A.I. - Music From The Motion Picture Steven Spielbergs Artificial Intelligence ist zwar voll gepackt mit großen Ideen über die Zukunft der Menschheit und ist mit einer oft distanziert und eisig wirkenden Schutzschicht überzogen, aber seine tieferen Wurzeln kann dieser Film dennoch nicht verbergen. Mitte der 80er-Jahre hatte alles mit dem inzwischen verstorbenen Stanley Kubrick begonnen. Spielberg arbeitete ein Jahrzehnt später kurz mit ihm zusammen, verabschiedete sich dann von diesem Projekt und erbte es schließlich 1999 nach Kubricks Tod. Die frostige Vision des verstorbenen Autors scheint weitgehend intakt geblieben zu sein (wenn auch jetzt von Spielbergs Dauer-Fetisch Pinocchio geprägt), aber man kann ganz sicher sagen, dass Stanley Kubricks oft äußerst anspruchsvoller musikalischer Geschmack ihn ganz sicher nicht zu der Tür des Komponisten John Williams geführt hätte. Dennoch wächst dieser oft gepriesene Veteran der Filmmusik mit dieser neuen Aufgabe über sich hinaus, und er demonstriert gekonnt, dass fast 20 Jahre Minimalismus und Postmodernismus durchaus nicht spurlos an ihm vorüber gegangen sind, dass die beste Filmmusik aber dennoch oft aus einem subtil angelegten Bildnis von Gefühlswelten und Stilen entsteht. "The Mecha World" bestimmt den Ton für die in diesem Film dargestellte roboterhafte, nicht mehr allzu ferne Zukunft und glänzt und knistert mit Steve Reichs rhythmischer Eindringlichkeit und der dichten Tonfärbung von John Adams. "Abandoned in the Woods", "Hide And Seek" und "Rouge City" hingegen erzielen ihre Wirkung dadurch, dass sie den eher traditionell geprägten Sinn für Melodie von Williams mit den hypnotisch wirkenden Arpeggios von Phillip Glass kontrastieren. Man hat aber auch das Gefühl, dass der Komponist geschickt den Geist von Kubricks musikalischem Erbe und hier insbesondere den von 2001 - Odyssee im Weltraum herauf beschworen hat. "Replicas" und "Stored Memories" erinnern an Ligeti, während die traurigen Klänge der Streichinstrumente bei "Cybertronics" ein gespenstisches Echo von Khachaturians Gayane Ballet Suite zu sein scheinen. David Fosters Ballade "For Always" (in einer Solo-Wiedergabe von Lara Fabian und einem Duett zwischen Fabian und Josh Groban) scheint zweimal eingeplant worden zu sein, um die Radio-Atmosphäre dieses Albums zu verstärken. A.I. ist ganz sicher die musikalisch kühnste Partitur von John Williams seit seinem Meilenstein Unheimliche Begegnung der dritten Art und sollte einen hervorragenden Platz einnehmen in der langen und so ertragreichen Zusammenarbeit dieses Komponisten mit Steven Spielberg. -Jerry McCulley
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Red Dragon
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L.a.Confidential
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