Aus der Amazon.de-Redaktion Der Mord an zwei Albanern in Athen wäre im Normalfall keine große Sache; vor allem, da man den Täter rasch gefasst hatte, ein Geständnis vorlag - wer sollte sich noch groß darum kümmern? Doch bei der Presse ruft der Fall doch mehr Interesse hervor. Speziell Janna Karajorgi, Reporterin für Hellas Channel, wittert eine größere Geschichte dahinter. Sie kündigt eine Enthüllung in den Abendnachrichten an - doch dazu kommt es nicht mehr. Sie wird in ihrer Garderobe tot aufgefunden. Mord an einer Reporterin - klar, dass sich die Berufskollegen auf diese Sache stürzen und auch der Polizei beweisen wollen, dass sie die besseren Ermittler sind. Und so laufen die Fahndungen auch erst in eine falsche Richtung; ein Mann, der durch ihre ambitionierte Recherche ins Gefängnis wanderte, hatte ihr mit Rache gedroht - und er ist jetzt wieder auf freiem Fuß. Doch Kostas Charitos, Chef der Mordkommission, glaubt nicht an seine Schuld. Und so wühlt er sich immer tiefer in den Schlamm hinein, in dem plötzlich eine Menge prominenter Namen zum Vorschein kommen. Um es gleich vorweg zu sagen: ich habe schon bessere Krimis gelesen. Aber auch bei weitem schlechtere. Kostas Charitos ist der Ermittler, den man sich wohl wird merken müssen - denn dieser Krimi wird bestimmt nicht der letzte sein. Nach Venedig und Florenz ist nun Athen der Schauplatz - und auch Charitos hat Familie, die unter seinem Dienst zu leiden hat, und einen Vorgesetzten, den er für unfähig hält. Zumindest zu Beginn - denn, und das ist der große Pluspunkt in diesem Krimi - die eindeutige Zuordnung gut/böse funktioniert hier nicht, es gibt keine eindeutige Identifikationsfigur, jeder hat auch sehr unangenehme Eigenschaften. Der Plot selbst hätte vielleicht noch etwas gestrafft werden können; aber alles in allem war die Schilderung des Kinder- und Organschmuggels spannend und plausibel erzählt. Als störend empfand ich auch die überaus genaue Schilderung der Fahrwege - leider kenne ich mich in Athen nicht aus, somit hilft mir auch die genaue Fahrtroute mit Angabe sämtlicher Straßennamen und deren Verstopfungsgrad herzlich wenig. Auf alle Fälle nette Unterhaltung - ein Buch, das man getrost in den Griechenlandurlaub mitnehmen kann! -Daniela Ecker
Buch:
Es geschah in Berlin.. - Goldmacher: Kappes 12 - Fall
Autor:
Jan Eik, Ausgabe vom März 2010, Broschiert, Verkaufsrang 77331
Aus der Amazon.de-Redaktion Mit Die Akte Rosenherz legt Jan Seghers alias Matthias Altenburg seinen vierten Frankfurt-Krimi um Hauptkommissar Robert Marthaler vor. In dem hervorragend recherchierten Krimi verbindet der Frankfurter Autor wieder geschickt einen realen, ungelösten Fall aus den 1960er Jahren mit einem fiktiven Verbrechen in der Gegenwart. Bei einem Überfall auf einen Kunsttransport wird Tereza, die Lebensgefährtin von Hauptkommissar Robert Marthaler, lebensgefährlich verletzt. Wegen Befangenheit wird Marthaler, der sich am Rande seiner psychischen Belastbarkeit befindet, aus den Ermittlungen ausgeschlossen. Doch natürlich beginnt er, auf eigene Faust zu recherchieren und stößt dabei schnell auf den Fall Rosenherz, der mit dem Überfall in Verbindung stehen soll. 1966 wurde die Prostituierte Karin Rosenherz brutal ermordet. Auch wenn der Mord damals für viel Aufmerksamkeit sorgte, konnte der Fall nie aufgeklärt werden. Marthaler begibt sich auf die Suche nach der Akte Rosenherz und erhält dabei Unterstützung von der jungen Journalistin Anna Buchwald. Doch ihre Gegenspieler scheuen keine Mittel, um die Akte für immer geschlossen zu halten... Jan Seghers gelingt es, seine Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Gekonnt vereint er Vergangenheit und Gegenwart, baut Spannung auf und überrascht mit unerwarteten Wendungen. Lebendig und atmosphärisch dicht erzählt, besticht der Krimi durch seine authentischen Charaktere und viel Lokalkolorit. So liefert Seghers ganz nebenbei und unaufdringlich eine Sozialstudie seiner Heimatstadt und spart dabei nicht an Kritik. Gute Unterhaltung auf hohem Niveau, die allen Krimifans wärmstens zu empfehlen ist. - Alexandra Plath
Hörbuch:
Die Nürburg-Papiere
Autor:
Jacques Berndorf (Autor), Jacques Berndorf (Sprecher), Ausgabe vom 30. Juni 2010, Audio CD, Verkaufsrang 185831
Ein Doppelmord im Stockholmer Hafen sorgt für fieberhafte Arbeit im "Abendblatt",in dessen Redaktion Annika gerade Nachtschicht hat. Während die Kollegenden Fall bearbeiten, macht sich die Nachwuchsjournalistin an die Rechercheüber eine Organisation namens Paradies, die verfolgten Menschen neue Identitätenverschafft. Doch was als Routinearbeit beginnt, entpuppt sich als Fallmit tödlichen Konsequenzen. Zwei brutale Morde im Stockholmer Freihafen, und schon laufen die Recherchen des "Abendblatts" auf Hochtouren. Natürlich nicht ohne Annika Bengtzon, Jung-Journalistin in der Nachtschicht, neugierig, bohrend, nicht locker lassend. Mafia? Drogenhandel? Skrupellose Machtspiele in Unterweltkreisen? Es geht schon ein wenig durcheinander mit den in Deutschland veröffentlichten und überaus schnell populär gewordenen Marklund-Romanen. Ist die Journalistin Bengtzon in Studio 6 zunächst nur als Aushilfe beschäftigt, in Olympisches Feuer aber bereits Mutter und routinierte Berichterstatterin, so erfahren ihre Fans im neuen Roman Paradies die fehlende Liebesgeschichte, die nicht zu kurz kommt neben Mord, Verbrechen und den dazugehörigen Schlagzeilen. Die flippige, unangepasste Annika Bengtzon kommt dunklen Machenschaften, die ins alte Jugoslawien führen, auf die Spur, erfährt von einer Organisation, die als gemeinnützige Stiftung angeblich verfolgten Menschen eine neue Identität gibt und altes Leben auslöscht, das Paradies. Alle Fassetten dieses flotten und atmosphärischen Krimis sprudeln seiner Autorin nur so aus der Feder und schaffen lebendige Situationen, in denen man gleichsam dabei gewesen zu sein scheint. Was die internationale Mafiaszene angeht, die Machenschaften von Dealern und Schmugglern, die Drähte und Spannweiten der Geheimdienste: Liza Marklund ist bestens präpariert, hat gut, breit angelegt, aber nicht verwirrend recherchiert. So werden Geschehen und Zusammenhänge bis auf ganz wenige Ausnahmen glaubhaft dargestellt. Lockere, schlagfertige Dialoge schaffen temporeiche Situationen und runden die fiktive Story in ihrer Spannung gekonnt und stolperfrei ab. -Barbara Wegmann
Buch:
Römische Liebe: Ein Leda-Giallo-Krimi
Autor:
Andrea Isari, Ausgabe vom Juni 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 292726