Der Mensch ist das Tier, das mit dem Wissen um seine Endlichkeit lebenmuß, und die Kultur ist die Welt, die sich der Mensch errichtet, um mitdiesem Wissen leben zu können. Diese These erläutert Jan Assmann am Beispielder altägyptischen Kultur, indem er zeigt, in welchem Umfang die Todesbilderdie gesamte Lebenswelt und Daseinsauslegung der Ägypter bestimmt haben.Ausgehend von der bisher weitgehend unbekannten Gattung der Totenliturgienbietet er einen umfassenden Überblick über die altägyptische Totenreligion. Der Mensch ist das einzige Wesen in der Natur, das um seine Sterblichkeit weiß. Und die Kultur ist "die Welt, die sich der Mensch errichtet, um mit diesem Wissen leben zu können". Auch wenn vor dem Tod alle gleich sind, er niemanden verschont, gibt es doch ein großes Spektrum an individuellen und kulturellen Möglichkeiten, mit ihm umzugehen. Dass sich die Gesellschaft im Alten Ägypten besonders intensiv mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftigte, sehen wir heute noch an den Überresten ihrer Totenreligion - den imposanten Grabmälern, Pyramiden, Sarkophagen und Grabbeigaben. Mehr als 15 Jahre Arbeit hat der renommierte Ägyptologe Jan Assmann in dieses imposante Werk einfließen lassen, und mit kundiger Hand geleitet er den Leser durch eine Galerie altägyptischer Todesbilder und -riten. Vor allem bei den neun Todesbildern (vom "Tod als Zerrissenheit" bis zum "Tod als Geheimnis") gelingt es Assmann immer wieder, spannende Vergleiche zur griechisch-römischen und jüdisch-christlichen Vorstellungswelt anzustellen. Dabei wird auch deutlich, welche Bilder von Tod und Jenseits für die Entstehung unseres Monotheismus aufgegeben werden mussten. Trotz aller Detailliertheit und Ausführlichkeit, mit der uns Assmann die ägyptischen Totenkulte vor Augen führt, vergisst er doch nie die Generalthese seiner Untersuchung: "Das Wissen um unsere Sterblichkeit ist ein Kultur-Generator ersten Ranges". Und es ist bei vielen Kulturen zu beobachten, dass - wie bei den Ägyptern - die spezifische Bewältigung des Todes in alle anderen Bereiche der Kultur ausstrahlt. Hier könnte man allerdings fragen, ob die Beeinflussung nicht wechselseitig ist. Wenn etwa die soziale Eingebundenheit des Einzelnen auch nach dem Tod von überragender Bedeutung ist, wirkt dann nur die ägyptische Totenreligion auf die Sozialbeziehungen oder nicht auch umgekehrt? Genau das ist das Interessante an Assmanns Buch und macht es nicht nur für eingefleischte Ägypten-Fans lesenswert: Dass er die ägyptische Todesobsession nicht als Sonderfall behandelt, sondern von diesem Beispiel ausgehend immer wieder die generelle kulturelle Bewältigung des Sterbenmüssens beleuchtet und so einen Beitrag zur allgemeinen Kulturtheorie leistet. -Christian Stahl
Buch:
Das Buch der Pyramiden - ( sachbuch).
Autor:
C. W. Ceram, Kurt W. Marek, Ausgabe vom Sept. 2001, Broschiert, Verkaufsrang 1043216
Buch:
Das erste Weltwunder - Die Geheimnisse der ägyptischen Pyramiden
Autor:
Mark Lehner, Ausgabe vom 1997, Gebunden, Verkaufsrang 889600
Buch:
Das Reich der Pharaonen: Eine Zeitreise ins alte Ägypten
Autor:
Brian Fagan, Ausgabe vom Mai 2005, Gebunden, Verkaufsrang 414459
Hörbuch:
Aus Hegels Philosophie der Weltgeschichte: Die Geschichte des Orients - China - Indien - Buddhismus - Persien - Ägypten - Hörbuch, 5 Audio-CDs
Autor:
Georg W.F. Hegel, Ausgabe vom 2. Dez. 2005, Audio CD, Verkaufsrang 1470863
Buch:
Tutanchamun: Das Grab und seine Schätze
Autor:
I. E. S. Edwards, Ausgabe vom 2. Juli 2004, Gebunden, Verkaufsrang 347329
Buch:
Das Grab Sethos I
Autor:
Erik Hornung, Harry Burton, Marsha Hill, Ausgabe vom 1999, Gebunden, Verkaufsrang 289205
Buch:
Das Leben am Nil und der Alltag im Alten Ägypten
Autor:
Martin von Falck, Katja Lembke, Britta Rabe, Ausgabe vom 24. Febr. 2011, Gebunden, Verkaufsrang 763228