Aus der Amazon.de-Redaktion In Korea fochten die Kombattanten des Kalten Krieges in den Jahren 1950 bis 1953 einen "heißen" Stellvertreterkrieg. Der Fluss Yalu markierte dabei die Grenze, an der sich das Überleben der Menschheit entschied. Und es war, wie uns Jörg Friedrich mit seinem erschütternden Buch ins Bewusstsein bringt, eine äußerst knappe Entscheidung, die sehr wohl anders hätte ausgehen können. Für den Fall nämlich, dass die USA den Yalu nach Norden überschritten hätten, um Städte in China anzugreifen, deren von der Sowjetunion mit immer neuem Nachschub versorgte Soldaten an der Seite Nord-Koreas gegen Süd-Korea und die ihnen beigesprungene, US-geführte UN-Streitmacht kämpften, war eine Ausweitung des Krieges mit unabsehbaren Folgen vorprogrammiert. Am Yalu stand die Welt, wie es im Untertitel ohne jede Übertreibung zutreffend heißt, "an den Ufern des dritten Weltkriegs". Profund recherchiert und in meisterlicher Erzählung rekapituliert Jörg Friedrich die Geschichte dieses mörderischen Krieges - und führt dem Leser eindrücklich vor Augen, wie knapp die Welt damals noch einmal davon gekommen ist. Korea freilich lag am Ende in Schutt und Asche. Eindringlich schildert Friedrich die alles verwüstende Vernichtungsmaschinerie, die sich hier entlud, weil sie sich andernorts nicht entladen durfte. Gewichtige US-Strategen, allen voran Oberbefehlshaber General Douglas Mac Arthur, wollten dem vorzeitig ein Ende machen und drängten auf den Einsatz von Atomwaffen gegen China, mit denen man ja schließlich auch in Japan so "gute" Erfahrungen gemacht hatte. Schauerlich authentisch liest sich das von Friedrich rekonstruierte innere Ringen von Generalstab und Regierung der USA. Und man begreift, wie nah am Abgrund die Welt damals am Yalu tatsächlich stand. - Andreas Vierecke
Aus der Amazon.de-Redaktion Im 15. Jahrhundert verließ eine gewaltige Armada das chinesische Festland, Hunderte von Schiffen, zehnmal so groß wie Kolumbus? Santa Maria, an Bord eine Streitmacht von 20.000 Soldaten. Die Flotte segelte bis zur afrikanischen Küste ? und machte kehrt. Danach wurde in China die Seefahrt verboten, die Pläne der Schiffe vernichtet. Das Land beschloss, sich um den Rest der Welt nicht zu kümmern - "die erstaunlichste Entscheidung in der chinesischen Geschichte", wie der China-Kenner und Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt sagt. China war "drauf und dran eine Welt-Seemacht zu werden" - und wählte die Isolation. Eine Entscheidung, ohne die es die koloniale Expansion nach Osten vielleicht nicht gegeben hätte. Ebenso wenig wie den Niedergang des Reichs der Mitte, das im 19. Jahrhundert am westlichen Kolonialismus zerbrach. Nun ist China wieder da, und die Welt versucht zur verstehen, was sich dort ereignet. Deshalb sind Bücher über China gefragt. Doch das Buch Nachbar China ist etwas Besonderes. Es basiert auf tagelangen Gesprächen, die Frank Sieren, China-Korrespondent der Wirtschaftswoche und einer der "führenden deutschen China-Spezialisten", so die London Times, mit dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt geführt hat. Sorgsam editiert füllen diese Gespräche mehr als 300 Seiten - eine wahre Fundgrube an Wissen über das Riesenreich im Osten, und zudem Zeitgeschichte aus Erster Hand. Denn Helmut Schmidt pflegt seit mehr als dreißig Jahren einen engen Meinungsaustausch mit der Führung in Peking. 1975 hat er Mao Zedong persönlich kennen gelernt, sich später mit Deng Xiaoping zu einem persönlichen Gespräch getroffen, und mit dem ehemaligen Premierminister Zhu Rongij verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Mit diesem Buch will Schmidt dazu beitragen, dass "der leichtfertigen moralischen und politischen Besserwisserei der Boden entzogen wird". Und er will mit dem Vorurteil aufräumen, dass China an den heutigen ökonomischen und sozialen Problemen Westeuropas schuld sei: "Der dem europäischen Publikum immer wieder erweckte Eindruck, weil China neuerdings Mitglied des globalen Weltmarkts geworden sei, gefährde es unsere Arbeitsplätze und unseren Wohlstand, ist falsch." Das Buch ist eine eindringliche Mahnung, sich mit "unserem neuen großen Nachbarn" zu beschäftigen: China verstehen, darum geht es. Schmidt und Sieren fordern "Respekt vor China" und seiner dreitausend Jahre alten Tradition. Einer Tradition, ohne die sich die heutige wirtschaftliche Expansion des Riesenreiches ebenso wenig begreifen lässt, wie sein Verzicht auf den Aufstieg zur Weltmacht im 15. Jahrhundert. - Winfried Kretschmer
Buch:
Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges
Autor:
Peter Scholl-Latour, Ausgabe vom 1. Sept. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 32266
Chronik eines unbegrenzten Krieges Erscheinungsjahr: 2004 m. farb. Fotos u. Ktn. Gewicht: 365 gr / Abmessungen: 180 mm x 116 mm x 33 mm Von Scholl-Latour, Peter Peter Scholl-Latour beschäftigt sich mit dem Krieg, den die USA gegen den islamistischen Terrorismus führen. Im Blickpunkt steht der zentralasiatische Raum, den er seit Jahrzehnten sehr gut kennt. Er analysiert die bedrohlichen Szenarien, die auf diesem "Schlachtfeld der Zukunft" erkennbar werden und setzt sich kritisch mit der Rolle der USA auseinander. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben nicht die Welt verändert, wohl aber die Massenpsychologie der Amerikaner. Präsident George W. Bush fühlt sich berufen, einen weltweiten "Kampf gegen das Böse" zu führen. Auf beklemmende Weise gerät dabei der revolutionäre Islam ins Visier dieser globalen Kriegführung. Niemand hat die Herausforderung, die vom "Schwert des Islam" ausgeht, früher erkannt und nachdrücklicher beschworen als Peter Scholl-Latour. Zugleich hat er stets auf die Zersplitterung der muslimischen Glaubensgemeinschaft von 1,3 Milliarden Menschen verwiesen. In offener Feldschlacht wären deren militante "Fundamentalisten" der geballten Macht der USA hoffnungslos unterlegen. Aber die US-Führung verstrickt sich zusehends in unberechenbare Regionalkonflikte - von Afghanistan bis Irak, von Pakistan bis zu den Philippinen. Alle diese Regionen kennt Scholl-Latour aus langer, unmittelbarer Erfahrung. Er weiß um die strategischen und psychologischen Fährnisse, die einer dauerhaften "Pax Americana" entgegenwirken, ganz zu schweigen von der Gefahr einer letztlich unvermeidlichen Proliferation von Massenvernichtungswaffen. Schon werden Einwände gegen den exklusiven Herrschaftsanspruch der USA laut - nicht nur in Russland, sondern mehr Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist. Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: "Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt." Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum "Kreuzzug" anwenden. Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner "Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt", entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben. Das Buch - aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos - ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. -Dr. Manfred Schwarzmeier
Buch:
Timo Boll: Mein China - Eine Reise ins Wunderland des Tischtennis (1 - Aufl - ist nummeriert und von Timo Boll handsigniert)
Autor:
Friedhard Teuffel, Ausgabe vom 1. Nov. 2011, Gebunden, Verkaufsrang 36860
Aus der Amazon.de-Redaktion Während im Osten der Nachbar China zu neuer Größe erwacht, rückt im Westen die Nato bis unmittelbar an die eigenen Grenzen heran: Russland, stellt Peter Scholl-Latour nüchtern fest, befindet sich in einem geostrategischen Zangengriff, der der Moskauer Führung völlig zu recht ernste Sorgen bereitet. Dass vor diesem Hintergrund bereits heute die extrem nationalistischen Kräfte in Russland erstarken und die Regierung zunehmend unter Druck setzen, ist unübersehbar. Hinzu kommt die Radikalisierung des Islam, die für sich allein bereits eine existenzielle politische Herausforderung für die Russische Föderation darstellt, in der immerhin rund 20 Millionen Muslime leben. In diesem von den maßgeblichen politischen Kräften im Westen nach seiner Überzeugung in seiner Brisanz sträflich unterschätzten Kräftefeld diagnostiziert Scholl-Latour mit guten Gründen Zündstoff für eine sehr ernste Krise von weltpolitischem Ausmaß. Russland im Zangengriff ist, wie man es von dem streitbaren Publizisten nicht anders erwartet, keine fern von den Orten Geschehens am Schreibtisch entstandene politische Analyse, sondern vor allem ein Reisebericht. Souverän führt Scholl-Latour seine Leser auch im fortgeschrittenen Alter vorzugsweise in die besonders abgelegenen Gegenden, über die man aus der allgemeinen Berichterstattung oft nur wenig erfährt. Auch seine hellwache Aufmerksamkeit ist immer noch die alte, die Reflexionsfreude ungebrochen. Selbst das Muster der Hotelbettwäsche erscheint es ihm Wert, über dessen Sinn nachzudenken. Seine Stammleser wissen diese die Lektüre entspannenden Exkurse seit jeher ebenso zu schätzen, wie die eingeflochtenen, äußerst lehrreichen Referate historischer Hintergründe. Sie werden auch diesmal nicht enttäuscht. - Hasso Greb
Buch:
Sun Tzu für Manager: Die 13 ewigen Gebote der Strategie
Autor:
Werner Schwanfelder, Ausgabe vom 9. Aug. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 122649
Product Description Erfolgsautor Werner Schwanfelder überträgt die 13 Gebote des Meisterstrategen mit großem Einfühlungsvermögen in die Welt des heutigen Managements. Seine praxisnahe und anschauliche Interpretation zeigt, wie Manager mit Sun Tzu entscheidende strategische Vorteile erringen können. Das Buch enthält außerdem eine vollständige Übersetzung des Textes von Sun Tzu, die als direkte Quelle der Inspiration dienen soll. Pflichtlektüre für Führungskräfte!
Buch:
Die 101 wichtigsten Fragen - China
Autor:
Hans van Ess, Ausgabe vom 15. Febr. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 259149
Buch:
Der Freiheit geopfert: Die Biografie des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo
Autor:
Bei Ling, Ausgabe vom 10. Dez. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 191106