Taschenbuch Fleisch ist mein Gemüse 255 Seiten Wer beispielsweise über Populärmusik aus Vittula gelacht hat, dem kann auch Fleisch ist mein Gemüse wärmstens empfohlen werden: traurige Jugend in den 80ern, pubertäre Sexualnöte, schaurige Provinzgestalten und trotz allem der Traum von einer Musikerkarriere. Nur ist Fleisch ist mein Gemüse doch noch etwas härtere Kost. Weil erstens offenbar alles selbst erlebt ist. Und zweitens die Pubertät mit ihren Qualen überhaupt nicht enden will. Denn Heinz ist schon 23, hat immer noch schwere Akne, wohnt bei Muttern und "schraubt" in seinem Heimstudio im Keller Playbacks zusammen, auf dem Weg zum Hitproduzenten. Und sein Erfolg bei Frauen rangiert auf einer Skala von 1 bis 10 eher im Minusbereich. Der Alltag ist geprägt vom Daddeln an Spielautomaten, exzessiver Selbstbefriedigung und Musikunterricht, bei dem Heinz seine Schüler mit Fragen nach der "enharmonischen Verwechslung von ges" quält. Doch auch als der talentierte Hobby-Saxophonist einen Job bei der Tanzband "Tiffanys" bekommt, ist das keineswegs die Wende zum Besseren. Statt "Sex, Drugs and Rock?n?Roll" und willigen Groupies bedeutet das nächtelange Auftritte bei Hochzeiten, Dorfjugendveranstaltungen und Schützenfesten in Garlstorf oder Moorwerder: eine "drittklassige Rumpelband" in erbarmungswürdig schlecht sitzenden Sakkos und mit einem grauenerregenden Repertoire von G.G. Anderson bis zur "Schützenliesel". Ein Millionenpublikum brachte Heinz Strunk zum erstenmal bei seinen Gastauftritten in der SAT1-Wochenshow zum Lachen, mit seinen genial verhaspelten Beiträgen des "offenen Kanal Hamburg-Harburg". Eigentlich heißt er Mathias Halfpape, trat zwischendurch auch als Jürgen Dose auf und verdutzte zuletzt die VIVA-Zuschauer mit seinem "Fleischmann TV". Und mit seiner CD Einz - absurde Songs und Minihörspiele - muss man ihn zweifellos mit Helge Schneider vergleichen. Schräg ist Fleisch ist mein Gemüse auch, und sehr lustig, zugleich aber todtraurig. Dass seine Geschichte diese Balance zu halten vermag, ist vielleicht das Bemerkenswerteste an Heinz Strunks Buch. Und natürlich, dass eine fürchterliche "Landjugend mit Musik" zumindest zum perfekten Stoff für ein tragikomisches Lesevergnügen taugt. -Christian Stahl
CD:
Nachdem ich mich hier versammelt habe.. - Fotobildband inkl - 3 Musik-CDs (earBOOK)
Audio CD, Verkaufsrang 58795
Buch:
Abenteuer Puhdys
Autor:
Puhdys, Ausgabe vom 13. Febr. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 285802
Buch:
Der Mann mit der Mundharmonika: Mein Leben
Autor:
Michael Hirte, Ausgabe vom März 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 153088
Dieter Bohlen, Ausgabe vom 1. Mai 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 194821
Zahlr. Fotos Ich habe mich schon lange nicht mehr beim Lesen einer Biografie so amüsiert wie bei Dieter Bohlen. Gnadenlos, schamlos, bedenkenlos legt er bei allem, was gut und teuer ist in der Musikbranche, den Finger dahin, wo es garantiert weh tut. Jeder bekommt sein Fett weg. Ob Kollegen, die er produzierte (Chris Norman: "Bei ihm lief sozusagen gar nichts mehr außer der Nase." Howard Carpendale: "Da war jemand fünfundzwanzig Jahre Profi im Musikgeschäft und wusste noch nicht mal was Dolby ist!" Engelbert: "Dieser Engelbert musste fast taub sein, jedem anderen wäre bei der Dezibel-Zahl längst das Blut aus der Nase gekommen!"), oder ob Kollegen von Film, Funk und Fernsehen, Dieter deckt voller Genuss ihre Schwächen auf. Doch die meisten werden das Buch wohl wegen der Bohlen'schen Love-Affairs kaufen. Und die kommen teilweise voll auf ihre Kosten, teilweise allerdings nicht. Denn wer auf intime Details aus Bohlen-Betten gehofft hat, wird enttäuscht. Pornografisches findet nicht statt. Aber man erhält einen detaillierten Einblick, wie seltsam und vielfältig doch die Gespielinnen von Dieter, dem Großen, waren. Brigitte Nielsen, der dänische Wirbelwind, die zum flotten Dreier bat; Naddel, die Lethargische, mit dem fatalen Hang zum Schampus; Daliah Lavi, die Exotische, die ihm einiges beibrachte; und natürlich Verona Feldbusch, die egozentrische Zicke, die selbst einen Engel zur Weißglut gebracht hätte. Und besonders amüsant: die Stories über Nora, die Furchtbare, die als Anhängsel von Thomas Anders Modern Talking zum Tod verurteilte. Natürlich ist diese Biografie kein literarisches Meisterwerk, sondern im wenig hochwertigen Stil der "Bohlen-Schnauze" geschrieben. Ein bisschen zu viel "supi" oder "gruselig" oder "krass" für meinen Geschmack - aber zur Story passt es ganz gut. Fazit: vollmundiger und süffiger Klatsch und Tratsch über Leute, die jeder kennt. -Julia Edenhofer
Buch:
Der Bohlenweg: Planieren statt Sanieren
Autor:
Dieter Bohlen, Ausgabe vom 29. Sept. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 30947
Aus der Amazon.de-Redaktion Wenn einer wie Dieter Bohlen einen Lebensratgeber schreibt ? genauer noch: einen Erfolgsratgeber ? dann spaltet sich die Nation. Um es gleich mit Bohlen zu sagen: "Viele werden jetzt denken, der hat gut reden, denn der hat keine Ahnung. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus habt ihr völlig recht, aber ich habe einen einigermaßen gesunden Menschenverstand, und ich spüre, dass etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte." Der Bohlenweg. Planieren statt sanieren ist naturgemäß kein Buch, das es allen recht machen will. Bohlen schreibt, wie er spricht ? so redet, oder besser: quasselt, er in seinem Ratgeber von den kleinen und großen Hürden, die es auf dem Weg zum Erfolg zu überspringen gilt: ohne Umschweife, ohne blumige Exkurse oder wissenschaftlichen Anspruch ? und dies mit einer gnadenlosen Offenheit und Ehrlichkeit, die man nur zu gut von ihm kennt. Auf 447 Seiten findet sich die Quintessenz seiner erstaunlichen Langzeitkarriere in einer Branche, die sonst im Saisontakt Namen unter Genieverdacht stellt, um sie gleich wieder zu vergessen. Wer eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erfolg sucht, wird sich vergeblich durch die 29 Kapitel lesen und hat auch nicht verstanden, worum es Bohlen eigentlich geht. Lässt man sich allerdings auf die vielen Kalauer und Anekdoten, Begebenheiten und Geschichten ein, erlebt man einen zielstrebigen Bohlen, der einen unterhaltsam-zynischen Blick auf seine eigene Branche werfen kann und mit der einen oder anderen eingestreuten Lebensweisheit so manche Allüren als heiße Luft enttarnt. Bohlen selbst verkaufte weltweit mehr als 160 Mio. Tonträger, produzierte das Duo Modern Talking und u. a. Yvonne Catterfeld, Mark Medlock, Bonnie Tyler und Dionne Warwick. Als Chefjuror leitet er die RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" und den Nachfolger "Supertalent", die beiden erfolgreichsten TV-Formate im deutschen Fernsehen. "Erst kommt die Leistung, dann der Erfolg", das ist auch bei Bohlen nicht anders. Erfolgreich macht das Buch also nur bedingt, Unterhaltung ist allemal garantiert. Oder, um mit einem Zitat zu schließen: "Wollt ihr euch wirklich vorschreiben lassen, was ihr gut und was ihr schlecht finden sollt? Kauft und lest, was ihr wollt und nicht, was diese verklemmten Kacker euch sagen. Freiheit für den persönlichen Geschmack!"-Katrin Schmidt, Literaturtest
Buch:
Ich bin schizophren und es geht mir allen gut
Autor:
Dirk Bernemann, Ausgabe vom 14. Febr. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 103366
Product Description Anti-Pop Erscheinungsjahr: 2009 m. Fotos u. Faks. Gewicht: 201 gr / Abmessung: 18 cm Von Bernemann, Dirk "Neulich auf dem Friedhof: Ein Grabstein, auf dem stand: Neulich im Spiegel: Ich ist jemand anderes. Irgendjemand. Weit weg. Neulich in diesem Bett: Ich wache auf und ich liebe dich!" Dirk kommt diesmal nicht allein, er hat sich mitgebracht. Er hält sich eine Halogenlampe in den Mund und man erkennt, wie es in ihm aussieht. Töne, Texte, Bilder, Reiseberichte, Poesie und der Wahnsinn des allmächtigen Alltags. Bernemann bringt uns zum Lachen mit Dingen, die wir hassen, und er bringt uns zum Weinen mit einfühlsamen Alltagsbetrachtungen. Dirk Bernemanns bis dato persönlichstes und vielseitigstes Buch. Mit einem Vorwort von Mille Petrozza (Kreator).
Buch:
Bushido
Autor:
Bushido, Lars Amend, Ausgabe vom 8. Sept. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 54346
Aus der Amazon.de-Redaktion Edles Profil, abgelichtet in stilvollen Schwarz-und Grautönen. Ausgezehrtes, stoppelbärtiges Boxergesicht. Der Blick nach innen gerichtet, in sich ruhend. Und doch brandgefährlich. Jederzeitige Ausbruchsgefahr möglich. Darunter der Namenszug in fettestem Gold. Die prollige Seite. Suggeriert wird: "Ich habs gepackt, ihr Opfer!" Ein Lieblingsausdruck für all jene, die es in ihrem Leben nicht an die Spitze geschafft haben. Und so lernen wir recht bald: "Auch wenn in Afrika Menschen verhungern, baumeln Brillanten für 230.000 Euro an meinem Handgelenk". Der Klappentext bellt dazu unmissverständlich: "Wer die Wahrheit nicht verträgt, soll mir nicht meine Zeit stehlen". Ziehen wir uns also warm an, wenn Bushido, Deutschlands Rapper No. 1, mit seiner Version der Wahrheit über uns kommt! Am allerwenigsten, so der zunehmende Leseeindruck, wird man in diesem Lebensbericht eines Musikers mit Musik behelligt. Fast scheint es, als würde der Deutsch-Tunesier Anis Ferchichi zusehends zu einer Art One-Man-Freakshow der krassen Tabubrüche verkommen. Und der Boulevard bedient sich scheinheilig und hemmungslos. Talkmaster vergießen seinetwegen literweise Angstschweiß, nicht ohne nach der Quote zu schielen. Sprengt er nun ihre Sendung mit seinen ständigen F?Wörtern, den abseitigen Gewaltfantasien, krassen Schwulen- und Frauenbildern, die eine Alice Schwarzer in den Suizid treiben könnten? Seit Wochen schon verkündigt BILD das Erscheinen des Buches und seiner heißen Themen wie die Niederkunft eines dunklen Messias. Was ist mit dem verhassten Vater? Wie lief das mit der Mafia? Und dem Puff? Keine Sorge, Bushido liebt die "klare Ansage". Hier kriegt jeder sein Fett weg. Lauschen wir also dem, der als Erster "diesen asozialen Gangster-Lifestyle an eine breite Öffentlichkeit herangetragen hat". Bereits die ersten Lebensstationen schienen dafür zu prädestinieren. Zwei prügelnde Väter, die je ein Kind hinterließen und sich dann verdrückten (das Wiedersehen mit dem krebskranken tunesischen Vater war in letzter Zeit ja regelrecht Gegenstand nationalen Interesses). Die über alles geliebte Mama, die große Lebensmeisterin. Bushidos jüngerer Halbbruder, für den er Vaterersatz war. Frühe Karrierestationen als Ladendieb und Drugdealer. Gangsterauftrieb am heimischen Herd. Jugendgericht. Was moderne Soziologen als "Prekariat" identifizieren würden, gilt in Bushidos Wertewelt als prägende, starkmachende Erfahrung fürs Leben. Auffällig, wie große Gefühle regelrecht weggebissen werden. Tritt die junge Selina in Bushidos Leben, wird diese erste große Liebe als eher verstörende Empfindung wahrgenommen. Nachdem Selina ihn verlassen hat (eine erste schlimme Erfahrung), beginnt der große Rachefeldzug am weiblichen Geschlecht. Ein merkwürdiges Buch, ein merkwürdiger Mensch. So anziehend wie abstoßend. Mal spielt Bushido den urbanen Robin Hood, dann wieder tritt er als talibanhafter Erzreaktionär auf, unfähig zu Toleranz und differenzierteren Sichtweisen. Oder sehen wir uns einem Schlitzohr ausgesetzt, das die Medienklaviatur einfach perfekt beherrscht? Einem düster rappenden Joker, der uns Opfern genüsslich und gnadenlos seine 6.000 EURO teure Breitling-Uhr unter die Nase reibt. ?Ravi Unger
Buch:
Lost and Sound: Berlin, Techno und der Easyjetset (suhrkamp taschenbuch)
Autor:
Tobias Rapp, Ausgabe vom 23. Febr. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 79790