Aus der Amazon.de-Redaktion Auszusterben ist ein ganz normaler Vorgang. Jeden Tag machen bedrohte Tierarten es uns vor. Ohnehin wird sich in Jahrmilliarden die Sonne derart ausgedehnt haben, dass für die Erde kein Platz mehr ist. Spätestens dann wird es auch jenes Tier, dass wir salopp Homo sapiens sapiens nennen, nicht mehr geben. Alles in allem ist es also schlecht bestellt um uns. Was aber wäre, wenn die Welt auf das natürliche Aussterben des Menschen nicht mehr warten würde? Was würde passieren, wenn die mit soviel Unvernunft ausgestattete Gattung Homo plötzlich und spurlos von der Welt verschwände? Was würde aus unseren Megastätten, aus den architektonischen Meisterwerken, was aus dem Kölner Dom? Und was würde aus der Natur ohne Umweltverschmutzung, ohne Krieg, ohne Raubbau und unnatürliche Zerstörung? In seinem faszinierenden Bestseller Die Welt ohne uns hat der US-amerikanische Wissenschaftsjournalist Alan Weisman diesen Gedanken zu Ende gedacht. Ausgehend von den neuesten Erkenntnissen der Biologie, Physik, Geologie und Ingenieurskunst beschreibt er ein wahrlich abenteuerliches (und beizeiten natürlich auch spekulatives) Szenario, das den Bogen von zwei Tagen bis zu 6,5 Milliarden Jahren spannt. Und das ist von der ersten bis zur letzten Seite lesenswert. Vermutlich sind wir in den nächsten Jahren nicht vom Aussterben bedroht. Vermutlich wird es uns noch viel zu lange geben. Aber es gibt ja ein Mittel, zumindest zu verhindern, dass wir der Umwelt zu sehr schaden. Wenn wir beispielsweise alle Die Welt ohne uns lesen würden, dann könnten wir zumindest für die Dauer der Lektüre keine Dummheiten machen. Die Welt ohne uns jedenfalls hätte es verdient. So lange es solche Bücher gibt, ist ja ohnehin noch nicht alles verloren. - Thomas Köster
Buch:
Heilung für Mutter Erde: Wie wir uns und unsere Umwelt verwandeln können
Autor:
Sandra Ingerman, Ausgabe vom 28. März 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 99399
Klimawechsel - Von der fossilen zur solaren Kultur
Autor:
Carl Amery, Hermann Scheer, Christiane Grefe, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 590757
Aus der Amazon.de-Redaktion Im Buch Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur moderiert die Journalistin Christiane Grefe eine Diskussion zwischen dem Schriftsteller Carl Amery und dem Bundestagsabgeordneten und Träger des alternativen Nobelpreises Hermann Scheer. Es werden dabei Möglichkeiten der Gesellschaft erörtert, die zu einem rechtzeitigen Wechsel der Energieversorgung hin zu einer ausschließlich solaren und damit umweltverträglichen Struktur führen können. Technische Details spielen in dieser Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es in der regen Diskussion mehr um politisch-kulturelle Ansätze. Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist die Suche nach den Gründen, die zur Blockade der jetzigen Gesellschaft führte, die schon länger vorhandenen Möglichkeiten auf dem Weg hin zur solaren Gesellschaft umzusetzen. Dabei werden hier sehr interessante Sichtweisen herausgearbeitet, so beispielsweise kulturelle Stigmatisierungen kostenloser und einfach zugänglicher Energiequellen wie die der Solarenergie. Auch nur indirekt mit dem Kernthema verwandte interessante Sachverhalte werden erörtert. So behandeln Amery und Scheer Themen wie zum Beispiel das Versagen bzw. Abflachen einer grünen politischen Bewegung, Probleme resultierend aus fragmentierten Verantwortungsstrukturen oder Schwierigkeiten innerhalb harmoniesüchtiger politischer Systeme. Interessante Informationen wie Ergebnisse der Shell-Studie oder Aussagen zu steuerfreien Rückstellungen von Atombetreibern liefert das moderierte Gespräch ganz nebenbei. Insgesamt halte ich die Ausführungen für durchaus lesens- und empfehlenswert für jeden, der sich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit mit der Überlebensfrage Nummer eins, der Entwicklung einer solaren Gesellschaft, auseinandersetzt. -Dr. Frank Zehren