Intrigen, Korruption, Verrat, Mord –" bei seinen Ermittlungen auf Martinique stößt Untersuchungsrichter Jacques Ricou auf Verbrechen, die im Schatten politischer Machtkämpfe seit Jahrzehnten ungesühnt blieben. Und auf die verführerische Kreolin Amade, die in den Fall verwickelt ist. Ulrich Wickert erzählt von einem Mann, der Bedrohungen und Diffamierungen aushält, um die Schuld ehrenwerter Männer aufzudecken. Eine Geschichte, die in der Hölle der Gefangenenlager spielt und im Paradies auf Erden, der Karibik –" mitreißend geschildert von einem Autor, der seine Leser zu fesseln weiß.<"br>"<"br>"Der grimmig-sympathische Richter Ricou beeindruckt selbst eingeschworene Mankell-Fans. Chapeau!Hajo Steinert im Focus Mit dem Namen Ulrich Wickert verbindet man vor allem dreierlei: Journalistisches Gespür, gutes Essen und eine Vorliebe für Paris. Dass "Mr. Tagesthemen" alles nun ausgerechnet in einem Roman verwoben hat, ist zunächst einmal bemerkenswert. Nicht von ungefähr aber hat Wickert seinen Plot um Mord, Verrat und Korruption im Untertitel Eine fast wahre Geschichte genannt: Ganz will er auf seine journalistischen Talente nämlich nicht verzichten. Laut Auskunft des Autors sind die meisten Fakten des Buchs - zur Pariser Justiz, zu Etablissements der Metropole sowie zu Ereignissen in Vietnam und Algerien - lang recherchiert, seit Wickerts Zeit als Frankreich-Korrespondent sogar. "Ich fabuliere nicht", bekräftigte Wickert im Intervierw. Vor diesem Hintergrund lässt der Autor seine Hauptfigur, den Pariser Untersuchungsrichter Jacques Ricou, auf seine eigene Lieblingsinsel Martinique reisen. Doch der mutmaßliche Mörder, den er sucht, ist bereits tot. Und auch die Beziehung zu der faszinierenden Kreolion Amadée, die der Gourmet Wickert für Ricou unter anderem Waranschwanz zubereiten lässt, kann die Stimmung des Richters nur bedingt (dafür aber immer wieder) erhellen. Denn bei seinen Ermittlungen auf Martinique sticht er in ein Wespennest aus illegaler Parteienfinanzierung, Bestechlichkeit (die Affäre Elf Aquitaine!) und Geldwäsche - sowie auf eine Geschichte, die die koloniale Vergangenheit der Grande Nation unappetitlich bis an die Ufer Frankreichs zurück schwappen lässt. Wenn ein Krimiplot auf Fakten gründet, erspart dies dem Autor oft die Not, eine glaubwürdige Geschichte zu erfinden; für Krimi-Fans ist der Umstand meist nur nebensächlich. Hier zählen Spannung, Tempo und (manchmal) Witz des Kriminalromans. Aber auch dies ist Wickert in seinem Krimidebüt gut gelungen. Ob Dichtung oder Wahrheit: Der Richter aus Paris liest sich von der ersten bis zur letzten Seite flüssig und keineswegs so trocken wie mancher Tagesthemen-Kommentar. Etwas oberflächlich, aber überaus unterhaltsam. -Thomas Köster
Buch:
Der letzte Walzer in Paris: Ein Fall für Kommissar LaBréa
Autor:
Alexandra von Grote, Ausgabe vom 8. Dez. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 139967
Aus der Amazon.de-Redaktion Der wichtigste Autor französischer Kriminalromane der Nachkriegszeit ist zweifellos der 1995 verstorbene Jean-Patrick Manchette. Er gilt als der große Erneuerer des 'Polar', und das nicht ohne Grund: Wie kaum ein anderer verbindet er knappe Sprache, politisches Bewusstsein und einen völligen Mangel an Sentimentalität, und wurde dadurch zum Vorbild einer ganzen Autorengeneration. Manchette verzichtet auf ein schematisches Gut-Böse-Modell ebenso wie auf politisch eindeutige Vorgaben oder gar einen moralisierenden Erzähler. Er überlässt es seinen Lesern, aus den geschilderten Ereignissen Schlüsse zu ziehen, sich seinem Weltbild anzuschließen oder zu widersetzen. Im Distel Literatur Verlag sind innerhalb kürzester Zeit mehrere seiner Bücher in Neuübersetzungen erschienen, darunter zwei Romane um den Ex-Flic Eugène Tarpon, der versucht, sich in Paris als Privatdetektiv durchzuschlagen. Manchette überrascht hier durch seinen ungestümen, überbordenden Witz, auch wenn Tarpon selbst nichts zu lachen hat: In Volles Leichenhaus (1973) bekommt er es mit einem Pornoregisseur, durchgeknallten Linksanarchisten und einem rassistischen Bauerntölpel zu tun; in Knüppeldick (1976) bleibt er fast auf der Strecke und muss die Aufräumarbeiten der charmanten Charlotte Schultz und dem Ex-Journalisten Jean-Baptiste Hayman überlassen. Beide Romane sind noch immer eminent lesbar, und es bleibt zu hoffen, dass die Reihe Série Noire Manchette endlich auch in Deutschland zu der Popularität verhilft, die er verdient hat. -Hannes Riffel 1
Buch:
Volles Leichenhaus
Autor:
Jean-Patrick Manchette, Stefan Linster, Christina Mansfeld, Ausgabe vom Okt. 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 914127
Aus der Amazon.de-Redaktion Der wichtigste Autor französischer Kriminalromane der Nachkriegszeit ist zweifellos der 1995 verstorbene Jean-Patrick Manchette. Er gilt als der große Erneuerer des 'Polar', und das nicht ohne Grund: Wie kaum ein anderer verbindet er knappe Sprache, politisches Bewusstsein und einen völligen Mangel an Sentimentalität, und wurde dadurch zum Vorbild einer ganzen Autorengeneration. Manchette verzichtet auf ein schematisches Gut-Böse-Modell ebenso wie auf politisch eindeutige Vorgaben oder gar einen moralisierenden Erzähler. Er überlässt es seinen Lesern, aus den geschilderten Ereignissen Schlüsse zu ziehen, sich seinem Weltbild anzuschließen oder zu widersetzen. Im Distel Literatur Verlag sind innerhalb kürzester Zeit mehrere seiner Bücher in Neuübersetzungen erschienen, darunter zwei Romane um den Ex-Flic Eugène Tarpon, der versucht, sich in Paris als Privatdetektiv durchzuschlagen. Manchette überrascht hier durch seinen ungestümen, überbordenden Witz, auch wenn Tarpon selbst nichts zu lachen hat: In Volles Leichenhaus (1973) bekommt er es mit einem Pornoregisseur, durchgeknallten Linksanarchisten und einem rassistischen Bauerntölpel zu tun; in Knüppeldick (1976) bleibt er fast auf der Strecke und muss die Aufräumarbeiten der charmanten Charlotte Schultz und dem Ex-Journalisten Jean-Baptiste Hayman überlassen. Beide Romane sind noch immer eminent lesbar, und es bleibt zu hoffen, dass die Reihe Série Noire Manchette endlich auch in Deutschland zu der Popularität verhilft, die er verdient hat. -Hannes Riffel 1
Buch:
Lauren: Ein amerikanischer Hund in Paris
Autor:
Kay Pfaltz, Ausgabe vom Mai 2009, Broschiert, Verkaufsrang 783589