"Arisierung" in Thüringen: Ausgegrenzt - Ausgeplündert - Ausgelöscht
Autor:
Monika Gibas, Thomas Wurzel, Ausgabe vom 24. März 2009, Broschiert, Verkaufsrang 1327868
Buch:
Deutsche Juden und Antisemitismus in der Weimarer Republik
Autor:
Cornelia Hecht, Ausgabe vom 8. Okt. 2003, Gebunden, Verkaufsrang 1404466
Buch:
Deutscher Geist und Judenhass
Autor:
Micha Brumlik, Ausgabe vom 2000, Gebunden, Verkaufsrang 1247828
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Dialektik des Judentums bezüglich Herrschaft und Knechtschaft als "Dreh- und Angelpunkt" von Hegels Philosophie der Weltgeschichte? Diese für die Hegel-Exegese neue Deutung ist eines der aufschlussreichen Ergebnisse der Beschäftigung Brumliks mit den Philosophen des deutschen Idealismus und deren Haltung gegenüber dem Judentum. Die antijüdischen Stellungnahmen dieser Denker auf der anderen Seite - "Euthanasie des Judentums" (Kant) - werfen immer wieder die Frage nach ihrer Mitverantwortung am Holocaust auf. Brumlik wendet drei Methoden an, diese Äußerungen zu erklären. Er geht in erster Linie den inhärenten Widersprüchen und Vorurteilen der Denksysteme nach und verweist zu deren weiterer Klärung auf zeitgeschichtliche und biografische Zusammenhänge. Dabei wird sehr deutlich, mit welch unterschiedlichen Geistern es die deutsche Kulturgeschichte da zu tun hat. Die Kapitel des Buches sind den Philosophen in chronologischer Folge gewidmet: Kant, seinem Schüler Fichte; Schleiermacher, der enge Beziehungen zu Berliner Juden pflegte; Hegel, Schelling und Marx. Jeder Essay kann zwar für sich gelesen werden. Da der Autor aber auf eine eigenständige Zusammenfassung verzichtete, ist die vollständige Sicht auf die Bedingtheiten idealistischer Deutung des Judentums, aber auch von Religion und Christentum überhaupt, nur in der gesamten Lektüre zu erreichen. Im Kant-Kapitel etwa wird gezeigt, wie das alte, vornehmlich lutherisch-protestantische Theologumenon der Differenz zwischen Gesetz und Evangelium bzw. Gnade bei Kant in eine Theorie des statutarischen, äußerlichen und ethnisch geschlossenen Charakters der jüdischen Religion und Gemeinschaft mündet. Diese Denkfigur wurde im Rahmen des Denkens über Freiheit und Staat nach der französischen Revolution in ideologischer aber auch in rechtspolitischer Hinsicht besonders bei Fichte gegen das Judentum gewendet. Brumlik zeigt, dass das Thema Judentum und Religion beim deutschen Idealismus kein Randthema darstellte, sondern mitten in dessen gesellschaftliches Denkens hineinführt. -Adalbert J. Osterried
Buch:
Die offene Wunde: Antisemitismus als Schicksal?
Autor:
Manfred Lahnstein, Ausgabe vom 11. Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 355899
Buch:
Die Schweiz und die Juden 1933-1945
Autor:
Jacques Picard, Ausgabe vom 1994, Sondereinband, Verkaufsrang 1833456
Buch:
Ein Literaturskandal, wie er im Buche steht: Zu Vorgeschichte, Missverständnissen und medialem Antisemitismusdiskurs rund um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
Autor:
Daniel Hofer, Ausgabe vom Mai 2007, Broschiert, Verkaufsrang 1344478
Nationaler Antisemitismus - Wissenssoziologie einer Weltanschauung
Autor:
Klaus Holz, Ausgabe vom 14. März 2001, Gebunden, Verkaufsrang 1380811
Aus der Amazon.de-Redaktion Bittet, so wird euch gegeben! Eben noch hat man in Gerald Messadiés kürzlich erschienener Geschichte des Antisemitismus ein gewisses Theoriedefizit bemängelt, und - voilà - schon seziert Klaus Holz in seiner Habilitationsschrift nun mit systemtheoretischem Besteck und wahrhaft wissenschaftlicher Akribie den ideologischen Bauplan eben dieser Weltanschauung. Der Titel nimmt das Ergebnis vorweg: Der moderne Antisemitismus ist ohne den Nationalismus nicht denkbar. Doch der Weg zu dieser Erkenntnis ist das Ziel. Holz interpretiert sechs ausgewählte Texte Zeile für Zeile, wenn nötig Wort für Wort, und macht dabei den Prozess der Hypothesenbildung für den Leser auf faszinierende Weise zugleich transparent und mühevoll. Die Leitidee könnte man so auf den Punkt bringen: Judenhass hat weniger mit Juden als vielmehr mit nicht-jüdischen Deutschen, Franzosen, Österreichern zu tun, für die er eine ganz bestimmte Funktion erfüllt. In jungen oder krisengeschüttelten Nationalstaaten - Deutschland beziehungsweise Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts - soll die "Judenfrage" alle sozialen Konflikte übertünchen und das Volk, die Wir-Gruppe, zusammenschweißen gegen die vermeintlichen "Antagonisten der nationalen Weltanschauung schlechthin". Dabei wird nach regelmäßig wiederkehrenden Mustern argumentiert, die sich beim Historiker Treitschke ebenso finden wie beim Stammtischredner Hitler oder im Zeitungskommentar zur Waldheim-Affäre. Beispielsweise erscheinen die Juden als Täter, ihre Opfer greifen lediglich zur legitimen Notwehr. Die physische Vernichtung der "jüdischen Mitbürger" - auch das eine perfide Vokabel der Ausgrenzung - wird nicht explizit gefordert, doch was bleibt eigentlich noch, wenn man "dem Juden" sämtliche gemeinschaftsgefährdenden Eigenschaften zuschreibt und diese gleichzeitig zu unveränderlichen rassischen oder ethnischen Merkmalen erklärt? Nach Auschwitz wird in kodierter Form, aber nach ähnlichem Schema argumentiert, zum Beispiel bei der Vergangenheitsbewältigung auf Wiener Art. Nicht Waldheim ist das Problem, sondern "jüdische Kreise" (man ist vorsichtig geworden bei der Wortwahl!) in Amerika, die die Geschichte nicht ruhen lassen wollen. Was Holz zur Finkelstein-Debatte gesagt hätte, lässt sich nur vermuten. Nach der Lektüre seiner monumentalen Studie ist der analytische Blick der Leser jedoch so geschärft, dass sie von allein zu neuen Interpretationen gelangen - und das wohl nicht nur beim Thema Antisemitismus. -Patrick Fischer 1