Aus der Amazon.de-Redaktion Paul ist ein richtiges Arschloch. Das weiß Clara, seit sie seinen Hintern unvermittelt in einer für sie ungewohnten Perspektive hat beobachten müssen. Eines Tages kommt sie in die Eingangshalle ihres Heims mit dem Bild des angesagten Gegenwartskünstlers Neo Rauch und wartet wie immer auf ihre Tochter Katie, da geht sie ins Schlafzimmer und erwischt Paul in flagranti. Aber statt sich schuldig zu fühlen, will Paul den Seitensprung bagatellisieren. "Was wäre, wenn ich da oben mit einem Kerl gelegen hätte?", fragt Clara in Gaby Hauptmanns Roman Rückflug zu verschenken empört. Das wäre ganz etwas anderes, entgegnet das Ekel. "Weil es mein Haus ist." Aus diesem Haus, das die Innenarchitektin liebevoll eingerichtet hat, zieht sie jetzt samt Töchterchen, aber ohne einen Cent an Ansprüchen aus. Zunächst geht es zu ihrer Mutter, dann auf die Sonneninsel Mallorca, wo Clara zwischen Ballermann und Oberbayern vier neue Gefährtinnen findet. Die zeigen ihr, wie man richtig flirtet ? und nach einigen Tagen der Eingewöhnung in die irritierende Spaßlandschaft, die so gar nicht zum Ambiente passt, das Clara gewohnt ist, fühlt sich die Heldin zunehmend wohl. Und dann gibt es neben Liebschaften da tatsächlich noch eine einmalige Gelegenheit, sich an Paul zu rächen... Rückflug zu verschenken ist ein berechnender Roman. Geschrieben ist er offenbar für Frauen, die Single sind oder mit ganz normalen Männern verheiratet sind, aber immer noch an die große Liebe glauben. Davon gibt es hierzulande scheinbar eine ganze Menge, denn Gaby Hauptmann hat eine große Fangemeinde. Sei?s drum: Rückflug zu verschenken ist, wenn auch ohne Tiefgang, amüsant geschrieben. Für einen Urlaub auf Mallorca jedenfalls die ideale Lektüre. - Isa Gerck
Product Description Kluftingers vierter Fall. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Weltbild Leserpreis 2008 und dem MIMI (Krimi-Publikumspreis) 2009 Erscheinungsjahr: 2010 5. Aufl. Gewicht: 347 gr / Abmessungen: 189 mm x 120 mm x 20 mm Von Klüpfel, Volker; Kobr, Michael Lodenbacher, der Chef von Kommissar Kluftinger, tobt. Ausgerechnet bei ihnen im schönen Allgäu hat sich ein Unbekannter auf der Flucht vor der österreichischen Polizei erschossen. Verdacht: Er plante einen terroristischen Anschlag. Bloß wo? Nun muss Kluftinger nicht nur mit Spezialisten des BKA, sondern auch noch mit den Kollegen aus Österreich zusammenarbeiten. Doch das ist nicht sein einziges Problem. Er soll mit seiner Frau Erika und dem Ehepaar Langhammer einen Tanzkurs absolvieren. Gleichzeitig steckt er mitten in den Endproben für die große Freilichtspiel-Inszenierung von "Wilhelm Tell" ... Kluftingers vierter Fall von dem Allgäuer Autoren-Duo Volker Klüpfel und Michael Kobr. Pressestimmen: "Kommissar Kluftinger ist ein höchst plastischer, liebenswert eigenwilliger Ermittler, wie es im Kriminalroman auch international nur wenige gibt." (Vanity Fair) "Klüpfel und Kobr erzählen mit Detailreichtum, komödiantischem Überschwang, Intelligenz und Vitalität!" (Spiegel Online)
Hörbuch:
Eine Billion Dollar: Hörspiel des SWR.
Autor:
Andreas Eschbach, Ausgabe vom 19. Januar 2012, Audio CD, Verkaufsrang 13462
Ein hübsches Gedankenspiel: Hätte einer unserer Urahnen vor 500 Jahren ein paar Florin angelegt, könnten wir heute dank Zins und Zinseszins ein Vermögen einstreichen, das für mehr als ein sorgenfreies Leben ausreichen würde. Für John Fontanelli, den armen Schustersohn aus New York, wird dieser Traum Wirklichkeit: Am 23. April 1995 erfährt er, dass sein Vorfahre Giacomo Fontanelli ihm, dem derzeit jüngsten Fontanelli-Spross, über Eine Billion Dollar hinterlassen hat. Gestern fuhr John noch Pizza aus, heute ist er reicher als die zweihundert reichsten Menschen der Welt zusammen. Und trotzdem nicht glücklich. Denn die Sache hat - wie kann es anders sein - einen Haken. In seinem Testament berichtet Giacomo Fontanelli von einer Vision. Sein Erbe soll dank des Vermögens den Menschen ihre verlorene Zukunft zurückgeben. Für John eine drückende Verantwortung : Er, ein Ex-Pizzalieferant, als Retter der Menschheit? Da meldet sich ein mysteriöser Fremder und behauptet zu wissen, wie die Prophezeiung erfüllt werden kann. Ein genialer Plot, schwäbisch gründliche Recherche plus grundsolide Schreibe - mit diesen Zutaten überzeugte der Stuttgarter Autor Andreas Eschbach bereits in seinem Thriller Das Jesus-Video. Sein Roman Eine Billion Dollar funktioniert nach dem gleichen Erfolgsrezept. Über fünf Jahre arbeitete Eschbach an dem Mammutwerk, las sich durch nahezu alle Standardwerke der Ökologie, Volkswirtschaft, Bevölkerungspolitik und Zukunftsforschung und sorgte dafür, dass selbst Details wie die New Yorker Wetterlage am 23. April 1995 stimmen. Das ist schön für jeden Genauigkeitsfanatiker, aber eine leichte Lesebremse für alle, denen es vor allem um eine gut erzählte Story geht. Denn sein Wissen will Eschbach natürlich unterbringen, was den Spannungsbogen mitunter durchhängen lässt und wie die mahnenden Worte eines zwar engagierten, aber doch etwas ehrpusseligen Studienrates herüberkommt. Doch wer auf der Suche nach einem Thriller ist, der nicht nur unterhält, sondern auch schlauer macht, ist bei Eschbach goldrichtig. -Beate Strobel Eine Million im Lotto zu gewinnen, mag ein Traum und die Fahrkarte in die Freiheit sein ?- eine Billion Dollar zu erben, verknüpft mit einer 500 Jahre alten Prophezeiung, mit diesem Geld der Menschheit ihre Zukunft wieder zu geben, ist ein Albtraum und schlimmer als Einzelhaft. Der junge John Fontanelli macht diese Erfahrung, als er am Stichtag eines 500 Jahre alten Planes erfährt, dass ihm als jüngster in diesem Moment lebender Nachfahre seiner Familie das durch Zinseszins im Laufe der Zeit angehäufte Vermögen zusteht. Von einem Tag auf den anderen sieht er sich im Mittelpunkt des Weltgeschehens und muss eine Antwort auf die Frage "Was würdest Du tun, wenn Du genug Geld hättest, um die Zukunft der Menschheit zu bestimmen?" finden. Das Hörspiel ist minimal mit Hintergrundgeräuschen und Musik hinterlegt, mehr war auch gar nicht notwendig, denn die im Vergleich zum Buch noch verdichtete und konzentrierte Geschichte um das Billionen-Erbe treibt sich selbst voran und macht schon allein aus reiner Neugierde hörabhängig. Längen gibt es keine, das Hörspiel bewegt sich eng am Original, und dass Eschbach spannende Geschichten mit unerwarteten Wendungen und Brüchen erzählen kann, hat er mit Die Haarteppichknüpfer und Das Jesus Video ausreichend bewiesen. Eine Billion Dollar funktioniert als Geschichte, als Buch und erst recht als Hörspiel für Jung und Alt: Jung lernt in einer spannenden Erzählung, dass scheinbar einfache Lösungen nicht immer die besten Lösungen sind und Geld zwar die Welt regiert, aber Glück sich nicht kaufen lässt. Alt wird ermuntert, scheinbar offensichtliche Gegebenheiten immer wieder zu hinterfragen, weil Wahrheit meist nicht mehr als die Wahrheit einzelner ist. Mehr als ein einfach vorgelesenes Hörbuch und mit Sicherheit ein beispielhaftes Hörspiel. -Wolfgang Treß
Roman Erscheinungsjahr: 2008 Gewicht: 270 gr / Abmessung: 19 cm Von Kehlmann, Daniel Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche an die Vermessung der Welt. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Der andere, der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß, der sein Leben nicht ohne Frauen verbringen kann und doch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett springt, um eine Formel zu notieren - er beweist auch im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt. Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin. Doch kaum steigt Gauß aus seiner Kutsche, verstricken sie sich in die politischen Wirren Deutschlands nach dem Sturz Napoleons. Mit Fantasie und viel Humor beschreibt Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies, ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gradwanderung zwischen Einsamkeit und Liebe, Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg - ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Kraft und Brillanz. Pressestimmen: Empirie kontra Theorie: vom epistemologischen Widerstreit zweier Methoden zur Aneignung von Erkenntnis handelt dieser schöne historische Roman. Das war Literaturkritisch. Und jetzt auf deutsch: Kehlmann erzählt über den Entdeckungsreisenden Alexander von Humboldt und den Mathematiker Carl Friedrich Gauss lustige und lehrreiche Sach- und Lachgeschichten. ("Druckfrisch - Neue Bücher mit Denis Scheck" in "Das Erste ARD" am 2.4.2006.) "Daniel Kehlmanns Roman über Gauß und den Naturforscher Alexander von Humboldt ist die leichthändig ineinander verwobene Doppelbiographie zweier großer Gelehrter, so unterhaltsam, humorvol Das Verfahren ist bekannt und bewährt: Man nehme einen Denker aus der deutschen Geistesgeschichte und schlage literarischen Profit aus dessen Verschrobenheit. Ganz vorzüglich ist das beispielsweise Gert Hofmann mit Georg Christoph Lichtenberg in Die kleine Stechardin gelungen. Bernhard Setzwein hat mit Nicht kalt genug einen vorzüglichen Nietzsche-Roman vorgelegt, und Klaas Huizing widmete sich in Das Ding an sich auf hoch vergnügliche Weise dem Königsberger Philosophen und Kant-Vertrauten Johann Georg Hamann. Nun versucht sich auch Daniel Kehlmann erfolgreich an diesem Genre und porträtiert in seinem Roman gleich zwei deutsche Geistesgrößen: Das Mathematikgenie Carl Friedrich Gauß und den Universalgelehrten und großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Im Zentrum steht ein Treffen der beiden 1828 in Berlin, auf einem Naturforscherkongress, für den Gauß nur sehr widerwillig sein Göttingen verlässt. Die zwei Großdenker haben sich beide auf ihre eigene Weise der Vermessung der Welt gewidmet, kommen sich aber nur zaghaft näher. Der Roman kann sich auf knapp 300 Seiten Leben und Werk der beiden allerdings nur schlaglichtartig widmen, eher skizzenhaft und sehr kurzweilig erleben wir wichtige Stationen ihres Schaffens in einer geschickten Mischung aus Fakten und Fiktion: Humboldt auf seinen strapaziösen Exkursionen nach Südamerika, Gauß dagegen eher zerrissen zwischen der hehren Welt der Zahlen und dem schnöden Alltag, denn auch ein Genie hat Zahnschmerzen und muss sich mit Frau und Kindern herumplagen. Die Komik des Romans speist sich dabei nicht nur aus den ironisch beleuchteten Charakteren von Gauß und Humboldt, sondern auch aus der Spannung zwischen Größe und Lächerlichkeit. Humboldts große Forschungsreise nach Russland etwa gerät zur Farce, weil er schon zu berühmt ist: die ganze Expedition gerät zur Massenveranstaltung mit über 100 Teilnehmern, und statt zu Forschen verbringt Humboldt die meiste Zeit auf Empfängen. Am Ende kann man Daniel Kehlmann gleich doppelt gratulieren: Zu diesem ebenso unterhaltsamen wie niveauvollen Roman - und zur Nominierung von Die Vermessung der Welt zum in diesem Jahr erstmals verliehenen Deutschen Buchpreis. -Christian Stahl
Buch:
Daisy Sisters: Roman
Autor:
Henning Mankell, Ausgabe vom 27. Juli 2009, Gebunden, Verkaufsrang 142987
Aus der Amazon.de-Redaktion Es ist das dritte Kriegsjahr in Schweden. Einem höllisch kalten Winter eifert ein Sommer nach, der an Hitze und Dürre nicht zu überbieten ist. In dieser flirrenden, aber auch unheilschwangeren Atmosphäre fahren die Brieffreundinnen Elna und Vivi ? die "Daisy Sisters" ? frohgemut mit dem Fahrrad Richtung Norwegen. Der Ausflug wird für die lebenslustige Elna zum Verhängnis. Eine feucht-fröhliche Zufallsbekanntschaft der "Daisy Sisters" mit zwei schwedischen Soldaten trägt ein dreiviertel Jahr später ("Elna wird vergewaltigt werden, oder so gut wie") ungewollte Früchte. Elna will das Kind nicht haben, aber die Abtreibung misslingt. Und so nimmt die Geschichte durch Elnas Tochter Eivor einen weiteren, über weite Strecken tragischen Verlauf... Es ist zum Teil schon harter Tobak, was Henning Mankell seinen Lesern in Daisy Sisters zumutet. Die Beschreibung von Elnas Versuch einer (damals natürlich illegalen) Abtreibung, in einer schmutzigen und entwürdigenden Atmosphäre unter vollkommener Geheimhaltung, mit Erniedrigungen, in einem schmuddeligen Schuppen, der nach Naphthalin riecht, im Alkoholdunst, von einem sinnlos in ihr herumstochernden Dilettanten ausgeführt und mit Geld und einer "Nummer" als Vorauszahlung als Gegenleistung in Auftrag geben, gehört sicher zum ekligsten, was der schwedische Bestsellerautor uns bisher zur Lektüre serviert hat. Aber die Generationengeschichte, die sich im Schicksal von Eivor fortsetzt, die harte Jahre als geschiedene, alleinerziehende Mutter zweier Kinder durchzustehen hat, ist schon fulminant erzählt und lohnt es selbst für zarter besaitete Leser durchzuhalten. Henning Mankell hat zwei Stärken, die sich bisher in seinen Wallander-Krimis und den Afrika-Romanen dokumentierten: Er hat sowohl Sinn für einen spannenden Plot als auch den Blick für soziale Besonderheiten und Missstände. Beides verbindet sich in Daisy Sisters aufs Wundervollste. Große Literatur. - Isa Gerck
Buch:
Reclam Universal-Bibliothek, Nr.38, Don Karlos, Infant von Spanien
Sondereinband, Verkaufsrang 121522
Product Description Ein dramatisches Gedicht Erscheinungsjahr: 2005 Gewicht: 112 gr / Abmessung: 15 cm Von Schiller, Friedrich von Friedrich Schillers "dramatisches Gedicht" ''Don Karlos, Infant von Spanien'' hat eine ungewöhnliche lange Entstehungszeit und eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Die ersten Entwürfe stammen aus dem Jahr 1783, die letzten Änderungen reichen bis ins Jahr 1805. Erstmals publiziert und uraufgeführt wurde das Drama in Blankversen im Jahr 1787 - in Schillers Werk markiert es den Übergang vom Sturm-und-Drang-Drama zur Klassik. Vertrauen und Verrat sind die Leitmotive dieses höfischen Intrigenstücks, das Schiller zu einem politischen Kriminalfall gestaltet hat. Die Freundschaft zwischen dem Kronprinzen Don Karlos und dem Malteserritter Marquis Posa und ihre Sehnsucht nach politischer und persönlicher Freiheit im Weltreich Spanien Mitte des 16. Jahrhunderts scheitern an den Machtgelüsten ihrer Gegner, die selbst nur Marionetten einer allmächtigen Inquisition sind. Text in neuer Rechtschreibung.
Buch:
Macho Man
Autor:
Moritz Netenjakob, Ausgabe vom 27. Febr. 2009, Broschiert, Verkaufsrang 71497
Aus der Amazon.de-Redaktion Daniel, Anfang 30, ist wieder Single, macht Urlaub in der Türkei und trifft dort seinen Freund Mark, der als Animateur arbeitet. Dessen Kollegin, die junge Türkin Aylin verdreht Daniel den Kopf und wirbelt ganz ungewollt Leben, Ansichten und Gewohntes durcheinander. "Das ist die Frau fürs Leben." weiß Daniel, aber der Weg gestaltet sich nicht ganz unproblematisch. Eine bezaubernde Liebesgeschichte ist das Buch allemal, die Begegnung zweier Kulturen: Daniel, der für seine Ex die Unmännlichkeit in Person war, der linkisch und unsicher ist, Frauen gegenüber alles andere als der Auftrumpher, der Macho. Aylin dafür der Inbegriff von Schönheit und Anmut. Da ist Daniels Angst vor der türkischen Familie groß. In seinen Alpträumen sieht er sein Schicksal besiegelt: "...auch noch ein Deutscher. So, wir gehen jetzt auf der Stelle in die Küche und beschneiden ihn mit dem Brotmesser. Obwohl- lohnt sich gar nicht, Papa bringt ihn sowieso um." Von interkulturellen Liebesgeschichten gibt es eine ganze Menge, aber diese hier ist einzigartig: ein Autor, der mit gnadenlos lockerem Mundwerk, mit bewundernswerter Schlagfertigkeit und unermüdlichem Witz in jedem Satz, auf jeder Seite temporeiche Konstellationen schafft, dessen Vorrat an Wort- und Mutterwitz unerschöpflich scheint, der mit Situationskomik um sich wirft wie Narren beim Rosenmontag mit Kamellen. Moritz Netenjakob schreibt in Sachen Comedy was das Zeug hält, Bühnenprogramme für große Namen, Serien, eigene Kabarett-Programme. Nein, romantisch geht es hier nicht zu in dieser Liebesgeschichte und sprachlich bleibt der Roman im Slang heutiger Jugendlicher stecken, dennoch: den Held, oder den, der einmal ein Held werden will, schließt man schnell ins Herz, erfrischend und köstlich die vielen Szenen der deutsch-türkischen Begegnungen mit ihren kulturellen Unterschiedlichkeiten, es geht eben auch humorvoll, liebenswert und tolerant. Es ist nicht so sehr die Geschichte, vielmehr die sprühende Art der Aufbereitung, die aus diesem Romanstoff ein kurzweiliges und originelles Buch macht. -Barbara Wegmann
Buch:
Das andere Kind: Roman
Autor:
Charlotte Link, Ausgabe vom 28. Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 29125
Roman Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 878 gr / Abmessungen: 215 mm x 135 mm Von Link, Charlotte Eine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis aus vergangener Zeit. Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart. In der beschaulichen nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin grausam erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln - dann geschieht ein ähnliches Verbrechen. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist dennoch kaum herzustellen. Die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond klammert sich an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis innerhalb der Familie des zweiten Opfers. Lange Zeit ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt, und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Bis hin zu einer grausamen Entdeckung an einem kalten Dezembertag vor dreißig Jahren. Und sogar bis in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als ein Kind auf geheimnisvolle Weise verschwand Es dauert fast zu lange, bis Valerie Almond begreift, dass ein kranker Täter seinen Hass und seinen Rachedurst noch nicht gestillt hat. Entsetzt erkennt sie, dass es für ihr Eingreifen schon zu spät sein könnte Pressestimmen: "Charlotte Link [...] führt den Leser genüsslich an der Nase herum: Immer wenn man meint den Täter zu kennen, zeigt sich, dass er es doch nicht ist. Fazit: Dies ist bereits der 16. Roman der Wiesbadener Autorin, und wie immer ist er voller zwielichtiger Gestalten. Man fürchtet sich die ganze Zeit - und genießt es ungemein." Für Sie Leseprobe: DEZEMBER 1970 SAMSTAG, 19. DEZEMBER Sie wusste, dass sie so schnell wie möglich verschwinden musste. Dass sie in Gefahr schwebte und dass sie verloren war, wenn die Leute, die auf dem einsame In dem nordenglischen Küstenstädtchen Scarborough wird eine junge Studentin scheinbar sinnlos erschlagen. Der Fall kann nicht aufgeklärt werden, und wie das so ist: Im Lauf der Tage und Wochen gerät er in Vergessenheit. Doch dann geschieht ein weiterer Mord: Nach einer Verlobungsfeier auf einer einsam gelegenen Farm, bei der es zu einem Streit gekommen war, bricht die achtzigjährige Fiona überhastet auf und wird auf dem Heimweg getötet ? auf die gleiche Weise wie drei Monate zuvor die Studentin. Es muss einen Zusammenhang geben ? aber welchen? Nach und nach wird das Beziehungsgeflecht der Hauptfiguren sichtbar, und es scheint klar, dass der Täter oder die Täterin im Kreis derjenigen zu suchen ist, die auf der Feier anwesend waren: Gwen, die nach Jahren verkümmerten Mauerblümchendaseins doch noch einen Mann fürs Leben gefunden hat; ihr mürrischer Vater Chad, mit dem sie allein auf der Farm wohnt; ihr undurchschaubarer Verlobter Dave, der so gar nicht zu Gwen passt; die frisch geschiedene Ärztin Leslie, Fionas Enkeltochter und Gwens Jugendfreundin, die extra anlässlich der Verlobung aus London anreist ist; und das Ehepaar Jennifer und Colin, das aus undurchschaubaren Gründen seit Jahren seine Ferien auf der Farm verbringt. Als eine von Fiona verfasste "Lebensbeichte" auftaucht, die in die Wirren der Kriegsjahre und der Landverschickung von Kindern 1943?45 zurückreicht, drängt sich der Verdacht auf, dass die alte Frau wegen eines vor Jahrzehnten begangenen Unrechts sterben musste? Der Roman hat ganz fraglos Schwächen: Erstens tut der fehlende Fokus auf einen echten Protagonisten dem Buch nicht gut. So wirklich hineinversetzen kann und mag man sich in keine der Personen, alle Charaktere bleiben blass und wirken wenig sympathisch ? insbesondere die ermittelnde Polizistin, von der Autorin offenbar als Identifikationsfigur gedacht, ist denkbar blutleer. Zweitens ist die Auflösung relativ unbefriedigend und unglaubwürdig. Und drittens weist die Konstruktion erhebliche Mängel auf: Die vielen Stellen etwa, an denen sich eine der Personen aus hanebüchenen Gründen entscheidet, nun doch nicht zur Polizei zu gehen, sind grotesk. Und die Art und Weise, wie Fionas "Beichte" über das ganze Buch gestreckt wird, ist völlig unmotiviert (während Gwen, Jennifer und Colin diese Aufzeichnungen, die den Schlüssel zum ganzen Geschehen bilden, hintereinander an einem Tag verschlingen, was ja auch nachvollziehbar ist, braucht Leslie, mit der der Leser "mitliest", vier Tage dafür, und die Unterbrechungen werden mit Sätzen wie "Sie hatte keine Lust mehr weiterzulesen" erklärt ? das ist an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten). Dass bei so viel Kritik das Fazit dennoch positiv ausfällt, ist dem Können Charlotte Links zu verdanken. Die Autorin versteht es blendend, in einfacher Sprache subtile Spannung aufzubauen, falsche Fährten zu legen und dem Leser einen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele zu verschaffen. So ist das Buch einerseits ein ganz klassischer "Whodunit" in der englischen Erzähltradition, andererseits eine beeindruckende Studie dessen, wozu der Mensch fähig ist, wohin Eigennutz, Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit führen können und was jahrzehntelang verdrängte Schuld auslösen kann. - Christoph Nettersheim
Buch:
Safer (S)EX
Autor:
Susan Andersen, Ausgabe vom 3. Aug. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 126244
Buch:
Sieben Jahre
Autor:
Peter Stamm, Ausgabe vom 5. Aug. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 136936
Product Description Roman Erscheinungsjahr: 2009 Gewicht: 444 gr / Abmessungen: 205 mm x 125 mm Von Stamm, Peter Ein Mann zwischen zwei Frauen, die eine ist begehrenswert, bei der anderen ist er frei. Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr und weiß nicht, warum. Sie liebt ihn. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel. Peter Stamm erzählt so lakonisch und leidenschaftlich wie kein anderer von widerstreitenden Gefühlen und der Sehnsucht nach dem Leben. Sieben Jahre ist ein großer Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden.