DER RING DES NIBELUNGEN Das Deutsche Grammophon und ihr 20-Bit-Transfer lassen mehr Bandgeräusche durch, während das Gesamtbild des Orchesters besser anvisiert wird; der gesamte Hintergrund wirkt positiver. Manche haben Karajans Kammermusik- Ansatz zu Wagners Ringzyklus so interpretiert, daß er die Heldenrollen verkleinerte oder auflöste. Dieser Ansatz hat weniger mit der Dynamik an sich zu tun, als mit von Karajans meisterhafter Balance zwischen Gesang und Instrumenten. Er erzielt musikalische Offenbarungen von gleichmäßiger Klarheit und läßt so keinen Mißklang, durch einen unliebsamen Akzent oder eine unpassende Dynamik zu. Die Texte sind ungewöhnlich klar und deutlich, auch wenn die Sänger nicht die gleiche Erfahrung und Größe vermitteln, wie Sir Soltis Besetzung in London. Doch es gibt Ausnahmen: Jon Vickers, als vielschichtiger und prüfender Siegfried, tritt zum Beispiel mit Gundula Janowitz als strahlende Sieglinde auf. Martti Talvela ist zweifelsohne der sympathischste und anrührendste Fasolt, der auf einem Tonträger zu haben ist. Gerhard Stolze als Mime wirkt hier weniger verkünstelt und unmittelbarer als bei Solti.So bevorzuge ich auch von Karajan, Christa Ludwig in der Rolle von Waltraute. Helge Brilioths warm klingende Stimme und seine solide musikalische Leistung als Siegfried in Götterdämmerung ist eine angenehme Überraschung. Kleinere Rollen profitieren von der starken Besetzung, wie die Rheinmädchen und die Wallküren. Letztendlich ist es Karajans Show - und die wunderbaren Berliner Philharmoniker sind die Stars. -Jed Distler
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Humperdinck,Engelbert 1854-1921 - Hänsel & Gretel Engelbert Humperdinck gewann seinen Platz im Pantheon der Oper mit einem einzigen Werk. Jedes Jahr in der Weihnachtszeit erscheint Humperdincks Name auf den Opernprogrammen, während seine zwei Helden Hänsel und Gretel sich erst in den Wald verlieren, dann am Knusperhäuschen ihren Hunger stillen und am Ende der bösen Hexe eine Lektion erteilen. Humperdincks Musik setzt das bekannte Märchen kongenial um: Seine Melodien vermitteln kindliche Naivität, seine Orchestrierung sprüht vor Frische und Expressivität. Er schafft es, eine kinderfreudige Musik zu komponieren, die aber nicht kindisch klingt. Und das ist seine große Leistung. Diese Studio-Aufnahme aus dem Jahre 1978 zeichnet sich durch ein erstklassiges Solisten-Ensemble aus. Lucia Popp (Gretel) und Brigitte Fassbaender (Hänsel) faszinieren mit stimmlicher Brillanz. Einzige Schwäche der Besetzung: Die zwei Stimmen zeichnen sich durch ein sehr ähnliches Timbre aus und sind deswegen schwer zu unterscheiden. Eine echt hexerische Stimmung bringt Anny Schlemm zu Gehör, Julia Hamari und Walter Berry machen ein stimmlich sogar sehr passendes Ehepaar, obwohl sie manchmal mit dem theatralischen Gestus übertreiben. Schenken Sie diese Platte Ihren Kindern - oder sich selbst! -Kleopatra Sofroniou