Mary Wollstonecraft Shelley, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 204344
Der Roman erzählt von dem hoch begabten jungen Schweizer NaturwissenschaftlerViktor Frankenstein, der während seines Studiums an der Universität Ingolstadtdie Idee entwickelt, das Geheimnis des Lebens zu ergründen und ein nichtlänger von Krankheit und Tod gequältes Wesen zu erzeugen. Aus Leichenteilenstückelt er eine künstliche Kreatur zusammen und schenkt ihr das Leben;abgestoßen von der Hässlichkeit des von ihm selbst produzierten Geschöpfes,wendet er sich jedoch von ihm ab. Die namenlose Kreatur durchwandert aufder Suche nach Liebe und Geborgenheit die Welt, durchläuft dabei einenerstaunlichen Bildungsprozess, aber erfährt wegen ihres Furcht einflößendenAussehens nur Ablehnung und Hass, wodurch sie sich allmählich in das Monsterverwandelt, für dass sie alle halten. Schließlich sucht sie ihren Schöpferauf und nötigt ihn, ihm eine Gefährtin zu schaffen. Zunächst willigt Frankensteinein, aber im letzten Augenblick schreckt er vor seinem Vorhaben zurückund zerreißt die künstliche Eva vor den Augen seines Geschöpfes. Rasendvor Zorn tötet die Kreatur daraufhin Frankensteins Braut sowie dessen Vaterund hetzt ihren Erzeuger durch die Welt, bis es im Eis der Arktis zum Entscheidungskampfkommt. Das Geschöpf tötet Frankenstein und treibt anschließend auf einerEisscholle davon, entschlossen, sich auf einem Scheiterhaufen selbst zurichten. Über dieses Meisterwerk der "Gothic Novel" noch viele Worte zu verlieren, ist zweifellos nicht nötig. Joachim Körber hat dies in seinem Amazon.de-Beitrag erschöpfend getan und wer mehr über das Leben der Autorin erfahren möchte, kann zur neuen Mary Shelley-Biografie greifen. Aber die vorliegende Frankenstein-Ausgabe ist etwas Besonderes. Im Rahmen seiner nach französischem Vorbild entstandenen "Visuellen Bibliothek" hat der Gerstenberg Verlag dem Roman nicht nur sehr schöne Illustrationen von Philippe Munch beigegeben, sondern den Text auch mit zahlreichen informativen Abbildungen und Erläuterungen ausgestattet. Eine breite Randspalte bietet im besten Sinne Wissenswertes über Mary Shelley und ihr Umfeld, erläutert zeitgenössische Details aus Kultur und Technik, löst Anspielungen auf und verleiht der Frankenstein-Lektüre so eine zusätzliche Ebene - allerdings eben nicht auf eine akademisch trockene Art, sondern bunt, spielerisch und immer genau neben der jeweiligen Textstelle. Die - ungekürzte - Übersetzung stammt von Karl Bruno und Gerd Leetz, folgt hierin der Insel-Ausgabe und kommt dem Ton des Originals äußerst nahe: eine (fadengeheftete!) Schmökerausgabe zum Blättern und sich immer wieder daran freuen! -Felix Darwin
Buch:
Stadt ohne Namen: Horrorgeschichten (suhrkamp taschenbuch)
Autor:
H. P. Lovecraft, Ausgabe vom 29. Sept. 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 33608