Aus der Amazon.de-Redaktion Jochen Schwarzer übersetzt normalerweise die unheimlichen Thriller von Stephen King, was natürlich auf ein gewisses Renommee hindeutet. Für die deutsche Fassung von Train Days zeichnet er auch verantwortlich, wenngleich sich Eddy J. Cottons Erstlingswerk dabei in entscheidenden Aspekten vom internationalen Bestseller-Autor unterscheidet. Von den literarischen Qualitätsdifferenzen abgesehen handelt es sich hier erstens nicht um einen fiktiven Roman, sondern um eine Autobiografie des jungen Amerikaners und zweitens haben die Episoden des Herbstes 1991 nichts mit Horror im eigentlichen Sinne zu tun. Mit Romantik andererseits auch nicht. Denn das Leben eines Tramps, der auf Güterwaggons quer durch die USA vagabundiert, ist alles andere als lieblich und einfach. Klingt das Aufspringen auf Güterzüge noch aufregend und abenteuerlich, so ist das mitunter tagelange Fahren in den "stockdunklen Verliesen" sowie die schwierige Essensorganisation und das sozial stark löchrige Netz wahrlich kein Zuckerschlecken. Allein die raue Sprache, die in einem Extra-Glossar erörtert wird und die versuchtermaßen möglichst nah an den Originalbegriffen bleibt, gibt diesbezüglich tiefe Einblicke und wird Jochen Schwarzer mitunter ganz schön gefordert haben. Eigentlich geht es in dem auf Tagebuchnotizen basierenden Trip um eine Reise nach Mexiko, aber irgendwann merken sowohl Autor als auch Leser, dass es gar nicht auf das Ankommen ankommt. Schließlich ist der Weg das Ziel. Und auf dem können schon einmal monumentale Momente hereinbrechen. So berichtet Cotton von beinahe endlosen Augenblicken und fast religiöser Ergriffenheit, die er "da draußen" erfahren habe. Genau diese Spannung zwischen Realismus und Ekstase macht das Buch auch so interessant. Trotz der manchmal etwas ungeschliffenen und nörglerischen Sprache ist Train Days ein empfehlenswerter Bildungsroman. In ungewohnter Vielfalt bietet er Einblick in eine Welt, von der sich viele gar nicht vorstellen können, dass sie existiert und die für manche der pure Horror ist. -Christian Haas 1
Buch:
Kanada FlyHigh (Flying High)
Autor:
Erin McCloskey, Ausgabe vom 17. Nov. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 591283
Buch:
Kalifornien
Autor:
Max Schmid, Ulrich Sacker, Ausgabe vom 2005, Gebunden, Verkaufsrang 2075659
Buch:
Kanada - Der Westen
Autor:
Reiner Harscher, Ausgabe vom 1. Sept. 2003, Gebunden, Verkaufsrang 465191
Streiflichter aus Amerika - Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene
Autor:
Bill Bryson, Ausgabe vom 6. Febr. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 380288
Aus der Amazon.de-Redaktion Bill Bryson legt in dem vorliegenden Buch eine Sammlung von Kolumnen zu den Vereinigten Staaten vor, die er für die Mail on Sunday geschrieben hat. Wie bereits in seinem Buch Reif für die Insel. England für Anfänger und Fortgeschrittene beschreibt Bryson auf humorvolle Art und Weise seinen Alltag in den USA, der von allerlei kuriosen und skurillen Vorkomnissen gekennzeichnet ist. Selbst Amerikaner hat Bryson nach fast 20-jährigem Aufenthalt in Großbritannien beschlossen, samt Familie in die Vereinigten Staaten zurückzukehren. Dort angekommen, muss er feststellen, dass sich während seiner Abwesenheit einiges verändert hat und er oft in den alltäglichen und banalsten Situationen mit ungewöhnlichen Reaktionen seiner Landsleute rechnen muss. Den Blick geschärft nimmt er sich in seinen Kolumnen so ungewöhnlichen amerikanischen Eigenschaften wie z.B. Käse aus Sprühdosen in "Im Junkfood Paradies" oder eigenartige Feiertage in "Hail to the Chief - Es lebe der Boss" vor. Aber auch vor seiner eigenen Familie macht er nicht halt. Oft wird seine englische Frau Zielscheibe seines erfrischenden Humors. Ironisch und sarkastisch beschreibt er das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und seine Einwohner. Bill Bryson ist den Lesern im deutschsprachigen Raum kein Unbekannter mehr, davon zeugt seine immer größer werdende Fan-Gemeinde. Obwohl hervorragend übersetzt, kann man die stilistischen und sprachlichen Feinheiten natürlich am besten im amerikanisch-englischen Original-Text I'm a Stranger Here Myself: Notes on Returning to America After Twenty Years Away nachempfinden. Die einzelnen Kolumnen in Streiflichter aus Amerika eignen sich hervorragend als Lektüre für zwischendurch, zur Aufheiterung des Alltags - Sie werden sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. -Martina Frühwald 1