Product Description 'Wenn die Dummheit nicht dem Fortschritt, dem Talent, der Hoffnung oderder Verbesserung zum Verwechseln ähnlich sähe, würde niemand dumm seinwollen. Das habe ich 1931 gesagt; und niemand wird zu bezweifeln wagen,daß die Welt auch seither noch Fortschritte und Verbesserungen gesehenhat!' Robert Musil, geboren 1880 in Klagenfurt, starb 1942 in Genf. Zuseinen wichtigsten Werken gehören u.a. Die Verwirklichung des ZöglingsTörless, Drei Frauen, Nachlass zu Lebzeiten und Der Mann ohne Eigenschaften.
Buch:
Liebe ist kälter als das Kapital: Stücke Texte Interviews
Autor:
René Pollesch, Ausgabe vom 2. März 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 171497
Aus der Amazon.de-Redaktion Immer wieder hat Alexander Kluge müde Zeitgenossen daran erinnert, dass sie insbesondere Eigentümer von Lebenszeit und Eigensinn sind. Als Ingenieur unter den Poeten und Poet unter den Anthropologen hat er nun sein Opus magnum zusammengestellt. Seine Chronik der Gefühle liest sich wie eine ständige Verführung durch den historischen Augenblick. Sie ist ein Steinbruch voller kurzer Geschichten - jede nur so lang wie die Beobachtung scharf und der Gedanke dicht ist. Geschichten vom Umgang mit der Zeit, den Epochen und ihren Brüchen. Figuren, die auf den Kanten der Umbrüche balancieren. Es ist ein Buch über den Kampf mit der Zeit, die bedrängen und überraschen kann: Ein Banker, der die Nerven und damit die Liebe zu einer Afrikanerin verliert; Heiner Müllers letztes Angebot vor seinem Tod, für ein geheimes Quellwasserprojekt zu dichten; die verschwundenen Filmrollen, die vor der Bombadierung in den Kellern Wiens die finale Götterdämmerung der Philharmoniker dokumentieren. Kluge ist der Nomade des Erzählens, ein unermüdlicher Sammler, ständig en detail, ohne sich darin zu verlieren. Er mutet seinen Lesern die Last und Lust einer Fülle von Perspektiven auf Privates, Krieg und Kunst zu. Eine Fülle, die gerade durch ihre Disparatheit besticht. Und wenn Form und Inhalt auch ständig miteinander Krieg führen, so doch ohne Sieger, immer in einem offenen System. Für Kluge sind es die Gefühle, die nebeneinander gestellt und unkommentiert die einzigen legitimen Orientierungspunkte in der Geschichte sind, die nicht lügen. Sie reagieren zeitverschoben auf Geschichte. Zum Zeitpunkt der Bombardierung Halberstadts musste der Junge Kluge unentwegt an die Klavierstunde des nächsten Tages denken. Erst viel später wird ihm die Bedeutung dieses Ereignisses bewusst und spürbar. Kluges Chronik der Gefühle spinnt ein gewaltiges Netz dieser Verschiebungen. Die insgesamt 2040 Seiten seiner "Chronik" sind genaugenommen unchronologisch angeordnet. Man kann getrost springen, auslassen und neu ansetzen und damit Kluges eigentliches Anliegen einer "subjektiven Chronik" mit Eigensinn verwirklichen. -Marcus Welsch
Buch:
Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802
Autor:
Johann Gottfried Seume, Ausgabe vom 1. Juni 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 95858
Product Description Zu Beginn seines Spaziergangs, bei dem er in 250 Tagen 800 Meilen - eineMeile in Sachsen entsprach etwa 7,5 Kilometern - zurücklegen sollte, begleitetenihn noch Freunde zum Abschied. Von Dresden gelangten die Reisenden nachPrag und nach Wien. Mit leichtem Ingrimm schildert Seume die Untersuchungen,die er hier an einer Grenzstation über sich ergehen lassen muss. Über Grazund Triest erreichte Seume schließlich Italien. Zum ersten Mal fühlt ersich den Klassikern nahe, als er auf dem Wege nach Venedig die Felslandschaftenentdeckte, die R Vergil in seiner Dichtung beschrieben hatte. In Udinefeiert er am 29. Januar seinen 39. Geburtstag. In Seumes Bericht über Venedigwerden viele Leser sicher überschwängliche Schilderungen der Schönheitund der Kunstschätze vermissen. Weder die Schönheit der Bauwerke noch derLandschaften reißen ihn jemals hin. MagischzauberhaftWenn ich länger in Venedig bliebemüsste ich notwendig mit meiner Börseoder meiner Empfindung Bankrott machen. Dieser Grundton hält sich auchin seinen weiteren Beschreibungen in denen das Alltagsleben der Menschenberücksichtigt wird. In Rom trifft Seume auf dort lebende Literaten, undauch hier wird der Leser durch ironische Bemerkungen über die Begegnungenerheitert. Über Neapel führt der Weg weiter über Palermo nach Syrakus,dem Ziel seiner Reise. Von diesem kulturell bedeutenden Ort geht es schließlichwieder über Siena, Mailand, Luzern, Dijon, Paris, Straßburg, Frankfurt/Mainund Erfurt zurück nach Leipzig.
Hörbuch:
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 3: Noch mehr Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
Autor:
Bastian Sick, Ausgabe vom Nov. 2006, Audio CD, Verkaufsrang 25400
3DER DATIV IST DEM GENITIV S Nun ist er da, der dritte Band von Bastian Sick, über das "Schicksal von Dativ und Genitiv, jenen fröhlichen und zugleich tragischen Helden der deutschen Grammatik." Wer die inzwischen legendären Zwiebelfisch-Kolumnen nicht regelmäßig unter SpiegelOnline verfolgt, findet hier Sicks hochkomische Exkurse zu Anglizismen, Kommata, Syntax, Adverbien - natürlich den Apostrophen - und diversen anderen Abgründen der deutschen Sprache. Im Vorwort erzählt Sick die nette Anekdote von seinem alten Grammatik-Heft, das ihm kürzlich wieder in die Hände fiel. "Grammatick" stand in Kinderschrift auf das Heft geschrieben. Grund genug für den Autor, darüber zu sinnieren, ob "Grammatick" nicht wirklich etwas mit einem Tick, mit Spinnerei zu tun hat. Hält man sich die letzte Reform der Rechtschreibreform vor Augen, so könnte man meinen, der junge Sick hätte eine Vorahnung davon gehabt, was nicht nur Bildungspolitiker, sondern auch Werbetexter, Dönerbudenbesitzer und Friseure in den kommenden Jahren mit der deutschen Sprache an Schindluder treiben würden. Und so sind seine Kolumnen (auch wenn nicht alles, was er anführt, wirklich neu ist) Balsam für all die Verwirrten, Erbosten und Resignierten, die gerne endlich wüssten, ob nun "Wollappen", "Woll-Lappen" oder vielleicht "Wolllappen" die derzeit korrekte Schreibweise ist. Grandios komisch ist der Band überall dort, wo der ganz alltägliche Sprachwahnsinn nicht ohne Häme dokumentiert wird. Ein schier unerschöpfliches Repertoire scheinen Friseursalons zu haben, die von "My Hair Lady" bis zum "Kopfgärtner" keine Absurdität auslassen. All diejenigen, für die Sick inzwischen eher ein Besserwisser denn der "Deutschlehrer der Nation" ist, seien darauf verwiesen, dass die grammatikalischen Richtigstellungen in der Regel gebündelt am Ende der Kolumne präsentiert werden - wem das zu viel wird, der blättere einfach weiter. Sick selbst benennt als Zielgruppe: "Grammatikfreunde, Goldwaagenwörterwieger, Stilblütensammler, Dialektbestauner und Anekdotenliebhaber". Zweifellos werden all diese ihm auch über den dritten Band hinaus wohlgesinnt (und nicht etwa wohlgesonnen!) bleiben. - Henrik Flor, Literaturtest