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Anne Frank: Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten - Willy Lindwer
Buch:Anne Frank: Die letzten sieben Monate - Augenzeuginnen berichten
Autor:Willy Lindwer, Ausgabe vom 14. Juli 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 30677
Preis: 7,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Sieben jüdische Frauen, die Anne Frank und ihrer Familie nahestanden, berichtenin diesem Buch von ihrem Leben vor dem Krieg, von der Verfolgung, Verhaftungund Deportation und von ihrem Überleben in den Konzentrationslagern. Manchekannten die Franks aus der Zeit vor dem Untertauchen, andere lernten Anneerst auf dem Transport oder in den Lagern kennen, sahen sie noch Mitte1945 und sprachen mit ihr 'In den letzten Tagen stand Anne vor mir, ineine Decke gehüllt. Sie hatte keine Tränen mehr ... und sie erzählte, eshätte ihr so gegraut vor den Tieren in ihren Kleidern, daß sie alle ihreKleider weggeworfen hätte ... Zwei Tage später bin ich hingegangen, umnach den Frank-Mädchen zu sehen. Sie waren beide tot.' Willy Lindwer istes zu danken, daß er diese Zeuginnen aufgespürt hat und mit großer Behutsamkeitdazu brachte, von sich zu erzählen. Was sie erlebt und gefühlt haben, hatauch Anne Frank erfahren. Diese Frauen haben das letzte, 'ungeschriebene'Kapitel von Anne Franks Tagebuch öffentlich gemacht.
"Wie kann ich ruhig werden...so viele habe ich in einen verzweifelten Tod gehen sehen...aus den Schornsteinen schoben sie sich formlos über meinen Kopf und wurden mitgenommen vom Wind...seitdem bin ich trotz Kleidern nackt...und dann, ganz unerwartet, kommen die Packpapierbilder, kühl, vergilbt und grau vom Rauch und steif vom Tod, nachts, wenn ich schlafen will."
Sieben Frauen überstanden die Vernichtungslager wie durch ein Wunder und berichten hier vom dunkelsten Fleck in ihrer Biographie und all den Greueln, die sie mitansehen mußten und die sich nicht mehr aus der Erinnerung löschen lassen. Ihre Geschichten und ihr Kampf ums nackte Überleben gestalten sich ganz unterschiedlich, doch eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie kannten Anne Frank und haben sie und ihre Schwester Margot in ihren letzten Monaten begleitet und unterstützt. Anne war nicht mehr das Mädchen, wie man es noch aus ihren Tagebüchern kennt: eigenwillig, fröhlich, willensstark und voller Phantasie. Sie war gebrochen wie jeder dort, der seine Gefühle abspaltete, um zu überleben. Ihre Mutter starb in Auschwitz, ihren Vater glaubte sie tot und als ihre Schwester der Typhusepidemie im Winter 1945 erlag, gab auch Anne kurze Zeit später auf, einige Wochen vor der Befreiung durch die Engländer.
Die Berichte dieser Frauen unterstreichen die Echtheit des Tagebuches, an der immer wieder gezweifelt wurde und sie machen aus der Symbolfigur wieder die Person Anne Frank mit dem ganzen Außmaß ihres schweren Schicksals in einer unbegreiflichen Periode der Menschheitsgeschichte. -Daphne Unruh

Hope: Dr - Hope Bridges Adams Lehmann - Ärztin und Visionärin - Die Biografie - Marita Krauss
Buch:Hope: Dr - Hope Bridges Adams Lehmann - Ärztin und Visionärin - Die Biografie
Autor:Marita Krauss, Ausgabe vom 28. Sept. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 223418
Preis: 19,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Ich kann nicht vergeben: Meine Flucht aus Auschwitz - Rudolf Vrba, Werner Renz, Dagi Knellessen, Brigitte Walitzek, Sigrid Ruschmeier
Buch:Ich kann nicht vergeben: Meine Flucht aus Auschwitz
Autor:Rudolf Vrba, Werner Renz, Dagi Knellessen, Brigitte Walitzek, Sigrid Ruschmeier, Ausgabe vom 24. Aug. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 25146
Preis: 28,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 4 bis 6 Tagen.

Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde - Thomas Gast
Buch:Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde
Autor:Thomas Gast, Ausgabe vom 26. Febr. 2010, Gebunden, Verkaufsrang 17874
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde
Erscheinungsjahr: 2010
m. zahlr. meist farb. Abb.
Gewicht: 920 gr / Abmessungen: 240 mm x 170 mm
Von Gast, Thomas
Es ist still geworden um die Legion, doch sie lebt, mehr denn je. Die legendäre Truppe hat sich zwar in den vergangenen Jahren gewandelt, ist sich dabei aber selbst treu geblieben. Der Soldat in der Legion ist ein bestens ausgebildeter Profi mit technischem Verständnis für die modernsten Waffensysteme. Er ist robust, mental stark, höchst motiviert und diszipliniert. Und er ist ein Spezialist, je nachdem, für welche Art Einsatz er sich entschieden hat: Fallschirmjäger, Panzersoldat, Pionier oder Infanterist - immer ein Kämpfer, aber nie ein Killer. Thomas Gast erzählt in diesem Tatsachenbericht, was er bei der Legion erlebte. Fast zwei Jahrzehnte an den Brennpunkten dieser Welt eingesetzt - vom Kongo bis zum Balkan - ist sein Insider-Bericht ein authentischer Blick auf einen Mythos. Frisch, farbig und spannend zu lesen, verhilft er zu einem ungeschminkten Blick hinter die Kulissen dieser traditionsreichen Spezialeinheit.

Auf den Feldern der Ehre: Die Tragödie des Soldaten Pat Tillman - Jon Krakauer
Buch:Auf den Feldern der Ehre: Die Tragödie des Soldaten Pat Tillman
Autor:Jon Krakauer, Ausgabe vom Febr. 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 22995
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Die Tragödie des Soldaten Pat Tillman
Erscheinungsjahr: 2011
Übersetzung: Bayer, Michael
Gewicht: 414 gr / Abmessungen: 190 mm x 120 mm x 34 mm
Von Krakauer, Jon / Übersetzt v. Bayer, Michael
Pat Tillman, der umschwärmte Footballstar, lehnt einen Millionenvertrag ab und zieht für sein Land in den Krieg. Der 27-Jährige ist der berühmteste Freiwillige der US-Army. Als er in Afghanistan fällt, instrumentalisiert das Pentagon seinen Tod, man macht ihn zum Helden. Doch die Wahrheit kommt immer ans Licht: Beststeller-Autor John Krakauer erzählt mit einmaliger Kraft und Authentizität vom tragischen Schicksal eines jungen Mannes, der nie ein Held sein wollte. Und von der ganzen Wirklichkeit des Krieges.
Nach annähernd 450 Seiten aufwühlender Ermittlungsarbeit schlägt man das Buch zu, erschöpft und verzweifelnd an dieser Welt der Kriegsrituale auf gar nicht so ehrenhaften Feldern. Erzählt wird das tragische Ende des 27-jährigen Footballstars Pat Tillman, einem Grenzsucher, immer ins Risiko verliebt, dabei stets dem tieferen Sinn des Lebens nachspürend. Mit den Anschlägen des 11. September 2001 fand diese Sinnsuche schlagartig ihre Erfüllung. Nicht wenige US-Bürger staunten damals, als der "Safety" der Arizona Cardinals einen millionenschweren Vertrag in der NFL in den Wind schlug, um sich bei der US-Army einzuschreiben. Die Patriotismuswelle hatte Pat Tillman erfasst und er beschloss, am Hindukusch sein Land gegen al-Qaida und die Taliban zu verteidigen. Es kam anders. In der Abenddämmerung des 22. April 2004 fand Specialist Tillman auf einem felsigen Hügel im Südosten Afghanistans sein grausames Ende. Er starb im Feuerhagel der eigenen Kameraden!
"Maverick", so pflegen Amerikaner Menschen wie Pat zu nennen. Unkontrollierbare einsame Wölfe, nur der eigenen Idee verpflichtet. Charaktere, wie sie Jon Krakauer seit jeher magisch anziehen. Wie ein akribischer Detektiv ? und in der würdigen Nachfolge eines Norman Mailer -, schreitet Krakauer Pats Leben minutiös ab. Er entwirft das Bild eines förmlich Getriebenen, der sich nur in der Waghalsigkeit zu spüren vermochte. Großherzig und aufopfernd einerseits, unbarmherzig in seinen Aggressionsschüben, wenn er seinen unstillbaren Gerechtigkeitssinn verletzt sah. Zusammen mit Kevin, dem jüngeren Bruder, durchlief der durchtrainierte Pat die knallharte Ranger-Spezialausbildung der US-Army. Nach den Highschool- und Footballjahren betritt Krakauer nun den Kriegsschauplatz. Er tut dies mit aller gebotenen Sorgfalt, umfangreichem Kartenmaterial, akkuraten Mannschaftslisten, und einer der Dramatik des Geschehens angemessenen Sachlichkeit, die dennoch vor Spannung bebt.
Pat Tillmans erster Irak-Einsatz galt der Befreiung der hübschen Soldatin Jessica Lynch, die damals als TV-taugliche Kriegs-Ikone auf allen Kanälen gefeiert wurde. Krakauer rückt die vom Militär damals propagierte Faktenlage gnadenlos zurecht. Ironischerweise sollte der spätere Tod des Footballstars ähnlich propagandistisch ausgeweidet werden. Man hasst inzwischen das Kriegsgeschehen und seine heroisch hohlen Rituale, die windigen Ehrbegriffe, die dreiste Irak-Lüge und den schauerlich verniedlichenden Begriff des "friendly fire", des "Freundbeschusses". Diesem kommt am Ende die Hauptrolle zu. Folgen wir also Pat Tillman und den 44 Army-Rangern auf dem Weg zu ihrem letzten Gefecht. Ein liegengebliebener Humvee soll geborgen werden. Mitten in der afghanischen Provinz Khost. Einer Talibanhochburg. Der Befehl, den Zug zu teilen, sollte sich als verhehrend erweisen. Die Lektüre wird zunehmend härter. Dann fallen die Schüsse?und ein ehemaliger Footballstar namens Pat Tillman steigt endgültig in den nationalen Heldenhimmel auf.
Krakauer hat Pats Frau Marie befragt, vor Ort recherchiert, Briefe und Tagebucheinträge zu Rate gezogen, schließlich Pats Kameraden interviewt. Starke Waffen gegen eine US-Administration, die nach den Folterfotos von Abu Ghreib und einer drastisch sinkenden Kriegsbegeisterung die wahre Todesursache Pat Tillmans gnadenlos verschleiern wollte. Selbst die Angehörigen wurden im Unklaren gehalten, wie und durch wen Pat ums Leben kam. Jon Krakauer, dieser notorische Chronist ebenso notorischer Grenzgänger, hat den Nebel der Propaganda durchdrungen. Was man danach zu sehen bekommt, ist ebenso zum Fürchten. Pat Tillmans Schicksal wird uns noch lange verfolgen. ?Ravi Unger

Außer Dienst: Eine Bilanz - Helmut Schmidt
Hörbuch:Außer Dienst: Eine Bilanz
Autor:Helmut Schmidt, Ausgabe vom 4. Sept. 2008, Audio CD, Verkaufsrang 25076
Preis: 24,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Eine kürzliche Umfrage ergab, dass, wäre der Mann nicht definitiv zu alt, sich 80 Prozent aller Deutschen Helmut Schmidt als idealen Kanzler vorstellen könnten. Wenn dies, 25 Jahre nach dem Rückzug aus allen politischen Ämtern, keine Auszeichnung ist! Der Altkanzler, dessen unglaublicher 90. Geburtstag bevorsteht, rangiert im Bewusstsein der Deutschen immer noch als Staatsmann par excellence. Und eine solch hochrangige Persönlichkeit erlaubt es sich, eine "außerdienstliche" Bilanzierung seines politischen Erfahrungsschatzes vorzulegen. "Denn", so Schmidt verschmitzt bescheiden, "vielleicht könnte doch einer von den Jüngeren daraus einen Nutzen ziehen." - Nichts wäre mehr zu wünschen, Herr Bundeskanzler!
Eines vorab: Es handelt sich hier nicht um die autobiografische Rückblende auf ein politisches Lebens- und Gesamtwerk. Im Gegenteil. Schmidt, der Pragmatiker, möchte seine in aktiver Zeit gewonnenen Erfahrungen angesichts einer völlig veränderten politischen Weltlage zur Verfügung stellen. Immer im Gepäck, die großen philosophischen Fragen: Welchen Leitbildern sollten wir folgen? Was lässt sich aus Geschichte lernen? Im Spiegel gerade dieser Frage reflektiert der Altkanzler über die Unvorstellbarkeit eines Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan noch zu seinen Zeiten. Gelegenheit für einen historischen Ausflug und die noch immer problematische Stellung Deutschlands im politisch-militärischen Weltgefüge.
Natürlich holt der Wirtschaftsfachmann Schmidt zu einem satten Referat über die Finanzmärkte aus. Beklagt wird die verschlafene "Modernisierung unseres zerklüfteten Bankensystems", gewarnt wird vor Spekulantentum und Heuschreckenflügen. Betrauert die große Zeit des von der RAF ermordeten Freundes Herrhausen und seiner Deutschen Bank. Institutionen, so Schmidt, an die sich eine Bundesregierung in ökonomischen Fragen noch vertrauensvoll wenden konnte. Wie anders heute. Der Kanzler wird (in Maßen) privat. Erstaunt vernehmen wir, dass Schmidt die "Guillaume-Affäre" als Rücktrittsgrund Willy Brandts im Mai 1974 völlig inakzeptabel fand und ihm die eigene künftige Kanzlerschaft große Sorgen bereitete. Risiken und Chancen der Globalisierung. Der "Sonderfall" der Neuen Bundesländer. Die radikal veränderte Rentensituation, die ebenso radikal veränderte Maßstäbe verlangt. Ein kleiner Seitenhieb auf Lafontaine und seine "Sekundärtugenden". Eine Schulung bei den antiken Rhetorikern. Spurensuche nach eigenen Fehlern. In einem der letzten Sätze seiner klugen Reflexion appelliert der Altkanzler mit einer römischen Weisheit an die heutige Politikerkaste: Im Zweifelsfalle sei das Gemeinwohl höherzustellen als die eigene Karriere. Um schließlich witzelnd, aber nicht ohne Wehmut festzustellen: "Die meisten meiner Weggefährten haben schon endgültig ihre Adresse gewechselt." - Das können Sie sich aus dem Kopf schlagen, Herr Bundeskanzler. Die Republik braucht Sie noch! ?Ravi Unger

Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. - Dietrich Bonhoeffer
Buch:Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft.
Autor:Dietrich Bonhoeffer, Ausgabe vom 1. Aug. 2005, Broschiert, Verkaufsrang 19821
Preis: 14,99 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Ich muss erzählen: Mein Tagebuch - 1941-1945 - Mascha Rolnikaite
Buch:Ich muss erzählen: Mein Tagebuch - 1941-1945
Autor:Mascha Rolnikaite, Ausgabe vom 1. März 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 12008
Preis: 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Im Jenseits der Menschlichkeit: Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz - Miklós Nyiszli
Buch:Im Jenseits der Menschlichkeit: Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz
Autor:Miklós Nyiszli, Ausgabe vom Januar 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 40861
Preis: 12,40 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Der Film beruht auf der 1946 erschienenen Erinnerungsschrift "Ich war Arzt in Auschwitz" des rumänischen Pathologen Mikls Nyiszli. Dies war die erste Publikation eines Augenzeugen, die aus dem Innern der Todesfabrik Auschwitz berichtete. Denn die Häftlinge des sogenannten Sonderkommandos waren als Augenzeugen des Völkermords zum Tode bestimmt, nur wenige überlebten und noch weniger waren in der Lage, über ihre traumatischen Erlebnisse zu berichten.1992 erschien der Bericht von Mikls Nyiszli erstmals in deutscher Sprache im Karl Dietz Verlag Berlin.Die zweite Auflage erscheint zum Filmstart am 27.1.2005.

Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR - Frank Sieren, Günter Schabowski
Buch:Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR
Autor:Frank Sieren, Günter Schabowski, Ausgabe vom 1. März 2009, Gebunden, Verkaufsrang 187508
Preis: 19,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Aus der Amazon.de-Redaktion
Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls wird wieder einmal besonders intensiv Rückschau auf die DDR und ihr unrühmliches Ende gehalten. Schade nur, dass die noch lebenden Hauptverantwortlichen für den SED-Unrechtsstaat entweder abgetaucht sind oder immer noch die beleidigten Leberwürste spielen. Einzige Ausnahme: Günter Schabowski, der als Mann in die Geschichte eingegangen ist, der durch seine eigenmächtige Öffnung der Grenzen am 9. Novembers 1989 wahrscheinlich verhinderte, dass sich das mit dem Rücken zur Wand stehende Honecker-Regime zu Dummheiten gegen die eigene Bevölkerung hinreißen ließ.
Schabowski gilt vielen als der "Wendehals" par excellence. Während seine ehemaligen Politbüro-Genossen bis heute nichts zu bedauern haben und sich wegen ein paar Jährchen lockeren Strafvollzugs zu Opfern einer Siegerjustiz stilisierten, nahm Schabowski seine Haft wegen Mitverantwortung für die Toten an der innerdeutschen Grenze als gerechtfertigt auf sich und gibt sich seitdem geläutert. Wenn man heute einen kompetenten Diskutanten über den ehemals real existierenden Sozialismus im Allgemeinen und das DDR-Unrechtsregime im Besonderen benötigt, ist Schabowski allererste Wahl ? nicht etwa für die Rolle des Verteidigers sondern des Anklägers. Und so ist es auch in den Gesprächen mit dem ZEIT-Redakteur Frank Sieren, die in das vorliegende Buch eingeflossen sind. Mit ungeheurer Präzision und einer für einen Ex-Apparatschik erstaunlich klaren Sprache rechnet der in dialektischem Denken bestens geschulte SED-Renegat gnadenlos mit Theorie und Praxis des Sozialismus ab, vor allem aber mit sich selbst, seinen Irrtümern und Lebenslügen.
Die schon beinahe an die Schauprozesse kommunistischer Diktaturen erinnernde Selbstkritik, die Schabowski aus freien Stücken öffentlich zelebriert, könnte man als einen Akt der Selbstreinigung interpretieren. Ungemein spannend und lehrreich ist sie allemal. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im Titel getrost ein Wörtchen gestrichen werden könnte. Arnold Abstreiter

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