Aus der Amazon.de-Redaktion Davon haben wir nichts gewusst - So lautete nach dem Ende der Naziherrschaft in Deutschland die Standardantwort auf die Frage, wie man die millionenfache Vernichtung von Juden hatte zulassen können. Die historische Forschung hatte daran, dass die übergroße Mehrheit der Deutschen tatsächlich nicht gewusst haben sollte, wie das Regime mit den ja nicht etwa im Verborgenen, sondern unter großem propagandistischen Tamtam Deportierten verfuhr, zwar immer wieder wohl begründete Zweifel geäußert. Eine derart faktenreiche und auf nur annähernd so breitem Quellenstudium basierende Arbeit, wie die nun von Peter Longerich vorgelegte, stand aber bis jetzt aus. Der Autor belegt mit seiner ebenso fundierten wie sorgfältigen Analyse, dass die Zahl derer, die sehr wohl um die Judenvernichtung wussten, um ein Vielfaches höher gewesen sein muss, als bisher angenommen. Auch wenn die Mehrheit trotz allem tatsächlich wohl nicht so genau wusste oder wissen wollte, was mit den Juden tatsächlich geschah: Je länger der Krieg dauerte, desto geringer wurde das Interesse der Naziführung zu verhindern, dass die in Umlauf befindlichen Gerüchte zur allgemeinen Gewissheit würden: "Seit Mitte 1942 propagierte das Regime zunehmend ? ein ungefähres Wissen um die "Endlösung" voraussetzend ? und ganz offen, dass im Falle einer Niederlage in diesem Krieg die Juden den Deutschen das Gleiche zufügen würden, was diese ihnen angetan hatten." Das Gefühl, so Longerich, dass die "Judenfrage" unmittelbar eine Frage des eigenen Überlebens sei, "war offenbar weit verbreitet". 1943 ging die NS-Propaganda diesbezüglich endgültig in die Offensive und bekannte sich ganz und gar unmissverständlich zu ihrer Vernichtungspolitik. Im Werben für den "Totalen Krieg" wurde dessen Notwendigkeit für jeden deutlich hörbar damit begründet, "der jüdische Erzfeind" müsse ausgerottet werden, bevor dieser seiner Absicht in die Tat umsetzen könne, seinerseits das deutsche Volk zu vernichten. "Die 'dem Volk' abverlangten zusätzlichen Kriegsanstrengungen versuchte das Regime in ein Plebiszit für die radikalste denkbare 'Lösung der Judenfrage' umzumünzen." Zugleich ließ man keinen Zweifel daran, dass das Volk insgesamt im Falle einer Niederlage von den Siegern wegen seiner Komplizenschaft zur Rechenschaft gezogen würde. Als die unvermeidbare Niederlage näher rückte, vollzog das NS-Regime noch einmal einen Schwenk und belegte die "Endlösung" parteiintern mit einem Erörterungsverbot. Doch da hatte die Bevölkerung in ihrer übergroßen Mehrheit ohnehin bereits ihre "Flucht in die Unwissenheit" angetreten und sich so gegen die bevorstehende Generalanklage gewappnet. ?- Andreas Vierecke
Buch:
weiter leben: Eine Jugend
Autor:
Ruth Klüger, Ausgabe vom 1. Nov. 1994, Taschenbuch, Verkaufsrang 67677
Product Description Als 11-jährige wird die Jüdin Ruth Klüger in das KZ Theresienstadt verschleppt,übersteht zwei Jahre später in Auschwitz-Birkenau durch 'die gute Tat'eines Mithäftlings die Selektion und erlebt schließlich das Kriegsendeim KZ Groß-Rosen. Die Erinnerungen, die sie als 50-jährige - sie lehrtheute in Kalifornien Literaturwissenschaft - aufzuschreiben begann, schildernihre Lagerkindheit 'lakonisch, ohne Pathos, mit unbedingter Aufrichtigkeit,Gefühlsgenauigkeit und Schonungslosigkeit, auch gegen sich selbst' SigridLöffler. Sie reflektieren 'den unbegreiflichen Gnadenakt', die Lagerhöllevon Auschwitz überlebt zu haben, sparen aber auch die psychischen Beschädigungennicht aus, mit denen das Weiterleben bis heute belastet ist. StiftungLesen.
Buch:
Der Schlüssel zur wahren Kabbalah: Der Kabbalist als vollkommener Herrscher im Mikro- und Makrokosmos
Autor:
Franz Bardon, Ausgabe vom Juni 2008, Gebunden, Verkaufsrang 68053
Product Description Das Geheimnis der 3. Tarotkarte die Magie des Wortes. Die kosmische Sprachein Theorie und Praxis. Der Kabbalist als vollkommener Herrscher im Mikro-und Makrokosmos. Aus dem Inhalt Theorie Der Mensch als Kabbalist. DieAnalogiegesetze. Das magisch-kabbalistische Wort. Die Mantras. Die Tantras.Die Zauberformeln. Kabbalistische Magie. Praxis Buchstabenmystik. KabbalistischeInkantation. Die zehn kabbalistischen Schlüssel. Tetragrammaton Jod-He-Vau-He.Der kabbalistische Vierer-Schlüssel. Die kabbalistische Mystik des Alphabets.Formelmagie Das kabbalistische Alphabet. Der Zweier-Schlüssel. Der Gebrauchdes Dreier-und Vierer-Schlüssels. Die Formeln der Elemente. Der kabbalistischeGebrauch göttlicher Namen und Wesen. Zu allen Zeiten war derjenige, denman als den Herrn des Wortes bezeichnete, stets der höchste Eingeweihte,der höchste Priester, der wahre Vertreter Gottes. Weltweit das einzigeBuch über die kabbalistische Praxis.
Buch:
Das dialogische Prinzip: Ich und Du - Zwiesprache - Die Frage an den Einzelnen - Elemente des Zwischenmenschlichen - Zur Geschichte des dialogischen Prinzips
Autor:
Martin Buber, Ausgabe vom 4. Sept. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 80803
Product Description In Bubers Grundtexten zum dialogischen Denken geht es um die Begegnung,den Dialog zwischen dem Ich und dem anderen, zwischen dem Menschen unddem 'ewigen Du', Gott.
Buch:
Der Baum des Lebens - Kabbalah der Unsterblichkeit
Autor:
Elias Rubenstein, Ausgabe vom 8. Dez. 2010, Broschiert, Verkaufsrang 148652
Product Description Die Machthaber des Dritten Reiches boten Medizinern etwas unerhört Verlockendes, in der Welt bis dahin Einmaliges Statt Meerschweinchen, Laborratten und Versuchskaninchen konnten sie Menschen massenhaft zu Versuchszwecken benutzen.
Buch:
Der patagonische Hase: Erinnerungen
Autor:
Claude Lanzmann, Ausgabe vom 7. Sept. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 152524
Erinnerungen. Ausgezeichnet mit dem WELT-Literaturpreis 2010 Erscheinungsjahr: 2010 Übersetzung: Skwara, Erich W.; Steinitz, Claudia; Heber-Schärer, Barbara Gewicht: 960 gr / Abmessungen: 215 mm x 140 mm Von Lanzmann, Claude / Übersetzt v. Skwara, Erich W.; Steinitz, Claudia; Heber-Schärer, Barbara Lange erwartet: die deutsche Ausgabe der Autobiographie des Schöpfers von "Shoah" Claude Lanzmanns Film "Shoah" ist ein Monument der Erinnerungskultur, das die Vernichtung der europäischen Juden in einzigartiger Weise dokumentiert. Mit seiner Autobiographie hat Lanzmann erneut ein bewegendes Werk geschaffen. Er erzählt von seiner Kindheit im Krieg, seiner Jugend in der Résistance, der Nachkriegszeit in Paris, Tübingen und Berlin, der Arbeit für Jean-Paul Sartres Zeitschrift "Les Temps Modernes" die er bis heute herausgibt und nicht zuletzt den Liebesbeziehungen zu Simone de Beauvoir und Angelika Schrobsdorff. Seine Erinnerungen umfassen das ganze 20. Jahrhundert, seine Schrecken wie seine Freiheitsmöglichkeit. In Frankreich mit großer internationaler Resonanz erschienen, wurden diese Memoiren 2009 zum Sachbuch des Jahres gewählt. Der Hase, das ist das Tier, das Claude Lanzmann so oft in Auschwitz sah und in dem er als 70-Jähriger in Patagonien die eigene Lebensrolle erkennt: als Aufhorchender, der in die Tiefe der Zeiten hineinlauscht. In diesem Buch lässt er seine Leser daran teilhaben. Pressestimmen: "Ein epochales Meisterwerk! Es beschwört das vergangene Jahrhundert mit unvergleichlicher suggestiver Kraft." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) Shoah, dieser über neunstündige Dokumentarfilm aus dem Jahr 1985, der ungerührt Schauplätze und Zeitzeugen des Holocaust zeigt, machte Claude Lanzmann weltberühmt ? ein Lebenswerk, an dem der Regisseur zwölf Jahre arbeitete. Doch auch das Leben des Mannes, der hinter diesem Werk steht, ist es wert, nacherzählt zu werden: Es ist das intensive Leben eines Menschen, der stets das existenzielle Abenteuer suchte, der sich einmischte, der mit prominenten Intellektuellen und Künstlern verkehrte (er war lange mit Simone de Beauvoir liiert und später mit Angelika Schrobsdorff verheiratet) ? ein Leben, das schillernd war und ist und das doch nur durch glücklichen Zufall nicht schon in jugendlichem Alter von den Nazis beendet wurde. Lanzmann wurde 1925 geboren; der Antisemitismus jener Jahre gehörte ebenso zu den prägenden Selbstverständlichkeiten seiner Kindheit wie der jüdische Selbsthass. Als die Deutschen und die Vichy-Regierung begannen, die französischen Juden zu verfolgen, versteckte sich der Vater mit den drei Kindern auf dem Land, doch Lanzmann wollte nicht nur Verfolgter sein: Er schloss sich der Jugendorganisation der Kommunisten an und wurde bewaffnetes Mitglied der Résistance. Nach Kriegsende sollte sein Leben so intensiv wie möglich sein, er wollte seinen Körper spüren und setzte ihn verschiedenen Extremen aus; er war Pilot, Taucher, Abenteurer, Reisender, er liebte die Frauen ? und gleichzeitig erhob er politisch und gesellschaftlich seine Stimme, war Mitarbeiter der von Sartre und Beauvoir gegründeten literarisch-politischen Zeitschrift Les Temps Modernes (die er bis heute herausgibt). Und er tut seine Meinung kund, wo es ihm geboten scheint, ob bequem oder unbequem. Der intensivste, packendste Teil seiner Memoiren sind die Kapitel, die sich mit den Dreharbeiten zu Shoah befassen: Für den Dokumentarfilm über den Völkermord an den Juden, in dem keinerlei Archivbilder vorkommen, sondern (neben Aufnahmen der Stätten der Vernichtung, wie sie zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen aussahen) nur Interviews mit Zeitzeugen (und zwar nicht nur mit Opfern und Regimegegnern, sondern auch mit Tätern!), reiste Lanzmann über zehn Jahre lang durch Europa, insbesondere durch Polen. Diese Suche nach Zeugen der Vernichtung (vor allem die nach untergetauchten Nazis) war eine detektivische Leistung, von der Lanzmann hier spannend berichtet, und seine Schilderungen der von ihm oft unbarmherzig geführten Interviews mit in die Enge getriebenen Tätern wie mit erschütterten Überlebenden lassen einen so manches Mal erschaudern. Diese Seiten bilden den eindringlichen Kern der Autobiografie, doch unbedingt lesenswert ist das ganze Buch. - Christoph Nettersheim