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Griechenland












Antigone - Sophokles
Buch:Antigone
Autor:Sophokles, Ausgabe vom 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 16869
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Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 22 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Fesselnd. (5 von 5 Punkten) meint Y.Z.
Sophokles' attische Tragödie "Antigone" behandelt die gleichnamigen Protagonistin, die versucht ihrem Schicksal zu entgehen. Antigone ist die Tochter Ödipus', der durch seine Taten (tötete seinen Vater, heiratete seine Mutter, beging Selbstmord) einen Fluch auf sich und seine Familie legte. Nachdem sich Antigones beiden Brüder gegenseitig im Kampf um den Thron getötet haben, verbietet der aktuelle König Kreon das Begräbnis des einen Bruders, Polyneikes. Wer sich diesem Gesetz widersetzt soll hingerichtet werden. Antigone möchte ihren toten Bruder dennoch bestatten und schert sich nicht um des Königs Verbot. Ihre Schwester Ismene versucht sie vergeblich davon abzuhalten.
Kurze Zeit später erfährt Kreon von der bereits vollzogenen Totenklage und befiehlt seinen Wächtern, den Täter zu fangen. Als Antigone schließlich zu Kreon geführt wird, gibt er ihr die Chance, ihre Tat zu leugnen. Diese beginnt allerdings, ihrem König vorzuwerfen, er hebe sich über die Götter. Als dann noch Kreons Sohn Haimon auftaucht, um ihm zu sagen, das Volk wünsche eine Bestattung für Polyneikes nimmt Kreons Stolz überhand: Antigone soll sterben. Der blinde Seher Teiresias, jahrelanger Weggefährte Kreons, rät seinem König Einsicht, sonst ereile auch ihn ein schrecklicher Fluch. Kreon muss eine Entscheidung treffen...

Auf knapp 60 Seiten (Reclam-Version) hat Sophokles mit seiner "Antigone" eine von Anfang bis Ende spannende Tragödie geschaffen.
Der Leser wird direkt in das Geschehen hineingeworfen (der Fluch liegt bereits auf der Familie, Antigones Brüder sind schon tot und das Verbot des Königs ist ausgesprochen), weshalb man das ganze Stück über nicht auf die Idee kommt, es aus der Hand zu legen. (Ich habe es ohne Unterbrechung durchgelesen.)
Die verschieden Konflikte (Antigone und Ismene als Kontrastpersonen, Kreons Stolz, weltliche versus göttliche Gesetze etc.) verhinden eine flache Handlung.

Nur die kurze Erwähnung verschiedenster Figuren aus der griechischen Mythologie (wie Danae, Dryas, Phineus, Erechtheus, etc.) die nichts mit der Handlung zu tun haben und nur zur Verdeutlichung dienen, sind in der heutigen Zeit eher verwirrend denn verdeutlichend. Sofern man sich nicht gut mit der Materie auskennt, muss man schon im Anhang nachsehen, um wirklich zu verstehen, was im Haupttext über sie geschrieben wird. Allerdings gilt das nur für anderthalb der knapp 60 Seiten. Deswegen kann ich die "Antigone" trotzdem ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.

Ein echtes Drama....! (5 von 5 Punkten) meint J.".
Sophokles schrieb dieses spannende Drama vor ca. 2500 Jahren, das von Gerechtigkeit, Humanität, Demut, Menschlichkeit und einem gottlosen tyrannischen Herrscher handelt. In diesem Spannungsfeld erlebt der Leser, wie der König Kreon von Teben verfügt, den Körper des getöteten Bruders der Antigone einfach vor den Toren der Stadt verwesen zu lassen. Eine standesgemäße Beerdigung darf nicht erfolgen. Antigone wiedersetzt sich dieser Anordnung und gerät selber in Gefahr. Ob die vom König angeordnete Todesstrafe für dieses Verhalten tatsächlich an Antigone vollzogen wird, erfahren sie in dem Buch....


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Antigone - Sophokles
Buch:Antigone
Autor:Sophokles, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 28631
Preis: 4,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Fesselnd. (5 von 5 Punkten) meint Y.Z.
Sophokles' attische Tragödie "Antigone" behandelt die gleichnamigen Protagonistin, die versucht ihrem Schicksal zu entgehen. Antigone ist die Tochter Ödipus', der durch seine Taten (tötete seinen Vater, heiratete seine Mutter, beging Selbstmord) einen Fluch auf sich und seine Familie legte. Nachdem sich Antigones beiden Brüder gegenseitig im Kampf um den Thron getötet haben, verbietet der aktuelle König Kreon das Begräbnis des einen Bruders, Polyneikes. Wer sich diesem Gesetz widersetzt soll hingerichtet werden. Antigone möchte ihren toten Bruder dennoch bestatten und schert sich nicht um des Königs Verbot. Ihre Schwester Ismene versucht sie vergeblich davon abzuhalten.
Kurze Zeit später erfährt Kreon von der bereits vollzogenen Totenklage und befiehlt seinen Wächtern, den Täter zu fangen. Als Antigone schließlich zu Kreon geführt wird, gibt er ihr die Chance, ihre Tat zu leugnen. Diese beginnt allerdings, ihrem König vorzuwerfen, er hebe sich über die Götter. Als dann noch Kreons Sohn Haimon auftaucht, um ihm zu sagen, das Volk wünsche eine Bestattung für Polyneikes nimmt Kreons Stolz überhand: Antigone soll sterben. Der blinde Seher Teiresias, jahrelanger Weggefährte Kreons, rät seinem König Einsicht, sonst ereile auch ihn ein schrecklicher Fluch. Kreon muss eine Entscheidung treffen...

Auf knapp 60 Seiten (Reclam-Version) hat Sophokles mit seiner "Antigone" eine von Anfang bis Ende spannende Tragödie geschaffen.
Der Leser wird direkt in das Geschehen hineingeworfen (der Fluch liegt bereits auf der Familie, Antigones Brüder sind schon tot und das Verbot des Königs ist ausgesprochen), weshalb man das ganze Stück über nicht auf die Idee kommt, es aus der Hand zu legen. (Ich habe es ohne Unterbrechung durchgelesen.)
Die verschieden Konflikte (Antigone und Ismene als Kontrastpersonen, Kreons Stolz, weltliche versus göttliche Gesetze etc.) verhinden eine flache Handlung.

Nur die kurze Erwähnung verschiedenster Figuren aus der griechischen Mythologie (wie Danae, Dryas, Phineus, Erechtheus, etc.) die nichts mit der Handlung zu tun haben und nur zur Verdeutlichung dienen, sind in der heutigen Zeit eher verwirrend denn verdeutlichend. Sofern man sich nicht gut mit der Materie auskennt, muss man schon im Anhang nachsehen, um wirklich zu verstehen, was im Haupttext über sie geschrieben wird. Allerdings gilt das nur für anderthalb der knapp 60 Seiten. Deswegen kann ich die "Antigone" trotzdem ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.

Ein echtes Drama....! (5 von 5 Punkten) meint J.".
Sophokles schrieb dieses spannende Drama vor ca. 2500 Jahren, das von Gerechtigkeit, Humanität, Demut, Menschlichkeit und einem gottlosen tyrannischen Herrscher handelt. In diesem Spannungsfeld erlebt der Leser, wie der König Kreon von Teben verfügt, den Körper des getöteten Bruders der Antigone einfach vor den Toren der Stadt verwesen zu lassen. Eine standesgemäße Beerdigung darf nicht erfolgen. Antigone wiedersetzt sich dieser Anordnung und gerät selber in Gefahr. Ob die vom König angeordnete Todesstrafe für dieses Verhalten tatsächlich an Antigone vollzogen wird, erfahren sie in dem Buch....


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Antigone - Sophokles
Buch:Antigone
Autor:Sophokles, Ausgabe vom 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 278067
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Fesselnd. (5 von 5 Punkten) meint Y.Z.
Sophokles' attische Tragödie "Antigone" behandelt die gleichnamigen Protagonistin, die versucht ihrem Schicksal zu entgehen. Antigone ist die Tochter Ödipus', der durch seine Taten (tötete seinen Vater, heiratete seine Mutter, beging Selbstmord) einen Fluch auf sich und seine Familie legte. Nachdem sich Antigones beiden Brüder gegenseitig im Kampf um den Thron getötet haben, verbietet der aktuelle König Kreon das Begräbnis des einen Bruders, Polyneikes. Wer sich diesem Gesetz widersetzt soll hingerichtet werden. Antigone möchte ihren toten Bruder dennoch bestatten und schert sich nicht um des Königs Verbot. Ihre Schwester Ismene versucht sie vergeblich davon abzuhalten.
Kurze Zeit später erfährt Kreon von der bereits vollzogenen Totenklage und befiehlt seinen Wächtern, den Täter zu fangen. Als Antigone schließlich zu Kreon geführt wird, gibt er ihr die Chance, ihre Tat zu leugnen. Diese beginnt allerdings, ihrem König vorzuwerfen, er hebe sich über die Götter. Als dann noch Kreons Sohn Haimon auftaucht, um ihm zu sagen, das Volk wünsche eine Bestattung für Polyneikes nimmt Kreons Stolz überhand: Antigone soll sterben. Der blinde Seher Teiresias, jahrelanger Weggefährte Kreons, rät seinem König Einsicht, sonst ereile auch ihn ein schrecklicher Fluch. Kreon muss eine Entscheidung treffen...

Auf knapp 60 Seiten (Reclam-Version) hat Sophokles mit seiner "Antigone" eine von Anfang bis Ende spannende Tragödie geschaffen.
Der Leser wird direkt in das Geschehen hineingeworfen (der Fluch liegt bereits auf der Familie, Antigones Brüder sind schon tot und das Verbot des Königs ist ausgesprochen), weshalb man das ganze Stück über nicht auf die Idee kommt, es aus der Hand zu legen. (Ich habe es ohne Unterbrechung durchgelesen.)
Die verschieden Konflikte (Antigone und Ismene als Kontrastpersonen, Kreons Stolz, weltliche versus göttliche Gesetze etc.) verhinden eine flache Handlung.

Nur die kurze Erwähnung verschiedenster Figuren aus der griechischen Mythologie (wie Danae, Dryas, Phineus, Erechtheus, etc.) die nichts mit der Handlung zu tun haben und nur zur Verdeutlichung dienen, sind in der heutigen Zeit eher verwirrend denn verdeutlichend. Sofern man sich nicht gut mit der Materie auskennt, muss man schon im Anhang nachsehen, um wirklich zu verstehen, was im Haupttext über sie geschrieben wird. Allerdings gilt das nur für anderthalb der knapp 60 Seiten. Deswegen kann ich die "Antigone" trotzdem ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.

Ein echtes Drama....! (5 von 5 Punkten) meint J.".
Sophokles schrieb dieses spannende Drama vor ca. 2500 Jahren, das von Gerechtigkeit, Humanität, Demut, Menschlichkeit und einem gottlosen tyrannischen Herrscher handelt. In diesem Spannungsfeld erlebt der Leser, wie der König Kreon von Teben verfügt, den Körper des getöteten Bruders der Antigone einfach vor den Toren der Stadt verwesen zu lassen. Eine standesgemäße Beerdigung darf nicht erfolgen. Antigone wiedersetzt sich dieser Anordnung und gerät selber in Gefahr. Ob die vom König angeordnete Todesstrafe für dieses Verhalten tatsächlich an Antigone vollzogen wird, erfahren sie in dem Buch....


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Medea - Euripides
Buch:Medea
Autor:Euripides, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 119987
Preis: 4,40 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Euripides benutzt einen mythologischen Stoff, um die Gekränktheit der Medea, deren Ehemann Jason sich eine andere Frau nimmt, in einen Rachefeldzug ausarten zu lassen, der sie nicht nur ihre Nebenbuhlerin, sondern auch die eigenen Kinder umbringen lässt, nur um ihren Ehemann leiden zu sehen.
Würde man die Sprache anpassen, könnte das Stück direkt in das 20. Jahrhundert übernommen werden, so fulminant werden die egoistischen Motive des Mannes und der emanzipatorische Ansatz der Frau deutlich, die in einem sinnlosen Gewaltakt kulminieren.
Dabei ist das ganze auch noch psychologisch präzise und fesselnd zu lesen.


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Die Rache ist mit den Frauen. (5 von 5 Punkten) meint B.E. aus Kassel
Euripides Medea wird aus Hilflosigkeit gegenüber der Eigenwilligkeit ihres Mannes Jason zu einer Furie und tötet aus Rache nicht nur die neue Frau von Jason, die Königstochter, sondern auch den König Kreon von Korinth. Danach tötet sie auch noch die beiden gemeinsamen Söhne, um dann auf einem Drachewagen Helios zu fliehen.
Der mythische Stoff wird hier in einer ganz faszinierenden und überaus zeitgemäßen Weise, zumindest der Zeit des Euripides, verarbeitet und die Rohheit und die Kälte in den damaligen Ehen gezeigt. Somit ist Medea eher eine Frau, die sich zu helfen weiß und sich nicht dem Willen und den Charme ihres Mannes unterordnet, sondern ihn stürtzt und sich an ihm für seine Greueltaten rächt.
Der Stoff fasziniert auch nach fast 2400 Jahren noch die Gemüter und anhand neuester Verarbeitungen ist erkennbar, daß die Medea nicht nur in der Antike und der Mythologie ihre Faszination ausstrahlte, sondern präsenter denn je ist.

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Die Wolken - Aristophanes
Buch:Die Wolken
Autor:Aristophanes, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 87705
Preis: 3,60 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Antiker Moraltrompeter (4 von 5 Punkten) meint M.G.H. aus Wien
In den Wolken geht es um eine satirische Abrechnung mit der neuen Philosophie, mit der Sophistik. Diese wird interessanterweise mit Sokrates identifiziert. Otto Seel zeigt in seinem Nachwort, dass Aristophanes damit mehr oder weniger, direkt oder indirekt an jenem Sokratesbild mitgezeichnet hat, das den Sokrates als Frevler und Leugner der Götter, als Verdreher von Recht und Unrecht und als Verführer der Jugend zeigt und das ihm schlussendlich Prozess und Verurteilung eingebracht hat. In der "Apologie" wird Aristophanes jedenfalls namentlich als einer der Verleumder genannt: "Denn solcherlei habt ihr selbst gesehen in des Aristophanes Komödie, wo ein Sokrates vorgestellt wird, der sich rühmt, in der Luft zu gehen, und viel andere Albernheiten vorbringt, wovon ich weder viel noch wenig verstehe." (Platon, Apologie)

Tatsächlich war es wohl das Anliegen des Aristophanes, die neue Philosophie zu demaskieren, zur Kenntlichkeit zu entstellen, als das zu präsentieren, was sie seiner Ansicht nach war: eine frevelhafte und lächerliche Methode der Naturerforschung und v.a. eine Kunst der Rechtsbeugung. Dazu erfindet er ein Szenario, wo sich der einfältige Bauer Strepsiades just in dem Moment für die Philosophie zu interessieren beginnt, wo er nach einer Möglichkeit sucht, sich vor dem Schuldenzahlen zu drücken. Er meint, bei Sokrates könne er die Kunst der zwei Reden lernen, insbesondere die Kunst, die schwächere (schlechtere) Sache zu stärkeren (besseren) zu machen.

Strepsiades erweist sich aber als allzu unbedarft für die neuen Lehren. Von der Naturphilosophie versteht er nur, dass nun nicht mehr Zeus regiere, sondern der "Wirbel". Er (miss-)versteht den Paradigmenwechsel vom theologischen zum kosmologischen Prinzip als Machtwechsel innerhalb der theologischen Paradigmas: Der neue Gott "Wirbel" hat den alten Gott Zeus entthront. Schlimm ist es, wenn man die neue Philosophie missversteht, Man macht sich lächerlich. Noch schlimmer, so suggeriert Aristophanes, ist es allerdings, wenn man die Lehren richtig versteht. Man setzt sich über Maß und Anstand hinweg und verprügelt z.B. den eigenen Vater. Das zeigt uns Aristophanes am Beispiel von Pheidippides, dem Sohn von Strepsiades.

Das klingt eigentlich eher nach konservativem Spott und Hohn denn nach befreiender Komik. Und das ist es auch. Friedell hat das besser in Worte gefasst, als ich es je könnte: "Ohne klassizistische Vorurteile betrachtet, ist Aristophanes ganz einfach der großartigste Revolverjournalist, von dem die Weltliteratur zu künden weiß. Wie so viele Satiriker, war er nichts weniger als ein freier Geist, sondern ein Philister mit umgekehrtem Vorzeichen, ein kleinherziger Denunziant und unter der Maske des Moraltrompeters eine ganz amoralische Größe." (Egon Friedell, Kulturgeschichte Griechenlands)

Trotzdem sind die Wolken in ihren besten Stellen unglaublich witzig. Der Unterricht des Strepsiades liest sich wie eine zweieinhalbtausendjährige Vorwegnahme der Doppelconferencen Farkas/Grünbaumscher Prägung. Vom parodistischen Spiel mit den Formen und Metren bleibt in einer Übersetzung naturgemäß am wenigsten übrig. Doch auch hier ist es Otto Seel gelungen, zumindest einen Eindruck vom sprachlichen Reichtum dieser Komödie zu geben.

König Ödipus - Sophokles
Buch:König Ödipus
Autor:Sophokles, Ausgabe vom 1. Januar 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 176682
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"Und gibt's ein Übel, das alle Übel übertrifft:/das hat sich Ödipus erlost!" (Z. 1365f.) (5 von 5 Punkten) meint M.D. aus Bochum
Der Ödipus-Mythos ist ein nicht mehr wegzudenkendes Element unserer abendländisch-europäischen Kultur. Spätestens seit Sigmund Freud ist die Geschichte des unglücklichen thebanischen Königs, der unwissend seinen Vater tötet, seine Mutter heiratet und schließlich dazu bereit ist, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, als diese offenbar werden, fester Bestandteil unseres kulturellen Gedächtnisses. Erstmals erwähnt wird die Ödipus-Sage in Homers Odyssee. Doch es war Sophokles, der in "König Ödipus" dem Mythos die Gestalt gab, wie sie heute bekannt ist. "König Ödipus" ist der erste Teil der Theben-Trilogie, die sonst noch aus Ödipus auf Kolonos und der Antigone, der wohl bekanntesten griechischen Tragödie überhaupt, besteht.

Theben wird von einer schweren Seuche geplagt. König Ödipus schickt seinen Schwager Kreon nach Delphi, um herauszufinden, was zu tun ist. Die kryptische Botschaft des Orakels lautet: "Es befiehlt uns Phoibos klar, der Herr/des Landes Schandfleck, als auf diesem Erdenstück/genährt, hinauszujagen, nicht bis unheilbar er wird, ihn/fortzunähren" (Z. 96ff.). Gefunden werden soll also der Mann, der Laios, den vorherigen König Thebens, umgebracht hat. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hätte Ödipus eigentlich erkennen können, dass nur er "des Landes Schandfleck" sein kann, denn der blinde Seher Teiserias hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: "Weh, wehe, Klarsehen: Wie furchtbar, wo es nicht/nützt dem Klarsehenden! Das war mir wohl bewusst,/doch habe ich's vergessen, sonst wär ich nicht hierher/gekommen" (Z. 316ff.).Wenig später wird er noch deutlicher: "Denn dieses Landes heilloser Besudler bist du!" (Z. 353), um zu schließen: "Des Mannes Mörder, den du suchst, sag ich, bist du!" (Z. 363) Doch Ödipus ist noch nicht bereit, die grausame Wahrheit zu akzeptieren und beschimpft den Seher als "Scharlatan" (Z. 387), der mit Kreon im Bunde stecke, um ihn vom Thron zu stoßen. Daraufhin schließt der Seher unheilvoll: "[M]it den eigenen Kindern lebt er/zusammen,/als ihr Bruder und ihr Vater, der gleiche Mann, ist der Frau/der er entspross, Sohn und Gemahl des Vaters/Mitsäer und sein Mörder!" (Z. 457ff.)

Doch die schreckliche Wahrheit kommt doch ans Licht, als ihn Iokaste, seine Frau/Mutter erzählt, wie ihr Mann ums Leben kann und wie sie einst ihr frisch geborenes Kind losgeworden sind, da ihnen prophezeit wurde, dass es zum Mörder seines Vaters werden sollte. Ödipus erkennt unheilvolle Parallelen zu seinem Leben und ein langsamer Erkenntnisprozess nimmt seinen Lauf: "Was packt mich, da ich eben dich gehört hab, Frau,/der Seele Irrlauf und Erschütterung des Geistes!" (Z. 726f.)

Kein Zweifel besteht mehr, als ein alter Hirte, der einst das zusammengeschnürte und weggeworfene Baby gefunden hat, den thebanischen Boten wiedererkennt, dem er es dann gegeben hat. Ödipus hat ja seine Kindheit als uneheliches Kind des korinthischen Königspaares verbracht. Die Erkenntnis ist nun absolut: "Iu! Iu! Das Ganze wäre klar heraus!/O Licht, zum letzten Mal will ich dich schauen jetzt./ Es trat zutage: Entstammt bin ich, von wem ich nicht/gesollt, verkehr, mit wem ich nicht/gedurft!" (Z. 1181ff.) Was folgt, ist Tragödie pur. Iokaste erhängt sich und Ödipus sticht sich die Augen aus und geht ins Exil, um dem Wohlergehen des Staates nicht im Wege zu stehen. Ihm bleibt nur die bittere Erkenntnis: "Und gibt's ein Übel, das alle Übel übertrifft:/das hat sich Ödipus erlost!" (Z. 1365f.)

Fazit: Ob es uns gefällt oder nicht: Zusammen mit der Odyssee und der Antigone ist "König Ödipus" ein Gründungsdokument der abendländischen Kultur. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass der Begriff Ödipus bis heute im aktiven Wortschatz eines Großteil der Bevölkerung vorzufinden ist.


Eine Tragödie mit Langzeitwirkung (5 von 5 Punkten) meint k.
"Wo findet sich die schwer erkennbar dunkle Spur der alten Schuld?"

Diese Frage gilt es zu klären, als Theben eine Pest befiel und das Orakel das Ende verhieß, wenn der Schuldige gefunden. Dieser Schuldige war Ödipus, König von Theben, geworden aus den grossen Hilfen für diese Stadt. Doch das Orakel hatte seinen Eltern Laios und Jokaste verheissen, ihr Erstgeborener würde seinen Vater töten und seine Mutter zur Frau nehmen. Ausgesetzt verbrachte Ödipus seine Jugend in anderer Gegend, die ursprüngliche sollte er meiden. Doch die Ermordung Laios war der Beginn der tragischten aller Tragödien und einer der bewegensten, dem Freud gar die Namensgebung eines Komplexes wert war.

"Denn viele Menschen sahen auch in Träumen schon
Sich zugesellt der Mutter: doch wer alles dies
Für nichtig achtet, trägt die Last des Lebens leicht."

Die Handlung des Stückes ist nichts mehr als die Enthüllung, gesteigert und kunstvoll verzögert, einer Psychoanalyse gleich, dass Ödipus selbst der Mörder seines Vaters war, aber auch der Sohn von Jokaste ist. Ödipus blendet sich, verläßt die Heimat. Das Orakel ist erfüllt.

Aufgeführt in Griechenland in alter Zeit und die Legende sagt, dass es kaum eine tragische Wirkung hervorrief. Diesen Tatbestand bewegte Freud zur Annahme, dass es eine Stimme im Inneren des Menschen gibt, die die zwingende Gewalt des Schicksals anzuerkennen bereit ist. Ödipus Schicksal könnte unser eignes sein, und so trifft uns auch die Botschaft des Chores:

"..., sehet, das ist Ödipus,
der entwirrt die hohen Rätsel und der erste war an Macht,
dessen Glück die Bürger alle priesen und beneideten;
Seht, in welches Missgeschickes graue Wogen er versank!"

und macht uns weise, den ursprünglichen Trieben eine andere Richtung zu geben.

Sophokles offenbart die Tragödie, zeigt das Handeln und die Konsequenz. Das kindliche Wunschdenken nach Freud wird offen gezeigt, im Hamlet erscheint es nur als Hemmung. Hamlets frische Tatkraft wird gehemmt durch die überwuchernde Gedankentätigkeit. ("Von des Gedankenblässe angekränkelt.") Diese Hemmung zeigt sich eigentlich nur dort, wo die Rache nicht möglich ist an dem Mann, der die Wünsche seiner Kindheit realisiert hat. Der Mörder seines Vaters, aber! der Mann seiner Mutter. (Gedanken aus der Traumdeutung)

Neben Antigone - ebenfalls ein Wunderwerk - ist Ödipus die bekannteste Tragödie des Altgriechen Sophokles.

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Die Frösche - Aristophanes
Buch:Die Frösche
Autor:Aristophanes, Ausgabe vom Dez. 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 88240
Preis: 3,20 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Antiker Dichterstreit (5 von 5 Punkten) meint M.G.H. aus Wien
Die Rahmenhandlung dieser Komödie ist rasch erzählt: Dionysos, der Gott des Rausches, aber auch des Theaters langweilt sich nach des Euripides Tod und will in die Unterwelt steigen, um ihn zurückzuholen. Dort angekommen wird er Schiedsrichter im Dichterstreit zwischen Aischylos und Euripides und entscheidet sich schließlich - entgegen seinem ursprünglichen Plan - den Aischylos (und nicht den Euripides) mit an die Oberwelt zu nehmen. Inhaltlich gibt es zwei etwa gleich lange Teile, einmal die Geschichte um die Reise des Dionysos in die Unterwelt (Akt 1-3) und dann den Dichterstreit zwischen Euripides und Aischylos (Akt 4-5).

Der erste Teil zielt auf den "schnellen Lacher" ab. Dionysos wird uns hier als Angsthase präsentiert, der sich angesichts der befürchteten Schrecken der Unterwelt in die Hose macht und sogar straflos von seinem eigenen Sklaven verhöhnt werden darf. Auch die Verkleidungs- und Verwechslungskomik gehören schon zum Repertoire der antiken Komödie. Dionysos verkleidet sich als Herakles und bezieht prompt Prügel von der Wirtin im Hades, weil der wirkliche Herakles dort die Zeche geprellt hat. Dass sich Dionysos bei der Überfahrt in die Unterwelt auf ein Quak-Duell mit Fröschen einlässt, spricht auch nicht gerade für einen überlegenen göttlichen Geist, gibt der Komödie aber einen sinnfälligen Titel.

Der zweite Teil operiert mit subtileren Scherzen: Aischylos gegen Euripides, das ist wie alt gegen neu, Mythos gegen Logos, alte Tugend gegen moderne Freigeisterei, Klassik gegen Romantik. Das Duell geht über mehrere Runden und umfasst Themenwahl, Personenführung, Einsatz des Chors, Gestaltung der Prologe, Rhythmik der Lieder. Und es schwankt unentschieden hin und her. Euripides muss Treffer einstecken, weil er angeblich unmoralische Stoffe auswählte, Leute aus dem Volk auf die Bühne stellte und seine Prologe zu monoton gestaltete. Sehr witzig und untergriffig demonstriert Aischylos, dass man auf jede Einleitung des Euripides die Floskel ... kam um seinen Pomadentopf" anhängen könne. Aischylos muss v.a. wegen der angeblichen Dunkelheit und Schwerfälligkeit seiner Sprache Treffer einstecken. Schließlich siegt Aischylos. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen, wenn man die konservative Grundhaltung des Aristophanes in Rechnung stellt.

Die Übersetzung von Heinz Heubner in der vorliegenden Reclam-Ausgabe ist flott, frech und witzig und sie trägt meiner Meinung nach entscheidend zum Lesevergnügen bei. Sie bricht aber das Versmaß und verzichtet damit auf ein wichtiges Stilmittel des griechischen Textes. Man muss sich entscheiden. Urteilen Sie selbst:

"Und weiter, bei mir gab's vom ersten Vers an kein müßiges Herumstehen. Frau, Sklave, Herr, Mädchen und alte Vettel - sie kamen alle zu Wort"
(Euripides in der Übersetzung Heubner)

"Sodann vom ersten Vers an ließ ich niemand müßig stehen,
und reden musste mir die Frau und reden selbst der Sklave,
es sprach der Mann, die Jungfrau sprach, das alte Weib."
(Euripides in der Übersetzung Seeger)

Wie auch immer: Man zeige mir einen einzigen heutigen, modernen Komödiendichter, der, sagen wir einen Dichterwettstreit zwischen Goethe und Kleist so in Szene zu setzen vermöchte wie Aristophanes den zwischen Aischylos und Euripides. Wo der leichte Scherz getragen ist von einer tiefen Kenntnis von Leben und Werk der Parodierten und wo umgekehrt dieses tiefe Verständnis die Leichtigkeit des Scherzes erzeugt. Ich glaube nicht, dass es auch nur einen einzigen gibt. Und genau deshalb ziehe ich den Aristophanes den meisten Modernen vor.


Anmerkungen zur Neuübersetzung (3 von 5 Punkten) meint D.D. aus Stuttgart
Ich mag mich nicht mit dem Inhalt selbst groß auseinandersetzen, der ist in der ersten Rezension gut zusammengefaßt. Einige Worte nur zur Neuübersetzung und den Anmerkungen:

Der Text ließt sich tatsächlich flüssiger als Seeger-Übersetzung, verliert allerdings viel vom Lyrischen des griechischen Theaters.
Die Anmerkungen tragen viel zum Verständnis des Textes bei, in ihrer Ausführlichkeit und ihrem Lehrerhaften gehen sie aber auch bald auf die Nerven, da akademische Spitzfindigkeiten, die eben zum Verständnis des Textes nicht beitragen frei mit den notwendigen Erklärungen vermischt sind.

Die Vögel - Aristophanes
Buch:Die Vögel
Autor:Aristophanes, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 51639
Preis: 3,40 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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"Die Vögel glänzen durch die keckste und reichste Erfindung im Reiche des phantastisch Wunderbaren und ergötzen durch die fröhlichste Heiterkeit: es ist eine lustige, geflügelte, buntgefiederte Dichtung."
A. W Schlegel

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die vögel (5 von 5 Punkten) meint U.T. aus welt
ja hallo es ist ein vortreffliches büchlein
es ist eine satire auf die gesellschaft
unbedingt lesenswert

im anhang kann mann noch einiges über die griechische
kultur und sprüche lesen

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Die Orestie: Agamemnon - Die Totenspende - Die Eumeniden - Aischylos
Buch:Die Orestie: Agamemnon - Die Totenspende - Die Eumeniden
Autor:Aischylos, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 92752
Preis: 4,40 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Die Troerinnen - Euripides
Buch:Die Troerinnen
Autor:Euripides, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 241364
Preis: 5,60 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Pazifismus und Aufklärung (5 von 5 Punkten) meint J.H.
Ganz im Gegensatz zu der Verherrlichung des trojanischen Krieges in den Heldensagen zeichnet Euripides ein nur allzu realistisches Bild der Schrecken des Krieges am Beispiel des Schicksals der trojanischen Frauen in der Hand der griechischen Sieger: Grausamkeiten wie Verschleppung und Versklavung sind noch das Geringste, was diesen droht. Er setzt aber auch jeder metaphysischen Rechtfertigung des Krieges ein Ende: im hervorragenden Monolog der Hekuba stellt diese die traditionelle Interpretation der Kriegsgeschehnisse als Folge göttlicher Auseinandersetzungen in Frage und liefert somit ein Stück Aufklärung direkt aus der Antike. Übrigens scheinen auch die Götter selbst von den Ereignissen recht schockiert zu sein. Sehr lesenswertes Stück, mit dem beunruhigendem Fazit, daß es immer noch hochaktuell ist.

Geniales, höchst aktuelles Stück (5 von 5 Punkten) meint D.R.M.
"Die Troerinnen" von Euripides zählt bestimmt zu seinen besten Werken. Die Sprache ist zwar für manche eine Herausforderung, aber wenn man reinliest, wird man erkennen, dass es eine wunderschöne Sprache ist - konträr zum erschreckenden Inhalt.
Ich will nicht zu genau darauf eingehen, da man die Spannung erhalten lassen muss. Aber im Mittelpunkt steht die Königin von Troja, Hekabe. Zusammen mit ein paar trojanischen Sklavinnen wartet sie auf die Reise in die Gefangenschaft nach Griechenland. Alles wurde ihr genommen - ihre Kinder, ihr Mann, ihre Stadt.
In höchst bewegenden Szenen, die vor Gesellschaftskritik nur so strotzen, wird die Furchtbarkeit des Krieges dargestellt.
Euripides hat für dieses Stück viel Verachtung geerntet - nicht wegen der Qualität, die ja einmalig ist - sondern wegen seiner offenkundigen Kritik an der brutalen Kolonialpolitik Athens in Asien.
Und was Euripides vor 2400 Jahren schreibt, hat heute noch Gültigkeit und spricht äußerst für die hohe Qualität des Stückes.
Die pazifistische Tendenz des Stückes und seine berechtigte Kritik an der herrschenden Klasse, an Religion und Machtapparat schockte die Athener - und faszinierte Jean-Paul Sartre, der in den 60-ern eine Bearbeitung schrieb.
Nach all den Demütigungen kehrte dann Euripides mit Freuden ins Exil nach Makedonien.
Also - nur zu empfehlen, dieses Stück.

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