Roman Erscheinungsjahr: 2002 Aus d. Engl. v. Angelika Felenda Gewicht: 317 gr / Abmessung: 18,5 cm Von Hayder, Mo / Übersetzt v. Felenda, Angelika London im Frühling. In der Nähe der Themse werden die Leichen von fünf Frauen gefunden, die offenbar einem Serienmörder zum Opfer fielen. Die Öffentlichkeit ist schockiert, und Detective Inspector Jack Caffery ermittelt mit seiner Spezialeinheit fieberhaft, um dem mysteriösen "Vogelmann" auf die Spur zu kommen. Hinweise führen ihn schließlich nach Greenwich, wo Jack die junge Malerin Becky kennenlernt, für die er bald mehr als nur berufliches Interesse entwickelt. Als es der Polizei schließlich gelingt,einen Verdächtigen festzunehmen, hoffen alle auf ein Ende des Alptraums. Doch das Morden geht weiter. Und auf einmal ist Becky spurlos verschwunden... Leseprobe: 1. Kapitel North Greenwich, Ende Mai. Es war drei Stunden vor Sonnenaufgang, und der Fluß wirkte verlassen. Dunkle Kähne zerrten flußaufwärts an ihrer Vertäuung, und eine Flutwelle hob sanft kleine Schaluppen aus dem Schlamm, in dem sie ruhten. Nebel stieg vom Wasser auf und zog landeinwärts, an unbeleuchteten Läden mit Schiffszubehör vorbei, über den verlassenen Millennium Dome, über einsames Ödland und seltsame Mondlandschaften hinweg - bis er sich schließlich nach einer halben Meile im Inland zwischen dem geisterhaften Räderwerk eines halb aufgegebenen Betonwerks niederließ. Plötzlich flammten Schweinwerfer auf: Ein Polizeiwagen bog mit geräuschlos blinkendem Blaulicht in die Lieferstraße. Momente später folgten ein zweiter und ein dritter. Während der nächsten Stunde trafen weitere Polizeiwagen auf dem Gelände des Betonwerks ein - acht Streifenwagen, zwei Ford Sierra und der weiße Transitbus des Kamerateams der Gerichtsmedizin. Am Eingang Ohne zu übertreiben kann man Mo Hayders ersten Kriminalroman für das deutsche Publikum als eine der aufregendsten und interessantesten Neuerscheinungen des ersten Halbjahres bezeichnen. Figuren und Plot fesseln auf ungewöhnliche Weise und die Schilderung grauenvoller Verbrechen selbst in ihrer ungeschminktesten Form präsentiert sich nie als Selbstzweck und wirkt nie reißerisch, sondern scheint vielmehr einem hintergründigeren Ziel zu dienen. Worum geht es also? Um einen Frauenmörder, der seinen grausam zugerichteten Opfern kleine Vögel in die Brust implantiert, um auch nach deren Tod sich für kurze Zeit an der Illusion eines schlagenden Herzens zu weiden. Serienkiller also, wird mancher Leser sagen und gelangweilt abwinken. Aber Mo Hayder arbeitet ein scheinbar bereits zerschriebenes Thema aus, als sei erst wenig dazu gesagt worden. Das mag zum großen Teil an den Hauptfiguren des Romans liegen. Inspektor Jack Caffery, der die Ermittlungen übernimmt, ist auch nach langen Jahren noch immer durch den mysteriösen Tod seines kleinen Bruders psychisch stark belastet. Seine Beziehung zerbricht, während er sich um die Aufklärung der Mordfälle bemüht. Seine Kollegen sind mehr als nur Staffage: Sie sind fein ausgearbeitete Charaktere, die man im Laufe der Geschichte kennen zu lernen glaubt. Der Täter wird mit all seinen Defekten beschrieben, nicht verurteilt - man glaubt ihn zu kennen. Das Schicksal der Freundinnen Becky und Joni, die den Täter kennen, ohne es zu wissen und in höchster Gefahr schweben, zieht in seinen Bann. Wir sehen keine Helden, sondern Menschen mit Defekten physischer und psychischer Art, die alle auf ihre Art den Kampf um ihr Leben aufgenommen haben. Ein Kunstgriff Hitchcock'scher Prägung verleiht dem Plot einen weiteren Reiz. Lange wähnt sich der Leser mit den Ermittlern auf der sicheren Seite, bis allen Beteiligten mit Entsetzen bewusst wird, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat. Ein unglaublicher Showdown bietet den spektakulären Höhepunkt eines Buches, das mit einer subtilen Stimmung permanenten Unbehagens an den Nerven zerrt. Große englische Kriminalliteratur! Gelesen wird die behutsam gekürzte Hörversion von Tatort-Kommissar Dietmar Bär. Die Spieldauer liegt bei 280 Minuten, der Umfang beträgt drei Kassetten. -Ulrich Deurer
Buch:
Das Haus der Stufen
Autor:
Barbara Vine, Ausgabe vom 1993, Taschenbuch, Verkaufsrang 212956
Mo Hayder, Ausgabe vom 2000, Gebunden, Verkaufsrang 306194
Amazon.de-Hörbuchrezension Ohne zu übertreiben kann man Mo Hayders ersten Kriminalroman für das deutsche Publikum als eine der aufregendsten und interessantesten Neuerscheinungen des ersten Halbjahres bezeichnen. Figuren und Plot fesseln auf ungewöhnliche Weise und die Schilderung grauenvoller Verbrechen selbst in ihrer ungeschminktesten Form präsentiert sich nie als Selbstzweck und wirkt nie reißerisch, sondern scheint vielmehr einem hintergründigeren Ziel zu dienen. Worum geht es also? Um einen Frauenmörder, der seinen grausam zugerichteten Opfern kleine Vögel in die Brust implantiert, um auch nach deren Tod sich für kurze Zeit an der Illusion eines schlagenden Herzens zu weiden. Serienkiller also, wird mancher Leser sagen und gelangweilt abwinken. Aber Mo Hayder arbeitet ein scheinbar bereits zerschriebenes Thema aus, als sei erst wenig dazu gesagt worden. Das mag zum großen Teil an den Hauptfiguren des Romans liegen. Inspektor Jack Caffery, der die Ermittlungen übernimmt, ist auch nach langen Jahren noch immer durch den mysteriösen Tod seines kleinen Bruders psychisch stark belastet. Seine Beziehung zerbricht, während er sich um die Aufklärung der Mordfälle bemüht. Seine Kollegen sind mehr als nur Staffage: Sie sind fein ausgearbeitete Charaktere, die man im Laufe der Geschichte kennen zu lernen glaubt. Der Täter wird mit all seinen Defekten beschrieben, nicht verurteilt - man glaubt ihn zu kennen. Das Schicksal der Freundinnen Becky und Joni, die den Täter kennen, ohne es zu wissen und in höchster Gefahr schweben, zieht in seinen Bann. Wir sehen keine Helden, sondern Menschen mit Defekten physischer und psychischer Art, die alle auf ihre Art den Kampf um ihr Leben aufgenommen haben. Ein Kunstgriff Hitchcock'scher Prägung verleiht dem Plot einen weiteren Reiz. Lange wähnt sich der Leser mit den Ermittlern auf der sicheren Seite, bis allen Beteiligten mit Entsetzen bewusst wird, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat. Ein unglaublicher Showdown bietet den spektakulären Höhepunkt eines Buches, das mit einer subtilen Stimmung permanenten Unbehagens an den Nerven zerrt. Große englische Kriminalliteratur! Gelesen wird die behutsam gekürzte Hörversion von Tatort-Kommissar Dietmar Bär. Die Spieldauer liegt bei 280 Minuten, der Umfang beträgt drei Kassetten. -Ulrich Deurer
Buch:
Astas Tagebuch.
Autor:
Barbara Vine, Ruth Rendell, Ausgabe vom 1995, Taschenbuch, Verkaufsrang 324778
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Engländerin Ruth Rendell - Krimifreunden ist sie mit ihren spannenden Thrillern längst ein Begriff - schreibt auch unter dem Pseudonym Barbara Vine und liefert unter diesem Namen exzellente Unterhaltungsliteraur mit einem Touch Psycho-Thrill von der guten Sorte. Das Tagebuch der jungen Dänin Asta, das sie Anfang des Jahrhunderts in England beginnt, als sie als Einwanderin nach London kommt, ist für sie der einzige Gesprächspartner in ihren einsamen Tagen, die mit dem Betreuen der Kinder und dem Warten auf ihren Mann ausgefüllt sind. So hält sie die großen und kleinen Ereignisse fest, die ihrem Leben ein wenig Abwechslung bringen. Ein Kind wird geboren, in der Nachbarschaft geschieht ein Mord, die Haushälterin hat einen neuen Freund. Asta ahnt nicht, dass sich ihre bescheidenen Notizen viele Jahre später zu einem Bestseller auf dem Buchmarkt entwickeln werden, aber auch heftige Identitätsprobleme bei ihren Töchtern heraufbeschwören, denn es tauchen plötzlich anonyme Briefe auf, die die Richtigkeit von Astas Notizen anzweifeln. Doch ein bisschen Mogeln muss doch auch in einem intimen Tagebuch erlaubt sein, das ja nun wirklich nicht für fremde Augen bestimmt ist. Der Roman Astas Tagebuch ist ein rascher Gang durch die Zeit vom Anfang des Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Zu Beginn der Lektüre ist das Kennenlernen der verschiedenen Personen und Zeitebenen eine Herausforderung an die Konzentration des Lesers, doch das beigelegte Lesezeichen des Verlages, das die Schauplätze und Familienbeziehungen zusammenfasst, erleichtert diese Arbeit. Die Autorin spielt dann ein spannendes Spiel, indem sie auf eine unglaublich gekonnte Art zwischen den Zeiten und Personen in ihrer Handlung wechselt. Einem großen Puzzle gleich werden dem Leser kleine Infos zu den Tagebuchnotizen an die Hand gegeben und immer wieder versucht er, die Puzzleteile stimmig zusammenzusetzten. Doch erst am Schluss - auf den letzten Seiten, nach etlichen Irrgängen - lüftet die Autorin das Geheimnis um einen viele Jahre zurückliegenden Mord und das rätselhafte Verschwinden eines Kindes. -Manuela Haselberger 1
Buch:
Der Sonderling.
Autor:
Ruth Rendell, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 632702
Buch:
Tod in Devil's Acre
Autor:
Anne Perry, Ausgabe vom 1994, Taschenbuch, Verkaufsrang 119328
Buch:
Tödliche Aktien
Autor:
Michael Ridpath, Ausgabe vom 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 570417
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Top-Trader Mark Fairfax ist zufrieden mit seinem Job bei Harrison Brothers in der Londoner City. Er jongliert mit Millionenbeträgen - und das macht ihm Spaß. Richard Fairfax hat Bondscape, eine geniale Software gepaart mit superschneller Hardware für den Börsianer entwickelt, und seinem Bruder Mark zum Ausprobieren geliehen. Bondscape verschafft Mark den Vorsprung, den er an der Börse unbedingt braucht, um gezielt und nicht nur spielerisch Gewinne zu erwirtschaften. Während Mark sich mit seiner Freundin Karen und Bondscape vergnügt, wird Richard im hohen Norden vor den Türen seiner Firma ermordet. Bald stellt sich heraus, daß Richards Firma, die bereits als Microsoft des 21. Jahrhunderts gefeiert wird, in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Mark läßt sich beurlauben, reist nach Schottland und wird dort mit der virtuellen Realität, den neuesten Forschungsergebnissen aus dem Cyberspace, mit manipulierten Aktien, der Sorge von Arbeitnehmern um ihre Arbeitsplätze und einer gewaltigen, zum Teil künstlich herbeigeführten Schuldenlast konfrontiert. Mit Tödliche Aktien versucht Michael Ridpath dem Leser einen Eindruck von virtueller Realität und dem derzeitigen Stand einer Technologie, mit der wir uns wohl alle befassen müssen, zu vermitteln. Über weite Strecken gelingt ihm dies fast schwerelos; an andern Orten sucht er die Schwierigkeiten, welche das Schildern dieser Technologie macht, mit einer spannenden Story, die sich um Liebe und Haß, Tod und Versöhnung dreht, zu überbrücken. Und das, so scheint es mir, gelingt ihm auch. -Regula Erni
Buch:
Heuschrecken
Autor:
Barbara Vine, Ruth Rendell, Renate Orth-Guttmann, Renate Orth- Guttmann, Ausgabe vom Febr. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 874270
Barbara Vine (alias Ruth Rendell), geboren 1930, lebt in London. Ihre Bücher erhielten zahlreiche literarische Auszeichnungen. Mit 'König Salomons Teppich' wurde zum vierten Mal - eine Rekordzahl - ein Werk von ihr mit dem Gold Dagger Award der Crime Writers' Association ausgezeichnet, 1996 erhielt sie von der Queen den Ehrentitel Commander of the British Empire und 1997 schließlich den Grand Master Award der Mystery Writers of America für das Gesamtwerk und wurde auf Vorschlag von Tony Blair geadelt und ins britische Oberhaus berufen. Ein neuer Roman von Barbara Vine (alias Ruth Rendell) ist immer ein Grund zum Feiern. In ihrem neuen, außergewöhnlichen Psychothriller beweist sie wieder einmal, wie perfekt sie die Kunst beherrscht, den Leser in fremde Welten zu entführen. Heuschrecken handelt von der Obsession einer jungen Frau und deren Ursprung, die in ihrer Vergangenheit zu suchen sind: Ihre Liebe zu extremen Höhen, ihr Hang zum Klettern führten zu einem tragischen Unfall, zu Schuldgefühlen und zum Verstoß durch ihre Familie. Clodagh Brown hatte schon immer Angst vor engen Räumen wie auch eine Liebe zum Klettern, eine Phobie und eine Leidenschaft, die, als sie noch zur Oberschule ging, zum tragischen Tod ihres Freundes führten. Später, als College-Studentin, die bei entfernten Verwandten in Maida Vale, einem etwas schäbigen Londoner Bezirk, in einer Kellerwohnung lebt, trifft sie auf eine Gruppe Gleichgesinnter, die diese beiden psychologischen Schrullen mit ihr teilen und sie mit den steilen Dächern ihrer neuen Umgebung bekannt machen. Clodagh verliebt sich bald in Silver, einen jungen Mann, dessen Wohnung in der obersten Etage im Haus gegenüber von einer faszinierenden Gruppe der unterschiedlichsten Menschen bewohnt wird. Deren jugendlicher Idealismus und moralische Überzeugungen stehen häufig im Gegensatz zu herkömmlichen Wertvorstellungen und den Feinheiten des Gesetzes. Während Clodagh und Silver die Handlung tragen, bieten ihre Freunde der Autorin reichlich Gelegenheit, ihre Gabe zu demonstrieren, sich in eine Vielzahl von Leben und Persönlichkeiten hineinzudenken: von Liv, dem schwedischen Au-pair-Mädchen, das wie eine Bergziege über die Dächer kraxeln kann, jedoch vor dem, was sie auf ebener Erde erwartet, eine panische Angst hat, bis hin zu Jonny, dessen pathologisches Bedürfnis, die anderen zu beherrschen - insbesondere Liv - zu einem entsetzlichen und tragischen Ausgang führt. Als die Kletterer zufällig auf eine Dachwohnung stoßen, in der sich ein Pärchen mit ihrem adoptierten Mischlingskind vor den Behörden versteckt (die ihnen das Kind wegnehmen würden), kommt Vines Fähigkeit, das Tempo zu ändern, ohne Abstriche an Geschichte oder Charakteren zu machen, voll zur Geltung. Heuschrecken ist ein scharf gezeichnetes, außerordentlich lesenswertes Buch. -Jane Adams