsfeld & Co die Jagd nach Bin-Laden in Afghanistan nicht ernsthaft genug betrieben haben, weil der Bursche ihnen eigentlich ziemlich egal war, Hauptsache sie hatten nun endlich einen Grund für den Krieg gegen den Irak, wie fadenscheinig die Gründe auch sein mochten und wie sehr die angeblichen Kontakte zwischen dem irakischen Regime und al-Qaida auch an den Haaren herbeigezogen waren. Und offensichtlich mochten sie Moore auch nicht glauben, dass Zweifel an Bushs Loyalität gegenüber seinem Volk angebracht seien, nur weil der Bush-Clan so inniglich mit der saudischen Herrscher-Clique verquickt ist, die darüber hinaus sowieso schon längst über das Wohl und Wehe Amerikas entscheidet, das ihnen schließlich schon zu einem guten Teil gehört? "War das alles nur ein Traum?", fragt Moore zu Beginn von Fahrenheit 9/11? Und tatsächlich würde man gerne aus einem solchen erwachen. Allein: All das ist wahr! - Hasso Greb
Buch:
Die Terroristen von nebenan: Gotteskrieger aus Deutschland.: Gotteskrieger aus Deutschland - Mit einem Nachwort von Volker Perthes
Autor:
Rolf Clement, Paul Elmar Jöris, Ausgabe vom April 2010, Gebunden, Verkaufsrang 533887
Wer weint schon um Abdul und Tanaya? Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror.
Autor:
Jürgen Todenhöfer, Ausgabe vom 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 278126
Aus der Amazon.de-Redaktion Dieses Buch ist ein flammender Appell für den Frieden und eine Abrechnung mit dem bisher geführten "Kreuzzug gegen den Terror": Jürgen Todenhöfer hält "die Idee, den internationalen Terrorismus mit einem konventionellen Krieg zu bekämpfen, für eine katastrophale intellektuelle Fehlleistung". Krieg mache immer Unschuldige zu Opfern, schreibt der Politiker. Gegen fanatische Gewalttäter sei dieses Mittel hingegen wirkungslos. Jürgen Todenhöfer ist kein berufsmäßiger Friedensaktivist. Im Gegenteil: Der promovierte Jurist saß fast 20 Jahre lang für die CDU im Bundestag und war dort Experte für Entwicklungs- und Rüstungskontrollpolitik. Heute steht er als stellvertretender Vorstandschef an der Spitze des Medienkonzerns Burda. Dass jemand wie er ein solch leidenschaftliches Buch schreibt, mag überraschen. Gleichzeitig macht es Wer weint schon um Abdul und Tanaya? um so lesenswerter. Als die Amerikaner nach dem 11. September 2001 afghanische Städte und Dörfer bombardierten, seien dort keine Terroristen getötet worden, sondern Zivilisten, schreibt Todenhöfer. Die meisten Al-Qaida-Kämpfer entkamen, Bin Laden wurde nicht gefasst. Ungerechtigkeit aber ist für Todenhöfer der fruchtbarste Nährboden für neuen Terrorismus. Und er verweist darauf, dass die Zahl blutiger Anschläge weltweit - von Djerba bis Bali - seit Beginn des Anti-Terror-Krieges dramatisch gestiegen sei. "Wenn so Siege gegen den Terrorismus aussehen, wie sehen dann erst Niederlagen aus?", fragt Todenhöfer bitter. Eindringlich warnt Todenhöfer davor, im Irak nun all diese Fehler noch einmal zu wiederholen. Für ihn hätte ein solcher "vorbeugender Angriffskrieg" nicht nur völkerrechtlich unabsehbare Konsequenzen, sondern auch politisch, wirtschaftlich, militärisch - und vor allem, was die Opfer unter der Zivilbevölkerung angeht. Todehöfer fragt: "Wie viele schuldlose Männer, Frauen und Kinder darf man töten, um einen Diktator aus dem Amt zu jagen?" In packenden Reportagen berichtet der CDU-Mann von seinen Reisen nach Afghanistan und in den Irak, wo er jene Menschen getroffen hat, die in den Planungen der Militärs allenfalls als Zahlen auftauchen. Todenhöfer formuliert persönlich, emotional und voller Engagement. Der Vater dreier Kinder verweist immer wieder auf die menschliche Dimension des Krieges. Er ist ein Mann mit Idealen, keine Frage. Zugleich argumentiert der ehemalige Unionspolitiker realpolitisch, so dass man seine Forderungen nicht als naiv beiseite wischen kann. Zudem ist der Burda-Manager kein Pazifist, und schon gar kein Anti-Amerikaner. Resultat: ein eindrückliches Buch von aktueller Brisanz. -Christoph Peerenboom
Buch:
Gestürmte Festung Europa: Mauern.Ghettos.Terror Das Schwarzbuch
Autor:
Corinna Milborn, Ausgabe vom 2. Mai 2006, Gebunden, Verkaufsrang 438548
Buch:
119 Fragen zum 11.9.
Autor:
Christian C. Walther, Ausgabe vom 1. Dez. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 597328
Buch:
The Attack - Hintergründe und Folgen
Autor:
Noam Chomsky, Ausgabe vom März 2002, Gebunden, Verkaufsrang 753905
Aus der Amazon.de-Redaktion Der 11. September 2001 markiert angeblich das Datum, "nach dem nichts mehr so sein wird, wie es war". Dies jedenfalls vermuteten beinahe unisono alle, denen in den Wochen nach den Terroranschlägen der al-Qaida auf New York und Washington ein Mikrofon vorgehalten oder ein Stift in die Hand gedrückt wurde. "Die schrecklichen Ereignisse vom 11. September besitzen zweifellos eine neue Qualität", konstatiert auch Noam Chomsky in seiner analytischen Rückschau auf die Hintergründe und Folgen dieses Tages, diese jedoch bestünden "nicht in ihrem Umfang oder ihrem Charakter (...), sondern in dem Ziel der Angriffe. Seit 1812 nämlich haben die Vereinigten Staaten keinen Angriff auf ihr Territorium mehr erlebt; es wurde noch nicht einmal bedroht". Insofern also hat sich schon etwas verändert; davon aber, dass nichts mehr so sei, wie es war, kann nach Chomskys Auffassung nicht die Rede sein! In sechs Essays führt uns der für seine ebenso scharfsichtigen wie scharfzüngigen politischen Analysen und Polemiken bekannte Linguistik-Professor vor Augen, was seiner Meinung nach alles nicht stimmt in der auf den schwärzesten aller amerikanischen Septembertage folgenden Anti-Terror-Rhetorik. Dabei zaubert er nichts aus dem Hut, was nicht schon längst jeder wissen könnte. Aus einer sehr aufmerksamen Zeitungs- und Gesetzeslektüre vor allem schöpft er die Fakten und will uns damit zugleich vor Augen führen, wie unaufmerksam unsere (politische) Wahrnehmung ist und wie groß die Bereitschaft, uns von bloßer Rhetorik gefangen nehmen zu lassen. So zeigt Chomsky anhand der im US-amerikanischen Strafgesetzbuch niedergelegten Definition des Terrorismus, dass es von den jeweiligen politischen Umständen und Machtstrukturen abhängt, "ob die Androhung oder Anwendung von Gewalt als terroristisch bezeichnet wird". Jedenfalls könnte mithilfe der Strafbestimmung auch die amerikanische Politik als terroristisch gegeißelt werden. An Beispielen für in dieser Hinsicht fragwürdige Militäraktionen der USA ist kein Mangel, und Chomsky führt einige davon an. So ließ die Reagan-Regierung 1985 einen bombenbepackten Lastwagen vor einer Moschee explodieren und zwar in voller Absicht exakt in dem Moment, in dem die Gläubigen das Gebäude verließen. Auch die Unterstützung "israelischer Greueltaten" und die Zerstörung einer pharmazeutischen Fabrik im Sudan werden in dem "Staatsverbrechen" überschriebenen Kapitel wohl belegt als solche gebrandmarkt. Man muss den Interpretationen des Autors sicher nicht in jeder Einzelheit folgen, in Bausch und Bogen verwerfen wird man sie aber kaum können. Jedenfalls ist die Lektüre jedem sehr zu empfehlen, der die Dinge auch einmal aus einer dezidiert anderen Perspektive betrachtet sehen will, als sie mehrheitlich in der Medienberichterstattung (der ebenfalls ein Abschnitt gewidmet ist) eingenommen wird. -Andreas Vierecke
Buch:
Philosophie in Zeiten des Terrors - EVA Taschenbücher, Bd - 246
Autor:
Jürgen Habermas; Jacques Derrida; Giovanna Boradori, Ausgabe vom 30. Okt. 2006, Broschiert, Verkaufsrang 386254