Aus der Amazon.de-Redaktion Norman Finkelstein wirft den großen jüdischen Organisationen in den USA vor, den Holocaust für ökonomische, politische und ideologische Zwecke zu missbrauchen. Er kritisiert die "jüdischen Eliten", die seiner Meinung nach ihren "Opferstatus" dazu nutzen, die "verwerfliche Politik des israelischen Staates und die amerikanische Unterstützung für diese Politik zu rechtfertigen". Und schließlich wehrt er sich dagegen, dass der Holocaust als singuläres Ereignis in der Geschichte betrachtet wird, damit aus dem historischen Kontext gelöst und unvergleichbar sei. Dies sei "purer Chauvinismus", der allein israelischen und jüdischen Interessen diene, die Leiden anderer Völker aber ignoriere. Diese moralische und finanzielle Ausbeutung jüdischen Leidens bezeichnet Finkelstein als Grundlage der "Holocaust-Industrie". Neben den jüdischen Organisationen und Interessenverbänden zählt er zu diesem Konglomerat auch renommierte wissenschaftliche Institutionen, "im jüdischen Besitz befindliche" Medien sowie prominente Vertreter der amerikanisch-jüdischen Gemeinde, allen voran den vermeintlichen "Hohepriester" des Holocaust, Elie Wiesel. Er sorge sich um das Vermächnis seiner Eltern und möchte mit seiner Anklage "die Integrität der historischen Überlieferung bewahren", rechtfertigt Finkelstein seine umstrittenen Thesen. Edle Gründe, fürwahr. Doch andere Motive drängen sich beim Lesen des Buches in den Vordergrund: der Ärger über die geringen Entschädigungszahlungen an seine Mutter; die kaum verhüllte Frustration über einen Wissenschaftsbetrieb, der ihn selbst ablehnt und sein vehementer Antizionismus. Finkelsteins Buch ist keine wissenschaftlich fundierte Studie über den öffentlichen Umgang mit der Holocaust-Erinnerung oder den Komplex der Entschädigungszahlungen. Es ist eine wütende, polemische, vor allem aber sehr persönliche Abrechnung mit dem "jüdischen Establishment", die ihm viel Beifall von der falschen Seite einbringen dürfte. Seinem zweifellos berechtigten Anliegen hat Finkelstein damit einen Bärendienst erwiesen. -Stephan Fingerle
Buch:
Das kulturelle Gedächtnis
Autor:
Jan Assmann, Ausgabe vom 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 124444
Buch:
Ein Fisch für den römischen Kaiser - Juden, Griechen, Römer: Die Welt des Jesus Christus.
Autor:
Carsten P. Thiede, Ausgabe vom 29. Aug. 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 117813
Product Description Terroristen im Visier des Mossad Erscheinungsjahr: 2006 Gewicht: 290 gr / Abmessung: 19 cm Von Bar-Zohar, Michael; Haber, Eitan München 1972: Bei den olympischenSpielen werden 11 israelische Athleten von Mitgliedern der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September ermordet. Einer der Drahtzieher: Ali Hassan Salameh, genannt Roter Prinz und enger Vertrauter des Palästinenserführers Yassir Arafat. Zahlreiche weitere blutige Attentate gehen auf sein Konto, er wird zu einem der meist gesuchten Terroristen der Welt. Der israelische Geheimdienst Mossad unter Zvi Zamir setzt sich auf seine Spur, doch es wird Jahre dauern, bis ihm Salameh ins Netz geht. Spannend wie ein Krimi, informativ und fundiert: Die Suche nach den Roten Prinzen schildert den Werdegang Salamehs, - des Top-Terroristen, der seinem Vater auf dessen blutigem Weg folgte, des Lebemanns und Playboys, der schließlich eine ehemalige Miss Universum heiratet. Des Weiteren steht die Arbeit des Mossad im Focus, mit seiner Suche nach den Mitgliedern von Schwarzer September und deren Exekution, aber auch mit seinen Fehlern, bei denen Unschuldige zu Opfern werden. Nicht zuletzt erzählt dieses Buch die Geschichte des Konflikts zwischen Palästinensern und Israelis.
Buch:
David und Salomo: Archäologen entschlüsseln einen Mythos
Autor:
Israel Finkelstein, Neil Asher Silbermann, Ausgabe vom 23. Aug. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 87283
Dieses Buch informiert ebenso übersichtlich wie anschaulich über die politische Bewegung, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die zunehmende Einwanderung von Juden nach Palästina und schließlich die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 bewirkte. Es zeigt zugleich, daß die Wurzeln des Nahostkonflikts ohne die Geschichte des Zionismus nicht verstanden werden können. "Nur wenige nationale Bewegungen haben den historischen Gang eines Volkes so radikal verändert wie der Zionismus die jüdische Geschichte während des letzten Jahrhunderts. Anfangs auch von vielen Juden verlacht oder bekämpft, ... wurde der Zionismus nach der Katastrophe des europäischen Judentums für nahezu alle Juden zum Symbol der Hoffnung auf ein Weiterleben." - Ein Weiterleben in einem, in der historischen Heimat des Volkes Israel (1948 dann unter der Obhut der Vereinten Nationen tatsächlich) neu gegründeten Staat. Aus enzyklopädischer Sicht ist die Reihe Wissen des Münchner Beck-Verlags zweifellos eines der verdienstvollsten Projekte der letzten Jahre. Auf wenig mehr als 100 Seiten geben fachlich ausgewiesene Autoren einen ebenso prägnanten wie profunden Einstieg in ihr Thema und schließen damit die Lücke zwischen knappem Lexikonartikel und dickleibiger Spezialliteratur. Ein Spagat, der, wenn er gelingt (was bislang ganz überwiegend der Fall gewesen ist), größtes Lob verdient. So auch diesmal! Als Autor für den Band zur Geschichte des Zionismus hat man den Münchner Professor für Jüdische Geschichte und Kultur, Michael Brenner, gewinnen können, dessen im Jahr 2000 vorgelegte Arbeit über Jüdische Kultur in der Weimarer Republik zu Recht große Aufmerksamkeit zuteil geworden ist. Eine Aufmerksamkeit, die auch der Geschichte des Zionismus zu wünschen wäre. Ohne Kenntnis der Geschichte dieser politischen Bewegung nämlich sind die Ursachen und Ausprägungen des Nahostkonflikts, des für die internationale Politik vielleicht bedeutsamsten Unruheherdes überhaupt, nicht zu verstehen. -Andreas Vierecke