Shimon Peres, Ausgabe vom 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 2768039
Aus der Amazon.de-Redaktion Shimon Peres weiß, wovon er redet, wenn er für den Frieden streitet. Er kennt vor allem dessen Kehrseite: den Krieg. 1953, also mehr als vierzig Jahre bevor er 1994 gemeinsam mit Jitzchak Rabin und Yassir Arafat den Friedensnobelpreis erhielt, wurde er von David Ben Gurion ins Verteidigungsministerium berufen, um die israelische Armee für die bevorstehenden Kriege zu rüsten. Die Kriege hat Israel gewonnen, nun soll dies auch für den Frieden gelten. Erfolgreiche Friedenspolitik indes ist keine einfache Sache, zumal, wenn man unter Frieden mehr versteht als die bloße Abwesenheit von Krieg. Friedenspolitik verlangt Mut und Entschlossenheit, vor allem aber Erfindungsgabe. "Von der Verteidigung hinüberzuwechseln in die Domäne des Friedens, das war für mich, als verließe ich eine reale Welt im Tausch gegen eine irreale", schreibt Shimon Peres an einer Stelle. Und "der Wechsel von einer Welt zur anderen war nicht einfach. In der einen gibt es Landstreitkräfte, es gibt die Luftwaffe und die Marine. Es gibt einen Feind, der einem gegenübersteht. Man kann ihn fotografieren, ihn ausspionieren. Das ist alles sehr greifbar, konkret". Friedenspolitik dagegen lebt von Visionen. In dieser "anderen Welt sind die Dinge längst nicht so klar. Es gibt keine Friedensarmee, keinen Generalstab, keine Minister. Die Landesverteidigung sicherzustellen ist eine reale Notwendigkeit. Frieden hingegen ist ein Ziel, zu dem man sich entschlossen hat. In Kriegszeiten wird mobilisiert, man setzt die Menschen selbst in Bewegung; für den Frieden muß man die Vorstellungskraft der Menschen in Bewegung setzen." Viele kleine Geschichten aus seinem politischen Leben und ebenso viele Überlegungen über Ziele, Zwecke und Mittel der Politik hat Shimon Peres in seinem neuen Buch zusammengefaßt. Und er hat sie alle zugeschnitten auf sein Generalthema, den Frieden. Doch er tut dies nicht in einer auf die Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik beschränkten Perspektive. Und deshalb behandelt er in jeweils eigenen Kapiteln unter anderem auch die "Ethik der Ökonomie", "Globalisierung und Humanisierung" und "Das Judentum und seine Botschaft". -Andreas Vierecke
Buch:
Dieses Jahr in Jerusalem: Theodor Herzl - Traum und Wirklichkeit
Autor:
Luc Jochimsen, Ausgabe vom 1. Juni 2004, Gebunden, Verkaufsrang 569691