Erscheinungsjahr: 2006 Aus d. Französ. v. Michael von Killisch-Horn Gewicht: 200 gr / Abmessung: 18,5 cm Von Grimaud, Hélène / Übersetzt v. Killisch-Horn, Michael von Die faszinierende Autobiographie der Weltklassepianistin und Wolfsexpertin Hélène Grimaud! Die berühmtesten Konzerthäuser der Welt schmücken sich mit ihrem Namen, bei Musikfestivals ist sie der Publikumsmagnet. Und nach ihren Tourneen kehrt Hélène Grimaud zurück zu den Wölfen, die sie nördlich von New York, in einem viel besuchten Gehege, hält. In "Wolfssonate" erzählt sie die Geschichte ihres eigenwilligen, ereignisreichen Lebens, das von ihren beiden Leidenschaften geprägt ist. Geschrieben mit einer sprachlichen Eleganz und Lebendigkeit, aus der das kaum zu zügelnde Temperament funkelt, mit dem die Grimaud Meisterwerke der klassischen Musik so atemberaubend zu interpretieren vermag. Pressestimmen: "Ein ergreifendes, sehr, sehr gut geschriebenes Buch!" Giovanni di Lorenzo in "3 nach 9" (NDR) Oh glückliches Frankreich! Deine Ikonen sind weiblich: ob Jeanne D`Arc, Emmanuelle Béart oder die "Marianne". Nun gibt?s eine Vierte im Bunde: die französische Konzertpianistin Hélène Grimaud; so durchscheinend zart, schön und unergründlich wie die Schauspielerin und so freiheitsliebend und missionarisch wie die Jungfrau von Orleans. Nur mit der "Marianne", der Madonna des französischen Nationalgefühls, wird?s schwierig: Sie habe sich nie als wirkliche Französin gefühlt, sagt Hélène Grimaud, in deren Adern auch kaum französisches Blut fließt. Ihre Mutter ist Korsin mit Wurzeln in Nordafrika und Italien, ihr Vater wuchs als Adoptivkind in einer französischen Familie auf, sein leiblicher Vater wiederum war Deutscher. Bei solcher Herkunft fühlt man sich nicht selten entwurzelt. In ihrer Autobiografie Wolfssonate umschreibt die heute 34 Jahre alte Künstlerin denn auch immer wieder diesen Zustand der Einsamkeit, der sie von Kindesbeinen an umgab. Überhaupt nimmt ihre Kindheit in ihren Erinnerungen einen breiten Raum ein. Ein hypernervöses Kind sei sie gewesen, das zur Sorge der Mutter nie mit anderen spielte; das Farben sah, wenn es Klänge hörte, das zornig, launisch, unberechenbar war, doch zugleich einen manischen Drang nach Ordnung an den Tag legte. Da die verzweifelten Eltern, beide Altphilologen an der Universität, nicht weiterwussten gaben sie ihr ein Klavier. "Das war meine Rettung!" Mit zwölf wurde sie als jüngste Studentin aller Zeiten am Pariser Konservatorium aufgenommen. Im Nu schaffte sie den Sprung in die internationale Musikelite, begeistert gefeiert von Kritikern wegen ihres "ungestümen und ausdrucksstarken Spiels". Durchbrochen werden diese im poetisch philosophischen Stil dahin fließenden Erzählungen von Exkursen in die zuweilen skurrile Kultur- und Verhaltensgeschichte von Wölfen: Von der Lykanthropie, dem Glauben Menschen könnten sich in Raubtiere verwandeln, über die Ungeheuer von Gévaudan bis hin zu den Wolfskindern und der sinnlosen Jagd auf die Wölfe. Angefangen hatte Grimauds Liebe zu den Wölfen bei einem Spaziergang in Florida, wohin Hélène Grimaud ihrem Freund gefolgt war. Plötzlich stand sie einer Wölfin gegenüber, in deren Augen sie so etwas wie eine verloren geglaubte Seelenheimat zu erblicken meinte. Sie begann die Spezies zu erforschen, erarbeitete sich eine Wolfshalterlizenz. Heute ist sie stolze Besitzerin eines Wolfsgeheges unweit von New York. Die Hälfte des Jahres verbringt sie hier, im Engagement für eine vom Aussterben bedrohte Tierart. Die andere auf Konzertreisen. "Wahrscheinlich haben mich nur die Wölfe davor bewahrt, ganz menschenfeindlich zu werden." Ein außergewöhnliches Buch von überwältigender Diktion und dabei zutiefst berührend! -Teresa Pieschacón Raphael
Buch:
Tumult und Grazie: Über Georg Friedrich Händel
Autor:
Karl-Heinz Ott, Ausgabe vom Nov. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 302762
Martin Geck, F. W. Bernstein, Fritz Weigle, Ausgabe vom 2005, Gebunden, Verkaufsrang 138771
Aus der Amazon.de-Redaktion Das Bild des Harlequins ließ Martin Geck nicht mehr los. Wäre es nach ihm gegangen, sein Mozart-Buch hätte den Titel "Harlequin komponiert" getragen. "Das Schwere angenehm zu machen", so in etwa ließe sich Mozarts Schaffen als "Aufatmen" zwischen den deutschen Tiefsinns-Titanen Bach und Beethoven charakterisieren. Vor uns liegt "eine Darstellung von Leben und Werk auf neuestem Forschungsstand". Nicht ohne Hintersinn unterteilt Geck sein Komponistenportrait in 27 Kapitel. Je 12 sind dem Leben und Werk gewidmet. Die drei mittleren Stücke behandeln die Ästhetik, das zentrale Kapitel schließlich lautet "Harlequin komponiert". 27 ist 3 ³, die vollkommene Zahl. Ganz der "geordneten" Musik des Protagonisten entsprechend. Nun also doch! Gecks Wille ist geschehen. Diese heilige Ordnung nun nicht mit einem "Sturzbach von Worten" zu übergießen, war feste Absicht des Autors. Und doch, zu seriös sein Gegenstand. Nicht immer macht es der renommierte Musikwissenschaftler leicht, seiner fundierten tiefenpsychologischen Werkanalyse zu folgen. Speziell die schwierigen Schlusskapitel über die "Haydn-Quartette" und die späten Sinfonien verlangen dem unbedarften Musikfreund und Notenunkundigen einiges an Fachwissen ab. Als hätte Geck geahnt, wie schwer das Vermitteln von Leichtigkeit sein kann, bat er den befreundeten Zeichner F. W. Bernstein, seine "ironisch-gebrochenen" Karikaturen den Kapiteln voranzustellen. Die "Reise ins Mozart-Land" bietet mehr als nur Musik. Geck durchstreift Zeit- und Kulturgeschicht-liches, pflegt den philososophischen Diskurs, und stößt so nebenbei liebgewonnene Bösewichter wie etwa Vater Leopold von ihrem Sockel. Auch das immer wieder zu düsterem Raunen Anlass gebende "Requiem" wird entschlüsselt. Am Ende werden wir Mozart besser kennen, diesen freiheitsliebenden und freimaurerischen Geist, der die Kunst vervollkommnete, schwerste Stoffe in hellstem Lichte erstrahlen zu lassen. Service-Leistungen gibts obendrein. Nicht nur hält Geck eine Discografie der schönsten Mozart-Aufnahmen bereit, nein, man staune, auf den Leser wartet auch ein komplettes Köchelverzeichnis! Zusammen mit der poetischen Lebensbetrachtung Wolfgang Amadeus Mozart von Piero Melograni ist man also bestens gerüstet für das Mozartjahr 2006. -Ravi Unger