Vor dem Hintergrund der Judenverfolgung und des Zweiten Weltkriegs spiegelndie Briefe an Kitty vor allem den Alltag der Notgemeinschaft wider unddokumentieren die unvermeidlichen Spannungen unter den Versteckten, dieder täglichen Angst vor Entdeckung ausgesetzt waren. Zugleich geben sieAufschluss über Annes persönliche Entwicklung und zeichnen ihren Weg nach,den sie sich zwischen Kindsein und Erwachsenwerden suchen musste. Dieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust. -Wendy Smith
Buch:
Mythos niederländischer Nachwuchsfußball
Autor:
Peter Hyballa, Hans Dieter te Poel, Ausgabe vom 15. Okt. 2010, Broschiert, Verkaufsrang 113368
Aus der Amazon.de-Redaktion Schatten über dem Kongo erzählt die Geschichte eines vergessenen Völkermords. 1885 setzte die Kongo-Konferenz in Berlin den belgischen König Leopold II. als Herrscher des Kongo-Staates ein. Während der Monarch der Welt den selbstlosen Philanthropen vorgaukelte, verwandelte sich der Kongo in ein riesiges Arbeitslager. Leopolds Gier nach Kautschuk und Elfenbein blutete das Land aus. Als man ihm 1908 den Kongo wieder wegnahm, hatte der belgische König 1,1 Milliarden Dollar Gewinn aus seiner Kolonie gezogen. Schätzungsweise 10 Millionen Menschen mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen. Dass Leopold II. seine "private" Kolonie wieder verlor, ist letztlich dem Engagement eines einzigen Mannes zu verdanken: Edmund Morel, ein Kontorist bei einer Liverpooler Schifffahrtslinie, erkannte 1897 das ganze Ausmaß des Terrors im Kongo, und machte den Kampf gegen das Grauen zu seinem persönlichen Kreuzzug. Es war der Beginn der ersten großen internationalen Menschenrechtsbewegung, die das 20. Jahrhundert kannte, der Congo Reform Association. Adam Hochschilds herausragendes Buch Schatten über dem Kongo handelt von dieser Bewegung, von den grausamen Verbrechen, gegen die sie sich richtete, und von der langen Zeit der Forschungsreisen und Eroberungen, die der Kolonisierung des Kongos vorausging. Es handelt aber auch von dem Vergessen, dem die Welt einen der großen Massenmorde der jüngeren Geschichte überantwortet hat. Geschickt konzentriert Hochschild seine fesselnde Erzählung auf ein paar faszinierende Persönlichleiten: König Leopold II. und den Abenteurer Henry Morton Stanley, der in seinem Auftrag den Kongo eroberte; Hauptmann Léon Rom, ein skrupelloser Helfershelfer, der die Kolonie mit unmenschlichen Methoden ausbeutete, und natürlich Edmund Morel, dessen leidenschaftliches Engagement Leopolds Terrorherrschaft schließlich ein Ende setzte. -Stephan Fingerle
Buch:
Populismus in der modernen Demokratie: Die Niederlande und Deutschland im Vergleich
Ausgabe vom Januar 2011, Broschiert, Verkaufsrang 394834