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Aus der Amazon.de-Redaktion Die cleversten Provokateure der deutschen Musiklandschaft melden sich mit einem Album zurück, das zur Freude vieler Fans den musikalischen Bogen zu den Frühwerken der Band schlägt und darüber hinaus mit den üblichen Tabubrüchen für einkalkulierte heiße Diskussionen sorgen dürfte. Rammstein haben den Wunsch vieler ihrer Anhänger erhört und nach einigen etwas entspannteren Alben wieder eine Scheibe eingespielt, die vor allem durch metallische Härte auffällt. Mit "Frühling in Paris" und "Roter Sand"sind zwar auch zwei Balladen vertreten, und "Mehr" präsentiert sich aufs Allernötigste reduziert, die übrigen acht Songs leben jedoch in erster Linie von knallharten Gitarren-Riffs, peitschenden Drums und jener fast schon punkigen Räudigkeit, die zuletzt auf Herzeleid und Sehnsucht zu hören war. Knallharte Nackenbrecher wie "Rammlied", "Ich tu dir weh" oder "Wiener Blut" donnern kompromisslos durch die Boxen, die etwas groovigeren Hits "Haifisch" und "B********" dürften sich zu Disco-Dauerbrennern entwickeln, und auch das instrumental ein wenig differenziertere "Waidmanns Heil" strotzt nur so vor Energie. Der einzige musikalische Durchhänger ist das wie alle englischsprachigen Rammstein-Lieder schwache "Pussy", das genauso wie "Liebe ist für alle da" auch textlich arg kalkuliert daherkommt. Die eindeutig zweideutigen Songtexte sind allerdings wie eh und je ein grundlegendes Streitthema, an dem sich die Geister scheiden werden. Man kann Rammstein als kreative Visionäre feiern, darf ihre lyrischen Ergüsse aber auch peinlich und geschmacklos finden. Wer die bisherigen Alben mochte, wird jedoch auf jeden Fall auch an Liebe ist für alle da Gefallen finden. - Michael Rensen
CD:
Screamworks-Love in Theory and Practice
Him, Audio CD, Verkaufsrang 18366
Preis:
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CD: Screamworks-Love in Theory and Practice (2010) - Audio CD - Limited Edition von Him Vor gut zehn Jahren gelang der Band aus Finnland um Sänger und Songwriter Ville Valo mit der Single Join Me (In Death) der große internationale Durchbruch. Nachdem besonders das letzte Album Venus Doom (2007) bei den Fans weitgehend nur auf gemischte Reaktionen stieß, haben HIM mit Screamworks: Love In Theory And Practice, Chapter 1 -13 ihre kleine Krise nachhaltig überwunden. Mit der neuen Platten knüpft die Formation nahtlos an die kreativen Höhenflüge von Longplayern wie Razorblade Romance (1999) und Deep Shadows And Brilliant Highlights (2001) an. Bereits der Opener, "In Venere Veritas", besitzt alles, was eine gute Rocknummer auszeichnet: eine eingängige Melodie, mitreißende Gesangsrefrains und packende Gitarrenriffs. Und in der gleichen Güteklasse geht es weiter. Auch "Scared To Death" und das bereits als Single veröffentlichte Heartkiller sind Hymnen in geradezu klassischer HIM-Tradition. Mitverantwortlich für den kreativen Aufschwung ist u.a. auch Produzent Matt Squire (The Used, Panic! At The Disco), der zum ersten Mal mit der Band zusammenarbeitete und sich als absoluter Glücksgriff erwies. Unter seiner Regie fand die Band zu alter Stärke zurück. HIM ist es mit seiner Hilfe gelungen, ihr Klangspektrum deutlich zu erweitern. Die neuen Songs zeichnen sich durch einen ungemein vielschichtigen und transparenten Sound aus, ohne das darunter die Unverwechselbarkeit leidet. Neben den drei bereits erwähnten Krachern zu Begin des Albums zählen zudem Stücke wie "Love, The Hardest Way" sowie die atmosphärisch ungemein dichte Seelenschau "The Foreboding Sense Of Impending Happiness" zu den Höhepunkten. Die limitierte Auflage der Platte enthält die Bonus-CD "Baudelaire In Braille" mit 13 Akustikversionen der Albumtracks. - Franz Stengel
Musikalisch liefen Kraftwerk ihrer Zeit lange voraus und setzen Maßstäbe und Trends, die unzählige Bands und Genres nachhaltig beeinflussten. Nur in einem Punkt war die neben Can und Neu! wichtigste Band unverschuldet limitiert: Studio- und Aufnahmetechnik. Kaum einer anderen Gruppe kommt die Möglichkeit, alte Analog-Bänder digital zu bearbeiten so zugute, wie Kraftwerk. Deren Musik klang stets unterkühlt - aber nie kalt - , und selbst Vinyl-Die-Hard-Fans müssen zugeben, dass das Rauschen und knistern der alten Platten nichts von Lagerfeuer-Romantik aufweist, sondern einfach nur nervt. Damit ist dank der CD-Box Der Katalog nun Schluss. In ihrem eigenen Studio Kling Klang legten die Rheinländer noch einmal Hand an das heilige Material, und die Überarbeitung muss als gelungenen bezeichnet werden. Natürlich begehen Kraftwerk als alte Hasen nicht den Fehler, auf Loudness zu setzen und alles wie einen großen, fetten Bums klingen zu lassen. Nein, die jahrzehnte alten Tracks wie vom epochalen 74er-Meisterwerk Autobahn weisen eine fantastische Dynamik auf und kommen so unglaublich transparent und kristallklar daher, dass es eine Hörfreude ist. Mit einem geglückten Remastering aber geben sich Kraftwerk nicht zufrieden, und für die Gestaltung der acht CDs (Autobahn, Radio-Aktivität, Trans Europa Express, Die Mensch-Maschine, Computerwelt, Electric Café nun Techno Pop, The Mix und Tour de France) von Der Katalog wurden die Bildarchive geöffnet. Sämtliche Alben erscheinen nun mit nie veröffentlichten Photos, Zeichnungen oder Graphiken. Natürlich fragen sich Fans von Kraftwerk, warum die ersten drei Werke Kraftwerk, Kraftwerk 2 sowie Ralf und Florian fehlen. In ihrer Frühphase arbeiteten die Rheinländer noch mit akustischen Instrumenten und ließen Klangexperimente zu, erst mit Autobahn wendeten sich Kraftwerk dem Elektro-Pop zu. Ärmer wird Der Katalog dadurch nicht, und die Lücke der nicht eingeschlossenen, weiterhin nur als Bootlegs erhältlichen Erstwerke wollen Kraftwerk noch würdig schließen. - Sven Niechziol Kraftwerk sind seit vier Jahrzehnten weltweit anerkannt als Pioniere der elektronischen Popmusik. Im Herbst 2009 wurde der Kraftwerk-Katalog neu aufgelegt. Die 8 Alben zwischen Autobahn und Tour De France wurden hierfür allesamt technisch überarbeitet und einem digitalen Kling Klang Remastering unterzogen. Das Artwork wurde mit bisher unveröffentlichten originalen Fotos, Zeichnungen und Computergrafiken aus den Kraftwerk Archiven rekonstruiert und erweitert. Alle Alben erscheinen jetzt erstmalig in dieser Form. Klang und Vision bildeten im Schaffen von Kraftwerk immer eine Einheit. Die Musik der Formation diente Künstlern verschiedenster Genres als Quelle der Inspiration: Von David Bowie bis Daft Punk, von Human League bis Coldplay, von Depeche Mode bis Kylie Minogue, von Afrika Bambaataa bis Detroit Techno und von Jay-Z bis U2 ... Darüber hinaus wurden von Kraftwerk derart viele Entwicklungsmöglichkeiten ihres bahnbrechenden Soundkonzepts des elektronischen Minimalismus aufgezeigt, dass bis zum heutigen Tage längst noch nicht alle verwirklicht werden konnten. Sie mit Leben zu erfüllen wird die Aufgabe künftiger Generationen sein. Die acht Meisterwerke, die im legendären Kling Klang Studio erschaffen und zur Perfektion geführt wurden, sind mit nichts in der Musik-Historie zu vergleichen. Die Musik von Kraftwerk ist selbst Jahrzehnte später immer noch einzigartig, makellos, tiefsinnig und visionär wie am ersten Tag. Die Pop-Moden kommen und gehen, doch die Synthetik-Symphonien der Rheinländer bleiben davon unberührt. 12345678 Der Katalog wird in folgenden Formaten erhältlich sein: Als acht Einzel-CDs, jeweils in einem besonderen Slipcase; das Artwork präsentiert zahlreiche bislang unbekannte Bilder, die im Verlaufe des Reproduktionsverfahrens mit den derzeit besten Techniken behandelt wurden. Im 12"x12"-Box Set mit den acht Compact Discs in Miniaturstecktaschen, die der Vinyl-Ära nachempfunden sind, sowie mit individuellen großformatigen Booklets im Schuber. Auf acht Heavyweight Vinyl-LPs inklusive Begleitheften. Als digitaler Download
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VERY COOL NEW ALBUM Highly anticipated new album from legends Depeche Mode. Sounds of the Universe combines bleeping synths, distorted guitars and crunchy percussion for a punchy, electrorock blaster Bereits "Wrong", die erste Single aus dem neuen-Depeche Mode-Album Sounds Of The Universe, kam mit den 80-er-Beats so wuchtig und ironisch daher, dass berechtigte Neugierde angesagt war. Nimmt man den Text wörtlich, müsste man dem britischen Elektronik-Trio recht geben: zur falschen Zeit die falschen Töne. Ganz bewusst und mutig setzen Martin Gore, Dave Gahan und Andy Fletcher auf Experimente statt auf Gefälliges, kramen aus dem 80-er-Jahre-Fundus nicht nur analoges Gerät, sondern auch Beeps und Sounds aus, die man schon vergessen glaubte - dazu die deutschen Pioniere Custer oder Neu!. Wider alle Hörgewohnheiten lautet die Devise schon beim Auftakt zu "In Chains" mit irritierendem Kurzwellen-Gepiese und Frühzeit-Elektronik, das in eine düstere Hymne über Begehren übergeht. Thematisch bleibt das Trio also auch wieder ganz hedonistisch bei sich selbst, bei erotischen Obsessionen, seelischen Abgründen und intelligent verpackten Arroganz. Wie etwa bei "Hole To Feed" mit einem schrägen Rockabilly-Riff, "Come Back" dem lautstarken, effektvollen Electro-Rock, dem Glam-Rock-Knaller "Corrupt" und "Fragile Tension", das eine zerrige Gitarre noch ungeduldiger und rigoroses klingen läßt. Kraftwerks Philosophie der"Mensch-Maschine" spricht aus dem romantischen Maschinen-Stückchen "Little Soul", Samples der deutschen Elektroniker tauchen auch beim Techno-Gospel "Peace" und dem instrumentalen Electro-Dance "Spacewalker" auf. Sinnliche Verführung und Sündenfall als Mystik-Ballade - das ist "Jezebel", ganz ruhig und sehr hintergründig - und sehr eindringlich. Auch mit ihrem zwölften Album haben Depeche Mode wieder mit den Regeln des Popgeschäfts gebrochen: Alles andere als gefällig, dafür aber gefällts. - Ingeborg Schober
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GREATEST HITS Greatest Hits erinnert uns noch einmal daran, dass die besten Singles von The Cure sehr oft aus Nebenbeschäftigungen heraus entstanden sind - dies ist besonders bei "Lovecats" zu spüren, dem vom Jazz der Straßenmusikanten beeinflussten Stück. Heitere Pausen zur Abwechslung bieten einen von Gothic-Elementen befreiten Kontrast zu dem gewichtigeren Übereifer bei einigen der früheren Alben. Oder wie der Frontmann Robert Smith seine 18 Tracks umfassende Sammlung beschrieb: "Songs that are sung with a smile" (Songs, die mit einem Lächeln gesungen werden). Dies war nicht immer der Fall - man muss sich nur einmal die eisgekühlten Nebelwände des Klassikers "A Forest" anhören, das Blair Witch Project der damaligen Zeit. Diese Zusammenstellung schafft es, die Aufmerksamkeit auf die beständige Unberechenbarkeit von The Cure zu lenken - die Kindergarten-Verspieltheit von "The Caterpillar", die atemberaubend beklemmende Wirkung von "Close To Me", das leichte Stück im New-Order-Stil "The Walk", der von Bläsern eingebrachte Schwung bei "Why Can't I Be You". Seltsamerweise haben The Cure, was die Charts anbetrifft, mit "Lost Weekend" unmittelbar nach "Friday I'm In Love" losgelegt, ihrem überschwänglichsten melodischen Erlebnis und dem ultimativen Start zu dieser mitreißenden Hymne! Aber die Aufnahme von zwei neuen Songs "Cut Here" und "Just Say Yes" (mit Saffron von Republica) zeigen, dass es sich bei The Cure immer noch um ein gesundes und handlungsfähiges Unternehmen handelt. -Kevin Maidment
CD:
Touch Yello (6-Panel-Digi mit 16 Seiten Booklet)
Yello, Audio CD, Verkaufsrang 10293
Preis:
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Aus der Amazon.de-Redaktion Yello brauchten nicht lange, um vom Insidertip der Alternative-Szene zu Pop-Stars aufzusteigen. Genau drei Dekaden existiert der international wohl größte, wichtigste und einflussreichste Schweizer Musikexport zum Zeitpunkt von Touch Yello, und obwohl das Duo aus Zürich in die Jahre gekommen ist, klingen Sänger Dieter Meier und Soundtüftler Boris Blank immer noch erstaunlich unverbraucht. Die beiden hatten das Glück, nach ihrem heute noch imposanten Debüt Solid Pleasure mit dem phantastischen Clubhit >I>Bostich schnell vom Mainstream angenommen zu werden und trotzdem nicht vom Erfolg abhängig zu sein. Blank lebte seine Phantasien im Studio aus, der schnurrbärtige Meier ist eher ein Dandy aus gutem Hause (Bankerfamilie), der seine Kreativität auf der documenta 5 oder in zahlreichen Videoclips (Yello, Trio) unter Beweis stellte. Wenn Meier nicht mit tiefer Stimme singt wie Frank Farian einst bei Bonny M., dann züchte der Biolandwirt Rinder in Argentinien und baut Wein an. Musik als Nebenerwerb, da muss man nicht alles so ernst nehmen und jeden Blödsinn mitmachen. Yello kommen auf dem guten Album Yello Touch nicht nur mit großer Gelassenheit und Eleganz daher, sie nutzen all ihre künstlerische Freiheiten, um den bandtypischen Sound zu pflegen. Der besteht aus dem unverwechselbaren Mix aus Disco-Elementen, Clubmusik, Elektro-Pop, garniert Downbeat, schwebenden Synthieklängen, Funkyness wie Soul und hier dank des Mitwirkens vom Till Brönner auch viel Jazz. Brönner war noch ein Kind, als Yello zur Welt kamen, heute verleiht sein Trompetenspiel Tracks wie "Till Tomorrow", Vertical Vision" und "Electric Frame" eine besondere Note. Überhaupt biedern sich Yello nirgendwo an, wer es eher schlicht mag, bekommt ein paar straighte Nummern, muss sich aber auch mit komplexen Tracks auseinander setzen. Was nicht nur sehr reizvoll ist, sondern auch so klingt. - Sven Niechziol
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2 Auf diese CD hat die Depeche-Mode-Gemeinde schon lange gewartet. Und mit Best of Vol. 1 erfüllen die erfolgreichen Briten sicher alle Erwartungen eines Hit-Samplers. Nach 25 Jahren Erfolgskarriere hat das Synthi-Trio aus seinen elf Studioalben insgesamt 17 unvergessliche Ohrwürmer ausgewählt, erschienen zwischen 1981 und 2005. Und als Bonbon dazu gibt es die brandneue Single "Martyr", die mit ihren zerrigen Melodiebögen schon jetzt hitverdächtig ist. Genau diese Mischung machte aus Dave Gahan, Andy "Fletch" Fletcher und Martin Gore eine der wichtigsten Elektronikbands unserer Zeit: simple, eingängige Melodien zu Elektroniksounds, mal als sparsame Rockabilly-Rhyhtmen ("Personal Jesus"), fröhliches Casiogeklimper ("Just Can't Get Enough"), nostalgische Beach-Boys-Chöre - auf der frühen Single "Shake The Disease"- schräger Techno ("Suffer Well"). Und dazu gibt es natürlich die ganz großen Klassiker wie "Everything Counts", "Strangelove", "People Are People" oder "Master And Servant". Best of Vol. 1 gibt es übrigens in zwei Versionen, also auch als Special Edition mit DVD, auf der die Video-Clips der Best Of-Tracks vereint sind. - Ingeborg Schober