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PINK MOON Pink Moon ist der Blick in die schwarzen Löcher einer zerrütteten Seele. Nur zwei Nächte brauchte der 1948 in Rangun (Burma) geborene, 1952 nach England übergesiedelte Sänger/Songschreiber für dieses Album. Nick Drake singt zur Gitarre und nur ein paar Pianopassagen addieren sich hinzu. Fast alle Stücke wurden im ersten Take aufgenommen, eine Nachbearbeitung lehnte Drake mit den knappen Worten "keine Verzierungen" ab und beinahe hätten die Aufnahmen nie die Plattenfirma Island erreicht. 1972, zwei Jahre vor seinem Tod, war Nick Drake stark depressiv und konfus, sprach kaum und legte das Pink Moon-Tape einfach an der Rezeption ab, wo es Tage später entdeckt wurde. Keine 30 Minuten ist das Album lang und nur ein Song überschreitet die Grenze von drei Minuten. Da sich Qualität aber nicht in Zeit messen lässt, reicht diese kurze Spielzeit aus, Drakes Kampf mit dem Leben zu erahnen. Alle Songs sind sehr sparsam instrumentiert, dafür nehmen die Texte mehr Gewicht ein. Drake schafft es, sein Elend in vier Zeilen zu beschreiben: "Know that I love you / Know I don't care / Know that I see you / Know I'm not there" ("Know"). Nur das Schlussstück "From The Morning" zeigt den Musiker mit einem Ansatz von Optimismus. Welch ein Trugschluss; kurz nach Pink Moon begab sich Drake freiwillig in psychiatrische Behandlung, am 25. November 1974 fand ihn seine Mutter tot im Bett, gestorben an einer Überdosis Anti-Depressiva. Auf dem Nachttisch lag Albert Camus' Der Mythos von Sisyphos, aber kein Abschiedsbrief. -Sven Niechziol
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CD:
A Midwinter Night'S Dream
Loreena Mckennitt, Audio CD, Verkaufsrang 12774
Preis:
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Aus der Amazon.de-Redaktion 1995 veröffentlichte Loreena McKennitt die CD A Winter Garden: Five Songs for the Season. Das Album umfasste drei traditionelle englische Weihnachtslieder ("God Rest Ye Merry, Gentlemen", "Good King Wenceslas" und "Coventry Carol") sowie zwei von McKennitt selbst vertonte englische Gedichte. 13 Jahre später fand sich die kanadische Sängerin und Musikerin erneut in den Real World Studios von Peter Gabriel ein, um mit A Midwinter Night?s Dream eine komplett neu abgemischte Version des damaligen Albums einzuspielen, dass zusätzlich acht stimmungsvolle neue Stücke enthält. Der Wechsel der Jahreszeiten vollzieht sich seit jeher voller Wunder und Mysterien. In ihrer Musik versucht Loreena McKennitt, diese Faszination greifbar zu machen und schöpft dabei aus einer prall gefüllten musikalischen Schatztruhe: Im mystischen " The Holly and the Ivy" kommt ihr eklektischer Stil aufs Trefflichste zum Ausdruck, die exotischen Arrangements von "God Rest Ye Merry, Gentlemen" sind an die Musik des Mittleren Osten angelehnt, das ergreifende "Emmanuel" bietet sie auf Lateinisch dar und "Noël Nouvelet!", in dem afrikanische Rhythmen anklingen, singt sie in ihrer glasklaren Stimme, die gleichzeitig voller Wärme ist, auf Altfranzösisch. Auch die reichhaltige Instrumentierung, die sowohl auf keltische als auch afrikanische oder östliche Traditionen zurückgreift, setzt wieder hohe Maßstäbe: McKennitt selbst spielt neben dem Gesang an Klavier, Akkordeon und Harfe, die hochkarätigen Musiker der Band brillieren an Oud, Gitarre, Bass, Geige, Cello, Viola, diversen Perkussionsinstrumenten sowie dem Leierkasten, der griechischen Leier und der Laute. Genau das richtige für dunkle Herbstabende, wenn die Tage wieder kürzer werden, und der Winter seine langen Schatten voraus wirft. Mit ihrer Musik wollte McKennitt den Geruch von Weihrauch und Myrre einfangen und die vielfältigen musikalischen Traditionen aufzeigen, die sich mit dem Winter als Zeit der Reflektion und der Besinnung beschäftigen. Eine wundervolles Album zum Träumen und Entspannen oder einfach nur genießen. - Birgit Schwenger
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AN ANCIENT MUSE Besonders produktiv ist die 1957 in Morden, Manitoba, geborenen kanadische Sängerin und Komponistin in den letzten Jahren nun nicht gerade gewesen. Aber statt Quantität liefert Loreena McKennitt lieber mit jeden Album ein neues Meisterwerk introvertierter Songwriterkunst ab. An Ancient Muse ist eine weitere Bestätigung dieser Regel. Neun Jahre nach The Book Of Secrets, ihrem letzten Studiowerk, lässt sie uns auch diesmal wieder teilhaben an einer einzigartigen musikalischen Reise, deren Einflüsse in alle denkbaren Himmelsrichtungen reichen, von Griechenland und Schottland über Spanien, die Türkei und Irland bis hin nach Skandinavien. Mit einem so reichhaltigen und vielfältigen Klangkosmos wie bei diesen neun Songs wird man gerade in der aktuellen Popmusik nur äußerst selten konfrontiert. Loreena McKennitt hat sich mit ihrem siebten Studioalbum, eingespielt in den Real World Studios in England, einmal mehr selbst übertroffen. Für sie scheint es keine Beschränkungen zu geben. Mit bemerkenswerter Leichtigkeit überwindet sie mühelos alle Genreschranken, so, als hätten sie nie existiert. Kein Wunder, das sie ihre neue Platte mit dem Erfinden eines neuen Rezepts vergleicht. Mitgeholfen bei der Umsetzung ihrer Ideen vertraute Wegbegleiter wie Brian Hughes, Donald Quan, Hugh Marsh, Caroline Lavelle und Rock Lazar. Es fällt schwer, aus diesem kompakten Gesamtkunstwerk ein paar Songs herauszuheben. Eine besondere Erwähnung verdient hat jedoch auf jeden Fall der Titel "The English Ladye And The Knight", der auf einem Gedicht von Sir Walter Scott basiert. Eine faszinierende Klangmeditation, angereichert mit Cellos, Violinen und Gamben, die nicht zuletzt durch ihre außergewöhnliche Tonsprache fasziniert. -Norbert Schiegl