Aus der Amazon.de-Redaktion Der Judenmord war nicht das Werk Einzelner. Er wurde von einer hochgradig arbeitsteiligen und bürokratisch organisierten Gesellschaft in die Wege geleitet und verwirklicht; von einer Gesellschaft, die die technischen Mittel dazu hatte und den Willen, sie zu nutzen. Auf dieser Gesellschaftsanalyse basiert das wohl gewichtigste Werk der Schwarzen Reihe: Raul Hilbergs Die Vernichtung der europäischen Juden. In guter bürokratischer Tradition stand am Beginn des Vernichtungsprozesses die amtliche Definition dessen, was vernichtet werden sollte: das Judentum. Nachdem das Reichsinnenministerium dieses Problem zufrieden stellend gelöst hatte, konnte die systematische Entrechtung und Enteignung der Juden beginnen. Weitere Stufen folgten: die Konzentration der Juden in Ghettos, die Operationen der mobilen Tötungseinheiten, die Deportationen aus den besetzten Gebieten und schließlich die Errichtung spezieller Vernichtungszentren. Hinter dieser höchst effizienten Maschinerie verbarg sich ein ganzes Heer von Namenlosen, deren funktionale Hingabe diesen Genozid erst möglich gemacht haben. Es waren "gewöhnliche" Bürokraten, Reichsbahner, Polizisten und Soldaten, die diese Maschinerie in Gang hielten, und ihre Befehle kamen von subalternen Vorgesetzten, die den "Führerwillen" gewissenhaft vollstreckten. "Töten ist nicht mehr so schwer wie in früheren Zeiten." - Es ist dieser Satz Raul Hilbergs, der sich ins Gedächtnis eingräbt. Er ist Fazit und Mahnung zugleich. Der technische Fortschritt machte den Holocaust erst möglich, und es ist dieser Fortschritt, der das Vernichtungspotenzial seitdem immer weiter perfektioniert und ausgebaut hat. Der Verwaltungsbeamte früherer Tage hatte nicht die Werkzeuge, eine ganzes Volks auszulöschen. Der Bürokrat von morgen wird diese Probleme nicht haben, er ist bereits heute besser ausgerüstet als die Nazis jemals waren. -Stephan Fingerle
Buch:
Die Kabbala als jüdisch-christlicher Einweihungsweg Farbe, Zahl, Ton und Wort
Autor:
Heinrich Elijah Benedikt, Ausgabe vom 23. Januar 2004, Gebunden, Verkaufsrang 33169
Product Description Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument Erscheinungsjahr: 2011 Gewicht: 280 gr / Abmessung: 21 cm Von Zuckermann, Moshe Für Moshe Zuckermann steht fest, dass die Verwendung des Antisemitismus-Vorwurfs als Parole im vermeintlichen Kampf gegen Antisemitismus in eine fürchterliche Epidemie umgeschlagen ist. Längst schon sei sie zum Totschlag-Ideologem eines durch und durch fremdbestimmten Anspruchs auf politisch-moralische Gutmenschlichkeit geronnen. Ob man diese Epidemie heilen kann, wird sich erst erweisen müssen. Dass man sie erklären muss, scheint dringlicher denn je.
Buch:
Was ist koscher?: Jüdischer Glaube - jüdisches Leben
Autor:
Paul Spiegel, Ausgabe vom 1. Dez. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 150500
Wer ist Jude? Warum ist den Juden Israel so wichtig? Warum glauben die Juden, das auserwählte Volk zu sein? Gibt es ein modernes Judentum? Was ist koscher? Weshalb wird das jüdische Neujahr im Herbst gefeiert? Wieso dürfen Juden am Sabbat nicht arbeiten? Und wie kann man als Jude in Deutschland leben?Paul Spiegel will mit dem Fremden vertraut machen und beantwortet Fragen zu Religion, Tradition und Alltag der Juden. Im alltagssprachlichen Verständnis ist etwas "nicht ganz koscher", wenn scheinbar irgendwie damit nicht alles ganz in Ordnung ist. In der ursprünglich jüdischen Bedeutung des Begriffs allerdings ist das, weshalb etwas unkoscher ist, alles andere als unbestimmt. Und deshalb kann man sich, recht eigentlich besehen, über die Frage nach dem Koscheren das ganze Judentum erschließen. Diesen Schluss jedenfalls darf man aus der Lektüre von Paul Spiegels Grundkurs in jüdischer Religionslehre mit dem Titel Was ist koscher? ziehen. Die jüdischen Mitzwot nämlich, die Ge- und Verbote, sollen Richtlinie und Wegweiser sein, "jeden Moment des Lebens, vom Erwachen bis zur Nachtruhe, zu heiligen, dem Leben also einen höheren Sinn zu geben". Und das gilt, gerade weil das Judentum keinerlei Form der Askese kennt, auch für den rechten Genuss der Speisen, wo der Begriff des Koscheren seine eigentliche Heimat hat. Anstoß für dieses Buch waren dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland all die Fragen, mit denen ihn vor allem Nichtjuden, aber auch Juden im Laufe der Jahre so konfrontiert haben. Spiegel hat kein religionswissenschaftliches Kompendium geschrieben. Er hat vielmehr ein möglichst breites Publikum im Auge, dem er die Verhaltensvorschriften der Thora ebenso verständlich wie kurzweilig erklären will. Und das ist ihm gelungen! Und so erfährt man alles Wichtige über die Unterschiede zwischen orthodoxem und liberalem Judentum, über den Sinn und Zweck der Beschneidung, die Bedeutung der Synagoge für das jüdische Gemeindeleben und weshalb Juden glauben, sie seien das von Gott "auserwählte Volk". Aber auch, was Juden an Silvester machen, warum sie am Schabbat nicht arbeiten und was es mit der typisch jüdischen Barttracht auf sich hat, erläutert Spiegel in seinem mit leichter Feder geschriebenen, durchweg jedoch sehr informativen und lesenswerten Buch. -Hasso Greb
Buch:
Die Welt umarmen: Theologische Grundlagen gesellschaftsrelevanten Gemeindebaus
Autor:
Johannes Reimer, Ausgabe vom Febr. 2009, Broschiert, Verkaufsrang 160461