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Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas - Daniel Everett
Buch:Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas
Autor:Daniel Everett, Ausgabe vom 15. Febr. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 2078
Preis: 24,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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"Everetts Buch zerfällt in zwei Teile, einen dramatischen … Abenteuerbericht über sein Leben im Dschungel, und in eine zweite, oft verknappte Darstellung seines Linguistik-Abenteuers. Sprache und Kultur sind für ihn untrennbar verbunden. Nur so konnte er zu einem Verständnis für das ganz Andere dieser uralten Jäger-und-Sammler-Kultur gelangen." (spiegel online )

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 9 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Das glücklichste Volk (5 von 5 Punkten) meint H.S. aus Innsbruck
Ich bin noch nicht dazugekommen, das Buch zu lesen. Beim Überfliegen hatte ich den Eindruck,dass es ein Buch ist, das man unbedingt lesen sollte. Man bekommt mit Sicherheit einen fundierten Einblick in eine für Europäer doch eher unbekannte Welt und ihre Bewohner, die man unbedingt in ihrer unbrührten Umwelt leben lassen soll.

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Anne Frank Tagebuch - Anne Frank
Buch:Anne Frank Tagebuch
Autor:Anne Frank, Ausgabe vom 1. Juli 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 432
Preis: 7,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Dieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust. -Wendy Smith


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 118 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Lieferung (5 von 5 Punkten) meint N.H.
So schnell ohne Overnight-Lieferung habe ich noch nie erlebt. Gekauft und anderen Tag wurde es schon geliefert.

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Außer Dienst: Eine Bilanz - Helmut Schmidt
Buch:Außer Dienst: Eine Bilanz
Autor:Helmut Schmidt, Ausgabe vom 15. März 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 2003
Preis: 14,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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"In diesem Sammelsurium von Gedanken und Erinnerungen teilt Schmidt nicht immer stringente, aber niemals belanglose Einsichten mit, die der Weisheit recht nahe kommen." (ARD Druckfrisch )

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 17 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Ein Kanzler über die Geschehnisse seiner Zeit (5 von 5 Punkten) meint S.
Ich habe dieses Buch schon lange auf meiner Wunschliste gehabt. Helmut Schmidt gehört , für mich, seit langem zu den besten Politikern, die wir hatten.

Kapitel Zwei - "Aus der Geschichte lernen" war für mich das spannendste, und erklärt, wie schwierig es sein kann, in Deutschland zu regieren. Es sind viele Nuancen zu beachten. Es gibt viele Lobbys, viele Strömungen. Er erklärt viele Zusammenhängen, plaudert teils aus (vergangenen) Nähkästchen beschreibt gelungene den politischen Reifungsprozeß der Bundesrepublik und einer Diskussion über den Prozesses der deutschen Einheit. Gut, die These, dass die Erlangung der deutschen Einheit ein primärer Verdienst der USA und nicht der deutschen Politik sei, scheint nicht unwesentlich von der wenig ummantelten Mißgunst, mit der Schmidt seine politischen Nachfolger betrachtet, geprägt zu sein. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass Schmidt hart damit zu kämpfen hat, dass die Schaffung des EU-Binnenmarktes und die Einführung des Euro weniger seinen eigenen Weichenstellungen als vielmehr der Politik seines Nachfolgern zugute geschrieben wird. Aber das ändert alles nichts daran: Das es sich hier um ein sehr gutes Vermächtnis eines Kanzlers a.D. handelt, der nach seinem allmählichen Ausscheiden aus der Bundespolitik ein Résumé über die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, seine künftigen Aufgaben in Europa und der bevorstehenden Weltpolitik aufstellt.

Einzig der Sprecher in der Hörbuch-Version ist echt unglücklich gewählt. Die immer monotone Stimmlage ohne hörbare Empathie ist über längere Zeit ermüdent. Hier hätte ich mir einen Sprecher gewünscht der in der Lage ist auch mit politischen Texten Spannung zu erzeugen.

Fazit: Das aus 6 CDs bestehende, ca. 7 stündige Hörbuch kann nur nachhaltig empfohlen werden. Es beinhaltet die Bilanz eines außergewöhnlichen Lebens und das politische Vermächtnis eines großen Staatsmannes.


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Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen - Sabine Bode
Buch:Die vergessene Generation: Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen
Autor:Sabine Bode, Ausgabe vom Aug. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 1278
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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"Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete." (Welt am Sonntag)

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 23 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
beeindruckend (5 von 5 Punkten) meint S.H. aus Hamburg
Es geht um seltsame Erkrankungen im Alter, um Kriegserlebnisse, die oftmals erst wieder freigelegt werden müssen, um Traumata und Psychologie - gut recherchiert. Nur selten mal muss man eine Länge durchstehen, um wieder gefesselt zu werden. Noch nie hat ein Buch in mir so viel bewegt wie dieses! Es ist gut geschrieben, somit leicht lesbar und lässt mich so Vieles besser verstehen: Die eigene Erziehung (eines Nachkriegskindes), die besonders liebe Tante (Kriegskind, ebenso wie ihr sehr patenter und familiensinniger Mann), Merkwürdigkeiten der eigenen Eltern (junge Erwachsenenzeit im Krieg). - Und insbesondere jedem "Kriegskind" aus Deutschland kann ich nur zurufen: Lies das! Es wird gut tun, es wird Erkenntnis und vielleicht sogar ein Stück mehr Geborgenheit schaffen.


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Richard von Weizsäcker: Ein deutsches Leben - Gunter Hofmann
Buch:Richard von Weizsäcker: Ein deutsches Leben
Autor:Gunter Hofmann, Ausgabe vom 22. Febr. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 77222
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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"Der 8. Mai WAR ein Tag der Befreiung" ? Auch wenn nichts bleiben sollte -, diese klaren Worte, gehalten zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, werden auf immer untrennbar verbunden sein mit dem Mann, dessen 90. Geburtstag wir heute feiern dürfen. Richard von Weizsäcker machte spätestens mit dieser Rede im Mai 1985 drastisch deutlich, dass das Amt des Bundespräsidenten bei weitem nicht die "machtlose Spitze war, auf die nichts zuläuft", wie der Publizist Johannes Gross einst spitz befand. Von Weizsäckers Antwort war sowohl politisch-moralische Lehrstunde als auch Standortbestimmung, die Deutschland für immer und ewig ins Geschichtsbuch geschrieben wurde. Dafür und für sein durch ihn mitgeformtes, verändertes, aufgeklärtes und freundliches Deutschlandbild, wird dem Mann heute gedankt. Gleich mehrere Publikationen erscheinen zum Jubeljahr des Bundespräsidenten, der ? neben den Kanzlern Schmidt und Brandt -, den Deutschen bis zum heutigen Tag als Idealbild des weltoffenen, aufgeklärten Politikers gilt. Die gestandenen Journalisten Gunter Hofmann und Hermann Rudolph Richard von Weizsäcker. Eine Biographie durchmessen fast auf Augenhöhe die dynastisch lange Weizsäckerstrecke, während Friedbert Pflügers Innenansichten Richard von Weizsäcker: Mit der Macht der Moral, aus seiner Zeit als Pressesprecher des Bundespräsidenten von nicht wenigen Rezensenten süffisant der verengten und hingebungsvollen "Kammerdienerperspektive" geziehen wurden. Am Beispiel des berühmten "Wilhelmstraßenprozesses", finden gar biographienübergreifende Gefechte statt. Überhaupt erscheint Vater Ernst von Weizsäcker als heimliche Schlüsselfigur bei Hofmann als auch bei Rudolph. Hitlers Staatssekretär der Jahre 1938 bis 1943, kein Regimefreund, aber auch kein Oppositioneller, wie Sohn Richard vage anmerkte, der als Hilfsverteidiger im Prozess gegen seinen Vater auftrat, erscheint als die große rätselhafte Wunde im sonst heilen Familienverband. Auch das zuweilen schwierige Verhältnis zum ältesten Bruder Carl Friedrich, der an der Seite Heisenbergs als Hitlers williger Atom-Saulus später zum Paulus der deutschen Friedensbewegung mutierte, wird bei beiden Biographen gestreift. Es ist ein langer Marsch durch die jüngere deutsche Geschichte, an der die "schwäbischen Preußen" von Weizsäcker deutlichen Anteil hatten.und sie entscheidend mitprägten. Ausgerechnet ihr herausragendstes Mitglied tarnt sich heute zuweilen hinter der bescheidenen Berufsbezeichnung "Zeitzeuge". Kein Chance. Richard von Weizsäcker wurde längst erkannt. Er war einer der besten, die wir hatten. Gratulation! ?Ravi Unger
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Leserbewertungen:
Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
ein wirklich deutsches Leben (5 von 5 Punkten) meint D.R. aus Freising, Bayern
Behutsam schafft es der langjährige ZEIT-Chefkorrespondent in Berlin, Gunter Hofmann die Persönlichkeit Richard von Weizsäcker zu portraitieren. Mit einem gesunden Maß aus distanzvollem Respekt und menschlicher Nähe kann man hier eintauchen in eine Lebensgeschichte, die weit über die Person und ihre Familie hinausreicht, sondern vielmehr noch die politisch-kulturelle Geschichte des Landes erfasst.
Der kirchlich engagierte, spätberufene CDU-Politiker, welcher in einzigartiger Weise das Amt des Bundespräsidenten von 1984 bis 1994 ausfüllte, wird hier in unterschiedlichen familiären, persönlichen und politischen Rollen dargestellt. Allein schon die knappen Kapitelüberschriften verdeutlichen die Brisanz des Staatmannes Richard von Weizsäcker: Alte Schwaben, neue Preußen, Nürnberg (er Prozesse), Ostverträge, 8. Mai 1985 (seine entscheidend nachwirkende Rede), die Einheit und sein Wirken als Alt-Bundespräsident!
Immer wieder werden die Querverbindungen zum (Bildungs-) Bürgertum, zu diversen Persönlichkeiten seiner Zeit und zu den familiären Verknüpfungen in die BEschreibungen eingeflechtet. Gunter Hofmann bleibt in seinen Ausführungen auf einer wohltuenden Distanz udn vermittelt dergestalt ein ansprechendes Bild des Menschen Richard von Weizsäcker, ohne ihn zu verklären; vielmehr ordnet er ihn angemessen in die Reihe derjenigen Persönlichkeiten ein, die den Menschen in Deutschland das bürgerliche und politische Engagement nahebringen und als moralische Instanz mit all ihren Stärken und Schwächen dient.
Überhaupt ist der Ausdruck "Dienen" wohl ein passender; denn Richard von Weizsäcker hat sich immer wieder eingemischt und sein Amt mit Würde und Respekt ausgefüllt. So schreibt Hofmann: "Die geistig-moralische Führung ...war tendenziell abgewandert zum Präsidenten. Darin erkannte die breite Mehrheit der Republik sich wieder" (S. 224 f), nachdem er vorher verdeutlicht hatte, dass der Bundespräsident die Mitte mit Worten besetzte, denn die Mitte war damals vakant.
Die 24 Abbildungen aus unterschiedlichen Phasen mit diveresen Persönlichkeiten seines Lebens hätten zwar manches Mal etwas größer abgedruckt werden können, zeigen aber den Facettenreichtum in besonderer Form. Die Anmerkungen im Anhang ermöglichen nach Bedarf eine etwas intensivere Lektüre; ansonsten wird man auch das Personenregister zu schätzen wissen, welches sehr differenzierte Recherche ermöglicht. Ein würdevolles, persönliches Buch, das den Erinnerungen-Band von Weizsäcker sehr gut ergänzt.

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.. - trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager - Viktor E. Frankl
Buch:.. - trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager
Autor:Viktor E. Frankl, Ausgabe vom 1. Okt. 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 3047
Preis: 7,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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"Dieses meisterhafte Werk gehört zum kostbaren Bestand jener säkularen Literatur, in der die Grundwahrheiten unseres Jahrhunderts manifest werden." deutschland-berichte
Der 1945 niedergelegte Bericht "Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" und die 1946 geschriebene dramatische Skizze "Synchronisation in Birkenwald", die in diesem Band zusammengefaßt sind, wollen nicht Mitleid erregen oder Anklage erheben. Noch weniger geht es um die Situation des Grauens. Worauf es dem Neurologen Frankl vor allem ankommt, ist, zu beschreiben, durch welche Phasen der Entmenschlichung die KZ-Häftlinge gehen mußten und wie es doch einigen von ihnen möglich war, innerlich zu vollbringen, was das "Buchenwald-Lied" forderte: "... trotzdem Ja zum Leben sagen."

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 31 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Pflichtlektüre (5 von 5 Punkten) meint D.G.D. aus München
Ich musste 56 Jahre alt werden, bis ich dieses Buch gelesen habe. Eigentlich sollte es Pflichtlektüre im Gymnasium sein.

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Viva Polonia: Als deutscher Gastarbeiter in Polen - Steffen Möller
Buch:Viva Polonia: Als deutscher Gastarbeiter in Polen
Autor:Steffen Möller, Ausgabe vom 4. März 2009, Broschiert, Verkaufsrang 8728
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Steffen Möller, ein Name, der wohl den wenigsten etwas sagen dürfte. Nach diesem Buch wird sich dies gründlich ändern. Der jungenhafte Mann, der uns auf dem Cover aus der Ferne mustert, hat zur Befriedung des chronisch labilen Verhältnisses zu unseren polnischen Nachbarn vermutlich mehr beigetragen, als sämtliche Kartoffelkrieger und Vertriebenen-Erikas jemals zerdeppern konnten. Angefangen hatte alles mit der leicht abseitigen Studentenidee, einen zweiwöchigen Polnischkurs in Krakau zu belegen. Was im März 1993 als Gag gemeint war, entwickelte sich zur großen Liebe eines Lebens. Man fasst es kaum, aber Möllers Vernarrtheit in die unglaublich komplexe polnische Sprache gab den Ausschlag. Heute, dreizehn Jahre später, kennt in Polen jedes Fernsehkind diesen merkwürdigen Deutschen, der als Kabarettist und Schauspieler zu einem der Ihren wurde. Und uns nun Polen erklärt. Aber wie! Wer Möller auf seiner PR-Tour durch den deutschen Talkshowdschungel erlebte, verfiel augenblicklich dem Charme, mit dem er für seine neue Heimat warb. Gängige Vorurteile (Autoklau, Tristesse pur, etc.), werden gelangweilt abgeschmettert, nur um sie durch andere, eigene, zu ersetzen. So den notorischen Aberglauben, von dem die polnische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit fast schon voodoohaft erfasst ist. Möller liefert Beispiele gelebter polnischer Alltagsanarchie, die uns Deutsche als bedauernswerte obrigkeitshörige Hackenschläger dastehen lassen. Auch der ehemalige Sprachcoach in Möller gibt keine Ruhe. Lustige, aber hoffnungslose Vokabelübungen durchziehen sein Buch, ein linguistisches Desaster, das jeden deutschen Rachenraum übel malträtiert. Ledigleich die Lehnwörter aus dem Deutschen wie "Gancegal", "Hochsztapler" und "Szajs", erweisen sich als halbwegs brauchbar. Nebenbei ? lebenswichtig! ? keine Scherze treiben über Papst Johannes Paul II. Bescheidenheit, Abwesenheit von Aggressionen, gänzlich unerwarteter schwarzer Humor. Dazu der Reiz der polnischen Frauen, von Heine schon als "Weichselaphroditen" verehrt. Attribute, die Möller den Abschied von der deutschgrauen Ellbogenmentalität versüßten. Der Mann schafft das Positivbild einer liebenswert-schrulligen Gesellschaft, dass man noch beim Lesen die geistigen Koffer zu packen beginnt. "Es lebe Polen!" Vorschlag zur Güte: Wer, auch in den heiklen Fragen unserer unseligen Vergangenheit, derart sensibel, aber ohne falsche Betroffenheit die Herzen unserer Nachbarn aufschließen konnte, sollte doch gleich den Botschafterposten auf der offiziellen Ebene bekommen. Ein besserer ließe sich ohnehin nicht finden! ?Ravi Unger


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Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 57 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
informativ + locker (5 von 5 Punkten) meint H.M.P. aus Städteregion Aachen
Der Titel sagt eigentlich schon alles. Zum Verstehen der poolnischen Mentalität sehr hilfreich. Leicht zu lesen, teils amüsant, an 2 - 3 Stellen etwas überzogen. Trotzdem *****.

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Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten - Ingrid Steiner-Gashi, Dardan Gashi
Buch:Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten
Autor:Ingrid Steiner-Gashi, Dardan Gashi, Ausgabe vom März 2010, Gebunden, Verkaufsrang 18466
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Der heute 74-jährige Emil - so sein Deckname - organisierte für die nordkoreanischen Diktatoren Kim-Il Sung und Kim Jong-Il Konsumgüter und Waffen in Deutschland und Österreich. 1994 flüchtete er unter spektakulären Umständen und lebt seither illegal in Österreich. Mit diesem Buch geht er erstmals an die Öffentlichkeit. Noch nie hat ein derart hochrangiger Überläufer im deutschen Sprachraum mit solcher Offenheit erzählt, was es heißt, in Nordkorea zu leben. Basierend auf vielen Gesprächen zeichnen Ingrid Steiner-Gashi und Dardan Gashi das bewegte Leben von Emil nach, geben Einblick in das repressive politische System der Diktatur und dokumentieren illegale Geschäfte österreichischer und deutscher Firmen mit Nordkorea.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 13 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Im Dienste des Diktators (5 von 5 Punkten) meint m.
Nichts was wir eigentlich nicht wissen. Einfach geschrieben, flüssig zu lesen, sehr interessant. Für mich ergibt es dennoch ein eher oberflächliches Bild. Wirklich tiefgründig wurde nichts erörtert. Erschütternd, dass es Länder wie Nordkorea noch gibt und die restliche Welt tatenlos zusieht.

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Der lange Weg zur Freiheit - Nelson Mandela
Buch:Der lange Weg zur Freiheit
Autor:Nelson Mandela, Ausgabe vom 1. Nov. 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 6264
Preis: 13,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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äGottes Geschenk für unser Land"
Im elften Jahr auf der Sträflingsinsel Robben Island, 1975, beginnt Nelson Mandela, seine Memoiren zu schreiben. Nach der Arbeit im Steinbruch sitzt er nächtelang über dem Manuskript. Der 57-Jährige erinnert sich an seine Kindheit als Hirtenjunge in der Transkei, beschreibt Jugendjahre in der Missionsschule; er schildert, wie er in Johannesburg zum politischen Aktivisten und schließlich in einem Hochverratsprozess zu lebenslanger Haft ver¬urteilt wird. äEs war wie ein Wachtraum", notiert Mandela, äund ich versuchte, ihn so einfach und ehrlich wie möglich zu Papier zu bringen." Der Häftling mit der Nummer 466/64 darf Bleistifte und Papier besitzen, und auf Wunsch knipst man ihm nachts das Zellenlicht an. Denn in jener Zeit hat ihm die Gefängnisleitung ein Fernstudium genehmigt. Doch persönliche Aufzeichnungen und politische Texte sind streng verboten.
Deshalb steckt Mandela die beschriebenen Seiten in Kakaodosen und vergräbt sie in Gemüsebeeten auf dem Gefängnishof. Nach einem Jahr kann ein Mithäftling bei seiner Entlassung das illegale Manuskript nach draußen schmuggeln. Aber eine Kopie der Aufzeichnungen wird gefunden - Mandela verliert für vier Jahre die Vergünstigung zu studieren. Ein hoher aber doch lohnender Preis: Denn die geschmuggelten Aufzeichnungen bilden nach Mandelas Worten ädas Grundgerüst dieser Erinnerungen".
Sie erscheinen 1994 unter dem Titel äDer lange Weg zur Freiheit" und werden umgehend zu einem Weltbestseller. Mandelas Autobiografie wird in über 20 Sprachen übersetzt; fast eine Million Exemplare werden verkauft. Die deutsche Ausgabe geht als Hardcover fast 100 000-mal über die Ladentische; es folgen 150 000 Taschenbücher. Begeisterte Rezensionen locken die Leser.
äEine der großen Politiker-Autobiografien dieses Jahrhunderts, zugleich ein literarisches, stellenweise gar poetisches Werk", ur¬teilt die äFrankfurter Allgemeine Zeitung". äDie Zeit" nennt Man¬delas Aufzeichnungen äein fesselndes Epos, keine Seite lang¬atmig, keine Sekunde langweilig". Gleichermaßen positiv ist das internationale Echo. äDie authentische Stimme von Mandela klingt durch dieses Buch", lobt der Kritiker der Londoner äTimes". Der amerikanische Journalist Richard Stengel, der Mandela beim Redigieren der ersten Kapitel und beim Schreiben der letzten geholfen hat, bewundert den Südafrikaner, der äfast drei Dekaden sozialen Wandels aufholen mußte", weil er in eine völlig veränderte Welt zurückkehrt. Ein Beispiel: Am Tag seiner Haftentlassung, am 11. Februar 1990, weicht Mandela erschrocken vor einem älangen, dunklen, pelzigen Objekt" zurück, das ein Fernsehteam auf ihn richtet. Ob das irgendeine neue Waffe sei, die während seiner Haftzeit entwickelt worden wäre? Ehefrau Winnie muss ihm erklären, dass es sich um ein Mikrofon handelt.
Mandela ist für Stengel vor allem deshalb ein Held, weil er seine Fehler und Niederlagen eingesteht. äIch wollte nicht von Beginn an mein Volk über meine Familie stellen", schreibt er, ädoch bei dem Versuch, meinem Volk zu dienen, stellte ich fest, dass ich daran gehindert wurde, meine Pflichten als Sohn, Bruder, Vater und Ehemann zu erfüllen." Seine Tochter Zindzi wirft Mandela vor: äDu bist der Vater des ganzen Volkes, aber du hattest nie Zeit, Vater für mich zu sein."
Seine Autobiografie zeigt den zur Selbstkritik fähigen Man¬dela als selbstbewussten Menschen, der sein Leben ohne Schönfärberei erzählt. Unbefangen und ausführlich schildert er, wie er seine Beschneidung als Initiationsritus des Xhosa-Volkes erlebt. Im Internat einer Missonsschule trampelt er äwie ein frisch beschlagenes Pferd" herum, weil er nicht daran gewöhnt ist, Stiefel zu tragen; als er bereits an der Hochschule studiert, putzt er sich zum ersten Mal die Zähne mit einer Zahnbürste. Viel später - 1962 bei einem Besuch in Ostafrika - erschrickt der inzwischen bekannte Anwalt und Politiker, als er in ein Flugzeug der Ethiopian Airways steigt, das von einem schwarzen Piloten gesteuert wird. äIch war in das Denkmuster der Apartheid gefallen, nach dem Afrikaner minderwertig waren und nur Weiße fliegen konnten", kommentiert Mandela und ärgert sich über äsolche Gedanken".
27 Haftjahre übersteht Mandela, ohne zu verbittern, weil er auf geradezu entwaffnende Art positiv denkt. äIm Menschen ist eine Neigung zur Güte", schreibt er, ädie vergraben oder verborgen sein kann, um dann unerwartet wieder hervorzutreten." Nur ein Mensch ohne Hass könne frei sein. Deshalb habe er nicht zugelassen, dass Hass sein Denken bestimme. Nach Beobachtung des Kirchenmannes, Erzbischof Desmond Tutu, sieht Mandela einen Feind als äjemanden, der darauf wartet, zum Freund bekehrt zu werden". So begegnet der Häftling Mandela auch den aus der burischen Unterschicht stammenden Bewachern auf Robben Island mit Höflichkeit - und wird in der Regel respektvoll behandelt. Kein Wunder: Der 1,90 Meter große Mann ähatte eine Ausstrahlung, die signalisierte: Ich bin ein Führer, mich kann niemand einschüchtern" (so der Vollzugsbeamte James Gregory).
Unter Mandelas Führung erkämpfen die politischen Gefangenen nach grauenvollen Anfangsjahren durch Eingaben, Verhandlungen und gelegentliche Proteste erhebliche Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen. Die Häftlinge dürfen in ihrer Freizeit Sport treiben und Theaterstücke aufführen. Gebildete bringen Analphabeten Lesen und Schreiben bei. Robben Island gilt bald als äGefängnisuniversität"; Häftlinge können Fernkurse belegen. Mandela ermutigt einige seiner Bewacher, ebenfalls zu studieren und damit sozial aufzusteigen.
Als eine wichtige Überlebensstrategie erkennt Mandela die Mög¬lichkeit zu gärtnern. äEin Garten war im Gefängnis eines der wenigen Dinge, über die man selbst bestimmen konnte", schreibt er. äEinen Samen in die Erde zu legen, ihm beim Wachsen zuzusehen, die Pflanze zu pflegen und dann zu ernten, bot eine einfache, aber dauerhafte Zufriedenheit. Das Gefühl, der Verwalter dieses kleinen Stückchens Erde zu sein, beinhaltete einen Hauch von Freiheit." Auf dem kargen, sandigen Boden von Robben Island betreut Mandela jahrelang ein paar Beete. Als ihn die Behörden 1982 ins Gefängnis Pollsmoor verlegen, darf er dort auf einer Dachterrasse in mit Erde gefüllten Ölfässern Gemüse anbauen. Dem Besucher Lord Nicholas Bethell, einem Mitglied des britischen Oberhauses und des Europa-Parlaments, führt der Gefangene 1984 seinen äKübelgarten" so würdevoll vor äwie ein Grundbesitzer, der einem seinen Hof zeigt" (Bethell). In jener Zeit ist Südafrikas Apartheid-Regime durch internationale Wirtschaftssanktionen und Unruhen im Land unter immensen Druck geraten. Die Regierung möchte die Lage entspannen. Sie bietet dem zum Symbol gewordenen Nelson Mandela seine Freilassung an, wenn er sich öffentlich von der Idee des bewaffneten Kampfes lossagen würde. Als loyales Mitglied der Befreiungsbewegung African National Congress (ANC) lehnt der Gefangene das Ansinnen ab. Gleichzeitig nimmt er jedoch Ge¬heimverhandlungen mit der Regierung auf - zunächst im Allein¬gang. äEs gibt Zeiten", begründet Mandela diesen Schritt, äin denen ein Führer der Herde vorangehen und sich in eine neue Richtung bewegen muß, darauf vertrauend, dass er sein Volk auf den richtigen Weg führt." Der ANC-Leitung im Exil gedenkt Mandela zu übermitteln, dass sie sich ja vom Fehltritt eines iso¬lierten alten Mannes distanzieren könne, falls sie mit seiner Entscheidung nicht einverstanden sei oder wenn seine Initiative scheitern würde.
Die Geheimverhandlungen beginnen mit Besuchen von Regierungsvertretern bei dem eingesperrten Gesprächspartner. Höhepunkt wird ein bizarres Treffen am 5. Juli 1989, das Mandela genüsslich schildert: In einem eigens für diesen Anlass geschneiderten Anzug wird der Gefangene zum Tuynhuys, dem Kapstädter Amtssitz des damaligen Staatspräsidenten Pieter Willem Botha, gefahren. Nach den langen Gefängnisjahren ist Mandela nicht mehr vertraut mit modischen Feinheiten. Deshalb verpassen ihm hohe Repräsentanten des Regimes den letzten Schliff für seinen Besuch: Der Gefängnisdirektor bindet ihm den Schlips mit einem Windsorknoten, Geheimdienstchef Niel Barnard kniet nieder und schnürt die offenen Schnürsenkel zu. Alle sind fürchterlich aufgeregt. Denn Botha wird als ädas Große Krokodil" landesweit gefürchtet. äDann öffnete sich die Tür", schreibt Mandela, äund ich trat ein, auf das Schlimmste gefaßt. Von der entgegengesetzten Seite seines feudalen Büros kam P. W. Botha auf mich zu. Er hatte seine Schritte perfekt geplant, und wir trafen uns genau auf halbem Wege. Er streckte die Hand aus und lächelte breit, und tatsächlich war ich von diesem allerersten Augenblick an völlig entwaffnet. Er verhielt sich tadellos höflich, respektvoll und freundlich." Beim Tee plaudern der Präsident und der Staatsfeind Nummer eins über Südafrikas Geschichte. Mandela sagt, dass er in der Rebellion der Buren gegen die Briten 1914 und im derzeitigen Befreiungskampf der Schwarzen gegen das weiße Regime Parallelen sehe. Erst zum Schluss der Begegnung bringt der Gast ein aktuelles Thema zur Sprache: Mandela bittet um die bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen, sich selbst inbegriffen. Botha entgegnet, das sei nicht möglich.
Das Treffen endet dennoch freundschaftlich und gilt im Nachhinein als Durchbruch zur Wende am Kap. Denn nach intensiven Verhandlungen öffnen sich 190 Tage später für Mandela die Ge¬fängnistore. Der ANC und andere politische Organisationen wer¬den wieder zugelassen. Ins Exil vertriebene Südafrikaner dürfen heimkehren, politische Häftlinge werden freigelassen. 1994 sollen Wahlen nach dem Prinzip äone man one vote" stattfinden. Als Gegenleistung wird der ANC den bewaffneten Kampf aussetzen und die internationale Gemeinschaft den Wirtschaftsboykott gegen Südafrika beenden.

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Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 26 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Eines der einflussreichsten Menschen erzählt ... (5 von 5 Punkten) meint S.
Im Juli diesen Jahres war ich für 3 Wochen in Südafrika, in Kwazulu N. . Bei einer Shopping-Tour habe ich mir das Buch gekauft und sofort mit dem Lesen angefangen. Es ist unbeschreiblich, diese beeindruckende Lebensgeschichte vor dem Hintergrund einer grandiosen und facettenreichen Landschaft zu erleben. Wenn man sieht, wie entspannt sich das Zusammenleben zwischen Schwarz und Weiß im heutigen Südafrika gestaltet, kann man sich die Zustände, die Nelson Mandela erlebt hat, kaum vorstellen. Die Kombination vom Besuch des Schauplatzes und dem Schreibstil von Nelson Mandela machen dieses Buch zu einem Meisterwerk.
Nelson Mandela, Jahrgang 1918,Nobelpreisgewinner gehört zu den ganz großen Menschen der Zeitgeschichte. Er ist ein hervorragendes Vorbild für einen humanen Kampf für die Menschrechte. Wenn der durchschnittlich politikinteressierte Laie den Namen Nelson Mandela hört, fallen ihm in der Regel nur die allseits bekannten Eckdaten ein: Langer Kampf gegen die Apartheid und die rassistische Regierung Südafrikas, für den er beinahe 30 Jahre im Gefängnis verbracht hat, danach Präsidentschaft und der Friedensnobelpreis dafür, dass er trotz seiner persönlichen Leiden auf den Dialog und die Versöhnung zwischen den Schwarzen und den Weißen setzt. In seiner Autobiographie gewährt der Staatsmann zudem Einblicke in die Hintergründe der politischen Entwicklung Südafrikas. Der Leser kann sich ein Bild von der persönlichen Entwicklung Mandelas machen und von den Beweggründen eines Mannes, der nicht von Kindesbeinen an zum Revolutionär erzogen wurde, sondern der erst nach und nach erkennt, dass er trotz seiner eigenen erfolgreichen Karriere als Anwalt nicht die Augen verschließen kann vor der Ungerechtigkeit und der diskriminierenden Politik seines Landes. Besonders die Konsequenz, mit der Mandela und andere ihr eigenes Leben dem Kampf für die Freiheit geopfert haben, ist beeindruckend. Darüber hinaus sind vor allem die Insider-Informationen zu den politischen Ereignissen in der Partei Mandelas und in seinem privaten Umfeld für den Leser interessant.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, das Einblick gibt in die Beweggründe eines Menschen, der selbst nach jahrzehntelanger Gefangenschaft kein Bedürfnis nach Rache und Vergeltung, sondern nur nach Aussöhnung und friedlichem Zusammenleben hat.


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Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution - Richard David Precht
Buch:Lenin kam nur bis Lüdenscheid: Meine kleine deutsche Revolution
Autor:Richard David Precht, Ausgabe vom März 2007, Broschiert, Verkaufsrang 4688
Preis: 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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"Das Buch ist keine der modischen Abrechnungen mit 1968 ff und verzichtet auch auf wohlfeile Besserwisserei des Zurückblickenden. Vorsichtig, den eigenen Erinnerungen misstrauend und mit unverkennbarer Wehmut nähert er sich einer versunkenen Epoche mit ihren Idealen und Hoffnungen." (DAS MAGAZIN)

"Prechts Erinnerungen sind weit mehr als nur unterhaltsame Anekdoten aus dem Leben unter der linken Käseglocke im provinziellen Solingen. Sowohl aus der Sichtweise des Kindes, das er damals war, wie auch aus der Perspektive des inzwischen Erwachsenen reflektiert er die politischen Mentalitäten aus der Epoche zwischen Apo und Gründungskongress der Grünen. Genau das macht den Reiz des Buches aus." (HANDELSBLATT, 16.12.05)

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 21 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Zeitgeist und Humor! (5 von 5 Punkten) meint D.J.H. aus München
Ich hatte zuerst den gleichnamigen Film gesehen und als relativ gleichaltriger Zeitgenosse von Precht kamen viele Erinnerungen an die eigene Vergangenheit dabei zu Tage. Das Buch ist stark autobiographisch, Precht beschreibt sein Erwachsenwerden in einer Familie, die im bürgerlichen Solingen der 60er Jahre lebend, den Versuch untenahm, im Westen eine kleine Enklave des Sozialismus zu etablieren. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Versuch bizarr, wir haben das sozialistische Experiment Osteuropas nach dem 2. Weltkrieg als endgültig gescheitert zu den Akten gelegt.

Precht gelingt es hervorragend, die Position seiner Eltern darzustellen, die einen Gegenpol zur öffentlichen Einheitsmeinung im Westen über gute Amerikaner und böse Russen schaffen wollten. Diese Denkposition führt zu einer unkonventionellen, sehr liberalen Erziehung, die dann aber doch ihre starren Regeln hat (amerikanisch geprägte Unterhaltungssendungen wie Flipper oder Fury waren verboten!).

Herrlich sind Sarkasmus und Ironie des Autors: auf seine Frage hin, warum man als Sozialist nicht in die DDR gehen würde, meinte Mutter Precht, dass der Vater dort als Designer keine Arbeit finden würde, da drüben schon alles so schön und richtig gestaltet sei! Genauso witzig sind Anekdoten aus der Schule, wo der kleine David den in Deutschland hochverehrten John F. Kennedy als "Mörder" heftig kritisiert wegen des Vietnam-Krieges.

Am meisten haben mich die Zitate über Christa Hunscha amüsiert. Diese streitbare Dame schrieb ein Buch über die Darstellung der Wirklichkeit in Kinderbüchern. Dort übte Fr. Hunscha erstaunliche Kritik an Kinderbüchern. Der bei uns als harmlos geltende Räuber Hotzenplotz etwa sei gefährlich, weil er zu ein "dummdreistes Einschwören des Kinderkosmos auf die kapitalistische Warengesellschaft." bewirken würde! Sie kritisierte insbesondere, dass Kinder ihr Leben riskierten für Omas Kaffeemühle.

Diese Anekdoten gepaart mit einem flüssigen Erzählstil und auch der Fähigkeit, über sich selbst zu schmunzeln, machen das Buch zu einem kleinen Juwel. Ich glaube nicht, dass es jedem gefällt, aber für Menschen, die auch gern etwas Gesellschaftskritik üben und ein wenig politisches Interesse haben, ist es wirklich zu empfehlen.

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