Aus der Amazon.de-Redaktion Es kommt immer eine Zeit, in der selbst der schrecklichste Albtraum ein Ende nimmt und nur noch als Erinnerung fortlebt. Von verblassten Spuren umgeben, schreibt Ismael eben solche Erinnerungen an die grausamen Erlebnisse des Sommers 1937 nieder: Die vierzehnjährige Irene und ihr Bruder finden aufgrund der Anstellung ihrer Mutter bei Lazarus Jann nahe der normannischen Küste ein neues, sicheres Zuhause ? zumindest denken sie das. Denn empfängt sie der Spielzeugfabrikant nicht auf die herzlichste Weise? Lazarus? märchenhaftes, von verblüffend lebendig wirkenden mechanischen Geschöpfen bevölkertes Anwesen Cravenmoore fesselt die Ankömmlinge wie ein hypnotischer Traum. Gerade, als Irene und Eigenbrötler Ismael ihre Liebe füreinander entdecken, legt sich ein wortwörtlicher Schatten über die Gegend: Der mysteriöse Mord an einem Mädchen, direkt im Wald bei Cravenmoore. Ist dies der Anfang einer Mordserie, wie sie sich vor Jahren ereignete? Hängt alles mit den Septemberlichtern der Leuchtturminsel zusammen, wo angeblich der Geist einer Ertrunkenen umherirrt? Und ist Lazarus Janns Erzählung über den Doppelgänger ? einen "Schatten, der sich von seinem Besitzer löst und sich gegen diesen wendet" ? wirklich nur eine Geschichte? Was Irene und Ismael bei ihren heimlichen Nachforschungen herausfinden, bringt sie fast um den Verstand ? und um ihr Leben ? Weltweit seit Der Schatten des Windes gefeiert, rückte Carlos Ruiz Zafón schon vorher durch vier Romane in den Fokus der Jugendbuchszene seines Heimatlandes: Einer davon ist der nun ins Deutsche übersetzte Titel Der dunkle Wächter. Immer tiefer lockt der spanische Schriftsteller seine Leser in den Sog jener Erzählung, hüllt sie mit wohlgeformten Sätzen ein, bis sie ganz darin verschwinden. Mit dem Rückgriff auf altbewährte Motive revolutioniert Zafón zwar keineswegs den Schauerroman; auch weisen spätere Werke zweifellos einen literarischen Reifungsprozess auf. Dennoch ist Carlos Ruiz Zafón ein veritabler Märchenerzähler, der sein Handwerk von Anfang an verstand ? das wird an diesem Roman bereits mehr als deutlich. ? Fenja Wambold 1
Buch:
Das meschuggene Jahr
Autor:
Memo Anjel, Erich Hackl, Peter Schultze-Kraft, Ausgabe vom 17. März 2005, Gebunden, Verkaufsrang 721509
Aus der Amazon.de-Redaktion "Ich bin durchsichtig geworden. Das muß so um die Sechzig herum begonnen haben", so die niederschmetternde Erkenntnis von Florence. Wie hatte sie es einst genossen, wenn sich ihr Bild in den Augen der Männer spiegelte. Nun im Alter ist sie einfach nicht mehr vorhanden. Sogar Vincent, ihr eigener Mann, scheint sie nicht mehr wahrzunehmen. Die Aussicht auf ein würdevolles Altern in heiterer Resignation, verdammt zu Geschlechtslosigkeit, Anstand und idiotischer Altersweisheit, läßt Florence ihr zweites Leben beginnen. Mit großem Verständnis und leisem Ton behandelt die 1920 in Genf geborene Yvette Z'Graggen die Problematik eines alten Ehepaares, das nach vierzig Jahren die gemeinsame Wohnung in der französischen Schweiz räumen muß und nun in einer Seniorensiedlung an der spanischen Ostküste dem Lebensabend entgegensieht. Während Vincent, seiner Heimat beraubt, zusehends verfällt und resigniert, setzt die neue Umgebung in Florence ungeahnte Kräfte frei. Sie beginnt sich nachzuspüren und stellt fest, daß sie ein Leben lang nur von Verhinderern umstellt war. Phantasiefreien Menschen wie ihren Eltern, die ihrer Verträumtheit und dem kindlichen Wunsch, Schriftstellerin zu werden, nur mit Häme und dümmlicher Ablehnung begegneten. Dieses unausgelebte Leben fand in der Ehe mit dem steinernen Vincent eine traurige Fortsetzung. Ein solides und langweiliges vierzigjähriges Stilleben mit Kreuzworträtseln. Wie so oft schon als Kind zieht sich Florence wieder einmal auf ihr "Floß Einsamkeit" zurück, diesen gedachten Schutzraum ihrer Träume. Doch diesmal wird sie Vincent mit sich nehmen, alles wird gut werden. Zusammen werden sie La Punta de Tarifa ansteuern, diesen magischen Ort, an dem Mittelmeer und Atlantik zusammenfließen. Und sie wird ihr Buch schreiben. -Ravi Unger
Buch:
Die blaue Katze
Autor:
Petra Pfänder, Ausgabe vom 11. Aug. 2008, MP3 CD, Verkaufsrang 418140
Aus der Amazon.de-Reaktion Auf ihren Urlaub mit andalusischen Freunden hat sich die Psychiaterin Klara Keitz, die sich auf Kinder spezialisiert hat, schon seit Monaten gefreut. Nun ist sie endlich im Urlaubsparadies angekommen und zieht, bewaffnet mit einer Digitalkamera, durch die Sommerhitze. Gemeinsam mit ihrer Freundin Camilla besichtigt sie eine abgelegene Villa, die ein dunkles Geheimnis zu verbergen scheint. Denn warum reagiert die Hausbesitzerin derart hysterisch, als Klara ihre Fotos schießt? Warum wird nach der harmlosen Foto-Tour in ihr Hotelzimmer eingebrochen? Und was haben Klaras Schnappschüsse mit der Entführung eines Kindes zu tun, bei der die örtliche Polizei sich erschreckend passiv zeigte? Seit mehreren Jahren haben die labyrinthischen Ariadne-Krimis des Argument-Verlags einen roten Faden: Sämtliche Protagonisten sind weiblichen Geschlechts. Mal mit Raffinesse, mal mit weiblicher Intuition lösen sie ihre Fälle - und die sind meistens spannend zu lesen. Die blaue Katze ist ein solcher Krimi in besterAriadne-Tradition, der einen von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hält. Der Journalistin und Online-Redakteurin Petra Pfänder jedenfalls ist ein rundherum gelungenes Krimi-Debüt geglückt. Nur als Urlaubslektüre für die Andalusien-Reise ist er für sensible Gemüter vielleicht nur bedingt zu empfehlen. Immerhin ist das Verbrechen, auf das Klara Keitz hier stößt, nichts für schwache Nerven. -Stefan Kellerer
Buch:
Der Schuß des Jägers.
Autor:
Rafael Chirbes, Ausgabe vom 1. Sept. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 1139692
Buch:
Gespräch zwischen Cipión und Berganza, Hunden des Auferstehungshospitals