Product Description Wie schon in Jena schloß sich Fichte nach seiner Übersiedlung nach Berlinauch dort einer Freimaurerloge an. Im Frühjahr 1800 hielt er vor Mitgliedernaller Berliner Logen zwei große Vorlesungen, die eine außerordentlich starkeResonanz fanden und 1802/03 zwar ohne Nennung des Autors, aber mit dessenBilligung publiziert wurden. Dieser facettenreiche Text wird in einer preiswertenLeseausgabe mit Erläuterungen zum freimaurerischen Hintergrund wieder zurDiskussion gestellt.
Buch:
Ihr habt getötet - Der Machtkampf der Logen im Vatikan.
Autor:
Discepoli di Verita, Ausgabe vom 2003, Gebunden, Verkaufsrang 211136
Buch:
Die Freimaurer
Autor:
Helmut Reinalter, Ausgabe vom 3. Mai 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 202040
In diesem Buch die europäische Freimaurerei von ihren legendären Ursprüngen bis in die unmittelbare Gegenwart. Geheimlogen wissenschaftlich darzustellen bedeutet immer auch einen Verzicht, den Mythos, der sie umgibt, ganz erklären zu wollen. Folgt man den Ausführungen von Helmut Reinalter, so sind die Freimaurer vor allem durch ihre humanistische Ausrichtung und den Gedanken der sittlichen Vervollkommnung des Menschen geprägt. Dazu gehören das Ideal der Toleranz, eine Verantwortungsethik sowie eine Anthropologie, die ihre Mitglieder in einer rituellen Praxis zu einer besseren "Selbstkultur" führen soll. Diese nur schrittweise erlernbare "Ästhetik der Existenz" entzieht sich allerdings einer wissenschaftlichen Darstellung. Der Historiker Helmut Reinalter konzentriert sich in seinem Buch Die Freimaurer auf die ideen- und sozialgeschichtliche Rekonstruktion der Entwicklung der "praktischen Geheimwissenschaft". Da die Wechselbeziehungen zwischen Aufklärung und freimaurerischen Idealen im Mittelpunkt der Darstellung stehen, liegt der Schwerpunkt des Buches auf dem 18. und 19. Jahrhundert. In vier Kapiteln werden neben einem historischen Abriss der Entwicklung der Logen hinsichtlich Organisationsformen und der Darstellung ihrer essenziellen Ideale auch die geografische und historische Verschiedenheit sowie das besonders interessante Verhältnis der Freimaurer zu Kirche, Staat und politischer Kultur beleuchtet. Sehr informativ für das Gesamtverständnis der Freimaurer sind die Exkurse zu verwandten Geheimbünden wie den Rosenkreuzern, Illuminaten oder den Carbonari, weil durch diese Abgrenzung und Differenzierung in Hinsicht auf die Revolutionsbewegungen der eher ideologiefreie, unpolitische sowie rituelle Charakter der Freimaurer deutlich wird. Mindestens genauso interessant sind jene Kapitel, die sich mit den antisemitischen Weltverschwörungstheorien auseinander setzen. Leider erlaubt es der knappe Rahmen des Buches (142 Seiten) nicht, die Widersprüche einer dem Aufklärungsgedanken verpflichteten abgeschlossenen Gemeinschaft zu diskutieren. Ebenso wenig werden die im letzten Kapitel aufgeworfenen Fragestellungen zum Verhältnis Freimaurer und Moderne an die Praxis der "Geheimwissenschaft" rückgebunden. Trotzdem stellt die Darstellung Reinalters für den historisch interessierten Laien einen guten Einblick in die Entwicklung und gesellschaftliche Relevanz der Freimaurer dar. Der Band bietet darüber hinaus für eine weiterführende wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema ein umfangreiches Literaturverzeichnis samt Bibliografie, Quellenbeständen sowie ein Personenregister. -Marcus Welsch