Aus der Amazon.de-Redaktion Dass sich in deutschen Städten immer noch zahlreiche Plätze und Straßen finden, die zur Ehre des Paul von Hindenburg seinen Namen tragen, hätte den ebenso selbstgerechten wie eitlen, seine politische Weitsicht maßlos überschätzenden Weimarer Reichspräsidenten sicherlich gefreut. Für die betroffenen Gemeinden aber ist es eine Schande, wenn sie den darin dokumentierten fatalen Irrtum offenbar noch immer nicht für korrekturbedürftig halten: dass das politische Streben Hindenburgs ohne Tadel gewesen sei - auch wenn er sich am Ende, wie man einschränkend bestenfalls einräumt, geschwächt von seinem Alter von Hitler habe instrumentalisieren lassen. Eigentlich auch eine Schande - für die Zunft der Historiker in Deutschland - ist es, dass es bis ins Jahr 2007 gedauert hat, bis sich mit Wolfram Pyta jemand gefunden hat, der diesem Hindenburg endlich eine seiner historischen Bedeutung angemessene, große und von den sich um ihn wie Lorbeer und Eichenlaub rankenden Mythen gereinigte Biografie gewidmet hat. Mindestens zweimal war Paul von Hindenburg entscheidend an unheilvollen historischen Weichenstellungen beteiligt: Als Chef der 3. Obersten Heeresleitung, zu dem er 1916 berufen wurde, war er 1918 unmittelbar am Sturz Wilhelm II. beteiligt. Als 1925 in freier Volkswahl gekürter und 1932 wiedergewählter Staatspräsident der Weimarer Republik ernannte er Adolf Hitler am 30.Januar 1933 zum Reichskanzler. Dies tat er, nach anfänglichem Zögern, in freier Entscheidung und bei vollem Verstand - ebenso, wie er seine Unterschrift unter die "Reichstagsbrandverordnung" vom 28. Februar 1933 und unter das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 setzte, das endgültig den Weg zur Errichtung der NS-Diktatur freimachte. Und als Hitler noch an Hindenburgs Todestag per Gesetz die Amtsfunktionen des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten auf sich vereinte, konnte er sich dabei auf das politische Testament Hindenburgs berufen, der in Hitler den Vollender seiner eigenen politischen Vision einer nicht nur äußerlich geeinten deutschen Nation sah. Und dies, wie die detailreiche und für die Zukunft maßgebliche Hindenburg-Studie Pytas eindrucksvoll belegt, sehr wohl im vollen Wissen, wes wahnhaften Geistes Kind der Nationalsozialismus tatsächlich war. Am Ende steht der "Sieger von Tannenberg" (der er in Wahrheit auch nicht gewesen ist) vor uns als das, was er tatsächlich war: kein ehrenvoller preußisch-deutscher Patriot, sondern einer der großen Unglücksfälle der deutschen Geschichte. - Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
Buch:
Die Weimarer Republik: Eine unvollendete Demokratie
Autor:
Horst Möller, Ausgabe vom 1. Januar 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 122872
Aus der Amazon.de-Redaktion Bis heute ist die Frage, wie der Sturz in die Barbarei des Nationalsozialismus möglich war, nur in Ansätzen geklärt. Restlos begreifen wird man die Ungeheuerlichkeit dieser historischen Urkatastrophe vermutlich niemals. Auch wenn dadurch das Ausmaß des Horrors in keiner Weise erhellt werden kann. Schließlich war keiner der nach dem Ersten Weltkrieg neu entstandenen Demokratien dauerhafter Erfolg beschieden. Ohne jedoch das Scheitern der Demokratie von Weimar zu begreifen, wird man das, was ihr nachfolgte niemals auch nur im Ansatz verstehen. Hans Möllers Studie über Die Weimarer Republik, die sich seit ihrem erstmaligen Erscheinen 1985 längst als Standardwerk etabliert hat, gehört deshalb zweifellos zu den vielleicht einem Dutzend Büchern, die für einen zeithistorisch-politischen Minimalbildungskanon ohne Übertreibung absolut unverzichtbar sind. Die mittlerweile siebte Auflage präsentiert sich abermals aktualisiert, an manchen Stellen wohl überlegt gekürzt, an anderen Stellen klug erweitert. Auf den neuesten Stand gebracht wurde das sorgfältig recherchierte und thematisch glänzend sortierte Quellen- und Literaturverzeichnis, das einen hervorragenden Überblick der Forschungsliteratur gibt. Eine Zeittafel und einige wenige, freilich sehr aussagekräftige Tabellen (insbesondere zu den Wahlergebnissen von 1919 bis 1933) runden den unbedingt empfehlenswerten Band ab! -Andreas Vierecke
Buch:
Aufstieg und Untergang der Republik von Weimar 1918 - 1933
Autor:
Hans Mommsen, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 136739
Die Weimarer Republik gilt als erster Versuch Deutschlands, auf demokratischen Füssen zu stehen. Doch ihre Schöpfer schafften es aus nationalpolitischen Rücksichten nicht, einen klaren strukturellen und moralischen Trennungsstrich zu den Verfechtern der alten Ordnung zu ziehen. Dem grossen Historiker Hans Mommsen gelingt es, die komplizierten innen- und aussenpolitischen Geschehnisse zu verdeutlichen und eine pointierte Darstellung zum Thema zu liefern. Die Phase zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der Naziherrschaft ist für viele immer noch eine Grauzone der deutschen Geschichte. Man weiß zwar von der Existenz der Weimarer Republik, aber da die Sache ja relativ schnell scheiterte, meint man, nicht allzu vieler Informationen zu bedürfen. Das ist ein Trugschluss, denn die Weimarer Epoche ist immerhin der erste deutsche Versuch eines demokratischen Staates. Kenntnisse darüber können nie schaden, helfen sie doch, unser heutiges Weltbild in der Geschichte Deutschlands zu verorten. Wer nach einer umfassenden, fundierten und zudem gut zu lesenden Einführung in die historische Entwicklung der Weimarer Republik sucht, ist mit dem Erwerb von Hans Mommsens Band Aufstieg und Untergang der Republik von Weimarbestens beraten. Historiker-Ikone Mommsen beherrrscht die in seiner Zunft seltene Kunst der genauen, aber nie überdetaillierten Beschreibung. Das ermöglicht einerseits Lesern mit wenig Kenntnisstand über die Jahre 1919-1933 einen guten Einstieg, andererseits wird jemand mit guten Vorkenntnissen durchaus noch Neues entdecken. Für Mommsen ist die Weimarer Republik dabei weder "bloße Vorgeschichte des Dritten Reiches" noch betrachtet er sie unter rein innerdeutschen Aspekten. In der "außenpolitischen Penetration durch die Westmächte" sieht Mommsen vielmehr eine Mitursache der Instabilität dieses Systems. Mommsens "globale" Herangehensweise macht das Buch zwar nicht gerade dünner, dafür aber zu einer inhaltlich gewichtigen Arbeit, die der Weimarer Epoche in ihrer Vielschichtigkeit gerecht wird. Zusätzlich verfügt der ursprünglich als Teil der Propyläen Geschichte Deutschlands entstandene Band über alle Ausstattungsmerkmale eines guten Geschichtsbuches (eine Zeittafel einmal ausgenommen): ausführliches Register, Abkürzungsverzeichnis, umfangreiche Bibliografie sowie eine Übersicht über sämtliche Kabinette (21 Stück in 14 Jahren!). Dieses Buch bietet alles, was man wissen muss, um die Weimarer Republik zu verstehen. -Joachim Hohwieler
Buch:
Der Frieden von Versailles
Autor:
Eberhard Kolb, Ausgabe vom 9. Febr. 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 163193
Product Description Erscheinungsjahr: 2005 m. 3 Abb. u. 3 Ktn. Gewicht: 122 gr / Abmessung: 18 cm Von Kolb, Eberhard Der Frieden von Versailles war das wohl folgenreichste Vertragswerk des 20. Jahrhunderts. Er entschied über das Schicksal der Verlierer des Ersten Weltkriegs, bestimmte die territoriale Neuordnung Europas und wichtiger außereuropäischer Regionen wie der Nahe Osten, und er schuf die Grundlagen für die Errichtung des Völkerbundes. Eberhard Kolb schildert in seiner konzisen Darstellung die Ausgangssituation am Ende des Krieges, den Verlauf der Verhandlungen und die wichtigsten Ergebnisse des Friedens.
Buch:
Weimar 1918-1933 - Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie
Product Description Dreigroschenoper, Bubikopf, Dada, Bauhausarchitektur, Metropolis, Straßenkämpfe - der Mythos der Zwanziger Jahre prägt bis heute das Bild Berlins in der ganzen Welt. Er zieht Touristen in die Stadt und inspiriert die Berliner Stadtplanung und Architektur, das Theater, das Kino und die Literatur. An manchen Orten ist der Geist der Weimarer Republik noch greifbar an Baustellen wie dem Alexanderplatz, auf S-und U-Bahn-Strecken oder in Wohnanlagen der Zwanziger Jahre, die in jüngster Zeit sorgfältig restauriert wurden. Die Umgestaltung der Museumslandschaft seit der Wiedervereinigung hat neue Anlaufpunkte geschaffen, an denen man sich über Film, Malerei, Design, Geschichte und Stadtentwicklung zwischen 1918 und 1933 informieren kann. Zum ersten Mal liegt nun ein Stadtführer vor, der hilft, die Zwanziger Jahre mit all ihren Facetten im wiedervereinigten Berlin wiederzuentdecken. Zahlreiche Abbildungen, Register und ein Serviceteil erleichtern die Orientierung.
Buch:
Die katholische Friedensbewegung in der Weimarer Republik
Autor:
Dieter Riesenberger, Ausgabe vom 1976, Taschenbuch, Verkaufsrang 2149960
Buch:
Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik - Eine Einführung in Ökonomie und Gesellschaft der ersten Deutschen Republik
Autor:
Heike Knortz, Ausgabe vom 15. Sept. 2010, Broschiert, Verkaufsrang 99557