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Aus der Amazon.de-Redaktion Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist. Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: "Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt." Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum "Kreuzzug" anwenden. Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner "Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt", entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben. Das Buch - aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos - ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. -Dr. Manfred Schwarzmeier 1
Buch:
Die ersten Siedler in Nordamerika
Autor:
Hélène Montardre, Ausgabe vom 10. Aug. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 331649
Product Description Barack Obama und seine Politik Erscheinungsjahr: 2010 Gewicht: 252 gr / Abmessungen: 210 mm x 125 mm x 18 mm Von Schläger, Philipp Die Grenzen der Macht Barack Obama ist ein Politiker wie jeder andere. Er sucht Kompromisse, bricht Versprechen und meidet unpopuläre Entscheidungen. Höchste Zeit also für eine kritische Bilanz. Seinen Einzug ins Weiße Haus begleiteten euphorische Heilserwartungen: Barack Obama, 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Wenig ist geblieben von der Aufbruchsstimmung. Yes, we can? Change? Die Realität sieht anders aus: Die Wirtschaftslage ist katastrophal, der Afghanistankrieg intensiviert, Halbherzigkeiten beim Klimaschutz. Und schmale Budgets, weltpolitische Zwänge und Rücksichtnahmen auf innenpolitische Lobbys untergraben jedes "Durchregieren" bereits im Ansatz. Philipp Schläger analysiert nüchtern den Zustand der US-Politik und zeigt ohne jede Beschönigung, wie auch unter Barack Obama Anspruch und Wirklichkeit der USA weit auseinanderklaffen.
Die USA haben als Vorbild ausgedient, für Rifkin ist Europa das Vorbild für die Welt. Europas Arbeits- und Sozialpolitik ist humaner als die der USA, die Lebensqualität der Menschen höher. Europa hat alte Feindschaften überwunden und vorbildliche Formen des Miteinanders entwickelt.Der neue Wirtschaftsraum ist der größte der Welt, doch die leise Supermacht setzt auf Nachhaltigkeit und Ausgleich. Rifkin beschreibt Europa als gigantischen Laborversuch, der als Modell für die ganze Welt dienen kann. Sein Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer Es ist Zeit, dass Europa seine Stärken erkennt und seine globale Verantwortung annimmt. Auch wenn europäisch-amerikanische Zwistigkeiten sie in letzter Zeit davon abgelenkt haben mögen: Am meisten hadern die Europäer immer noch mit sich selbst. Dabei hätten sie allen Grund stolz auf sich zu sein, denn ihrem Gesellschafts- und Regierungsmodell gehört die Zukunft. Das jedenfalls meint Jeremy Rifkin. Mit der politischen Integration des Kontinents, auf dem die blutigsten Schlachten der Geschichte geschlagen wurden, werde hier Schritt für Schritt ein beispielloses politisches Gemeinwesen geschaffen, dessen Architektur und dessen Grundprinzipien nach Ansicht des amerikanischen Autors zum globalen Vorbild taugen. In der ihm eigenen Eindringlichkeit legt Rifkin überzeugend dar, weshalb seiner Ansicht nach Europa die Zukunft gehört - trotz mancher Probleme, wie etwa der Überalterung, die er für lösbar hält. Als einen wichtigen Standortvorteil im Zeitalter der Globalisierung diagnostiziert er insbesondere die Erfahrungen, die man hier im Zuge der multinationalen Integration sowie mit einer "Regierung ohne Mitte" gemacht hat. In einer von mannigfachen gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Welt könnten Nationalstaaten allein nicht länger bestehen, lautet eine der zentralen Ausgangsdiagnosen. Und "die Europäische Union ist das am weitesten fortgeschrittene Beispiel für neue, transnationale Regierungsmodelle". Während der "Amerikanischen Traum" von einer Überbetonung der individuellen Autonomie gekennzeichnet sei, präge den "Europäischen Traum" außer der Wille zur Integration das Bewusstsein kollektiver (und globaler) Verantwortlichkeit. Und eben dies seien die Attribute, die für eine zukunftsfähige (Welt-)Gesellschaft unabdingbar seien. Eine aufbauende und mutmachende Lektüre! - Andreas Vierecke
Buch:
Barack Obama: Leben und Aufstieg
Autor:
David Remnick, Ausgabe vom 2. Okt. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 266107
Aus der Amazon.de-Redaktion Barack Obamas Verwandtschaft reicht von der kenianischen Großmutter über einen Halbbruder in Südchina bis zu Tanten, die an Margaret Thatcher erinnern. Ein derartiges Einwanderer-Profil ist einerseits Grundlage des "American Dream", den festen Glauben, sich durch Fleiß hochzuarbeiten. Andererseits erinnern die verzweigten Pfade seiner frühen Jahre an den Lebensweg eines Außenseiters. Nur so ist zu verstehen, warum David Remnick seine lesenswerte Biografie zwischen der US-Bürgerrechtsbewegung im Jahre 1965 und der Amtseinführung Barack Obamas als Präsident 2008 verankert. "Die Rasse war das, was ständig präsent war und doch so selten beim Namen genannt wurde." Als Leben und Aufstieg erschien, waren die gewaltigen Beifallsstürme um Obama längst abgeflacht. Zur Halbzeit seiner Präsidentschaft stellt sich sogar die Frage, ob der Überflieger nach nur vier Jahren als "one-term president" abzustürzen droht. Wenn der Jubel dem Alltag weicht, ist die Zeit reif, einem Phänomen auf den Grund zu gehen. So lernen Leser den jungen "Barry" kennen, einen ordentlichen Schüler auf Hawaii, und erfahren von Studienjahren in Kalifornien und New York. Es geht um seine Jungfernrede, seinen geistigen Mentor in Harvard ? und um den ersten Kuss von Ehefrau Michelle. Natürlich dreht es sich um Wahlkämpfe sowie Barack Obamas Entschluss, für die demokratische Partei die Präsidentschaft zu erringen. Pulitzer-Preisträger Remnick deckt Obamas analytische Distanz auf, seine Art, nötigenfalls Kompromisse zu erzielen sowie seine Entscheidung, in Chicago lieber schlecht bezahlt Sozialarbeit zu leisten als lukrativ Interessen von Großkonzernen zu vertreten. So fügt sich die Geschichte von gesellschaftlichen Netzwerken, politischen Schachzügen und dem Glück des Tüchtigen zu einem großen Ganzen. Gleichzeitig wird klarer, wie US-Politik im Kleinen funktioniert. Im Wahlkampf 2012 werden die Republikaner ihre üblichen Angriffe starten und den amtierenden demokratischen Präsidenten voraussichtlich als schwach, unpatriotisch und staatsgläubig zu diskreditieren versuchen. Ob die Mehrheit der Amerikaner diesem altbekannten Jagdhund der "Grand old Party" Beute schlagen lässt, entscheidet, ob Barack Obamas Stern verblasst ? oder ob er weiter strahlt und seine politische Karriere von einer zweiten Amtszeit als Präsident gekrönt wird. ? Herwig Slezak
Buch:
Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream
Autor:
Barack Obama, Ausgabe vom 2008, Broschiert, Verkaufsrang 202202
Aus der Amazon.de-Redaktion Mit Hoffnung wagen stellt Barack Obama, neben Hillary Clinton der wohl chancenreichste Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2008, nicht einfach das Programm vor, mit dem er die Anhänger seiner Partei bei den Vorwahlen davon überzeugen möchte, dass er das Land zu führen und die Dinge zum Besseren zu wenden vermag. Er spricht in dem in vielerlei Hinsicht überraschenden Buch vielmehr sehr ausführlich auch über seine eigene Unsicherheit (in Bezug etwa auf seine Rolle als - wegen seines Berufs viel zu häufig abwesender - Ehemann und Vater), aber auch über die unleugbare existenzielle Unsicherheit, die für das Leben vieler Amerikaner prägend ist. Und er spricht über das Risiko, Politik so zu betreiben, wie er sie versucht zu betreiben: Ohne ideologische oder parteipolitische Scheuklappen, offen und partnerschaftlich diskursiv statt konfrontativ. Überraschend für ein Buch, mit dem sich ein Politiker für höhere Aufgaben empfehlen will, ist die selbstkritische Aufmerksamkeit, mit der Obama sich selbst und seine eigene, ihm in manchen Fragen zu dogmatische Partei in den Blick nimmt. Noch überraschter aber ist man bei der Lektüre, dass man ihm diese Selbstkritik abnimmt, statt in ihr bloß eine der üblichen Finten zu erkennen, mit denen man bei genau den Wählern Punkte sammeln möchte, die einen nicht sowieso schon wählen. Der Autor scheut sich auch nicht, offen diejenigen politischen Überzeugungen vor seinen Lesern auszubreiten, von denen er weiß, dass die Mehrheit der Amerikaner sie nicht teilt. Aber wie er dies tut, erscheint glaubwürdig und gibt eine Ahnung davon, weshalb Viele in dem Afroamerikaner einen echten Hoffnungsträger sehen und glauben, er könne dem Land den "American Dream" wiedergeben, der es einst groß gemacht hat. Innenpolitisch würde man dem Autor nach der Lektüre zutrauen, die tiefen Gräben, die die Präsidentschaft von George W. Bush in der amerikanischen Gesellschaft aufgerissen hat, zu überwinden. Außenpolitisch ist das Profil, das in diesem überaus lesenswerten Buch gezeichnet wird, noch recht unscharf. Immerhin, so viel kann man mit einiger Sicherheit schließen, würde ein Präsident Obama einen weniger "texanischen" Stil pflegen als der scheidende Präsident. Aber dies gilt nicht nur, völlig unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, für alle übrigen möglichen Mitbewerber auch, es ist auch wirklich keine Überraschung. - Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de