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DIALOG KANTATEN "Memento moris?, Gedenke des Todes, so sollte es immer wieder heißen, wollte man sich der Kostbarkeit unseres Lebens gewahr werden. Die Menschen im Barock taten dies, zu sehr bestimmten Katastrophen, Krankheiten und Kriege ihr Leben. Und so war denn der Tod, die Vergänglichkeit stets im im Blick des alltäglichen Lebens und fast jeder künstlerischen Aussage. Doch nicht im Sinne einer Todessehnsucht, wie später die Romantik sie liebt, sondern als Allegorie für die Hoffnung auf ein anderes, besseres und freieres Leben. Musikalisch zeichnete dies Johann Sebastian Bach in seinen Kantaten besonders im Gespräch zwischen der gläubigen Seele und Jesus Christus nach, die zuweilen so klingt, als würde zwei Liebenden miteinander sprechen. "Ach! Dieser süße Trost" und "Ich reiche dir die Hand" heißt es denn auch in der sogenannten Dialog-Kantate: "Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet" BWV 57. Oder "Ich wünsche mir den Tod" und "Ich ende behende mein irdisches Leben" Bass-Bariton Thomas Quasthoff und seine Partnerin, die Mezzosopranistin, Dorothea Röschmann sind zwei Musiker, die nicht nur einander kennen und von ihrer Stimmfarbe her miteinander harmonieren. sondern auch für musikalische Intensität, Geschmack und Integrität stehen. Daher sind auch die anderen Dialog-Kantaten BWV 49 und BWV 152 in beider Hände bestens aufgehoben. Ob ihnen - trotz aller Inbrunst und Innigkeit - mit dieser Interpretation nun damit aber auch "der Link zum Göttlichen" geglückt ist das weiß nur der Allvater selbst. Irdisch herrlich nah jedenfalls klangen die Berliner Barocksolisten unter der Leitung von Rainer Kussmaul. Teresa Pieschacón Raphael
CD:
Asrael
Sir Charles Mackerras, Czech Philharmonic Orchestra, Audio CD, Verkaufsrang 26881
Anna Netrebko, Daniel Barenboim, Audio CD, Verkaufsrang 8925
Preis:
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Aus der Amazon.de-Redaktion Die Zeiten der großen Show und des schrillen Diva-Tam-Tam scheinen vorerst vorbei, Anna Netrebko gibt sich in ihrem hier mitgeschnittenen Liederabend im Salzburger Festspielhaus ganz schwermütig und innig, wenn sie in die Rolle bedauernswerter Frauen schlüpft, die ihr Tolstoi, Puschkin oder Apuchtin zugedacht haben. Frauen, die verlassen wurden, die leiden, Frauen, die träumen, die sich vor Sehnsucht nach der Heimat verzehren, nach Liebe, nach dem Mann. Dies ist zwar nicht das Schicksal von Anna Netrebko, doch sie muss es verkörpern, besingen, die sogenannte "russische Seele" in den schwerblütigen Vertonungen von Nikolai Rimski-Korsakow und Peter Iljitsch Tschaikowsky, die oft in dunkles Moll gesetzt wurden. Nur eine tänzerische Serenade, ein schmeichelndes Wiegenlied sowie Netrebkos mauve-farbenes Abendkleid im booklet heitern den Abend auf. Einst hatte Michail Glinka gesagt: "Es ist das Volk, das die Musik schafft. Wir Musiker arrangieren sie nur." Daniel Barenboim, Netrebkos Begleiter, tut mehr als das, er bleibt schlicht und empfindsam, lässt sich vom Pathos der Gesänge nicht in Versuchung bringen, weshalb ? wie es heißt ? er am Ende doch noch ein Divaküsschen bekam. Und Anna, das "Bühnentier"? Gestik und Mimik mag man auf der CD nur erahnen können, Inbrunst und Leidenschaft aber hört man heraus. Es ist eben die Musik ihrer Heimat in ihrer Muttersprache.- Teresa Pieschacón Raphael