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19 Es steht zwar so auf dem Cover bzw. iPod-Display, scheint aber nicht recht mit der Realität vereinbar: 19-so heißt das Debütalbum der Londoner Sängerin und Songschreiberin Adele, und der Titel soll ihrem Alter entsprechen. Auf die Richtigkeit der Angabe deutet neben der Tatsache, dass die Texte fast ausschließlich von Freud und (vor allem) Leid in einem jungen Liebesleben handeln, auch der Londoner Akzent der jungen Generation hin, der Adele mit Lily Allen, Kate Nash und anderen modernen Vertreterinnen ihrer Zunft verbindet. Doch all das tritt in den Hintergrund angesichts von Adeles imponierender Reife, die sich in Gesangsstil, Ausdruckskraft und ihrem ganzen Auftreten niederschlägt. Das Adele schon in einer anderen Liga spielt, belegen-auf mitreißende Weise-"Daydreamer" mit geschmeidigem, anspruchsvollem Gesang und jazzig leichter Gitarre sowie "Hometown Glory" mit seinen dunklen, melancholischen Klavierakkorden, die die Bühne für einen schonungslosen Seelenstriptease bilden. Wenn man zwischen unvergessenen Stimmwundern wie Ella Fitzgerald und heutigen Sängerinnen wie Amy Winehouse eine Linie zieht, dann balanciert Adele gekonnt darauf-ein Drahtseilakt voller Leichtigkeit. Vor allem in "Cold Shoulder" und dem kontrabassbetonten "Best for Last" lassen sich durchaus Anklänge an Amy Winehouse erkennen, und mit einer solchen Ausrichtung nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren, wird immer schwierig bleiben. Natürlich schafft Adele es trotzdem, und zwar spielend. Die Titelzeile des zukünftigen Klassikers "Chasing Pavements" wird mit echtem Gefühl intoniert, obwohl sie eigentlich Nonsens ist "Gehsteige verfolgen"-und wer so etwas überzeugend hinbekommt, hat zweifellos eine besondere Gabe. Man darf gespannt sein, womit Adele erst als Twen aufwarten wird. -James Berry
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Was haben Shakespeare und Folk-Rock gemeinsam? Die Antwort liefern vier britische Mittzwanziger mit einem 60er lastigen Debütalbum. Mumford And Sons sind zwar ein britisches Quartett, klingen aber vielmehr wie ein Bündel 40-jährige Holzfäller aus dem Süden der USA. Eine Familienbande, die sich in der Mittagssonne fernab der Zivilisation an einer rustikalen Holzhütte die Sonne auf den Bauch scheinen lässt und mit Grashalm im Mund Banjo, Akustikgitarre und Kontrabass zupft. Wobei der nach Familie klingende Name trügt: Blutsverwandt sind die Briten nicht, sie vereint vielmehr die Liebe zu Sechziger-Folk gepaart mit Bluegrass und Country. Beim ersten Hören von Sigh No More wird sofort klar, die Musik der Band klingt genauso altmodisch wie ihr Name. Ein schnelles Banjo, das zwischen spärlich besetzter Percussion und Gitarrenklängen wiederholt das Tempo aufwirbelt, lässt die Songs eine auffallende Eigendynamik entwickeln. Mit dem achten Stück "Timshel" wird eine überraschenderweise weniger lodernde, aber immernoch warmherzige, zweite Albumhälfte eingeleitet. So sanfte und ruhige Töne hätte man den Briten nach den ersten Titeln gar nicht zugetraut. Trotz der Tempominderung lässt der zweite Part des Albums den Hörer nicht ermüden und ist obschon der sanften Klänge genauso intensiv wie die ersten Songs. Mit "After The Storm" wird zum Schluss gänzlich das anfängliche Temperament gezähmt und Windstille setzt ein. Neben diesem folkloristischen, stilistisch eher in den Staaten angesiedeltem Sound, verweisen die Briten inhaltlich auf ihre britischen Wurzeln: Der Opener und Titelsong "Sigh No More" lehnt nämlich an Shakespeares Viel Lärm um nichts an. So dreht sich auch im Erstling des Quartetts viel um gebrochene Herzen, Traurigkeit und einsames Verweilen. Während in der klassischen intrigenumwobenen Liebeskomödie jedoch das unberechenbare männliche Geschlecht, welches niemals treu sein könne, aufs Korn genommen wird, wirkt die junge Band mit ihrer Musik, trotz der ausgewaschenen Themen, ehrlicher als mancher ihrer viel vermarkteten Pop-Kollegen. Mit ihrem Debütalbum eröffnen Mumford And Sons einen neuen Blickwinkel auf die Musik Großbritanniens. Sie laden zu einer Zeitreise in die 60er Jahre ein - zu Beginn noch flammend melodiös, legt sich am Ende eine Lagerfeuerstimmung auf die Songs. Geschickt verbinden sie dabei konventionelles US-amerikanisches Songwritertum mit einer winzigen britischen Note und wissen sogar geschickt auf klassische Literatur zu verweisen.
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KINGS OF LEON Only By The Night (2008 Taiwanese edition 11-track CD album featuring a bold and expansive sonic statement that looks set to solidify Kings of Leons position as one of the most important international acts of 2008 and beyond includes the singles Sex On Fire and Use Somebody complete with booklet and obi-strip) Das unglaubliche Phänomen Kings Of Leon geht mit Only By The Night in die nächste Runde. In zehn Ländern katapultierte sich das vierte Album des Quartetts aus Nashville in die Top 10 der Charts, räumte Awards wie Grammys ab und wurde acht Mal mit Platin ausgezeichnet. Das Mojo Magazin nannte den musizierenden Familienbetrieb "The Biggest Band in The World", der Rolling Stone erklärte die Jungs aus Tennessee zu "America's Hottest Band", Spin nannte sie "Rock Könige" und als vitalste Gruppe der Welt gelten Kings Of Leon auch noch. Nicht, dass die Brüder Nathan, Caled und Jared wie ihr Cousin Matthew den Alternative Rock neu erfinden, aber die vier Männer mit dem selben Nachnamen Followill setzen alle bekannten Erfolgsrezepte konsequent um. Dass sie mit ihren leidenschaftlichen Rock-Dramen, dem Pathos, der Fähigkeit im Stadion zu bestehen und den hymnischen Melodien nirgends so groß wie in England sind, verdeutlicht Only By The Night auf ganzer Linie. Neben den typischen Grunge-Elementen dominieren nun britische 80er-Klänge und die Kings Of Leon ziehen mit ihrem wuchtigen Sound, der voluminösen Produktion in die Kathedralen ein, die sich eigentlich im Besitz von U2 befinden. Das Album, das im direkten Anschluss an Because Of The Times entstand, dessen Songs Caleb nach einer Schulteroperation auf Schmerzmitteln oder Weingenuss nicht immer ganz bei Sinnen schrieb, markiert den deutlichsten Bruch, den es je von Platte zu Platte bei ihnen gab. Kings Of Leon fahren die Einflüsse des Southern Rock, von 70er-Psychedelia und Blues genau wie den funkigen Bass und schroffen Gitarren deutlich herunter. Mit ihrem epischen Wide-Screen-Sound verabschieden sich Kings Of Leon aus den Hallen und sind endgültig in den Arenen angekommen. So wie Radiohead, Oasis, Elton John, Pearl Jam oder U2, allesamt bekennende Fans einer unprätentiösen Gruppe, die ein ganzes Jahrzehnt mitdominieren könnte. - Sven Niechziol