Buch, Hörbücher

Politik und Geschichte
Terrorismus und Extremismus

Antisemitismus












Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte - Norman G. Finkelstein
Buch:Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte
Autor:Norman G. Finkelstein, Ausgabe vom Juli 2008, Broschiert, Verkaufsrang 13039
Preis: 10,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Aus der Amazon.de-Redaktion
Schonungslos und mit einer gehörigen Portion Wut prangert der amerikanische Jude und Nachkomme von Überlebenden des Holocausts ein weiteres Mal die Palästinapolitik Israels und seiner amerikanischen Unterstützer an. Wie bereits in seinem umstrittenen Bestseller Die Holocaust-Industrie beklagt der Autor mit dem ihm eigenen Furor, Israel versuche seine völkerrechtswidrige Politik gegen die Palästinenser mit postwendenden Antisemitismus-Vorwürfen gegen jede Kritik zu immunisieren. "Israels Apologeten reden immer dann von einem 'neuen Antisemitismus'", schreibt Finkelstein in seiner Vorbemerkung zur deutschen Ausgabe, "wenn Israel sich mit einem größeren Public-Relations-Debakel konfrontiert sieht oder wenn der internationale Druck auf Israel wächst, den Konflikt mit den Palästinensern auf diplomatischem Wege zu lösen." Der in den letzten Jahren erhobene Antisemitismusvorwurf falle dabei zeitlich mit einer Politik der brutalen Unterdrückung in den Gebieten im Westjordanland zusammen, die Israel durch seinen völkerrechtswidrigen Mauer-Bau annektiere. Nicht nur gegen Israel richtet sich Finkelsteins Zorn, sondern auch gegen all jene, die sich moralisch einschüchtern lassen. So habe die EU "moralische Feigheit" bewiesen, als sie die Veröffentlichung einer von ihr selbst in Auftrag gegebenen Studie zurückgehalten habe, die zeige, dass "die illegale israelische Mauer jede Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung zunichte macht". Ohne Frage gibt es sowohl in Deutschland als auch anderen europäischen Staaten nach wie vor Antisemitismus. Dies stellt Finkelstein, dem man dies in Reaktion auf dieses Buch aber zweifellos vorwerfen wird, auch keineswegs in Abrede. Das Ausmaß dieses Antisemitismus werde aber bewusst stark übertrieben, um so die Kritik an Israel im Keim zu ersticken. Wie gerechtfertigt diese Kritik (und die Kritik an den USA, die Israel gewähren lässt) tatsächlich ist, versucht Finkelstein im zweiten Teil des Bandes nachzuweisen. Und angesichts der hier ausgebreiteten Fakten tut man sich schwer, ihm zu widersprechen. - Hasso Greb
1

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 8 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Aufklärung vom Feinsten (5 von 5 Punkten) meint C.

Dieses Buch ist eins von 2 Büchern von Herrn Finkelstein, in denen er zu Recht die Machenschaften der von ihm benannten "Holocaust Industrie" anprangert und damit nicht nur den Zahn der Zeit trifft, sondern auch vielen Menschen, Juden wie Nichtjuden und sogar "echten" Holocaust-Überlebenden, aus aller Welt aus der Seele spricht.

Natürlich war der Aufschrei groß und Herr Finkelstein gehört für den Großteil der eigenen Leute auf die schwarze Liste, aber es bleibt eine Tatsache, dass die Themen "Schuld" und "Antisemitismus" nicht mißbraucht werden dürfen, um egoistische Machtinteressen durchzusetzen und das Leid anderer Menschen zu bagatellisieren.

5 Sterne :-)

 Weitere Lesermeinungen

Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus - Imperialismus - Totale Herrschaft - Hannah Arendt
Buch:Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus - Imperialismus - Totale Herrschaft
Autor:Hannah Arendt, Ausgabe vom Januar 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 24951
Preis: 24,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Unter dem Eindruck des Holocaust, der nationalsozialistischen Vernichtung des europäischen Judentums, hat Hannah Arendt mit 'Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft' - zuerst 1951 in New York erschienen, in deutscher Übersetzung 1955 - zugleich eine Geschichte und eine Theorie des Totalitarismus geschrieben. Hier hat sie "die allgemein gültige Vorstellung vom monolithischen Charakter des Dritten Reiches erschüttert und auf die eigentümliche Strukturlosigkeit totaler Regierungen hingewiesen. Hannah Arendt analysiert den Nationalsozialismus und den Stalinismus als verwandte Herrschaftstypen und als Folgeerscheinungen von Antisemitismus und Imperialismus." (Deutschlandfunk)

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)

Lesermeinungen:*
Die Bedeutung des Terrors in Hannah Arendts Erklärungsmodell (4 von 5 Punkten) meint D.A.
Hannah ARENDT liefert in ihrem Erklärungsmodell totalitärer Herrschaft (1951 / New York / The Origins of Totalitarianism) sehr schnell nach Ende des zweiten Weltkrieges ein Konstrukt, mit dessen Hilfe das Verständnis der Zusammenhänge, bei aller Kritik und der Frage nach der Vergleichbarkeit der zugrunde liegenden Systeme, deutlich werden. Die Bedeutung des Terrors stellt sie nicht zuletzt durch ihr 1966 angefügtes neues Kapitel 'Ideologie und Terror' in den Vordergrund. Ist die Interpretation insgesamt auch einer Entwicklung unterworfen, so zeigt ARENDT heute nicht mehr zu diskutierende Tatbestände wie die Multiplikation innerhalb des Staatsapparates auf.
Die über Frankreich aus Deutschland emigrierte Jüdin stellt sowohl innerhalb des Nationalsozialismus als auch im Stalinismus den ideologisch motivierten totalitären Terror nicht allein als Mittel der Machtergreifung, sondern vielmehr als einzige Konsequenz der menschenunwürdigen Grundfiktion einer über allem anderen stehenden Elite.
Wenn Eric A. JOHNSON die Totalität der Bewegung in den Vordergrund stellt, da sie allumfassend ist und den Anspruch hat, alle zu betreffen, schließt er sich zwar auf den ersten Blick nicht zur Gänze ARENDT an, jedoch sieht auch sie in der Zusammenfassung der Masse zu einem einzigen Objekt durch den Druck des Terrors das Kernelement des totalitärer Herrschaft. Terror wird in ARENDTS Konstrukt von einem Mittel zur Machtergreifung zu einem Mittel der Herrschaftssicherung, das sich nicht auf den reinen Druck einer willkürlichen Vernichtung einzelner Elemente stützt, sondern im Zusammenhang einer Ideologie die Freiheit des Einzelnen total beschneidet. Der Raum zum Handeln zwischen den Individuen ist der zentrale Verlust, der den Menschen ihre Menschlichkeit nimmt und die Mitglieder der Bewegung ihre Pluralität entzieht und zu einem Singular der Masse macht.
Nicht nur der Totalitarismustheorien, sondern auch die Werke ARENDTS dokumentieren anschaulich den aktuellen Diskurs. Vielfach scheint die Auseinandersetzung mit der organisierten Schuld der Deutschten, der ?Banalität des Bösen' oder der Freiheit im aktiven und spontanen Handel im Zuge des Eichmann Buches oder der ablehnenden Haltung während der Studentenbewegung erst heute die Diskussion zu beflügeln. Der humanistische Skeptizismus, die Interdisziplinarität und Unabgeschlossenheit passten lange nicht zu einem Idealismus und der Suche nach der objektiven Wahrheit. Dies mag ein Grund für die Renaisance der Totalitarismusforschung überhaupt und speziell der Auseinandersetzung ARENDTS sein.
Die Furore um Daniel Jonah GOLDHAGENS ?Hitlers willige Vollstrecker', vielfach kritisiert wegen des Schlusses eines einzigartig deutschen "eliminatorischen Antisemitismus", zeigt doch, wie auch die hohen Besucherzahlen der ebenfalls umstrittene Wehrmachtsausstellung, den starken Wunsch nach weiterer Klärung der Umstände und der weiteren Verifizierung der Hauptverantwortung an den Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Als sich einig erscheinen Historiker und Wissenschaftler anderer Disziplinen, das Interesse wieder zurück zu einer globaleren Sichtweise zu lenken, um die Bedeutung des Konstrukts des Totalitarismus für gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen hervorzuheben. Im Zusammenhang mit der Entmachtung des Kommunismus und dem resultierenden "zumindest vorläufigen Untergang einer Herrschaftsform [der totalitären], die bis dahin das 20. Jahrhundert entscheidend geprägt hatte", erwächst ein erneutes vergleichendes Forschungsmotiv. ARENDT kann dazu eine breite Basis liefern, nicht zuletzt weil viele Autoren sich ihrer Argumentation anschließen, ihr versuchen zu widersprechen oder sich zumindest auf ihr Hauptwerk als Grundlage einer politisch-philosophischen Debatte beziehen.
Es ließe sich die Frage aufwerfen, ob das vielfach benutzte geflügelte Wort des ?Jahrhunderts des Totalitarismus' für das 20. Jahrhundert wirklich zutrifft. Ist dies nicht nur die eine Seite der Medaille und vernachlässigt, dass es sich gleichzeitig um das Zeitalter der Demokratie handelt? Ein Jahrhundert der Unmenschlichkeit liegt hinter uns, aber auch bedeutende Veränderungen wie das Ende der kolonialen Imperien, aus denen nicht zuletzt viele unabhängige teilweise eben demokratische Staaten hervorgegangen sind. Leider kann aber die Zunahme des Anteils der Demokratien aller unabhängigen Staaten auf beachtliche 61% über zwei entscheidende Tatsachen nicht hinwegtäuschen: Zum einen sind nicht alle zumindest formell demokratisch organisiert und Unmenschlichkeit, Gewalt und Terror sind nicht das Monopol des Totalitarismus allein.
In jedem Fall wirken die aktuell zu beobachtenden Veränderungen und Zerwürfnisse der polystrukturellen Weltordnung, die quasi als Demokratie über nationale Grenzen hinweg in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts für ein mehr oder weniger von Frieden geprägtes Zeitalter verantwortlich war, beängstigend. Daraus erwächst der Wunsch nach der Perspektive eines Historikers, der sich am Ende des 21. Jahrhunderts mit den heutigen Entwicklungen auseinandersetzt, mag dieser auch ebenso unerfüllbar sein, wie der nach einer von Frieden und Freiheit dominierten Welt.
Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich mich ARENDT anschließen und meine Hoffnung in die Hände einer weitsichtigen Politik legen:
Der Sinn des Politischen ist, dass Menschen in Freiheit, jenseits von Gewalt, Zwang und Herrschaft, miteinander verkehren, Gleiche unter Gleichen.

Hitlers willige Vollstrecker - Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust. - Daniel Jonah Goldhagen
Buch:Hitlers willige Vollstrecker - Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust.
Autor:Daniel Jonah Goldhagen, Ausgabe vom 1. Sept. 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 139134
Preis: 12,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Kaum ein Buch löste in den letzten Jahrzehnten eine heftigere Debatte aus als Goldhagens Studie über den Holocaust. Wer waren die Täter? Was hat so viele Deutsche veranlaßt, sich an der Massenvernichtung zu beteiligen? Über 200.000 verkaufte Exemplare im Hardcover!

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 22 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
übertragbar auf heute (5 von 5 Punkten) meint H.I.m.w.
Der Charakter des gewöhnlichen Deutschen hat sich nicht geändert, nur weil Hitler besiegt wurde. Die Mittäterschaft der Bevölkerung und Justiz ist nie aufgearbeitet worden. Hinter dem damaligen Antisemitismus steht eine geistige Bereitschaft zur Diskriminierung, die umso mehr zum Ausdruck kommt, je schwieriger die wirtschaftliche Lage ist. Diese Bereitschaft besteht in der Bevölkerung, der Regierung und der Justiz bis heute fort. Deshalb sollte man Goldhagen aufmerksam lesen und seine Schilderung des Verhaltens der gewöhnlichen Deutschen nicht nur auf das 3. Reich beziehen.

 Weitere Lesermeinungen

Geschichte des Antisemitismus - Werner Bergmann
Buch:Geschichte des Antisemitismus
Autor:Werner Bergmann, Ausgabe vom 20. Febr. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 17726
Preis: 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Leserbewertungen:
Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)

Lesermeinungen:*
Perfekt zum Einlesen (5 von 5 Punkten) meint g.
Habe dieses Bändchen zum Einlesen für eine Brenner-Vorlesung erworben und bin hochzufrieden: Gut lesbarer Überblick, zum Teil schon recht tiefschürfend. Die strikt chronologische Gliederung überzeugt, auch wenn dadurch häufig zwischen verschiedenen Ländern hin- und hergesprungen wird. Das Literaturverzeichnis umfasst 2 schmale Seiten, die aber für den Durchschnittsstudenten genügend Material versammeln.

Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die "Protokolle der Weisen von Zion" und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt - Tilman Tarach
Buch:Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die "Protokolle der Weisen von Zion" und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt
Autor:Tilman Tarach, Ausgabe vom März 2009, Broschiert, Verkaufsrang 207802
Direkt bei Amazon nicht vorrätig,
andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten).
Über keinen Staat gibt es so viele Legenden wie über Israel. In diesem Buch werden die häufigsten davon aufgespürt und demontiert. Die überraschenden Ergebnisse und Zusammenhänge reichen weit über den Nahostkonflikt hinaus und werden nicht jedem Freund Israels gefallen, den Apologeten einer wohlfeilen "Israelkritik" aber erst recht nicht …
Der Freiburger Jurist Tilman Tarach zeichnet wesentliche historische und aktuelle Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, welch groteskes zweierlei Maß in der allgemeinen Debatte um Israel Anwendung findet.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 11 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
VORSICHT: Neue Auflage verfügbar! (5 von 5 Punkten) meint T. aus Freiburg im Breisgau
Amazon.de gelingt es bedauerlicherweise nicht, zu diesem Titel endlich einen Hinweis anzubringen, daß eine weitere Ausgabe existiert, nämlich die dritte Auflage (Feb. 2010). Diese Neuauflage ist bei Amazon auf Lager, sie ist also versandkostenfrei und schnell lieferbar. Bitte klicken Sie oben auf den Namen des Autors "Tilman Tarach", so kommen Sie zur Neuauflage.

 Weitere Lesermeinungen

Die Protokolle der Weisen von Zion - Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung - Wolfgang Benz
Buch:Die Protokolle der Weisen von Zion - Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung
Autor:Wolfgang Benz, Ausgabe vom 16. März 2007, Broschiert, Verkaufsrang 24510
Preis: 7,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Vor mehr als 100 Jahren behauptete der zaristische Geheimdienst, an die Mitschriften des zionistischen Weltkongresses von 1897 gekommen zu sein. In 24 Protokollen hätten die Juden dort Pläne zur Übernahme der Weltherrschaft skizziert. Daß es sich dabei um ein Konstrukt des Antisemitismus handelt, ist schon oft wissenschaftlich bestätigt worden. Warum jedoch dieses Pamphlet mehr denn je ein zentrales Referenzdokument des Antisemitismus darstellt, ist schwieriger zu beantworten. Der Autor geht der Frage nach, welche Bedürfnisse nach Welterklärung die "Protokolle" erfüllen, wie Legendenbildung funktioniert und welchen Sinn Mythen stiften.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Souveräne Studie (5 von 5 Punkten) meint A.G.
Kurz gefasst, aber gelungen. Die Studie von Wolfgang Benz behandelt einerseits die Geschichte, andererseits die Verwadlungen einer Fälschung, die seit dem Ende des XIX. Jahrhunderts die Juden verfolgt. Es geht aber nicht nur um Geschichte, sondern auch um Techniken der Manipolation der Zustimmung, da, owohl schon bewiesen ist, dass die "Protokolle" von der tzaristischen Polizei geschrieben worden ist, viele Leute (d.h. Rassisten und Antisemiten) immer noch an der Echtheit des Textes festhalten. Wolfgang Benz zeigt meisterhaft, welche Denkmuster bei der Verbreitung des Textes mitwirken. Es sind falsche Dilemmata oder Paradoxien, wie: es kann nicht bewiesen werden, dass die Protokolle wahr sind, oder es ist bewiesen worden, dass sie eine Fälschung sind, deswegen sind sie wahr. Mit der Logik haben sie nichts zu tun, es sind nähmlich Fehlgriffe, die emotionell (durch Hass und Angst) gesteigert werden. Mit dem Text von Benz kann man lernen, sie zu widersprechen.

 Weitere Lesermeinungen

Antisemitismus und Gesellschaftstheorie: Die Frankfurter Schule im amerikanischen Exil - Eva-Maria Ziege
Buch:Antisemitismus und Gesellschaftstheorie: Die Frankfurter Schule im amerikanischen Exil
Autor:Eva-Maria Ziege, Ausgabe vom 17. Juni 2009, Broschiert, Verkaufsrang 88266
Preis: 13,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon

Antisemitismus und Islamophobie: Ein Vergleich - Sabine Schiffer, Constantin Wagner
Buch:Antisemitismus und Islamophobie: Ein Vergleich
Autor:Sabine Schiffer, Constantin Wagner, Ausgabe vom 26. Juni 2009, Broschiert, Verkaufsrang 72399
Preis: 24,80 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Leserbewertungen:
Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Interessantes und überzeugendes Buch (5 von 5 Punkten) meint A.
Das Buch ist als wissenschaftliche Arbeit gedacht. Die beiden Autoren verlangen dem unbedarften Leser einiges ab, so wird man mit vielen Namen von Autoren und Publikationen überhäuft, die nicht jedem geläufig sind, dennoch ist dies wichtig, da man dadurch einen Blick in die Szene und die Wissenschaft bekomm.
Die Beispiele im Buch sind gut und verständlich gewählt.
Ein sehr interessanter und faszinierender Ansatz ist die Gegenüberstellung von Antisemitismus und Islamophobie. Die Autoren lassen keinen Zweifel , dass hier nicht der Antisemitismus der Nazis im Vordergrund steht, sondern der antisemitische Diskurs des 19. Jahrhundert, der leider erschreckende Ähnlichkeiten zum Diskurs über den Islam in unseren Tagen hat.
Ein wichtiges Anliegen der Autoren ist Sensibilisierung für die Wahrnehmung zu wecken und festgefahrene Denkmuster aufzubrechen. Man muss sich beim Lesen tatsächlich oft über die eigenen Denkmuster wundern, die man hat bzw. man bemerkt selbst, das bestimmte Selbstverständlichkeiten es eigentlich gar nicht sind.
Ein gutes Beispiel ist die Markierung. Das bedeutet, dass ein Merkmal in der Beschreibung eines Sachverhaltes auftaucht das mit diesem nichts zu tun hat. Deutlich sieht man das bei der Berichterstattung über Verbrechen, wenn die Religion oder Nationalität genannt wird. So entsteht beim Leser eine Assoziation zwischen der Religion / Nationalität und dem Verbrechen. Was eigentlich keine Rolle spielt. Solche Dinge begegnen uns häufig in unserem Alltag und in den Medien, wir hinterfragen sie nicht und sie setzen sich in unseren Köpfen fest.
Dieses Buch ist empfehlenswert, weil es eine allgemeine und unvoreingenommen Betrachtung liefert, aus welcher man auch viel über die Mechanismen den Antisemitismus lernen kann, dessen Schatten immer noch in vielen Köpfen umhergeistert.


Analyse der Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie (5 von 5 Punkten) meint A.H. aus Springen
In der Debatte um die Vergleichbarkeit des Judenhasses mit der Feindseligkeit gegenüber Muslimen legen Dr. Sabine Schiffer, Leiterin des Instituts für Medienverantwortung in Erlangen, sowie der Soziologe und Religionswissenschaftler Constantin Wagner mit ihrem Buch "Antisemitismus und Islamophobie" eine tiefschürfende Analyse vor. Dabei weisen sie von Anfang an darauf hin, dass es natürlich um keine Gleichsetzung der Diskriminierung von Juden während des Dritten Reiches und der Diskriminierung von Muslimen im Deutschland der Gegenwart gehen kann, wie immer wieder vor allem von jenen unterstellt wird, die eine Debatte offenbar von Anfang an unterbinden möchten. Stattdessen hat ein jahrhundertealter, wegbereitender Diskurs das Denken überhaupt erst möglich gemacht, auf dem die Greuel des Nationalsozialismus entstehen konnten. Davor gilt es auch aktuell wieder zu warnen.

Schiffer und Wagner machen in ihrer Analyse des antisemitischen Denkens deutlich, dass sich dessen Protagonisten ähnlich als defensive Bewegung sahen (und sehen) wie die Islamophoben heute. So wurde unter anderem 1883 im Chemnitzer Aufruf vor der "Jüdischen Gefahr" gewarnt, und Chamberlain legitimierte die rechtliche Schlechterstellung der Juden damit, dass man sich vor ihnen "schützen" müsse. Terrorismusangst und Ritualmordvorwürfe sorgten ebenso für Unbehagen gegenüber den Juden wie die Dreyfus-Affäre, der Rauschgifthandel war angeblich vor allem in jüdischer Hand und etliche Ideengeber der Umbruchstimmung (Marx, Lassalle etc.) waren Juden. Hätte es damals schon das Internet gegeben, man hätte die schönsten Hassblogs mit entsprechenden Halbwahrheiten und als Tatsachen präsentierten Spekulationen füllen können.

In der Wahrnehmung der Mehrheitsbevölkerung fanden juristische Auseinandersetzungen zur damaligen Jahrhundertwende vor allem zwischen Juden und Nichtuden statt, während die Juden selbst zusammenzuhalten schienen, wie das bei Minderheiten nun einmal häufig vorkommt. Das führte indes zu Vorwürfen wie jenem, die Juden würden einen "Staat im Staate" bilden - heute würde man mit dem Blick auf Muslime von "Parallelgesellschaften" sprechen. Und schon damals konnte es die religiöse Minderheit der Mehrheit nicht recht machen: Versuchten ihre Mitglieder, ihre Kultur zu bewahren, wurden sie als integrationsverweigernd dargestellt, wollten sie sich hingegen assimilieren, beschuldigte man sie der Verstellung und des Parasitentums. Ähnlich wie heute den Muslimen warf man schon damals dem Judentum eine Unvereinbarkeit mit der Moderne vor. Das Religiöse wurde als grundsätzlich verdächtig und als Bedrohung einer liberalen Gesellschaft gesehen - in einer "aufgeklärten" Welt schien es dafür keinen Platz mehr zu geben. Und obwohl der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung damals ebenso im niedrigen einstelligen Prozentbereich rangierte, wie dies heute bei den Muslimen der Fall ist, galten sie als gefährliche Fremdkörper, die die Mehrheit bedrohten. Begierig wurden Passagen aus der Heiligen Schrift der Juden gerissen ("Die Fremden magst du überwuchern, deinesgleichen nicht"), um damit die Gefahr zu belegen, die angeblich von dieser Minderheit ausging. Einzelne Autoren spezialisierten sich sogar geradewegs dazu, das Alte Testament, die Gesetzeswerke Hachalot sowie philosophische Bücher und Morallehren des Judentums selektiv nach Zitaten auszuschlachten, mit denen man den Juden irgendwas ans Zeug flicken konnte. Dasselbe Spiel spielt man heute mit Zitaten aus dem Koran. Und schließlich äußerte sich das allgemeine Misstrauen in Forderungen nach einer Untersuchung der Torahschulen und deren Lehrbücher sowie nach Predigten in deutscher Sprache. Von der Mehrheitsgesellschaft gerne gehört wurden indes jene, die persönlichen Nutzen daraus zogen, als (ehemalige) Juden das "Jüdische" abzulehnen. Auch hier liegen die Parallelen zu den Medienlieblingen der Gegenwart auf der Hand. Der "Zentralrat der Ex-Muslime" etwa konnte sich eines begeisterten journalistischen Interesses sicher sein, wie es einem "Zentralrat der Ex-Christen" niemals gegolten hätte.

War in den ersten Kapiteln die Islamophobie der Gegenwart nur implizit und gespiegelt im Antisemitismus der Vergangenheit Thema, kommen Schiffer und Wagner schließlich direkt darauf zu sprechen. So wie damals die Ängste vor den Juden vor dem Hintergrund politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten entstanden, ist es heute offenbar die Globalisierung, die zu ähnlich bizarren Befürchtungen führt. Schiffer liefert einen groben Abriss der islamophoben Szene zwischen Internetportalen, obskuren Bürgerinitiativen und antimuslismischen Karikaturen. Es gibt wohl nichts Neues unter der Sonne: Die berüchtigten Webblogs der Gegenwart erinnern mit ihren endlosen Auflistungen von muslimischen Taten an die Sammlung "jüdischen Vergehens", die Hans Diebow 1938 für die Ausstellung "Der ewige Jude" herausgab und die auf über 100 Seiten die Weltverschwörungsabsichten der Juden beweisen sollte - natürlich jeweils garniert mit Zitaten aus der Torah.

Nicht nur die sprachlichen Parallelen sind offensichtlich - so wie heute die "Musel" verspottet werden, machte man sich damals über die "Wollschädel" lustig. Auch zu der von Ulfkotte & Co. gestreuten Behauptung, Muslime würden in Metzgereien auf das angebotene Schweinefleisch spucken, findet sich eine Parallele aus dem Jahr 1901 - nur dass es damals hieß, Schweinefleisch sei von Juden mit Urin beschmutzt worden. Und wenn auf der Website "Akte Islam" verbreitet werde, dass ein Moslem dazu aufgerufen habe, "das Blut der Ungläubigen zu trinken", erinnere das an Ritualmordvorwürfe, die in früheren Zeiten gegen die Juden gerichtet wurden. Während der Antisemitismus heute im Bildungsbürgertum verpönt ist, war er das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts keineswegs, sondern erhielt von Ingenieuren, Lehrern und anderen Akademikern ebenso starken Aufwind, wie dies heute bei der Islamophobie geschieht. Gegenwärtig vereint die Anti-Islam-Haltung die widersprüchlichsten politischen Ausrichtungen: so etwa Neoliberale, Feministinnen, christliche Fundamentalisten, Humanisten, Rechtsextreme und Antideutsche. Nirgends ist man sich so einig wie im gemeinsam ausgemachten Feind.

Gründlich analysieren Schiffer und Wagner die Sprache, die auf Websites wie Politically Incorrect gang und gäbe ist und mit welcher der Islam im Zusammenhang mit Wörtern wie "Krebsgeschwür" und "Ansteckungsgefahr" genannt, geradezu inflationär aber auch mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus gleichgesetzt wird. Beides sorge dafür, dass dem Islam und den Muslimen jegliche Existenzberechtigung abgesprochen werde. Und wenn früher Saddam Hussein und heute Ahmadinedschad der "neue Hitler" sei, ermögliche diese Dämonisierung offenbar die Propaganda für einen Angriffskrieg und damit die diskursive Ausschaltung des Völkerrechts. Wo bei Diffamierungen anderer Gruppen (Antisemitismus, phänotypischer Rassismus) beherzt eingegriffen wird, gilt die kollektive Diffamierung von Muslimen als "freie Meinungsäußerung". Inzwischen müssen sich gar die Verteidiger der Minderheiten für ihr "Gutmenschentum" rechtfertigen.

Insofern, so die Autoren, bilde "der antiislamische Propaganda-Film FITNA von Geert Wilders (...) nur einen kleinen Höhepunkt in der langen Tradition des Zusammenschnitts". Fast sei es zu bedauern, dass der NS-Propagandafilm "Der ewige Jude" für die Öffentlichkeit unter Verschluss liege, da hier die Parallelen zu FITNA deutlich zu erkennen seien. Dementsprechend wies die niederländische Gruppe "Eine andere jüdische Stimme" um Harry de Winter zu Recht darauf hin, dass Wilders Film sofort geächtet würde, wenn man "Moslem" durch "Jude" ersetzen würde. Auch ein Ralph Giordano spiele inzwischen "eine fast tragische Rolle, weil er gegen den Moscheenbau mit ähnlichen Argumenten zu Felde zieht, wie 100 Jahre zuvor die Judenhasser gegen den Synagogenbau".

Zuletzt präsentieren Schiffer und Wagner Gruppen, Projekte und Einzelpersonen, die sowohl den Antisemitismus als auch die Islamophobie überwinden möchten, und nennen erste Erfolge. So habe etwa die Erklärung des Jüdischen Kulturvereins Berlin "Wider die Islamophobie" im Jahre 2004 eine Erklärung der Deutschen Muslimliga nach sich gezogen, in der sich diese gegen jede Form von Antisemitismus und weitere Diskriminierungen aussprach. Anlässlich der OSZE-Antisemitismuskonferenz 2004 ließ der Zentralrat der Muslime verlauten, dass "die Bekämpfung rassistischer und totalitärer Ideologien, wie des Antisemitismus, ein Anliegen eines jeden Muslims sein muss". 2006 forderte die Schura Hamburg in einer Pressemitteilung zum Holocaust-Gedenktag, dass jeder Versuch von Holocaust-Leugnung oder -Relativierung zu verurteilen und zu unterlassen und nicht mit dem Islam vereinbar sei.

Abschließend: Das Buch von Sabine Schiffer und Constantin Wagner lässt sich von seinem Anspruch sehr gut mit der Dokumentation "Islamfeindschaft und ihr Kontext" des Zentrums für Antisemitismusforschung vergleichen. Alles Behauptete wird bestens belegt, es gibt im Anhang des Buches sogar ein ausführliches Glossar sowohl zu Fachausdrücken als auch zu Schlagworten wie "Dhimmitude", "Islamkritik", "Islamophilie" und "Taqiya". Das Buch ist für die Islamdebatte ein großer Gewinn, da seine Autoren den Blick dafür freiräumen, welche zu Recht längst diskreditierten Methoden hier zugunsten eines neuen Feindbilds wieder aufgegriffen werden. So wie der Antisemitismus wenig bis nichts über die Juden, aber viel über die Antisemiten aussagt, verrät uns auch die Islamophobie vor allem etwas über die moralische und mentale Verfasstheit der Islamophoben.

 Weitere Lesermeinungen

Grenzen der Aufklärung - Die gesellschaftliche Genese des modernen Antisemitismus. - Detlev Claussen
Buch:Grenzen der Aufklärung - Die gesellschaftliche Genese des modernen Antisemitismus.
Autor:Detlev Claussen, Ausgabe vom März 2005, Broschiert, Verkaufsrang 89999
Preis: 12,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Der moderne Antisemitismus wird aus den gesellschaftlichen Bedingungen erklärt, die Emanzipation versprachen, aber mit der Judenemanzipation auch den Antisemitismus hervorbrachten. Claussen spürt dem Fortleben des Antisemitismus nach Auschwitz und dem veränderten Blick auf die Vergangenheit nach, der durch massenmediale Ausbeutung des Grauens und neue Erinnerungspraktiken verzerrt wird.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)

Lesermeinungen:*
Unsere Gesellschaft selbst ist antisemitisch strukturiert (4 von 5 Punkten) meint e. aus Hannover, Niedersachsen
Detlev Claussen versteht seine Arbeit in der Tradition der Kritischen Theorie Horkheimers und Adornos. Er beginnt jedoch (eigentlich nicht überraschend, da philosophische Tradition nach Adorno wesentlich bestimmte Negation sei) mit der Kritik ihrer Interpretation von Homers Odysseus als 'Urbild eben des bürgerlichen Individuums' (Dialektik der Aufklärung), wodurch die Geschichte von Beginn an in ihrer Entwicklung determiniert scheine. Wolle man die spezifische Differenz des modernen Antisemitismus, der zu Auschwitz führt, erfassen, müsse man Geschichte erinnern und begreifen. Dann zeige sich die Bruchstelle in der Epoche der Aufklärung, in einer gesellschaftlichen Veränderung, nämlich dem 'Übergang von der traditionalen Agrargesellschaft zur kapitalistischen.' (S. 44)
Die historische Analyse wird gesellschaftstheoretisch fruchtbar gemacht, indem Claussen eine strukturelle Analogie der Theorien Freuds und Marx' bemüht:
a) die bürgerliche Gesellschaft basiere auf dem Tabu der Gewalt, die nicht mehr regelmäßig manifest werde, aber dennoch latent, im Unbewußten, gegenwärtig sei (Freud)
b) diese innere Ambivalenz treffe auf eine äußere Ambivalenz in der Warenform: Tauschwert und Gebrauchswert (Marx). Im Tauschakt werde, so Claussen, die physische Gewalt als psychische unbewußt konserviert.
'In der psychischen Realität herrscht der Einzelne, das Ich: das Nicht-Ich kann vernichtet werden.' (S. 163) Die Individuen seien nun bestrebt, die materielle Welt mit ihrer psychischen in Einklang zu bringen, indem sie jener Gewalt antun. Die wirklichen Gründe für ihre Ohnmacht in der materiellen Welt verstehen sie nicht: den Kapitalismus. Er macht die Einzelnen zu bloßen Mitteln seines Zwecks, des Profits. Der Antisemit identifiziere die Juden mit dem Kapitalismus und habe damit materielle Opfer, auf die losgegangen werden kann. Das sei der ohnmächtige Versuch, die psychische mit der materiellen Realität zur Deckung zu bringen, die psychische Allmacht auf die Realität auszuweiten. Der Antisemitismus werde dabei zur 'Alltagsreligion', die helfe, die komplexe Wirklichkeit zu vereinfachen und auf einen Nenner zu bringen: Die Juden sind schuld. 'Der Wunsch nach Allmacht des Subjekts vergiftet alle Verhältnisse.' (S. 173)
Antisemitismus ist kein krankhaftes, vereinzelt auftretendes Phänomen, sondern in der kapitalistischen Gesellschaft verankert. 'Die Gesellschaft selbst ist antisemitisch strukturiert.'
Allein in der Abkehr von einem geschichtsphilosophisch vorherbestimmten Geschehen kann der Emanzipationsanspruch aufrechterhalten werden. Oder in Musils Worten: 'Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, muß es auch Möglichkeitssinn geben.' Diesen versucht Claussen u.a. mit Hegel, Marx, Heine, Freud, Horkheimer und Adorno in seiner sehr dichten und lesenswerten Abhandlung über die 'Grenzen der Aufklärung' zu erhalten. Da die Argumentation nicht immer vollkommen nachvollziehbar ist, gebe ich "nur" 4 Sterne.

Djihad und Judenhaß - Über den neuen antijüdischen Krieg. - Matthias Küntzel
Buch:Djihad und Judenhaß - Über den neuen antijüdischen Krieg.
Autor:Matthias Küntzel, Ausgabe vom April 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 43256
Preis: 13,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
 Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon
Leserbewertungen:
Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 8 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Das Standardwerk zum Antisemitismus des 21.Jahrhunderts (5 von 5 Punkten) meint L. aus Deutschland
Das Buch ist zwar bereits einige Jahre alt, aber aktueller denn je. Ich habe es innerhalb zwei Tagen durchgelesen. Viele neue Perspektiven zum Nahostkonflikt wurden mir sogar noch nachträglich eröffnet. In den europäischen Medien wird der Konflikt im Nahen Osten oft einseitig zugunsten der "Opfer" israelischer Politik bewertet. Küntzel legt vor,das Israels Bürger massiv von der Hamas und der Hisbollah, die auch vom iranischen Regime finanziert werden bedroht werden. Es liegt nicht an Israels Politik, es geht darum, dass sich ein "ungläubiger" Staat inmitten islamischen Hoheitsgebietes befindet. Antisemitische Indoktrination gibt es in allen muslimischen Staaten, dabei gehen Antiamerikanismus und Judenhass oftmals Hand in Hand. Als Ergänzung würde ich dazu noch das Buch " Der ewige Sündenbock" von Tilman Tarach lesen, welches noch aktueller über den Nahostkonflikt und bestimmte Begriffe informiert.

Krieg gegen Menschen, weil sie Juden sind (5 von 5 Punkten) meint W.W.
Dieses Buch ist bleibend aktuell. Ich habe es leider erst spät entdeckt. Nach dem 11. September sind viele Bücher geschrieben worden, um den Islam zu verstehen. Diesen Anspruch stellt das Buch nicht. Aber es lässt verstehen, warum die Nahostpolitik so verfahren ist. Der Autor nennt die historischen Bezüge, die in Kreisen der Friedensbewegung und des interreligiösen Dialogs gern übersehen werden.
Das 1. Kapitel beschreibt die Rolle der Muslimbrüder im Nahostkonflikt. Wer denkt, dass diese Gruppe belanglos und geschwächt sei, wird eines Schlechteren belehrt. Man versteht, warum Palästinenser, die Frieden mit Israel wollen, gnadenlos ausgeschaltet werden. Man versteht, dass das Hamas-Regime vor allem die eigenen Leute drangsaliert und Andersdenkende umbringt.
Das 2. Kapitel geht auf die Situation in Ägypten ein und belegt die wachsende Islamisierung des Landes. Man versteht, warum nun die Kopten die Sündenböcke sind, nachdem man fast alle Juden vertrieben hat.
Das 3. Kapitel widmet sich speziell dem Gazastreifen und bringt Fakten, die in der üblichen Berichterstattung unterschlagen werden.
Das 4. Kapitel schließlich belegt die Verbindungen des weltweiten islamistischen Netzwerkes Al Kaida. So unterschiedlich Muslime sind, so eint sie der Hass auf die Juden, nicht nur auf Israel.
Im Epilog stellt der Autor da, welche verhängnisvolle und doch meist verdrängte Rolle der Mufti von Jerusalem Amin el-Husseini spielte.
Diesem Buch sind viele muslimische Leser zu wünschen. Sind es doch Muslime, die am meisten unter den Islamisten zu leiden haben. Es ist aber auch wichtig für alle Friedensfreunde,die oft aus verständlichem Mitleid mit den geschundenen Palästinensern allein Israel die Schuld für Krieg und Elend geben. Es mag sein, dass der Begriff "Djihad" auch eine rein religiöse Bedeutung hat. Die hier beschriebenen Muslime erklären jedoch damit der westlichen Zivilisation den Krieg.

 Weitere Lesermeinungen

Seite 1 Eine zurück 12 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20  Eine weiter 

Alle Bestellungen werden über Amazon abgewickelt. Amazon ist der größte Online-Buchhändler und liefert sehr zuverlässig und sicher.Bücher versandkostenfrei nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, alle anderen Artikel ab 20 € Bestellwert. Ausführliche Lieferbedingungen hier.Nach Deutschland und Österreich ist auch Lieferung gegen Rechnung möglich. Dadurch entfällt die Angabe der Bankdaten. Bedingungen hier.