Erscheinungsjahr: 2009 Aus d. Japan. v. Carla Blesgen Gewicht: 211 gr / Abmessung: 19 cm Von Togawa, Masako / Übersetzt v. Blesgen, Carla Nach dem Tod der neunzehnjährigen Keiko Obano durchkämmt eine unbekannte Frau die Clubs und Bars von Tokio. Sie sucht den Mann mit der unvergesslichen Stimme und einem Doppelleben; den Mann, der hier auf "Jagd" geht und dabei so erfolgreich ist, dass er über seine Eroberungen Tagebuch führt. Auch Keiko Obano gehörte dazu. Doch plötzlich wird aus dem Spiel mit der Lust tödlicher Ernst. Die Frauen auf seiner Liste werden ermordet Masako Togawa zählt in ihrem Heimatland Japan seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Krimiautoren. Endlich wurde nun auch ihr bereits 1963 erschienener und höchst lesenswerter Roman Schwestern der Nacht für die deutschen Leser wieder entdeckt, in dem ein Frauenmörder mit Opfern und Ermittlern spielt. Serienkiller haben Hochkonjunktur, ob in Pseudodokumentationen oder halbwegs seriösen Serien im Fernsehen, ob in neuen Kinoproduktionen oder zwischen Buchdeckeln - die Sphinx des Massenmörders garantiert noch immer solide bis hervorragende Verkaufszahlen und Zuschauerquoten. Gerade bei Krimi und Thriller rückt die Qualität der Literatur dabei zunehmend zugunsten des reinen Schockeffekts und der Sensationshascherei in die dritte Reihe. Umso wohltuender in literarischer wie stilistischer Hinsicht hebt sich Togawas vor vier Jahrzehnten erschienener Thriller von den vielen zeitgenössischen 08/15-Produkten ab. Distanziert und unterkühlt, mit klarem Blick für die Psyche ihrer Figuren, schildert die Autorin die Tragödie des Computerspezialisten Ichiro Honda, der wochentags in Tokio seinen Beruf ausübt und nur an den Wochenenden seine in Osaka lebende Frau besucht. Nachts begibt sich Honda in den Straßen und Bars der Hauptstadt auf die Jagd - nach Sex. Zwanghaft und berechnend sucht er die körperliche Liebe fremder Frauen und führt gewissenhaft Buch über seine Errungenschaften, während er zum Sex mit der eigenen Frau nach einem traumatischen Erlebnis nicht mehr in der Lage ist. Schließlich fallen einige seiner Gelegenheitsbekanntschaften einem Mörder zum Opfer, der peinlich darauf achtet, dass Honda selbst für die Tatzeiten keine Alibis aufweisen kann, mehr noch, der ihn zunehmend durch Indizien belastet. Honda wird verurteilt und vegetiert ohne jede Hoffnung im Gefängnis dahin, bis sich der skurrile Anwalt Hatanaka des Falles annimmt und seinen Jäger Shinji auf die Spur des unbekannten Killers schickt. Japanische Spannungsliteratur wurde bisher bei uns kaum von einer nennenswerten Öffentlichkeit wahrgenommen. Mit dem vorliegenden Buch und der Verfilmung des Romans durch Harold Becker (Sea of Love) wird sich das hoffentlich ändern. -Ulrich Deurer
Buch:
Bittere Mandelblüten: Roman
Autor:
Sujata Massey, Ausgabe vom April 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 126642
Immer wieder fühlt die attraktive Rei Shimura sich in Tokio als Fremde - zu keß sind ihre knappen T-Shirts, und zu oft verletzt sie die gesellschaftlichen Regeln der Japaner. Von ihrer Tante Norie läßt sie sich zu einem Ikebana-Kurs überreden, doch dann wird inmitten zarter Kirschblüten und duftender Gewächse die Meisterin der Blumenkunst tot mit einer Pflanzenschere im Hals aufgefunden ... Ein atemlos spannender Fall für Sujata Masseys sympathische junge Heldin und ein rasanter Krimi voller Witz, Erotik und asiatischem Flair. - Mit dem Blick der Ausländerin vermittelt der Roman ein Stück japanische Alltagswelt und führt durch eine spannende Krimi-Handlung an der Hand einer schlagfertigen und mutigen Heldin. womenweb.de Rei Shimura ist halb Amerikanerin, halb Japanerin, lebt in Tokio und hat eine bezaubernde Tante. Tante Norie wiederum hat nur ein Anliegen: Rei soll einen Mann kennen lernen - und wo geht das am besten? Natürlich in einem Ikebana-Kurs. Bevor sich aber die Liebelei im Land der Kirschblüte entfalten kann, prägt ein hässliches Bild die Szene: Eine Ikebana-Dozentin wird mit Gartenschere im Hals aufgefunden. Tot. Ganz unbeschwert fließt da ein pikanter Krimi aus begabter und schon ausgezeichneter Feder. Sujata Massey, Deutsch-Inderin, hat selbst mehrere Jahre in Japan gelebt; und so wundert es nicht, dass ihr Roman so anschaulich, detailreich und überzeugend atmosphärisch ist. Wer auch nur ein wenig Interesse an asiatischem Flair und fernöstlichem Leben hat, der kommt hier voll auf seine Kosten. "In Japan gibt man kein Trinkgeld", "In Japan hört man auf die ältere Generation" oder "In Japan ist ein Autounfall die wahrscheinlichste Art vorzeitigen Ablebens": japanische Landeskunde im Krimimäntelchen. "Vermutlich ist der Täter ein Ikebana-Künstler", denkt die attraktive Rei, die mit sicherem Instinkt und sympathisch beharrlichem Dickkopf natürlich selbst auf kriminalistische Recherche geht. Spurensuche nach einem Mörder, der sich Mühe mit Details macht: Ikebana beruht "auf der Kunst des Details". Und genauso kunstvoll wie japanische Blumengestecke ist der spannende, flotte, vor Gefühlen prickelnde Krimi angelegt. Clevere Story, pfiffig geschrieben, raffiniert komponiert. Und so ist es sicher kein Zufall, dass der Titel sich bitterer Mandelblüten statt lieblicher Kirschblüten bedient. -Barbara Wegmann
Buch:
Die Tochter des Samurai: Kriminalroman
Autor:
Sujata Massey, Ausgabe vom Juli 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 133727
Aus der Amazon.de-Redaktion Masako Togawa ist ein echter Geheimtipp! Ihre zuweilen bizarren und surreal wirkenden Kriminalromane entwickeln eine ungeheure Anziehungskraft. Trübe Wasser in Tokio handelt von den Ermittlungen des Psychiaters Uemura, dessen Patient einen Mord begangen haben will, der eigentlich gar nicht passiert sein kann. Akio Tanno hat den Mord an einer Frau gestanden. Er habe das Verbrechen genau geplant, weil das Opfer seine Avancen entschieden zurückgewiesen und sich über ihn lustig gemacht hätte. Einen Haken hat die ganze Angelegenheit: Frau Owada, die angeblich Ermordete, lebt und erfreut sich bester Gesundheit. Uemura sucht sie in ihrer Wohnung auf und verfällt schon nach kurzer Zeit selbst ihrer ungewöhnlichen Attraktivität und der Ahnung eines Geheimnisses, das um seine Gastgeberin zu schweben scheint. Uemura befragt Owadas Ehemann, Kommilitoninnen und Freundinnen seines Patienten. Er ahnt, dass alle ihn beschwindeln, die Unwahrheit sagen und Dinge vor ihm verbergen. Zu schaffen macht ihm aber auch die Tatsache, dass ihn die befragten Frauen sexuell erregen, Uemura sucht sogar ihre Nähe, besucht Swinger-Parties mit der einen, übernachtet bei der anderen und entschuldigt sich damit, alles sei nur im Dienste der Sache. Zufälle helfen ihm weiter und alles ist schließlich ganz anders als erwartet. Eine eigenartige, beunruhigende Stimmung geht von Togawas kunstvoller Prosa aus. Die Handlung entwickelt einen unwiderstehlichen Sog, der durch den ausgeprägt resignierten Zynismus ihrer Hauptfiguren um so stärker zu wirken vermag. Ein erleichtertes Aufatmen lässt die Autorin auch über das Ende hinaus nicht zu, obwohl sie einen wundervollen unterschwelligen Humor pflegt. Togawa beweist nach Schwestern der Nacht auch hier außergewöhnliche literarische Fähigkeiten und gehört zu den ganz großen Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Ein echtes Glanzstück der Krimireihe metro im Schweizer Unionsverlag! -Ulrich Deurer 1