Aus der Amazon.de-Redaktion Der Mythos von der jüdischen Weltverschwörung reicht bis in frühchristliche Zeiten zurück, aber erst im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand im Dunstkreis der zaristischen Geheimpolizei jenes angebliche Geheimdokument, das den verbrecherischen Charakter des "international verbündeten Judentums" ein für alle Mal beweisen wollte, Die Protokolle der Weisen von Zion. Hadassa Ben-Itto, die langjährige israelische UN-Botschafterin und studierte Juristin, rekonstruiert in ihrem packenden Buch die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der wohl berühmtesten aller judenfeindlichen Fälschungen. Der Kern dieser perfiden Verschwörungslegende bildet das Streben der Weisen von Zion, einer Art Untergrundregierung, nach Weltherrschaft. Essentiell ist die Vermutung, daß die jüdische Geheimgesellschaft als Exponent der Gesamtheit aller Juden fungiert. Das stigmatisiert jeden einzelnen Juden als Teil einer gefährlichen Verschwörung und macht das Pamphlet zur schlimmsten Waffe des Antisemitismus. Nach der russischen Revolution gelangten die Protokolle nach Westeuropa und in die USA. Mit der finanziellen Unterstützung des Automobilfabrikanten Henry Ford wurde das Pamphlet in viele Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet. Für die Nationalsozialisten war es das Beweisstück schlechthin. Es wurde 1934 sogar offizieller Lehrstoff an deutschen Schulen. Obwohl bereits 1921 zweifelsfrei als Fälschung entlarvt, war der Siegeszug der Protokolle nun nicht mehr aufzuhalten. Ideologie- und kulturübergreifend dient(e) das Konstrukt der jüdischen Weltverschwörung fortan als Propagandavorwurf und Waffe gegen die Juden und schließlich gegen Israel. Welche Beständigkeit die Legende inzwischen entfaltet hat, zeigte sich jüngst, als asiatische Politiker das "Weltjudentum" für die Wirtschaftskrise verantwortlich machten. Ungeachtet ihrer Abstrusität befriedigen die Protokolle offenbar ein zeitloses Bedürfnis nach "Welterklärung jenseits von Aufklärung und Vernunft". Auch Ben-Ittos verdienstvolle Arbeit wird diesen bösartigen Mythos nicht mehr aus der Welt schaffen können. -Stephan Fingerle
Buch:
Narzißmus, Christentum, Antisemitismus - Eine psychoanalytische Untersuchung
Autor:
Bela Grunberger, Pierre Dessuant, Ausgabe vom 2000, Gebunden, Verkaufsrang 151026
Buch:
Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus
Autor:
Wolfgang Kraushaar, Ausgabe vom 5. Juli 2005, Gebunden, Verkaufsrang 193389
Product Description Nicht die Rote Armee Fraktion war die erste Gruppierung, die in den Untergrund ging, sondern eine, die sich nach südamerikanischem Vorbild Tupamaros nannte ? die Tupamaros West-Berlin. Sie plazierten am 9.November 1969 eine Bombe, die von einem Agent provocateur des Verfassungsschutzes stammte und Bombe, die von einem Agent provocateur des Verfassungsschutzes stammte und im Jüdischen Gemeindehaus während einer Gedenkveranstaltung explodieren sollte. Am Jahrestag des Nazi-Pogroms wollten sie für ein Fanal sorgen. Die Bombe versagte zwar, der Schock jedoch saß tief. NS-Überlebende hätten erneut Opfer werden sollen ? diesmal durch die Kinder der Täter-Generation. Was bei der Olympiade 1972 in München mit dem blutigen Überfall auf die israelische Olympia-Mannschaft schließlich traurige Wirklichkeit wurde, fand hier bereits seinen Auftakt. Wer hat am 9. November 1969 diese Bombe gelegt? Gab es Auftraggeber? Was ist aus dem Bombenleger geworden? Die Spuren, die über Jahrzehnte hinweg verblaßt und darüber hinaus absichtlich verwischt worden sind, können mehr als nur neu gelesen werden ? diesmal, 35 Jahre danach, können sie entziffert werden.Die Tupamaros West-Berlin waren ein Produkt jener linksradikalen Subkultur, die aus einer orientierungslos gewordenen 68er-Bewegung hervorgegangen war und seit dem Herbst 1969 West-Berlin mit einer Serie von Bombenanschlägen überzog. Im Vordergrund standen nicht nur Angriffe auf Justizangehörige, Richter und Staatsanwälte. Auch israelische und jüdische Einrichtungen wurden zu erklärten Zielscheiben. Den Protagonisten der Tupamaros West- Berlin ging es darum, den Vietnamkrieg durch den Nahostkonflikt zu ersetzen und den Guerillakampf in das Land der NS-Täter zu holen. Indem Jüdische Gemeinden zu Agenturen des zionistischen Staates Israel erklärt wurden, geh&oum ...
Buch:
Jahrbuch für Antisemitismusforschung 19: BD 19
Ausgabe vom Okt. 2010, Broschiert, Verkaufsrang 1112279