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Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanistan vertuschten - Julian Reichelt, Jan Meyer
Buch:Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanistan vertuschten
Autor:Julian Reichelt, Jan Meyer, Ausgabe vom 10. Juni 2010, Broschiert, Verkaufsrang 29060

Auswärtiges Amt: Diplomatie als Beruf -
Buch:Auswärtiges Amt: Diplomatie als Beruf
 Ausgabe vom 14. Sept. 2005, Gebunden, Verkaufsrang 43903
Product Description
Ein Tag im Auswärtigen Amt - Bilaterale Beziehungen - Multilaterale Beziehungen - Wo die Fäden zusammenlaufen - Botschaften - Konsularische Aufgaben - Internationale Organisationen - Bewerbung, Ausbildung und Laufbahnen - Arbeit und Leben als Diplomat - Die Zukunft der Diplomatie

Unter Beschuss: Warum Deutschland in Afghanistan scheitert - Marc Lindemann
Buch:Unter Beschuss: Warum Deutschland in Afghanistan scheitert
Autor:Marc Lindemann, Ausgabe vom 29. Januar 2010, Broschiert, Verkaufsrang 218933
Preis: 18,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Die Angst des weißen Mannes: Ein Abgesang - Peter Scholl-Latour
Buch:Die Angst des weißen Mannes: Ein Abgesang
Autor:Peter Scholl-Latour, Ausgabe vom 4. Nov. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 118885
Aus der Amazon.de-Redaktion
"Aus den zu Stein erstarrten Gesichtern der Soldaten spricht immer noch die Wildheit der Steppe.? So klingen zahlreiche Sätze, die der Grandseigneur außenpolitischer Berichterstattung wie in Stein meißelt. Neben Pathos, das Joseph Conrad zur Ehre gereicht, besteht Peter Scholl-Latours Werk aus aufmerksamen Schilderungen und unaufgeregten Analysen. Schließlich schickt der neuzeitliche Entdecker in seiner Chronik des asiatisch-pazifischen Raumes folgenden unsentimentalen Abgesang voraus: "Dieser Reisebericht ist der intensiven persönlichen Erfahrung des Autors gewidmet, dass die dominante Ära des weißen Mannes ihren Endpunkt erreicht hat."
Scholl-Latours klare Gedanken, die er in Ost-Timor, Bali, Ozeanien, Java, China, Kasachstan, Kirgistan sowie auf den Philippinen fasst, werden durch eine Reihe von historischen und geographischen Exkursen ergänzt. Dabei geht es um Barack Obama, die brasilianische Bombe oder Chinas unaufhaltsamen Aufstieg zur Weltmacht. Die Sehnsucht nach dauerhaftem Frieden wiederum empfindet der politische Grenzgänger als romantischen Taumel. Gleichzeitig fragt der ausgebuffte Journalist, ob in einigen Regionen der Welt eine Art aufgeklärter Despotismus einem Mehrparteiensystem mit gefälschten Wahlen vorzuziehen sei.
Wenn Scholl-Latour die Portugiesen Lusitanier oder die Franzosen Gallier nennt oder von "primitiven Stammeshäuptlingen" oder "melanesischen Heiden" in "Insulinde" spricht, sind diese Bezeichnungen bestenfalls als altmodisch einzuschätzen. Wenn Scholl-Latour australische Aborigines als Steinzeitmenschen einstuft, steht er aus Sicht der heutigen Völkerkunde jedoch auf Höhe des Kulturevolutionismus des 19. Jahrhunderts. Neben theoretischen Mängeln ärgern auch Details, etwa wenn Scholl-Latour zwischen ritueller und profaner Anthropophagie nicht unterscheiden will. Genauso wenig wissenschaftlich haltbar sind die immer wieder verlautbarten Biologismen, beispielsweise wenn von der "angeborenen Indolenz der Landbevölkerkung" auf der Insel Timor gesprochen wird oder wenn Darwinismus und Sozialdarwinismus vermengt werden.
Doch auch wenn Peter Scholl-Latours Theoriegebäude baufällig ist ? sein Gespür für die politische Praxis beeindruckt immens. Seine Erfahrungen aus unzähligen Auslandseinsätzen und seine Art, schwierige Zusammenhänge verständlich darzustellen, machen fast alle seine Sachbücher zu Bestsellern. So wäre es sträflich, Sachverstand und Urteilsvermögen des ausgewiesenen Pragmatikers links liegen zu lassen. Das gilt selbst für kritische Geister, die Scholl-Latours Art als Schwadronieren empfinden oder seine Schlussfolgerungen für bizarr. Vielmehr öffnet sein Opus Magnum über die Lage weiter Teile Asiens und Ozeaniens dem Leser einen neuen Horizont ? ganz so wie einst die Logbücher großer alter Entdecker.
? Herwig Slezak

Die rot-grünen Jahre - Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum 11 - September: Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum Irak - Joschka Fischer
Buch:Die rot-grünen Jahre - Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum 11 - September: Deutsche Außenpolitik - vom Kosovo bis zum Irak
Autor:Joschka Fischer, Ausgabe vom Okt. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 328409
Preis: 22,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Nie wieder Krieg. Nie wieder Auschwitz. Diese zwei Prinzipien galten nicht nur für Joschka Fischer unumstößlich. Doch dann marschierte die serbische Armee 1999 im Kosovo ein. Deutschland musste sich entscheiden, entweder "ethnische Säuberungen" zuzulassen oder erstmals seit 1945 wieder Krieg zu führen. Folglich steht die Kosovo-Krise im Zentrum dieses politischen Rückblicks. Zudem erörtert der Ex-Außenminister und -Vizekanzler den rot-grünen Wahlsieg 1998, die anschließenden Regierungsgeschäfte, die Partei-, Nahost- sowie Europapolitik samt EU-Osterweiterung. Anekdoten erzählen von Schröders Haifischlächeln, einem schmuddeligen Hotel in New York oder davon, worüber sich Madeleine Albright einmal köstlich amüsierte.
Staatstragend, offen und persönlich, mitunter ausschweifend erklärt, ja legitimiert der Politiker getroffene Entscheidungen. Der Leser jettet gleichsam mit Joschka Fischer durch die Welt - von Konferenz zu Krisenherd und zurück nach Berlin. Da Fischers Erinnerungen immer länger wurden und zwei angekündigte Erscheinungstermine verschoben werden mussten, reifte die Idee heran, seine Sicht der Dinge in zwei Bücher zu fassen. Deshalb reichen die vorliegenden Memoiren nur bis zum 11. September 2001. In einem zweiten Band wird Fischer die Zeit vom Terror-Anschlag auf das World Trade Center bis zur Bundestagswahl 2005 beleuchten.
Laut Umfragen war Joschka Fischer jahrelang der beliebteste Politiker Deutschlands. Im politischen Alltag jedoch fühlte sich der Pragmatiker oft zwischen Bundeskanzler und grüner Partei wie "eingeklemmt zwischen Baum und Borke". Keinen Hehl macht der charismatische Macher daraus, dass ihn Parteilinke wie Jürgen Trittin mit ihren grundsätzlichen Vorbehalten und anstrengenden Diskussionen nerven. "Politik kennt keinen Konjunktiv", hält Fischer dagegen. So steht dieses Buch auch als Mahnung an Bündnis 90/Die Grünen, sich keinen politischen Illusionen hinzugeben. Vielmehr könne die Partei nur mittels realpolitischer Pragmatik zurück an die Regierung kommen. Und darum gehe es letztendlich in der Politik, so Realo Fischer überzeugt. -Herwig Slezak
Der Grüne Joschka Fischer ist müde. Das sieht man schon auf dem Cover des ersten Bandes seiner Memoiren, Die rot-grünen Jahre
. Das dort abgedruckte Porträtfoto, das niemand Geringerer als der Hausfotograf gealterter Rockstars, Jim Rakete, geschossen hat, zeigt einen in Würde ergrauten Pensionär, dessen Blick zwischen Lustlosigkeit und spöttischer Distanz zum Weltgeschehen changiert. Dass Deutschlands ehemaliger Außenminister müde ist, das hört man aber auch in dieser gegenüber der Buchausgabe gekürzten Hörbuchfassung an vielen Stellen klar heraus. Denn hin und wieder meint man in Fischers etwas monotoner Stimme die Langeweile eines Ruheständlers herauszuhören, den man aufgestört hat - und der aus dem Studio am liebsten schnell wieder zurück nach Hause will.
Das ist schade. Denn Fischer hat etwas zu sagen. Und es ist nicht so, dass er dabei etwas - oder gar, wie in Politikerbiografien durchaus üblich, das Entscheidende - verschweigen würde. Die rot-grünen Jahre spannen den Bogen vom Kosovo-Konflikt bis zu den Terror-Anschlägen des 11. September, und da ist wirklich, das macht einem die Lesung wieder einmal deutlich bewusst, eine ganze Menge passiert in der Welt. Wie stark die deutsche Außenpolitik unter Fischer daran beteiligt war, zeigen Die rot-grünen Jahre auf. Und auch, wenn manche Mitstreiter wie Kanzler Gerhard Schröder in der Figurenzeichnung eher blass bleiben und man etwa über Fischers radikale Jugend eher wenig (und nichts Neues) erfährt, tritt der Autor hier doch so erfrischend selbstkritisch auf, dass das Hörbuch in dieser persönlichen Lesart doch noch zu etwas Besonderem wird.
"Warum musste die Geschichte ausgerechnet unter Rot-Grün so hart zuschlagen?" fragt sich Fischer einmal. Für die Spannungselemente dieser Memoiren allerdings war diese harte Zeit im Rückblick nicht verkehrt. Da kann man sicher über manche stimmliche Schwäche des Autors getrost hinweghören. - Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
4 CDs, ca. 322 Minuten

Die rot-grünen Jahre: Deutsche Außenpolitik vom Kosovo bis zum 11 - September - Joschka Fischer
Buch:Die rot-grünen Jahre: Deutsche Außenpolitik vom Kosovo bis zum 11 - September
Autor:Joschka Fischer, Ausgabe vom 1. Nov. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 292202
Preis: 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Nie wieder Krieg. Nie wieder Auschwitz. Diese zwei Prinzipien galten nicht nur für Joschka Fischer unumstößlich. Doch dann marschierte die serbische Armee 1999 im Kosovo ein. Deutschland musste sich entscheiden, entweder "ethnische Säuberungen" zuzulassen oder erstmals seit 1945 wieder Krieg zu führen. Folglich steht die Kosovo-Krise im Zentrum dieses politischen Rückblicks. Zudem erörtert der Ex-Außenminister und -Vizekanzler den rot-grünen Wahlsieg 1998, die anschließenden Regierungsgeschäfte, die Partei-, Nahost- sowie Europapolitik samt EU-Osterweiterung. Anekdoten erzählen von Schröders Haifischlächeln, einem schmuddeligen Hotel in New York oder davon, worüber sich Madeleine Albright einmal köstlich amüsierte.
Staatstragend, offen und persönlich, mitunter ausschweifend erklärt, ja legitimiert der Politiker getroffene Entscheidungen. Der Leser jettet gleichsam mit Joschka Fischer durch die Welt - von Konferenz zu Krisenherd und zurück nach Berlin. Da Fischers Erinnerungen immer länger wurden und zwei angekündigte Erscheinungstermine verschoben werden mussten, reifte die Idee heran, seine Sicht der Dinge in zwei Bücher zu fassen. Deshalb reichen die vorliegenden Memoiren nur bis zum 11. September 2001. In einem zweiten Band wird Fischer die Zeit vom Terror-Anschlag auf das World Trade Center bis zur Bundestagswahl 2005 beleuchten.
Laut Umfragen war Joschka Fischer jahrelang der beliebteste Politiker Deutschlands. Im politischen Alltag jedoch fühlte sich der Pragmatiker oft zwischen Bundeskanzler und grüner Partei wie "eingeklemmt zwischen Baum und Borke". Keinen Hehl macht der charismatische Macher daraus, dass ihn Parteilinke wie Jürgen Trittin mit ihren grundsätzlichen Vorbehalten und anstrengenden Diskussionen nerven. "Politik kennt keinen Konjunktiv", hält Fischer dagegen. So steht dieses Buch auch als Mahnung an Bündnis 90/Die Grünen, sich keinen politischen Illusionen hinzugeben. Vielmehr könne die Partei nur mittels realpolitischer Pragmatik zurück an die Regierung kommen. Und darum gehe es letztendlich in der Politik, so Realo Fischer überzeugt. -Herwig Slezak
Der Grüne Joschka Fischer ist müde. Das sieht man schon auf dem Cover des ersten Bandes seiner Memoiren, Die rot-grünen Jahre
. Das dort abgedruckte Porträtfoto, das niemand Geringerer als der Hausfotograf gealterter Rockstars, Jim Rakete, geschossen hat, zeigt einen in Würde ergrauten Pensionär, dessen Blick zwischen Lustlosigkeit und spöttischer Distanz zum Weltgeschehen changiert. Dass Deutschlands ehemaliger Außenminister müde ist, das hört man aber auch in dieser gegenüber der Buchausgabe gekürzten Hörbuchfassung an vielen Stellen klar heraus. Denn hin und wieder meint man in Fischers etwas monotoner Stimme die Langeweile eines Ruheständlers herauszuhören, den man aufgestört hat - und der aus dem Studio am liebsten schnell wieder zurück nach Hause will.
Das ist schade. Denn Fischer hat etwas zu sagen. Und es ist nicht so, dass er dabei etwas - oder gar, wie in Politikerbiografien durchaus üblich, das Entscheidende - verschweigen würde. Die rot-grünen Jahre spannen den Bogen vom Kosovo-Konflikt bis zu den Terror-Anschlägen des 11. September, und da ist wirklich, das macht einem die Lesung wieder einmal deutlich bewusst, eine ganze Menge passiert in der Welt. Wie stark die deutsche Außenpolitik unter Fischer daran beteiligt war, zeigen Die rot-grünen Jahre auf. Und auch, wenn manche Mitstreiter wie Kanzler Gerhard Schröder in der Figurenzeichnung eher blass bleiben und man etwa über Fischers radikale Jugend eher wenig (und nichts Neues) erfährt, tritt der Autor hier doch so erfrischend selbstkritisch auf, dass das Hörbuch in dieser persönlichen Lesart doch noch zu etwas Besonderem wird.
"Warum musste die Geschichte ausgerechnet unter Rot-Grün so hart zuschlagen?" fragt sich Fischer einmal. Für die Spannungselemente dieser Memoiren allerdings war diese harte Zeit im Rückblick nicht verkehrt. Da kann man sicher über manche stimmliche Schwäche des Autors getrost hinweghören. - Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
4 CDs, ca. 322 Minuten

Gefahr aus der Mitte - Die deutsche Politik rutscht nach rechts - Jürgen Trittin
Buch:Gefahr aus der Mitte - Die deutsche Politik rutscht nach rechts
Autor:Jürgen Trittin, Ausgabe vom Sept. 2001, Broschiert, Verkaufsrang 1567836

Weltmacht USA: Ein Nachruf - Emmanuel Todd
Buch:Weltmacht USA: Ein Nachruf
Autor:Emmanuel Todd, Ausgabe vom März 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 45570
Preis: 6,99 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Noch nicht erschienen.
Aus der Amazon.de-Redaktion
Aggressiv und unberechenbar -? so verhalten sich die USA derzeit nach Ansicht des französischen Sozialwissenschaftlers Emmanuel Todd. Sind also die Amerikaner als einzig verbliebene Supermacht der Erde zu stark geworden? Im Gegenteil, meint Todd in dieser Streitschrift. Denn: "Die USA beherrschen längst nicht mehr die Welt, sie sind dabei, die Kontrolle zu verlieren." Genau darin sieht er den Grund, warum Washington vom "internationalen Ordnungsfaktor" zum "Unruhestifter" geworden sei.
Seine provokante These vom Niedergang der "Weltmacht USA" unterfüttert der Autor mit einigen, teils durchaus überzeugenden Beobachtungen. Der Franzose verweist beispielsweise auf das immense Defizit in der amerikanischen Handelsbilanz: Die Vereinigten Staaten importieren ein Vielfaches von dem, was sie exportieren. Sie sind, mit anderen Worten, wirtschaftlich stark vom Ausland abhängig - und damit verwundbar. Auch politisch würden die USA nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr als Schutzmacht gegen den Kommunismus gebraucht. Aus dieser tiefen Verunsicherung heraus resultiert nach Ansicht Todds der "theatralische Militarismus" der USA: Mit Angriffen auf schwache Gegner wie Afghanistan oder den Irak wolle Washington eine Stärke demonstrieren, die es de facto längst verloren habe.
Todd betont immer wieder, dass er sich nicht zum Lager der Antiamerikaner zählt. Und er gibt sich alle Mühe, seine Argumente wissenschaftlich zu begründen, oft mit recht ausufernden Theoriegebäuden. Gleichwohl sind Todds Thesen zuweilen holzschnittartig. In der Zeit zwischen 1950 und 1990 stilisiert er die USA zum "gütigen Hegemon", ja sogar zum "Reich des Guten". Umgekehrt hätten die Vereinigten Staaten heute das "Lager der Gerechten" verlassen. Beide Zuschreibungen sind sprachlich wie inhaltlich platt. Und die "Rede vom weltweiten Terrorismus" mag den USA zwar gelegen kommen - eine Erfindung Washingtons, wie von Todd unterstellt, ist die Terrorgefahr aber ganz sicher nicht.
Fazit: Streitschriften dürfen überspitzen und provozieren. Und deshalb ist Todds Buch ein lesenswerter und zur Diskussion herausfordernder Beitrag zu einer wichtigen Debatte, die uns alle angeht. -Christoph Peerenboom

Seilschaften: Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amts - Hans-Jürgen Döscher
Buch:Seilschaften: Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amts
Autor:Hans-Jürgen Döscher, Ausgabe vom 1. Aug. 2005, Gebunden, Verkaufsrang 270798
Aus der Amazon.de-Redaktion
Einen solchen Eklat hatte es im Auswärtigen Amt bis dahin noch nicht gegeben: Nachdem Außenminister Joschka Fischer einem verstorbenen Diplomaten aufgrund dessen Nazi-Vergangenheit ein "ehrendes Gedenken" im amtsinternen Mitteilungsblatt verwehrt hatte, schalteten 128 ehemalige Diplomaten ein ganzseitiges, namentlich gezeichnetes Zeitungsinserat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung "in memoriam Franz Krapf". Darin versicherten sie dem Botschafter a. D. (und früheren SS- und SD-Mann) ihr ganz persönliches, ehrendes Andenken. Dafür, lautet unser Fazit aus dem hier angezeigten Buch, sollten sie sich schämen!
Die Untersuchung, in der Döschner die Ergebnisse seiner früherer, seit längerem vergriffenen Studien Das Auswärtige Amt im Dritten Reich und Verschworene Gesellschaft aktualisiert zusammenführt, rekonstruiert akribisch recherchiert die personalpolitische Tradition des Auswärtigen Amtes auf der Grundlage einer Vielzahl von Quellen, die teils erst seit kurzem zugänglich sind. Die referierten Tatbestände lassen die Ungeheuerlichkeit der jüngsten Verwerfungen zwischen dem Minister und (ehemaligen) Mitarbeitern des Auswärtigen Dienstes in grellstem Licht erscheinen. "Da sich die Bundesrepublik Deutschland aus der Überwindung und Negation des nationalsozialistischen Unrechtsstaats legitimiert", schreibt Döscher mit Blick auf den Fall Krapf, "zeugt das Verlangen nach ehrendem Gedenken für einen ehemaligen SS-Führer im Jahre 2005 von bemerkenswerter Indolenz". Krapfs Nazi-Vergangenheit ist dabei leider kein Einzelfall: Ganze Seilschaften von Ex-Nazis waren nach dem Zweiten Weltkrieg am Aufbau des AA in Bonn beteiligt. Und auch mit der Legende von der angeblich "unpolitischen Behörde", die das Amt während der Zeit des Dritten Reiches gewesen sein soll, räumt der Autor auf.
Ein Buch, auf dessen Lektüre jeder einzelne Mitarbeiter des diplomatischen Corps verpflichtet werden sollte! -Andreas Vierecke
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Risiko Deutschland - Krise und Zukunft der deutschen Politik - Joschka Fischer
Buch:Risiko Deutschland - Krise und Zukunft der deutschen Politik
Autor:Joschka Fischer, Ausgabe vom 1994, Sondereinband, Verkaufsrang 660609
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Stellung Deutschlands in Europa und die Richtung, die die künftige deutsche Außenpolitik einschlagen sollte - dies sind die Themen von Joschka Fischers Buch Risiko Deutschland. Er geht mit großer historischer Genauigkeit der Frage nach, warum Deutschland in der Vergangenheit zunehmend einen Sonderweg eingeschlagen hat, der es zu einem Unruheherd für Europa hat werden lassen. Und der letzten Endes in die Katastrophen zweier Weltkriege mündete.
Fischer zeigt die historischen Entwicklungslinien, die zu dieser Situation führten. Ob es die erfolglose Revolution von 1848 oder der Versuch der Weimarer Republik war, ein freies und demokratisches Deutschland zu bilden, keine dieser Entwicklungen hat es vermocht, gegen den Widerstand der herrschenden Eliten wirklich dauerhafte demokratische Reformen durchzusetzen. Erst die Spaltung Deutschlands infolge des Kalten Krieges und die Westorientierung der Bundesrepublik führte zu einer europäischen Ausrichtung West-Deutschlands, die aber im Nachklang der Vereinigung gefährdet sein könnte. Schon machen sich Stimmen bemerkbar, die eine nationale Politik fordern statt europäischer Integration. Und genau dagegen schreibt Fischer energisch an: Er sieht eine sichere Zukunft Deutschlands nur in einer europäischen Ausrichtung. "'Europa zuerst!' muß der Basissatz aller deutschen Außenpolitik bleiben" ist Fischers prägnanter Standpunkt.
Spätestens mit diesem 1994 geschriebenen Buch beweist Joschka Fischer, daß er sich vom Umweltideologen zu einem Politiker gewandelt hat, der sich kenntnisreich auch mit anderen Problemfeldern der Politik auseinandersetzt. Fischer zeigt bereits mit diesem Werk seinen Sachverstand über eine Materie, die er vier Jahre später als deutscher Außenminister verwaltet. Und er liefert ein deutliches und klar in der Geschichte verankertes Ja zu Europa. -Joachim Hohwieler

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